Eine der wichtigsten Aufgaben der Stiftung für Nationale Gesundheitsversorgung und Ärzteausbildung (ung. Abk. NEOA) ist es, der Semmelweis Universität den Rahmen zu geben, der die Verwirklichung der von der Leitung der Institution festgelegten Vision ermöglicht – sagte Gábor Orbán, Vorsitzender des Kuratoriums der NEOA, das seit dem 1. August 2021 die Verwaltungsrechte an der Semmelweis Universität ausübt, und CEO von Richter. Der Präsident sprach auch über den weiteren Ausbau der Zusammenarbeit zwischen der Universität und Richter sowie über das am 23. September startende Jubiläumsjahr “Richter 150”. Das Pharmaunternehmen würdigt den 150. Geburtstag seines Gründers in Zusammenarbeit mit der Semmelweis Universität, an der Gedeon Richter studierte.

Gábor Orbán erinnerte an die Anfänge und betonte, dass es für ihn eine große Ehre war, mit dem Vorsitz der Stiftung betraut zu werden. „Obwohl es ein gewisses Dilemma war, neben der Arbeitsbelastung des CEO-Amtes bei Richter zusätzlich noch eine gleichermaßen verantwortliche Position zu übernehmen, traf ich eine schnelle Entscheidung. Die Geschichte der Semmelweis Universität, ihr außergewöhnliches Prestige in unserem Land und in der Region, die Synergien zwischen Richter und Semmelweis und die guten Beziehungen zur Universitätsleitung ermutigten mich, diese Position anzunehmen. Die Erfahrungen meines ersten Jahres bestätigten mir, dass ich die richtige Entscheidung traf” – sagte Gábor Orbán.

Wie er erläuterte, besteht eine der Hauptaufgaben der Stiftung darin, den Rahmen für die Verwirklichung der von der Universitätsleitung festgelegten Visionen und Vorstellungen zu schaffen.

Ein wichtiger Indikator dafür ist das Ziel der Semmelweis Universität, zu den 100 besten Universitäten der Welt und zu den 5 besten medizinischen Universitäten in Europa zu gehören. Die Stiftung sollte Bereiche identifizieren, in denen Effizienz und Leistung weiter verbessert werden können, potenzielle Hindernisse erkennen und strategisches Denken und Ergebnisorientiertheit in ihrer Tätigkeit fördern – betonte er.

Gábor Orbán sieht seine wichtigste Aufgabe als Vorsitzender des Kuratoriums darin, die Umsetzung des neuen, auf Leistung ausgerichteten Ansatzes zu unterstützen. Um dies zu erreichen, ist es wichtig, Ziele zu setzen und Anreizsysteme zu entwickeln. Gleichzeitig betonte er, dass dieser Prozess nicht erst mit der Gründung der Stiftung begann, da die Leitung der Einrichtung ebenfalls zuvor durch das Streben nach Exzellenz und die proaktive Suche nach Aufgaben gekennzeichnet war.

Der Vorsitzende betrachtet die ersten Schritte der neuen Personalstrategie, wie die Erhöhung des Grundgehalts und die Einführung eines auf der individuellen Leistung basierenden Vergütungssystems, als einen wichtigen Erfolg des vergangenen Jahres. All dies dient sowohl der Schaffung eines wettbewerbsfähigeren Arbeitsumfelds, das Talente gewinnt und bindet, als auch der Förderung von noch mehr Leistung”, erklärte er. In der Zukunft wird eine der Hauptaufgaben darin bestehen, die Umsetzung der Personalstrategie fortzusetzen, da dies ein wichtiges Element zur weiteren Stärkung der hohen Qualität von Lehre, Forschung und Pflege ist. Außerdem besteht das Hauptziel der Stiftung darin, die Umsetzung von Hochschulentwicklungsplänen und den Aufbau von Unternehmenspartnerschaften zu fördern. Neben der Markteinnahmen könnten diese der Universität auch die Möglichkeit bieten, sich an neuen Projekten von Weltrang zu beteiligen.

Der Präsident wies auch darauf hin, dass die Semmelweis Universität und Richter durch eine jahrzehntelange Zusammenarbeit und eine Reihe gemeinsamer Werte verbunden sind, wie z. B. Dienst der Gesundheit der Menschen, strategisches Denken, Streben nach Exzellenz, bzw. Innovation und Internationalität.

Im Jahr 2019 unterzeichneten sie außerdem eine strategische Kooperationsvereinbarung, die ein Stipendienprogramm für Doktoranden, einen Talentmanagement-Projekt und die gemeinsame Arbeit an der Erneuerung der Pharmazieausbildung und der Forschung und Entwicklung an der Universität umfasst.

“Seit 2008 führten wir 11 Forschungskooperationen mit der Semmelweis Universität im Wert von ca. 200 Millionen Forint durch, und wir haben derzeit 3 aktive gemeinsame Projekte – sagte Gábor Orbán. Er fügte hinzu, dass sie im vergangenen Jahr weiterhin an der Erweiterung der Zusammenarbeit arbeiteten. Es wurden sieben gemeinsame Arbeitsausschüsse gegründet, um die am besten geeigneten Bereiche für eine weitere Zusammenarbeit zu bestimmen. “Für die Semmelweis Universität besteht einer der wichtigsten Punkte darin, sich am Ökosystem Gesundheit zu beteiligen und Teil der industriellen Forschung-Entwicklung-Innovation (FEI)-Kette zu sein”, sagte er.

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Gedeon Richter, der vor 150 Jahren geboren wurde und der Gründer des heute multinationalen Pharmaunternehmens Richter ist, das immer noch von Ungarn geführt wird, absolvierte sein Pharmaziestudium an der Universität Budapest, der Vorgängeruniversität der Semmelweis-Universität. Historischen Quellen zufolge entwickelte Richter später seine Forschungsaktivitäten nicht nur innerhalb der Fabrik, sondern arbeitete auch mit einer Reihe von Universitätsinstituten zusammen.

Die Universität feiert das Jubiläum Richter 150 in Zusammenarbeit mit dem Pharmaunternehmen auf vielfältige Art und Weise. Das Technologische Labor der Fakultät für Pharmazeutische Wissenschaften wird den Namen von Richter Gedeon annehmen. Außerdem wird ein wissenschaftlicher Preis nach Richter benannt, um seine wissenschaftliche und innovative Arbeit auf dem Gebiet der pharmazeutischen Wissenschaften zu würdigen. Darüber hinaus wird dem Senat in Kürze ein Vorschlag für die Einrichtung eines Richter-Lehrstuhls vorgelegt, der sich mit aktuellen Fragen der pharmazeutischen Forschung und Entwicklung befassen und die Zusammenarbeit zwischen der Semmelweis Universität und Richter auf diesem Gebiet weiter vertiefen wird.

Pálma Dobozi

Übersetzung: Ágnes Barta

Photo: Attila Kovács – Semmelweis Universität; Richter (Archiv-Photos)