Zum achten Mal in Folge bot die Semmelweis Universität ihren Studierenden vom 26. bis 28. August im Block am Nagyvárad Platz (NET) eine Vortragsreihe im Spätsommer an. Mit einer durchschnittlichen täglichen Besucherzahl von 700 Personen diente die dreitägige Veranstaltung als Orientierungswoche für Studienanfänger:innen und spiegelte das Interesse der Studierendenschaft an Themen wider, die von Wissenschaft über lokale Kultur bis hin zu Nachhaltigkeit reichten.

Dr. Alán Alpár, Vizerektor für Internationales Studium, eröffnete die Veranstaltungsreihe. Er erinnerte daran, dass das Konzept der Semmelweis Sommeruniversität vor acht Jahren ins Leben gerufen wurde, um das 250-jährige Jubiläum der Institution mit außercurricularen Vorträgen zu feiern. Er wies darauf hin, dass die Rednerliste jedes Jahr entsprechend der Nachfrage der Studierenden zusammengestellt wird. Während Studierende der ungarischsprachigen Studiengänge in der Regel mehr Interesse an Themen rund um gesellschaftliche Belange und Unterhaltung zeigen, bevorzugen diejenigen der englisch- und deutschsprachigen Studiengänge eher akademische Themen. Der Vizerektor erwähnte außerdem, dass Vorlesungen zu „Hardcore-Wissenschaften“ durch eine Einführung in nicht-akademische Tools und Fähigkeiten ergänzt würden, um Erstsemester:innen beim Studium zu helfen. Er betonte, dass dies das erste akademische Jahr sei, in dem künstliche Intelligenz (KI) als Pflichtfach in die Curricula aufgenommen wurde.

Die Vortragsreihe wurde mit einer Präsentation über das Anatomie- und Innovationszentrum für Bildung und Forschung (NOIKK), eine neue universitäre Einrichtung für die chirurgische Ausbildung, eröffnet (Dr. Alán Alpár). Die Vorträge befassten sich mit dem Zusammenhang zwischen Mundgesundheit und systemischen Erkrankungen (Dr. Ákos Zsembery), KI in der zahnärztlichen Radiologie (Dr. Bence Szabó), robotergestützter pädiatrischer Neurorehabilitation (Dr. Márk Ágoston Pulay), der Prävention von Nahrungsmittelallergien und der Immuntherapie (Dr. Lajos Attila Réthy) sowie pharmakokinetischen Modellen (Dr. György Tibor Balogh).

Am Nachmittag des ersten Tages der Internationalen Sommeruniversität fand eine Podiumsdiskussion unter dem Vorsitz von Dr. Alán Alpár statt, an der erfahrene Studierende der Semmelweis Universität teilnahmen: Zahra Zulqarnain, Referentin für Studentische Angelegenheiten im Fachbereich Medizin bei der International Semmelweis Student Association (ISSA), der internationalen Studentenvertretung der Universität; Raphael Feurstein, ehemaliger Präsident der Deutschsprachigen Studentenvertretung Semmelweis (DSVS); Milad Yeganegi, Leiter des Events-Teams bei der DSVS; Mohammed Omar Wasim, der seit einem Studienjahr als Studentenvertreter bei der ISSA tätig ist; sowie Mediya Mohammadian, Vertreterin der Zahnmedizinstudierenden im zweiten Studienjahr bei der ISSA. Im Mittelpunkt der Diskussion standen zentrale Themen wie Herausforderungen, was Studierenden hilft, sich an der Universität einzuleben, das Leben in Budapest, kulturelle Unterschiede, Möglichkeiten während des Studiums an der Semmelweis Universität sowie die Frage, wie man ein Gleichgewicht zwischen Studium und Sozialleben findet.

Die Teilnehmenden betonten, dass die Eingewöhnung durch die Hilfe von Studentenorganisationen, erfahrenen Studierenden und den Unterstützungsangeboten der Universität erleichtert werde. Sie hoben zudem den praxisorientierten Charakter der Ausbildung und die Herausforderungen bei der Anpassung an mündliche Prüfungen hervor; den Neuankömmlingen rieten sie, bereits zu Beginn des Semesters mit dem Lernen zu beginnen und bei Bedarf um Hilfe zu bitten. Budapest wurde als bunte, lebendige und einladende Stadt beschrieben, die zahlreiche kulturelle und gesellschaftliche Möglichkeiten bietet. Die Studierenden sprachen auch über die internationale Gemeinschaft an der Semmelweis Universität, in der Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund voneinander lernen und Freundschaften schließen können. Forschungsmöglichkeiten, die frühzeitige Einbindung in wissenschaftliche Arbeit und vielfältige berufliche Perspektiven wurden als einige der Vorteile eines Studiums an der Universität genannt. Gleichzeitig betonte das Podium, wie wichtig es ist, durch Sport, Hobbys, Freunde und Zeit im Freien ein gesundes Gleichgewicht zu wahren.

Im Anschluss folgte eine Podiumsdiskussion über Herausforderungen und Möglichkeiten an der Semmelweis Universität, die von Dr. Péter Nyirády, Dekan der Fakultät für Medizin (ÁOK), moderiert wurde. Die drei Diskutanten waren Dr. Attila Mócsai, Prodekan für Wissenschaft an der ÁOK und Direktor des Instituts für Physiologie; Dr. György Purebl, Prodekan für Bildung an der ÁOK und Direktor des Instituts für Verhaltenswissenschaften; sowie Dr. Veronika Müller, Prodekanin der ÁOK und Direktorin der Klinik für Pulmologie. Dr. Péter Nyirády hieß die neuen Studierenden willkommen und ermutigte sie, auf ihrem Weg zu sachkundigen, kompetenten und mitfühlenden Ärzt:innen fleißig zu sein: „Wann immer Sie etwas lernen, vergessen Sie niemals: Ihr Ziel ist es, hervorragende Ärzt:innen zu werden.“ Er legte den Erstsemester:innen außerdem nahe, sich den Studentenvereinigungen und Sportmannschaften der Semmelweis Universität anzuschließen.

Dr. Attila Mócsai stellte die Physiologie als die Wissenschaft von der Funktionsweise des menschlichen Körpers vor. Er skizzierte, wie die theoretischen Studienjahre auf Fächern wie Anatomie, Biophysik, Biochemie und Zellbiologie aufbauen und so die Grundlagen für das Verständnis von Krankheitsprozessen und späteren klinischen Studien liefern, während die Studierenden bereits an klinische Beispiele herangeführt werden. Dr. György Purebl hob hervor, dass die medizinische Ausbildung nicht nur Wissen, sondern auch wesentliche praktische Fähigkeiten vermittelt: professionelle Beobachtungsgabe, Kommunikation, manuelle Fertigkeiten und die Fähigkeit, verlässliche Informationen zu identifizieren. Er sprach auch darüber, wie die Mentoring- und Unterstützungsangebote der Universität, die studentischen Organisationen und die Sportmöglichkeiten allen helfen, sich einzuleben und ihr Wohlbefinden zu erhalten. Dr. Veronika Müller gab einen Überblick über die klinische Ausbildung in den späteren Studienjahren, die Rotationen, Unterricht am Krankenbett und das Einüben praktischer Fertigkeiten kombiniert. Sie riet den Studierenden, frühzeitig klinische und forschungsbezogene Erfahrungen zu sammeln und die wissenschaftlichen, sportlichen und künstlerischen Angebote der Universität zu erkunden. „Bitte scheuen Sie sich niemals, auch im klinischen Bereich auf uns zuzukommen. Wir beziehen sehr, sehr gerne auch jüngere Studierende in die klinische Forschung ein“, fügte sie abschließend hinzu.

Tag 2 begann mit einem Energizer am Morgen (Fanni Rácz), anschließend sprachen die Weltrekordhalter im Freitauchen, Zsófia Törőcsik und Petar Klovar, über Atemkontrolle und mentale Ausdauer, während der zweifache Guinness-Weltrekordhalter Gábor Rakonczay von seiner Ozeanrudertour und der Erreichung des Südpols berichtete. Eine Veranstaltung zum Thema „Ungarisch für das Gesundheitswesen“ (Dr. Éva Toronyi, Szandra Borda), ein Vortrag zur psychischen Gesundheit (Dr. György Purebl), eine Veranstaltung über KI als Lerninstrument (Dr. László Tornóci), ein interaktiver Workshop zu Gesundheitsentscheidungen (Semmelweis Health Promotion Center, das Gesundheitsförderungszentrum der Universität) sowie eine Stadtrundfahrt durch Budapest zum Thema Wasser (Elza Morcsányi, Júlia Wärmer) rundeten das akademische Programm ab.

Der „Green University Day“ am Freitag stand ganz im Zeichen der sektorübergreifenden Nachhaltigkeit. Die Vormittagsveranstaltungen befassten sich mit den Umweltauswirkungen der Schönheitsindustrie (Máté Szász), der Umgestaltung der Hochschulbildung im Sinne der Nachhaltigkeit (Dr. Katalin Ásványi), Kreislaufwirtschaft im Gesundheitswesen und in der Pharmabranche (Dr. Aderemi Baderinwa), städtischer Biodiversität (Dr. Francesco Ferrini) sowie dem UNICEF-Programm „Climate Heroes“ (Viola Felső-Nemes, Emma Rhode). Die Vorträge am Nachmittag beleuchteten den Klimawandel als gesundheitliche Herausforderung (Zofia Tarcz), untersuchten, ob eine nachhaltige Entwicklung erreichbar ist (László Borbély), beleuchteten lokale Klimaauswirkungen in Ungarn (Péter Szabó) und betonten die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit in Wissenschaft und Politikgestaltung (Dr. Tibor Faragó). Die Abschlusssitzung verband Geschäftskontinuität mit Klimaresilienz im Krankenhausbetrieb (Dr. István Mészáros).

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Dr. Balázs Csizmadia, Judit Dőtsch
Übersetzung: Dr. Balázs Csizmadia
Foto: Bálint Barta, Boglárka Zellei – Semmelweis Universität