Mit der auf zehn Jahre angelegten Vereinbarung wird die medizinische Ausbildung auch für Jugendliche aus Rheinland-Pfalz zugänglich. Die angehenden Medizinstudenten absolvieren den ersten Teil ihres Studiums an der Semmelweis Universität, den zweiten Teil in Kaiserslautern.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Westpfalz-Klinikum und der Semmelweis Universität hat einen historischen Meilenstein erreicht: Am 4. Juli traf eine hochrangige deutsche Delegation unter der Leitung von Thorsten Hemmer, dem Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums, in Budapest ein, um die langfristige Vereinbarung zwischen den beiden Einrichtungen zu unterzeichnen.

Der Vertrag wurde von der ungarischen Seite durch Rektor dr. Béla Merkely und von der deutschen Seite durch den geschäftsführenden Direktor Thorsten Hemmer unterzeichnet. Dem Abschluss der Vereinbarung gingen mehrere Jahre fachlicher Arbeit voraus, wobei dr. Alán Alpár, der für das internationale Studium zuständige Prorektor, und Dr. Karlheinz Seidl, der ärztliche Direktor des Westpfalz-Klinikums, eine Schlüsselrolle spielten. Als Anerkennung für seine Arbeit ernannte dr. Béla Merkely Dr. Seidl zum Rektoratsbeauftragten der Medical School Kaiserslautern.

„Die Medical School ist weit mehr als ein zusätzliches Studienangebot. Sie ist ein zentraler Baustein für die Zukunftsfähigkeit unseres Gesundheitsstandortes und ein entscheidender Impuls zur Gewinnung ärztlicher Fachkräfte im Südwesten

– betonte Dr. Karlheinz Seidl

Die Beigeordnete der Stadt Kaiserslautern und Aufsichtsratsvorsitzende des Westpfalz-Klinikums, Anja Pfeiffer bedankte sich ebenfalls für die gemeinsamen Anstrengungen der vergangenen Jahre: „Diese langfristige Partnerschaft ist ein starkes Signal für die internationale Ausrichtung unserer Medical School Kaiserslautern. Sie eröffnet Studierenden wie Lehrenden neue Perspektiven und stärkt zugleich den Gesundheits- und Wissenschaftsstandort Kaiserslautern.“

„Unsere Zusammenarbeit geht weit über eine herkömmliche Bildungsvereinbarung hinaus. Dieses Modell bewahrt die mehr als 250-jährige Bildungstradition der Semmelweis Universität und baut gleichzeitig auf die herausragende klinische Praxis und die regionale Rolle des Westpfalz-Klinikums auf. Es entsteht nun eine Partnerschaft, in der theoretisches Wissen und praktische Ausbildung in einem internationalen Umfeld eng miteinander verknüpft sind“ – sagte dr. Béla Merkely.

Semmelweis-Absolventen sind auf dem globalen Arbeitsmarkt hoch angesehen. Die ungarischen Abschlüsse in Medizin und Gesundheitswissenschaften sind in der gesamten Europäischen Union anerkannt, so dass die Absolventen in allen Mitgliedsländern ohne weitere Prüfungen praktizieren können. Nach unseren bisherigen Erfahrungen erzielen die Absolventen der Semmelweis Universität auch in Ländern wie den USA, Japan und Israel, in denen Zulassungsprüfungen erforderlich sind, hervorragende Ergebnisse – betonte der Rektor.

Deutsche und englische Studiengänge gibt es seit vier Jahrzehnten. Deutschsprachige Programme werden an der Semmelweis Universität seit 1983 angeboten, während das englischsprachige Programm 1989 eingeführt wurde – fügte dr. Béla Merkely noch dazu.

„Wir können stolz auf das hohe Niveau unserer Bildung sein, das maßgeblich zur Stärkung unserer internationalen Beziehungen und damit auch zum Abschluss dieser Vereinbarung beiträgt“ – betonte er.

„Heute schlagen wir ein neues Kapitel in unserer seit mehr als 40 Jahren bestehenden deutschsprachigen Ausbildung auf. Nach Hamburg eröffnet unsere Medizinische Fakultät nun auch in Kaiserslautern ihren zweiten externen Ausbildungsstandort. Die Studierenden, die das Semmelweis-Diplom erwerben, erhalten ebenso wie die Lehrenden und Forschenden unserer Universität eine einmalige Chance: Kaiserslautern ist eines der führenden Innovationszentren Deutschlands; das Max-Planck-Institut, die RPTU Kaiserslautern-Landau, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz sowie zwei Fraunhofer-Institute werden unsere industrielle und informatikbezogene Entwicklung unterstützen. Unsere geplanten gemeinsamen Forschungsprojekte können so in einem hervorragenden Forschungsökosystem und in einem Klima des Technologietransfers mit dem Schwerpunkt auf digitaler und industrieller Innovation umgesetzt werden“ – erklärte dr. Alán Alpár, Vizerektor für Internationales Studium, im Zusammenhang mit der Zusammenarbeit.

Thorsten Hemmer, Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums, unterstrich die Tragweite des Abkommens: Mit der Unterzeichnung dieses Vertrags schaffen wir eine verlässliche und dauerhafte Grundlage für die kommenden zehn Jahre. Die enge Zusammenarbeit mit der Semmelweis Universität garantiert ein exzellentes Niveau in der Ausbildung unserer Nachwuchsmedizinerinnen und Nachwuchsmediziner. Davon wird künftig die Patientenversorgung in der gesamten Westpfalz, aber auch darüber hinaus spürbar profitieren.“

Dr. Béla Merkely merkte an: Die Herausforderungen, vor denen das Gesundheitswesen steht, erfordern zunehmend solche Formen der internationalen Zusammenarbeit. „In diesem Zusammenhang ist es besonders wertvoll, dass wir heute eine solche zukunftsweisende Partnerschaft offiziell bekräftigen können. Ich bin zuversichtlich, dass diese auf zehn Jahre angelegte Zusammenarbeit nicht nur unseren Einrichtungen fachliche und wissenschaftliche Erfolge bringen wird, sondern langfristig auch dazu beiträgt, dass die Ärzte der Zukunft in einem noch offeneren, internationaleren und auf Zusammenarbeit basierenden Gesundheitswesen arbeiten können“ – betonte er.

Galerie

6bilder

Judit Szlovák 
Fotos: Boglárka Zellei  – Semmelweis Universität