Die Városmajor Klinik für Herz- und Gefäßmedizin der Semmelweis Universität hat bisher 11 Teilnehmende in die klinische Studie aufgenommen, die sich auf eine neue Behandlungsmöglichkeit für Herzschrittmacher-Patient*innen mit Bluthochdruck konzentriert, was sogar auf europäischer Ebene einzigartig ist. Die sogenannte internationale BACKBEAT-Studie bewertet die Wirksamkeit und Sicherheit der atrioventrikulären Intervallmodulationstherapie (AVIM).

Schätzungen zufolge ist ein erheblicher Prozentsatz der Herzschrittmacher-Patient*innen von Bluthochdruck betroffen, der als eine der häufigsten Todesursachen gilt, da er ohne Behandlung und angemessene Kontrolle zu schweren Herz- und Kreislaufproblemen führen kann. Derzeit ist nur eine medikamentöse Behandlung von Bluthochdruck bekannt, im Rahmen der aktuellen klinischen Studie werden jedoch die Wirksamkeit und Sicherheit einer neuen, Herzschrittmacher-basierten Therapie untersucht. An der internationalen BACKBEAT-Studie nehmen weltweit 130 und auf nationaler Ebene bislang vier Einrichtungen teil, wobei insgesamt 316 Patient*innen einbezogen werden sollen.

Auf europäischer Ebene hat bisher die Városmajor Klinik für Herz- und Gefäßmedizin der Semmelweis Universität die meisten Patient*innen aufgenommen, insgesamt 11 Personen, was auch im internationalen Vergleich ein herausragendes Ergebnis ist. „Dies ist zum einen darauf zurückzuführen, dass wir in Ungarn das größte Zentrum für Herzschrittmacherimplantationen sind. Zum anderen ist die kontinuierliche Intensivierung der klinischen Forschungstätigkeit sowohl auf universitärer als auch auf klinischer Ebene für uns von strategischer Bedeutung. Dank unserer herausragenden Aktivitäten in diesen Bereichen sind nämlich unsere Patient*innen weltweit unter den ersten, denen die neuesten Verfahren sowie medikamentöse und instrumentelle Behandlungen zur Verfügung stehen,“ erklärte Dr. Béla Merkely, Rektor der Semmelweis Universität und Direktor der Városmajor Klinik für Herz- und Gefäßmedizin. Darüber hinaus spielten der Aufbau von Kooperationen zwischen Industrie und Wissenschaft sowie internationale Beziehungen eine wichtige Rolle bei der Förderung wissenschaftlicher Exzellenz, fügte er hinzu.

„Wir werden voraussichtlich noch bis Ende September Patient*innen mit Herzschrittmachern in die Studie aufnehmen, bei denen bekanntermaßen Bluthochdruck vorliegt und die trotz Medikamenteneinnahme mit Hypertonie zu kämpfen haben,“ sagte Dr. István Osztheimer, Universitätsdozent am Lehrstuhl für Kardiologie der Városmajor Klinik für Herz- und Gefäßmedizin. Das Wesentliche der im Rahmen der Studie angewandten sogenannten AVIM-Therapie besteht darin, dass das in den Herzschrittmacher eingegebene Programm die elektrische und mechanische Synchronisation zwischen den Vorhöfen und Herzkammern verändert, um eine dauerhafte und signifikante Senkung des Blutdrucks zu bewirken, erklärte Dr. István Osztheimer, der zusammen mit Dr. László Gellér, Universitätsprofessor des Lehrstuhls für Kardiologie und Leiter der Arbeitsgruppe für Elektrophysiologie, als Prüfer an der von Dr. Béla Merkely geleiteten Studie teilnimmt.

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Alle Patient*innen, die zur Herzschrittmacherimplantation in die Klinik kommen, werden über die Teilnahmemöglichkeiten informiert. Patient*innen, die bereits zuvor in der Városmajor Klinik für Herz- und Gefäßmedizin einen Herzschrittmacher erhalten haben und die Teilnahmebedingungen erfüllen, bekommen von ihrem behandelnden Arzt individuelle Informationen, so Dr. István Osztheimer.

Orchestra Biomed (OBIO) ist Sponsor der Studie und arbeitet gemeinsam mit dem Medizintechnikunternehmen Medtronic daran, diese Therapie für Patient*innen zugänglich zu machen.

Pálma Dobozi
Übersetzung: Dr. Balázs Csizmadia
Foto: Boglárka Zellei, Attila Kovács – Semmelweis Universität