Die neueste Rangliste des britischen Magazins Times Higher Education (THE), das World University Ranking (WUR) 2027, ist erschienen, in der die besten 2.200 Universitäten aus mehr als 20.000 Hochschuleinrichtungen weltweit bewertet werden. Demnach hat sich die Semmelweis Universität deutlich verbessert: Während sie im vergangenen Jahr noch unter den Top 300 (auf Platz 272) rangierte, zählt sie in diesem Jahr bereits zu den 250 besten der Welt und belegt Platz 247.
THE-Ranking
Das in Großbritannien ansässige Times Higher Education ist eines der ältesten und renommiertesten globalen Hochschulrankings. Es bewertet Universitäten weltweit anhand von Indikatoren aus fünf Dimensionen: Lehre (z. B. Ruf in der Lehre), Forschungsumfeld (z. B. Ruf in der Forschung, Forschungseinnahmen und -produktivität), Forschungsqualität (z. B. Zitierhäufigkeit), Industriekooperationen (z. B. Verweise auf universitäre Publikationen in Patenten) sowie internationale Ausrichtung (z. B. Anzahl internationaler Studierender, internationale Co-Autorenschaften). Die Liste umfasst mehr als 2.200 Universitäten aus 118 Ländern.
Die Semmelweis Universität hat sich bei zwei der fünf Indikatoren deutlich verbessert und bei einem weiteren ihre Position gehalten und dabei ihre Punktzahl gesteigert. Den höchsten Rang belegt sie diesmal hinsichtlich der Forschungsqualität (Research Quality, gemessen an der Zitationshäufigkeit im relevanten Fachbereich): Bei diesem Indikator belegt sie weltweit Platz 166. Das zweitbeste Ergebnis erzielte sie in der Indikatorengruppe Lehre (Teaching): Hier wurde sie auf Platz 242 eingestuft. Insgesamt rangierte die Universität in allen Indikatorengruppen unter den besten 25 Prozent.
Dieses herausragende Ergebnis ist in erster Linie auf die für die Semmelweis Universität charakteristische Synergie zurückzuführen: Wir sind eine medizinische und gesundheitswissenschaftliche Universität, die von einer wissenschaftlich maßgeblichen klinischen Struktur umgeben ist. Unsere drei Tätigkeitsbereiche – Lehre, Patientenversorgung sowie Wissenschaft und Innovation – verstärken sich gegenseitig, und im Mittelpunkt jedes einzelnen steht das Ziel, dass unsere Patient:innen die bestmögliche Versorgung erhalten. Zu diesem Zweck haben wir unser Curriculum überarbeitet und dabei den Schwerpunkt auf eine noch stärker praxisorientierte Lehre gelegt. Dank dessen können wir immer wieder bedeutende Beobachtungen durchführen, und daher entstehen hier Jahr für Jahr herausragende wissenschaftliche Ergebnisse. – Dr. Béla Merkely
So bewertete der Rektor der Semmelweis Universität die Ergebnisse gegenüber unserer Redaktion. Dr. Béla Merkely zufolge ist dieser Fortschritt neben der weiteren Verbesserung der wissenschaftlichen Leistung auch der starken internationalen Verankerung der Universität zu verdanken: Die Semmelweis ist eine der internationalsten Universitäten der Welt; mehr als ein Drittel der knapp 16.000 Studierenden stammen aus fast 130 Ländern außerhalb Ungarns. Die Zahl der internationalen Studierenden steigt kontinuierlich; in diesem Jahr haben sich im Vergleich zu den Vorjahren fast 40 Prozent mehr für englischsprachige Studiengänge beworben. In der allgemeinmedizinischen Ausbildung ist die Zahl der Bewerbungen etwa dreimal so hoch wie die der verfügbaren Plätze. Die Semmelweis Universität unterhält Kooperationen mit weltweit führenden Einrichtungen wie dem Karolinska-Institut, der Mayo-Klinik, den Universitäten Oxford und Heidelberg, der National University of Singapore sowie der Harvard University, mit der bereits zum vierten Mal ein gemeinsames Postgraduierten-Ausbildungsprogramm gestartet wurde.
Laut Dr. Péter Ferdinandy, Vizerektor für Wissenschaft und Innovation an der Semmelweis Universität, ist der Aufstieg der Universität in den internationalen Ranglisten eine unbestreitbare Leistung. Im zu Jahresbeginn veröffentlichten Fachranking von THE rangiert die Semmelweis in ihrer eigenen Disziplin, also in Medizin und Gesundheitswissenschaften, bereits unter den Top 200; im aktuellen Fachranking von ShanghaiRanking gehört sie in den Pharmazeutischen Wissenschaften zu den 50 besten der Welt und in den Bereichen Klinische Medizin, Zahnmedizin und Medizintechnik zu den Top 200.
„An der Semmelweis Universität hat sich eine Struktur herausgebildet, die auch auf internationaler Ebene als einzigartig gilt und dank derer sich die Universität in den Hochschulrankings spürbar weiterentwickeln kann. Diese Leistung wird vom Klinikum auf der Grundlage der theoretischen und translationalen Forschung erbracht. Es bleibt weiterhin das vorrangige Ziel, dass die Forschungsergebnisse so schnell wie möglich direkt am Krankenbett zum Einsatz kommen“, betonte Dr. Péter Ferdinandy. Dem Vizerektor zufolge dient der Aufstieg in den Rankings letztendlich auch dazu, an der Semmelweis Universität noch hervorragendere Ärzt:innen und Fachkräfte im Gesundheitswesen auszubilden, die die Patient:innen noch effektiver versorgen können.
In der Region Mittel-/Osteuropa gilt die Semmelweis Universität als die am höchsten platzierte Einrichtung. Die estnische Universität Tartu hat eine Platzierung im Bereich 301–350 erreicht, die tschechische Karls-Universität belegt die Ranggruppe 401–500, während die polnische Medizinische Universität Breslau und die Jagiellonen-Universität in der Ranggruppe 501-600 geführt werden.
Die ersten drei Plätze des diesjährigen Rankings belegen die Universität Oxford, das Massachusetts Institute of Technology (MIT) sowie – punktgleich – die Princeton University und die Stanford University.
Über die Rankings
Auf internationaler Ebene gibt es zahlreiche verschiedene Rankings, die versuchen, die Hochschulen weltweit anhand unterschiedlicher Kriterien zu ordnen. Die Ranglistenbildung für Hochschuleinrichtungen blickt auf eine mehr als 150-jährige Geschichte zurück, globale Rankings gibt es jedoch erst seit Beginn der 2000er Jahre. Das in Großbritannien ansässige Times Higher Education ist eines der ältesten und bekanntesten globalen Hochschulrankings, das 2004 in Zusammenarbeit mit Quacquarelli Symonds (QS) ins Leben gerufen wurde; seit 2009 haben sich beide jedoch getrennt weiterentwickelt. Charakteristisch für das THE ist, dass es auch größenunabhängige Indikatoren heranzieht: Unter anderem werden das Verhältnis von Studierenden zu Lehrenden, die Einnahmen pro Lehrkraft oder die Zitierhäufigkeit von Forschungsarbeiten untersucht, sodass größere Universitäten nicht allein aufgrund ihrer Größe gegenüber kleineren Einrichtungen begünstigt werden.
Die Rankings sind in den letzten Jahren wiederholt auf Kritik gestoßen, da sie versuchen, Einrichtungen mit völlig unterschiedlichen Profilen anhand diverser, teilweise schwer vergleichbarer Kriterien gegenüberzustellen. Gleichzeitig stellen weltweit bekannte Listen wie die des THE nach wie vor einen wichtigen Orientierungspunkt dar, nicht nur in Ungarn, sondern auch auf internationaler Ebene: Sie können Studierenden helfen, sich unter Tausenden von Einrichtungen zurechtzufinden, und tragen zudem zur internationalen Sichtbarkeit und zum internationalen Ruf der Universitäten bei, was auch im Hinblick auf mögliche institutionelle und wissenschaftliche Kooperationen von Bedeutung sein kann. Neben der konkreten Platzierung vermitteln die einzelnen Indikatoren der Ranglisten anhand quantifizierbarer und vergleichbarer Kennzahlen einen Einblick in bestimmte Bereiche der Lehr- und Forschungstätigkeit der jeweiligen Einrichtung.
Ádám Szabó
Übersetzung: Dr. Balázs Csizmadia
Foto (Illustration): Boglárka Zellei – Semmelweis Universität
