Anlässlich des Jahrestages der ungarischen Revolution und Freiheitskämpfe  von 1848/1849 wurde vom Staatspräsident János Áder der Széchenyi-Preis an Dr. Béla Merkely, Rektor der Semmelweis Universität, Direktor des Városmajor Herz- und Vaskulärzentrum, an Dr. László Csanády, Direktor des Instituts für Biochemie und Molekularbiologie und an Dr. Gyula Poór, Professor der Lehrstuhlgruppe für Physiotherapie im Institut für Innere Medizin und Hämatologie vergeben. Die Auszeichnungen wurden für die außerordentlichen wertvollen Leistungen der drei Professoren verliehen. Die Verordnung über Vergabe der Auszeichnungen wurde im Ungarischen Amtsblatt von 15. Marz 2021 veröffentlicht, die Preise werden jedoch wegen Coronavirus-Pandemie zu einem späteren Zeitpunkt vergeben.

Der Széchenyi-Preis wurde Dr. Béla Merkely, Kardiologe, Doktor der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Rektor der Semmelweis Universität, lehrstuhlleitendem Professor des Lehrstuhls für Kardiologie der Fakultät für Medizin (ÁOK) und des Lehrstuhls für Sportwissenschaften, Direktor des Városmajor Herz und Vaskulärzentrum vom ungarischen Staatpräsident für seine international hochgeschätzten Forschungsergebnisse auf Gebiet Kardiologie und für seine engagierte Lehrertätigkeit während seiner außerordentlich wertvollen wissenschaftlichen Laufbahn, sowie für seine äußerst effektive Tätigkeit als Institutsleiter und für seine fachliche Arbeit im Öffentlichen Dienst vergeben – steht in der Würdigung, die im Ungarischen Amtsblatt veröffentlicht wurde.

Dr. Béla Merkely absolvierte summa cum laude im Jahre 1991 an der Semmelweis Universität. Im Jahre 1996 ist er Facharzt für Innere Medizin, zwei Jahre später Facharzt für Kardiologie; im Jahre 2015 Facharzt für Klinische Pharmakologie, im Jahre 2017 Facharzt für Sportwissenschaften geworden. Im Jahre 2009 erhielt er die Qualifikation als medizinischer Fachmanager, im Jahre 2014 das Diplom im Medizin-Management.

Ab dem 01. Juli 2007 ist er zum Leiter des Lehrstuhls für Kardiologie – Zentrum Kardiologie der Semmelweis Universität geworden, dann ab dem 01. Juli 2012 Direktor des Városmajor Herz- und Vaskulärzentrum. Ab dem Jahre 2009 war er Präsident des Wissenschaftlichen Studentenrates; ab 2010 Vizepräsident und Co-Vorsitzender der Talentförderungs-Komitee der Ungarischen Rektorenkonferenz.

Von 2015 bis 2019 war Dr. Béla Merkely als Vizerektor für Klinische Angelegenheiten, als Präsident des Klinischen Zentrums tätig, und am 01. Juli 2018 wurde er zum Rektor der Semmelweis Universität gewählt.

Während seiner klinischen Tätigkeit war er fachlicher Leiter und aktiver Teilnehmer der Arbeit, in deren Rahmen die katheterische Infarktheilung – die die Todesfälle um 60 Prozent verringerte – in Mittelungarn eingeführt wurde. Während seiner beruflichen Laufbahn wandte er zahlreiche minimalinvasive endovaskuläre Herz-Katheterisierungen an, und entwickelte sie weiter, wie z.B. die Radiofrequenzablation bei Behandlung von Rhythmusstörungen, die implantierbare Defibrillatorbehandlung zur Prävention des plötzlichen Herztodes, die Resynchronisationstherapie der Herzinsuffizienz, die Transkatheter-Aortenklappen-Implantation, und die Klappenplastik. Er schaffte der einheimischen Herztransplantation für Erwachsene neue Grundlagen, und brachte sie in die TOP der Welt. Dazu setzte er das einheimische kreislaufunterstützenden Kunstherzen-Programm in Gang.

Dr. Béla Merkely ist Mitglied von fast allen bedeutenden einheimischen und internationalen wissenschaftliche Gesellschaften, die sich mit Kardiologie-Forschung und Kreislauf-Forschung beschäftigen. Zu seinen wichtigsten wissenschaftlichen Ergebnissen gehören Forschungen im Bereich der experimentellen und klinischen Herz-Elektrophysiologie, die nichtmedikamentöse Behandlung der Herzinsuffizienz und Rhytmusstörungen, sowie Untersuchungen im Bereich der interventionellen Kardiologie.

Zu seinen ersten Maßnahmen als Rektor der Semmelweis Universität gehörte die Erneuerung des Curriculums der medizin- und gesundheitswissenschaftlichen Bildung mit dem Ziel, damit die Semmelweis Universität in die TOP 100 Hochschulinstitutionen der Welt und in die TOP fünf medizinischen Universitäten von Europa kommt.

Seit Eintreffen des Coronavirus in Ungarn trug die Semmelweis Universität unter Leitung von Dr. Béla Merkely im Kampf gegen Pandemie auch landesweit eine bedeutende Rolle. Dazu gehörte unter anderem die Tätigkeit der klinischen pandemie-analysierenden Arbeitsgruppe, in der die Präsidenten der Klinischen Zentren von den vier ungarischen medizinischen Universitäten, renommierte Kliniker, Infektologen arbeiten. Seit der ersten Welle der Pandemie sind mehrere Kliniken der Universität als wichtige Pandemie-Krankenhäuser tätig; zahlreiche, gegen COVID-19 wirksam gewordene Behandlungen (z.B. Blutplasmatherapie) wurden zuerst in Ungarn angewendet. Während der ersten Welle der Pandemie waren die auch auf internationaler Ebene einzigartigen Ergebnisse der landesweiten repräsentativen Coronavirus-Testreihe im einheimischen Verteidigungskampf bedeutend, die unter Leitung der Semmelweis Universität und unter Teilnahme der vier einheimischen medizinischen Universitäten verwirklicht wurden. Die Universität ist vom Anfang an eins von den wichtigsten PCR-Testzentren des Landes, sie war für die epidemiologische Sicherheit von mehreren internationalen – in Ungarn organisierten – Sportveranstaltungen (z.B. Formula 1, Internationale Schwimmliga) zuständig. Bis zum 14. Marz 2021 wurden an den Impfstellen der Universität etwa 74 Tausend Personen geimpft. Dr. Béla Merkely spielt seit Eintreffen der Pandemie auch beim Informieren der Bevölkerung eine bedeutende Rolle, macht mit Interviews und Info-Vorträgen auf die Wichtigkeit der Impfungen sowie die Verteidigung gegen Infektion aufmerksam.

Auszeichnung für die Untersuchung der Ionenkanäle in den Zellen

Dr. László Csanády Biologe und Arzt, Doktor der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Direktor des Instituts für Biochemie und Molekulare Biologie der ÁOK der Semmelweis Universität, lehrstuhlleitender Professor des Lehrstuhls für Biochemie wurde wegen seiner wertvollen wissenschaftlichen Laufbahn und hervorragender Arbeit als Wissenschaftler des Lendület-Programms der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, sowie als Anerkennung seiner Forschungsergebnisse auf Gebiet der Untersuchung der Ionenkanäle in den Zellen mit Széchenyi-Preis ausgezeichnet.

Dr. László Csanády ist im Jahre 1971 in Budapest geboren. 1995 absolvierte er an Fakultät für Medizin der Semmelweis Universität, dann setzte er seine Studien fünf Jahre lang an The Rockefeller University fort, und erwarb den PhD-Titel. Im Jahre 2013 habilitierte er, und 2016 wurde er Doktor der Ungarischen Akademie für Wissenschaften.

Nach seiner Rückkehr wurde er im Institut für Medizinische Biochemie der Semmelweis Universität eingestellt, von 2012 bis 2017 leitete er eine Lendület-Forschungsgruppe. Ab dem Jahre 2018 wurde er Professor, ab dem Jahre 2019 beauftragter Leiter des Instituts für Medizinische Biochemie, und ab 2020 Direktor des Instituts für Biochemie und Molekularbiologie.

Sein Forschungsthema ist: Struktur- und Funktionszusammenhänge der CFTR und TRPM2 Ionkanäle, die über enzymatische Aktivität verfügen, und bei biologischer Signalübertragung eine wichtige Rolle spielen. Die Mutation der CFTR-Kanäle, ihre funktionelle Änderung führen zur Herausbildung der häufigsten angeborenen erblichen Stoffwechselerkrankung, der zystischen Fibrose (ZF). Im Jahre 2017 wurde ihm der Akademiepreis vergeben.

Anerkennung für die Ausarbeitung des Nationalen Osteoporose-Programms

Dr. Gyula Poór, Batthyány-Strattmann László-Preis ausgezeichneter Arzt, korrespondierendes Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Hauptdirektor und Oberarzt des Landesinstituts für Rheumatologie und Physiotherapie, sowie des Landesinstituts für Bewegungsmedizin, Professor der Semmelweis Universität wurde wegen seiner wertvollen wissenschaftlichen Laufbahn und hervorragender Arbeit und für seine außerordentlichen Ergebnisse in Heilung und Forschung der Osteoporose, sowie für die Ausarbeitung des Nationalen Osteoporose-Programms mit dem Széchenyi-Preis ausgezeichnet.

Dr. Gyula Poór ist am 8-ten September 1952 in Budapest geboren. Im Jahre 1977 absolvierte er an der Fakultät für Medizin der Semmelweis Universität, im Jahre 1981 wurde er Facharzt für Rheumatologie und Physiotherapie, 1985 Facharzt für Innere Medizin. Im Jahre 1989 erwarb er den PhD-Titel, 2000 wurde er Doktor der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, dann im Jahre 2019 korrespondierendes Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Nach Erhalten seines Diploms begann er im Landesinstitut für Rheumatologie und Physiotherapie (ORFI) zu arbeiten; 1995 ist er abteilungsleitender Oberarzt, im Jahre 2000 Hauptdirektor des Instituts, ab 2021 Hauptdirektor-Oberarzt des Landesinstitut für Bewegungsmedizin geworden. Seit 2003 ist er als Professor des gemeinsamen Lehrstuhls für Rheumatologie und Physiotherapie der Semmelweis Universität und des ORFI tätig, außerdem ist er lehrstuhlleitender Professor des Budapester Lehrstuhls für Rheumatologie und Muskuloskelettale Medizin der Fakultät für Ärztliche Weiterbildung von der Universität für Medizin und Pharmazeutische von Neumarkt am Mieresch. Von 2000 bis 2004 forschte er als Széchenyi-Stipendiat.

Seine Forschungsgebiete sind die Osteoporose, die Paget-Krankheit, die rheumatoide Arthritis, der Systemische Lupus erythematodes, die Arthritis im Frühstadium und die Gicht. Dr. Gyula Poór ist Autor von mehr als zweihundert wissenschaftlichen Publikationen, von 28 Buchkapiteln und Redakteur von vier Fachbüchern.

Er war Mitglied der wissenschaftlichen Beratungskomitee der Weltgesundheitsorganisation (WHO), ist Präsident vom Verband der Ungarischen Rheumatologen, Vizepräsident der Ungarischen Gesellschaft für Osteoporose und Osteo-Arthrologie, Hauptredakteur der Zeitschrift Ungarische Rheumatologie. Im Jahre 1996 wurde ihm der Markusovszky-Preis, im Jahre 1999 die Belák Sándor Gedenkmedaille verliehen. Den Batthyány-Strattmann László-Preis erhielt er im Jahre 2010, die Verdienstmedaille vom Ungarischen Staatspräsident im Jahre 2011; mit dem Mittelkreuz des ungarischen Verdienstordens wurde er im Jahre 2015 ausgezeichnet.

 

Orsolya Dávid,  Pálma Dobozi, Ádám Szabó
Quelle: Ungarisches Amtsblatt, MTI
Foto: Attila Kovács  – Semmelweis Universität; featured image: MTI/Szilárd Koszticsák 
Übersetzung: Judit Szlovák