Laut einer aktuellen Untersuchung der Semmelweis Universität, die internationale Studien ausgewertet hat, können digitale Angebote – insbesondere Online-Kochprogramme und virtuelle Kochkurse – Menschen dabei helfen, pflanzenbasierte Ernährungsweisen kennenzulernen und langfristig umzusetzen. Die Analyse zeigt außerdem, dass weitere digitale Lösungen wie mobile Apps sowie SMS- und E-Mail-Erinnerungen die Motivation für eine gesunde Ernährung auch langfristig unterstützen können.

Eine Ernährung, die reich an pflanzlichen Lebensmitteln ist, wirkt sich positiv auf den Cholesterinspiegel, den Blutdruck, die Blutzuckerregulation und das Körpergewicht aus und reduziert gleichzeitig entzündliche Prozesse im Körper. 

In pflanzenbasierten und mediterranen Ernährungsweisen besteht mindestens die Hälfte der Mahlzeiten aus pflanzlichen Lebensmitteln wie Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen, während tierische Lebensmittel nur in geringerem Umfang und ergänzend verzehrt werden.

Trotzdem bleibt die langfristige Umstellung auf eine pflanzenbasierte Ernährung für viele Erwachsene eine große Herausforderung. Internationale Studien – vor allem aus den USA, Westeuropa sowie aus Australien und Asien – zeigen, dass Zeitmangel, fehlende Kochkenntnisse und nachlassende Motivation die häufigsten Hindernisse sind.

Forschende der Semmelweis Universität analysierten daher internationale klinische und Lebensstil-Studien aus den Jahren 2000 bis 2025, um zu untersuchen, ob digitale Gesundheitslösungen helfen können, diese Barrieren zu überwinden. 

„Auf Grundlage der ausgewerteten sechzig Studien erwiesen sich virtuelle Kochkurse als am wirksamsten. Die Teilnehmenden kochten nicht nur gesünder, sondern fühlten sich auch selbstbewusster und zufriedener, nachdem sie erkannt hatten, dass pflanzenbasiertes Kochen nicht kompliziert ist, sondern Spaß macht, schnell geht und sich leicht in den Alltag integrieren lässt – besonders dann, wenn die Techniken Schritt für Schritt mit visueller Unterstützung vermittelt werden“, sagte Dr. Virág Zábó, Forschungsexpertin am Institut für Präventivmedizin und Public Health der Semmelweis Universität. 

Laut Forschenden der Semmelweis Universität sind digitale Bildungsprogramme besonders hilfreich für Menschen mit chronischen Erkrankungen. Personen mit Diabetes, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen können die Grundlagen einer gesunden Ernährung sicher von zu Hause aus erlernen, während körperliche Belastungen und der Reiseaufwand deutlich reduziert werden. 

Die Studie zeigte außerdem, dass der Einsatz von SMS, E-Mails, mobilen Apps und webbasierten Plattformen die Wirksamkeit der Programme weiter erhöht. Rechtzeitig versandte digitale Erinnerungen fördern die aktive Teilnahme, unterstützen die Selbstkontrolle und helfen, langfristiges Engagement aufzubauen. 

„Besonders vielversprechend sind sogenannte hybride Programme, die das soziale Erlebnis persönlicher Treffen mit der Flexibilität des Online-Lernens verbinden. Sie vermitteln nicht nur Wissen, sondern bieten auch soziale Unterstützung, die wesentlich zu einer nachhaltigen Lebensstiländerung beiträgt“, ergänzte Dr. Mónika Fekete, Hauptautorin der Studie und Assistenzprofessorin am Institut für Präventivmedizin und Public Health der Semmelweis Universität. 

Laut der Zusammenfassung der Forschenden der Semmelweis Universität können digitale Gesundheitsangebote vielen Menschen helfen, auf eine gesunde pflanzenbasierte mediterrane Ernährung umzusteigen – selbst bei Zeitmangel, fehlender Motivation oder gesundheitlichen Problemen.

Die Studie betont, dass solche digitalen Ernährungsprogramme dann am wirksamsten sind, wenn sie wissenschaftlich fundiert, klar aufgebaut und von Gesundheitsfachkräften begleitet werden. 

Für Nutzerinnen und Nutzer ist es daher wichtig, dass Online-Programme von anerkannten Gesundheitseinrichtungen, Universitäten oder qualifizierten Ernährungsfachkräften und Ärztinnen bzw. Ärzten angeboten werden. Auch wenn es im digitalen Raum keine vollständige Sicherheit gibt, bieten wissenschaftliche Grundlagen und ein institutioneller Hintergrund eine verlässliche Orientierung. 

Nach Einschätzung der Semmelweis-Forschungsgruppe können personalisierte, leicht nutzbare digitale Programme, die auch ein Gemeinschaftserlebnis bieten, künftig den größten Fortschritt bei der langfristigen Etablierung gesunder Ernährungsgewohnheiten bringen. Eine stärkere Verbreitung pflanzenbasierter Ernährungsweisen könnte dabei nicht nur die individuelle Gesundheit verbessern, sondern langfristig auch zu einem Rückgang chronischer Erkrankungen beitragen. 

Róbert Cseszregi
Foto: Bálint Barta – Semmelweis Universität und Dr. Virág Zábó
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