Zum zweiten Mal hat die Semmelweis Universität mit Unterstützung von Gedeon Richter Plc. herausragenden Gesundheits- und Wissenschaftsjournalismus aus ganz Europa mit dem Semmelweis–Richter Journalism Award ausgezeichnet. Sechs Beiträge wurden in den Kategorien „Frauengesundheit“ und „Pharmazeutische Strategien und Innovation“ ausgezeichnet. Die ersten Preise in den beiden Kategorien gingen an ein internationales investigatives Projekt zum Thema Abtreibung sowie an einen Artikel über eine Technologie, die mithilfe miniaturisierter biotechnologischer Systeme die Funktionen menschlicher Organe nachahmt. Für den Wettbewerb gingen rund 60 Beiträge aus fast 20 Ländern ein. 

Der Semmelweis–Richter Journalism Award wurde ins Leben gerufen, um hochwertigen Gesundheits- und Wissenschaftsjournalismus in Europa auszuzeichnen. Wie bereits im vergangenen Jahr zog der Wettbewerb Beiträge von Journalistinnen und Journalisten großer internationaler Medien an, darunter The Guardian, die Financial Times, The Times, BBC News, Süddeutsche Zeitung und Público. Die ausgezeichneten Artikel behandelten Themen, die von den Auswirkungen des Klimawandels auf die Schwangerschaft und dem Einsatz künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen bis hin zu den potenziellen Risiken künstlich geschaffener Organismen reichten. 

Der erste Preis in der Kategorie „Frauengesundheit“ ging an Exporting Abortion, ein internationales investigatives Projekt. An dem Projekt waren mehr als ein Dutzend europäische Journalistinnen und Journalisten beteiligt; koordiniert wurde es von Sergio Sangiao, Emilia G. Morales und Nacho Calle von der spanischen Zeitung Público. Untersucht wurden die Hindernisse, mit denen Frauen in ganz Europa konfrontiert sind, die in ihren eigenen Ländern keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen haben und deshalb für den Eingriff ins Ausland reisen müssen. 

Sarah Neville von der Financial Times belegte den zweiten Platz mit einem Artikel darüber, wie der Klimawandel und immer häufiger auftretende extreme Hitze die mit einer Schwangerschaft verbundenen Risiken erhöhen und welche Gefahren dies für Mütter und ihre ungeborenen Kinder mit sich bringen kann. 

Der dritte Preis ging an Lauren Shirreff von The Telegraph, die anhand der Geschichte einer jungen Frau die schwerwiegenden Folgen einer falschen psychiatrischen Diagnose und die Stigmatisierung von Patientinnen und Patienten mit der Diagnose Borderline-Persönlichkeitsstörung aufzeigte. 

In der Kategorie „Pharmazeutische Strategien und Innovation“ belegte Vito Tartamella vom italienischen Magazin Focus den ersten Platz. Sein Artikel befasste sich mit der Organ-on-a-Chip-Technologie, bei der menschliche Zellen verwendet werden, um die Funktionen einzelner Organe nachzubilden. Diese Technologie könnte neue Möglichkeiten für die Arzneimittelentwicklung eröffnen, den Bedarf an Tierversuchen verringern und die Erprobung personalisierter Therapien unterstützen. 

Kaya Burgess von The Times erhielt den zweiten Preis für einen Artikel über „Spiegelbakterien“, die potenziell künstlich als Spiegelbilder natürlich vorkommender Bakterien geschaffen werden könnten, sowie über die Risiken, die von ihnen ausgehen könnten. 

Der dritte Platz ging an Filipa Mendes von der portugiesischen Zeitung Público. Sie schrieb über ein Modell der künstlichen Intelligenz, das Gesundheitsdaten analysiert, um das Risiko für die Entwicklung von mehr als 1.000 Krankheiten einzuschätzen – in einigen Fällen Jahrzehnte im Voraus. 

Die Beiträge wurden von einer internationalen Jury bewertet. Der Jury gehörten Dr. Béla Merkely, Rektor der Semmelweis Universität; Gábor Orbán, CEO von Gedeon Richter; Dr. Nándor Ács, Direktor der Klinik für Geburtshilfe und Gynäkologie der Semmelweis Universität; Professor E. Szilveszter Vizi, Arzt, Akademiemitglied und ehemaliger Präsident der Ungarischen Akademie der Wissenschaften; Professor Rossella E. Nappi, Gynäkologin und Geburtshelferin; sowie Tom Whipple, Journalist bei The Times und einer der Gewinner des letztjährigen Wettbewerbs, an. 

Das Preisgeld für beide Kategorien beträgt insgesamt 45.000 Euro. Die Erstplatzierten erhalten 10.000 Euro, die Zweitplatzierten 7.500 Euro und die Drittplatzierten 5.000 Euro. 

Die Gewinner werden am 26. November bei der Preisverleihung des Semmelweis–Richter Journalism Award in Budapest geehrt.

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