{"id":7526,"date":"2020-12-23T19:50:27","date_gmt":"2020-12-23T18:50:27","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/?p=7526"},"modified":"2022-08-30T15:40:07","modified_gmt":"2022-08-30T13:40:07","slug":"covid-versorgung-an-der-semmelweis-universitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/de\/2020\/12\/23\/covid-versorgung-an-der-semmelweis-universitaet\/","title":{"rendered":"COVID-Versorgung an der Semmelweis Universit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die Abteilung f\u00fcr Notfallmedizin (SBO) der Semmelweis Universit\u00e4t nimmt seit Auftreten des Coronavirus in Ungarn; die Klinik f\u00fcr Pneumologie ab dem 9-ten April 2020 an Versorgung von COVID-Patienten teil. In diesem Artikel wird die Versorgung der COVID-Patienten dieser zwei Abteilungen mit Hilfe der dort t\u00e4tigen Leiter und Oberschwester vorgestellt. \u201eEs ist beispielhaft, was meine Kollegen Tag f\u00fcr Tag w\u00e4hrend der Pandemie machen. Das Engagement der \u00c4rzte, Pflegekr\u00e4fte und medizinische Facharbeiter ist in dieser au\u00dferordentlich schwierigen Situation noch wertvoller\u201d \u2013 betonte Dr. B\u00e9la Merkely, Rektor der Semmelweis Universit\u00e4t w\u00e4hrend seinen fr\u00fcheren Besuchen in diesen Abteilungen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>\u201eEs gibt schon evidenzbasierte Therapieprotokolle\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><em>Dr. Veronika M\u00fcller, Direktorin, Klinik f\u00fcr Pneumologie \u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/12\/RS125421_C19A6472-scr-400x267-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7525 size-medium alignleft\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/12\/RS125421_C19A6472-scr-400x267-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/12\/RS125421_C19A6472-scr-400x267-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/12\/RS125421_C19A6472-scr-400x267-1-203x135.jpg 203w, https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/12\/RS125421_C19A6472-scr-400x267-1.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Seit wann nehmen Sie an Versorgung von COVID-Patienten teil? Erinnern Sie sich, wie der erste Fall war?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am 11-ten M\u00e4rz 2020 hatten wir den ersten COVID-Patienten in unserer Klinik, laut damals geltender Verfahrensordnung sollte er aber in eine andere Institution weitergeschickt werden. An der direkten COVID-Versorgung nehmen wir seit 9-ten April teil, an diesem Tag wurde die erste Abteilung f\u00fcr Corona-Patienten an der Semmelweis Universit\u00e4t \u2013 im Kor\u00e1nyi Klinik Block f\u00fcr zentrale Patientenversorgung \u2013 ge\u00f6ffnet. Wir nahmen f\u00fcnf Patienten von der damaligen Intermedi\u00e4rzone auf. Die geringen Fallzahlen im Sommer erm\u00f6glichten uns, um die COVID-Abteilung in der T\u00f6m\u0151 Stra\u00dfe zu gestalten. Wegen den sich erh\u00f6henden Fallzahlen im September wurde die Versorgungskapazit\u00e4t kontinuierlich erweitert, derzeit werden COVID-Patienten in vier Etagen und in der Abteilung nichtinvasiver Beatmungstherapie des I. Epidemie-Blocks behandelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Was sind Ihre Aufgaben bei Versorgung von COVID-19-Patienten?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Gegenw\u00e4rtig ist unsere Klinik fast hundertprozentlich auf Versorgung von COVID-Patienten umgestellt, die Mehrheit unserer Betten ist von best\u00e4tigten und verd\u00e4chtigen Corona-Patienten belegt. Haupts\u00e4chlich sind wir f\u00fcr COVID-Versorgung zust\u00e4ndig, darunter werden zu uns in erster Linie Patienten mit pneumologischen Komplikationen geschickt. Weiterhin l\u00e4uft bei uns die Versorgung onkologischer Patienten, Patienten mit interstitieller Lungenerkrankung, mit pulmonaler Hypertonie, sowie die Nachsorge von Organtransplantierten st\u00f6rungsfrei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>In welchem Ma\u00dfe war die Umstrukturierung der Arbeit n\u00f6tig?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Heutzutage kann jeder \u2013 trotz gr\u00f6\u00dfter Sorgfalt &#8211; vom Virus kontaktiert oder infiziert werden. Au\u00dferdem arbeiten sehr viele Frauen im Gesundheitswesen, darunter M\u00fctter mit mehreren Kindern oder mit Kleinkindern, die stark davon betroffen sind, wenn die Kinderg\u00e4rten oder Schulen wegen COVID-F\u00e4llen zugeschlossen werden; bei der Einteilung der Mitarbeiter m\u00fcssen wir diesen unkalkulierbaren Faktor auch ber\u00fccksichtigen. Ein weiterer Faktor ist, dass die Kommunikation mit Patienten wegen Schutzkleidung schwieriger ist. Aus diesem Grund wurde ein Webcam-System eingerichtet, wodurch die Kommunikation mit Patienten in der separierten roten Zone durch Videochat auch ohne Schutzkleidung m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Welchen Unterschied sehen Sie zwischen der ersten und der zweiten Welle?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bez\u00fcglich Fallzahlen gibt es einen bedeutenden Unterschied, mit der Zeit konnten wir aber viele Informationen, Erfahrungen sammeln \u2013 wie z.B. welche Patienten station\u00e4re Behandlung brauchen, welche zu Hause bleiben k\u00f6nnen, bzw. was f\u00fcr Ratschl\u00e4ge f\u00fcr sie n\u00f6tig sind. Wichtig ist, dass wir schon auch evidenzbasierte Behandlungen anwenden k\u00f6nnen, durch deren Kombination die Heilungschancen besser sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Welche unserer Erfahrungen k\u00f6nnen auch sp\u00e4ter benutzt werden?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Diese Situation zeigte uns, damit wir uns mit pneumologischen Erkrankungen betont besch\u00e4ftigen m\u00fcssen. Da diese Krankheiten meistens Atemwegserkrankungen sind, war bei Herausarbeitung der Infrastruktur wichtig, damit die Krankenzimmer mit wenigen Betten und mit eigenem Sanit\u00e4rblock eingerichtet werden. Die Feinstrukturuntersuchung der Lunge ist nur mit CT m\u00f6glich, deshalb ist f\u00fcr uns ein gro\u00dfer Fortschritt, dass unsere Klinik ein CT-Ger\u00e4t bekommen konnte, so k\u00f6nnen CT-Untersuchungen von h\u00f6chster Qualit\u00e4t vor Ort gemacht werden. Es ist ein erhebendes Gef\u00fchl f\u00fcr mich, welche fantastische Teams gebildet wurden, und ich bewundere meine Kollegen, mit was f\u00fcr einer Hingabe sie ihre Arbeit st\u00e4ndig machen. Viele opfern ihre Freizeit, arbeiten und k\u00e4mpfen ununterbrochen gegen Pandemie. Ich m\u00f6chte auch die Arbeit der Kollegen betonen, die weniger sichtbar ist, das ist unter anderem die Arbeit der Reinigungspersonal, der Mitarbeiter der W\u00e4scherei, der Krankentr\u00e4ger, der Mitarbeiter, die den wirtschaftlichen Hintergrund sichern. Ihre Rolle in der Teamarbeit ist ebenso unverzichtbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em><strong>Judit Ballai Heged\u0171sn\u00e9, leitende Oberschwester, Klinik f\u00fcr Pneumologie<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/12\/RS125619_C19A6410-scr-274x400-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-7524 alignright\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/12\/RS125619_C19A6410-scr-274x400-1-206x300.jpg\" alt=\"\" width=\"206\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/12\/RS125619_C19A6410-scr-274x400-1-206x300.jpg 206w, https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/12\/RS125619_C19A6410-scr-274x400-1.jpg 274w\" sizes=\"auto, (max-width: 206px) 100vw, 206px\" \/><\/a>Welche sind die gr\u00f6\u00dften \u00c4nderungen bei Pflegeaufgaben, bzw. Aufgaben der medizinischen Fachpersonal, die durch COVID-Situation verursacht wurden?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In unserer Arbeit folgen wir den gleichen Prinzipien, wie bisher. Es gibt jedoch einen Unterschied, dass wir den Pflegekr\u00e4ften, die aus verschiedenen Kliniken zu uns kommen, unser eigenes Protokoll beibringen m\u00fcssen; z.B. welche Medikamente und Antibiotika, wann und wie zu verabreichen sind. Weiterhin ist sehr wichtig, damit wir die Infektionsgefahr unter Pflegepersonal auf das m\u00f6gliche Minimum verringern, und den Sicherheitsabstand einhalten. Auch die notwendige Schulung \u00fcber die richtige Nutzung der Schutzausr\u00fcstung soll jeden Kollegen beigebracht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Inwiefern ben\u00f6tigen COVID-Patienten eine andere Versorgung? Was ist der gr\u00f6\u00dfte Unterschied bei dieser Arbeit?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Laut R\u00fcckmeldungen von den Patienten k\u00f6nnen medizinische Mitarbeiter in ihrer Schutzbekleidung f\u00fcr sie etwas unheimlich sein, und auch der Kontakt mit Patienten ist unpers\u00f6nlicher, da unser Gesicht nicht sichtbar ist. Auch die Kommunikation ist schwieriger, besonders bei schwerh\u00f6rigen Patienten, da sie an Lippenlesen gew\u00f6hnt sind. Aus diesem Grund wurde bei uns die M\u00f6glichkeit von Videochat eingef\u00fchrt. Wegen Besuchsverbot ist das Kontakthalten zwischen Patienten und Angeh\u00f6rigen ebenso schwierig. Pakete von Familie k\u00f6nnen \u00fcbergeben werden, und auch die \u00c4rzte sind bereit, um den angegebenen nahen Angeh\u00f6rigen die n\u00f6tige Information zu geben, wof\u00fcr auch eine zus\u00e4tzliche Telefonlinie von der Universit\u00e4t gestaltet wurde. Weiterhin sind auch auf den Webseiten ausf\u00fchrliche Informationen zu lesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Welche wichtigen Erfahrungen waren w\u00e4hrend dieser Zeit besonders lehrreich, die auch in der Zukunft n\u00fctzlich sein k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die COVID belehrte uns, damit auch im Gesundheitswesen die Kooperation n\u00f6tig ist, und dass es bei uns viele engagierte Kollegen, die ihre Arbeit tats\u00e4chlich m\u00f6gen, gibt. Selbstverst\u00e4ndlich haben wir auch Angst, wir machen uns Sorge um unsere Familie, trotzdem machen wir unsere Arbeit weiter. Ich bin stolz auf die Mitarbeiter der Universit\u00e4t, die an den COVID-Abteilungen arbeiteten und arbeiten!<\/p>\n\r\n        [slb_exclude]\r\n        <div class=\"row galeria-wrapper mx-0 h-auto\">\r\n            <div class=\"col-9 pl-0 pr-2\">\r\n            <span class=\"gallery-item frame\">\r\n\t\t\t\t<div class=\"galeria-left-img\"><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/12\/RS125598_C19A6304-scr-e1608749344278.jpg\"><img src=https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/12\/RS125598_C19A6304-scr-e1608749344278.jpg  \r\n                            alt=\"\" \r\n                            class=\"attachment-sote-gallery-big size-sote-gallery-big\" \r\n                            srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/12\/RS125598_C19A6304-scr-300x200.jpg 300w, https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/12\/RS125598_C19A6304-scr-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/12\/RS125598_C19A6304-scr-768x512.jpg 768w, 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Wissen Sie noch, wie der erste Fall war?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wir nehmen von Anfang an, seit Auftreten des Coronavirus in Ungarn, seit M\u00e4rz dieses Jahres an Versorgung von COVID-Patienten teil. Unser erster Patient war ein ausl\u00e4ndischer Student, der nach Feststellung seiner Infiziertheit sofort isoliert wurde. Er hatte typische COVID-Symptome, obwohl wir damals noch keine solche umfangreichen Kenntnisse, wie heute, hatten. Selbstverst\u00e4ndlich beobachteten wir die Ereignisse in den Nachbarl\u00e4ndern, und bem\u00fchten uns vorzubereiten, da man schon zu dieser Zeit davon ausging, dass das Virus fr\u00fcher oder sp\u00e4ter auch unser Land erreichen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Was sind Ihre Aufgaben bei der Versorgung von COVID-Patienten?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Patienten kommen entweder zur ambulanten Behandlung an der SBO an, oder werden mit Rettungswagen hier geliefert. Da die Universit\u00e4t eine f\u00fcr COVID-Versorgung bestimmte Stelle ist, k\u00f6nnen best\u00e4tigte oder infektionsverd\u00e4chtige F\u00e4lle mit Rettungswagen direkt oder auch aus anderen medizinischen Institutionen zu uns geliefert werden. In diesen F\u00e4llen werden die Patienten zuerst isoliert, dann diagnostiziert, bzw. gleichzeitig damit ihr Zustand stabilisiert. Die infizierten oder infektionsverd\u00e4chtigen Patienten m\u00fcssen komplett isoliert werden, aber auch die anderen Patienten und die Krankenhauspersonal sind dabei zu besch\u00fctzen. Aus diesem Grund wurde nicht nur ein isoliertes Versorgungssystem, sondern auch eine komplexe Verteidigungstechnologie gestaltet, sowie die Benutzung der Schutzausr\u00fcstungen gelehrt. Daf\u00fcr stand wenig Zeit zur Verf\u00fcgung, und man musste sich an die anderen \u00c4nderungen ebenso anpassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Was f\u00fcr eine Umstrukturierung war dazu notwendig?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Vor dem Eingang des Krankenhauses wurde eine Pre-Triage-Stelle gestaltet, wo die n\u00f6tigen Informationen geholt, das K\u00f6rpertemperatur gemessen und auch eine pulsoxymetrische Messung durchgef\u00fchrt wird. Die best\u00e4tigt Infizierten mit typischen Symptomen werden noch davor isoliert, bis sie mit den anderen Patienten in Kontakt kommen. Die f\u00fcr diese Patienten gebildeten Isolierstationen sind in angels\u00e4chsischen Gebieten als Hot-Zonen, d.h. Rote Zonen genannt. In Ungarn h\u00f6ren die Patienten diese Benennung ungern; auch den Name Isolierstation finden sie schlecht, deshalb benutzen wir lieber den Ausdruck \u201esepariert\u201c. In Universit\u00e4ts-Jargon sind diese Gebiete jedoch die roten Zonen. Da die Versorgung der Corona-Patienten eine zus\u00e4tzliche Aufgabe f\u00fcr uns bedeutete, wurde der Versorgungsgebiet sowohl physisch als auch funktional dupliziert, und wir mussten den erh\u00f6hten Schutz f\u00fcr unsere Patienten, aber auch f\u00fcr uns selbst lernen und gew\u00e4hrleisten. Das Fachpersonal, das f\u00fcr die Versorgung von COVID-19-Patienten zust\u00e4ndig ist, wird jede vier Stunden gewechselt, da auch die Schutzmasken nach vier Stunden zu tauschen sind. W\u00e4hrend diesen vier Stunden k\u00f6nnen aber die Kollegen keine Pause haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Welchen Unterschied sehen Sie zwischen der ersten und der zweiten Welle?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">W\u00e4hrend der ersten Welle war 4 Prozent der Patienten infiziert, derzeit liegt der Anteil bei 25-30 Prozent. Wegen Pandemie ist eine gro\u00dfe Anpassungsf\u00e4higkeit n\u00f6tig und dies belastet die Kollegen mehr \u2013 das ist Fakt. Aus diesem Grund wurde auch die Fluktuation h\u00f6her; gleichzeitig konnten aber unsere Mitarbeiter w\u00e4hrend diesen Monaten viel besser miteinander kooperieren, auch die neuen Kollegen integrierten sich schneller, sie akzeptieren einander besser, und nehmen mehr R\u00fccksicht aufeinander. Diese Solidarit\u00e4t ist auch n\u00f6tig, da die Belastung der Abteilung bedeutend gr\u00f6\u00dfer ist: es werden t\u00e4glich ca. 100 Patienten hier behandelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Welche wichtigen Lehren, auch sp\u00e4ter anwendbare Erfahrungen konnten Sie in dieser Situation sammeln?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Kollegen, die auf diesem Gebiet t\u00e4tig sind, konnten in den vergangenen Monaten au\u00dferordentlich viel erlernen: wie man trotz Schutzbekleidung mit den Patienten kommunizieren, sie beruhigen kann. Die Krisensituation belehrte uns, wie wichtig das Kontakthalten mit den Patienten ist. Wir, Kollegen der SBO waren immer stolz darauf, dass dieses System an der SBO eine auf Krisen- und \u00c4nderungsmanagement, eine auf die sich st\u00e4ndig \u00e4ndernde Aufgaben konzentrierende, adaptive Versorgungssystem ist. In den letzten Monaten wurden wir damit viel mehr konfrontiert. Wir erwarben t\u00e4glich neue Kenntnisse, die wir in die Praxis umsetzen mussten. Meiner Meinung nach bedeutete das Coronavirus eine \u00c4nderung unserer Betrachtungsweise in vielerlei Hinsicht. In der Zukunft werden wir \u00fcber eine Welt vor und nach dem Coronavirus sprechen; viele Sachen werden nicht so aussehen, wie fr\u00fcher. Gleichzeitig lernten wir sehr vieles, das unser Leben erleichtern kann. Das ist z.B. die Kommunikation, darunter der Wert und die Rolle der Online-Kommunikation, oder die st\u00e4rkere Anwendung von Hygienetechnologien und \u2013 Verfahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em><strong>Idik\u00f3 B\u00e1rdi, Oberschwester, Abteilung f\u00fcr Notfallmedizin (SBO)<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Welche sind die gr\u00f6\u00dften \u00c4nderungen bei Aufgaben des medizinischen Fach- und Pflegepersonals, die durch die COVID-Situation verursacht wurden?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wegen der Pandemie musste die T\u00e4tigkeit an der SBO fast komplett umstrukturiert werden. Schon vor der Pandemie gab es getrennte Arbeitsgebiete, um die infizierten oder infektionsverd\u00e4chtigen Patienten zu isolieren. Wegen Verbreiten des Coronavirus musste aber eine komplett neue Zone mit Arbeitsstationen, mit eingef\u00fchrter Pre-Triage, und neuen Krankenwegen gestaltet werden. So arbeiten wir auf mehreren Gebieten: es gibt eine separierte Versorgungsstation f\u00fcr infizierte Patienten, das ist die sogenannte rote Zone, und eine Versorgungsstation der gr\u00fcnen Zone, wo Patienten \u201enormale\u201c Behandlung brauchen. Um die rote Zone in Betrieb setzen zu k\u00f6nnen, musste die Versorgung organisiert, die Bedingungen der n\u00f6tigen Materialmittel und die verschiedenen Verfahrensordnungen gew\u00e4hrleistet, die Richtlinien und Regelungen adaptiert, die Anpassung der Kollegen unterst\u00fctzt, und die Benutzung der Schutzausr\u00fcstungen gelernt werden. Abh\u00e4ngig von Patientenumsatz arbeiten 2-4 Pflegekr\u00e4fte in der roten Zone, die jede 4 Stunden gewechselt sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Inwieweit ben\u00f6tigen diese Patienten eine andere Versorgung?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00c4hnlich zur gr\u00fcnen Zone gibt es auch in der roten Zone solche Patienten, deren Zustand stabil ist, und auch solche, die im kritischen Zustand sind. Bei Versorgung der letzteren Patienten tragen die Kollegen andere \u2013 dem h\u00f6heren Schutz entsprechenden Arbeitsbekleidung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>In welchem Ma\u00dfe werden die Prozesse und das Kontakthalten mit Patienten durch die n\u00f6tige Schutzbekleidung ge\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Tragen der Schutzausr\u00fcstung bedeutete haupts\u00e4chlich in der Anfangszeit eine gr\u00f6\u00dfere Belastung; mit der Zeit gew\u00f6hnten sich die Kollegen daran. Fakt ist aber auch, dass das Kontakthalten mit den Patienten w\u00e4hrend der vierst\u00fcndigen Arbeit in Schutzbekleidung viel schwieriger ist. F\u00fcr die Patienten ist oft beklemmend, dass sie von eingekleideten Menschen versorgt sind, mit denen sie keinen solchen Kontakt wie sonst haben k\u00f6nnen. Aus diesem Grund tun wir alles daf\u00fcr, damit sich die Patienten mehr komfortabel f\u00fchlen, und die Situation f\u00fcr sie leichter wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Welche wichtigen Lehren, auch sp\u00e4ter anwendbare Erfahrungen konnten Sie in dieser Situation sammeln?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Coronavirus-Pandemie bedeutete f\u00fcr uns alle eine bisher unbekannte Situation. Mit der Zeit konnten wir aber die entsprechenden Arbeitsmethoden gestalten, und sind als Mannschaft st\u00e4rker geworden. Wegen der erh\u00f6hten Belastung gab es wenige Fluktuation, die gebliebene Mannschaft wurde aber st\u00e4rker und mehr zusammenhaltend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">P\u00e1lma Dobozi, \u00c1d\u00e1m Szab\u00f3<br \/>\nPhoto: Attila Kov\u00e1cs \u2013 Semmelweis Universit\u00e4t<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Abteilung f\u00fcr Notfallmedizin (SBO) der Semmelweis Universit\u00e4t nimmt seit Auftreten des Coronavirus in Ungarn; die Klinik f\u00fcr Pneumologie ab dem 9-ten April 2020 an Versorgung von COVID-Patienten teil. In diesem Artikel wird die Versorgung der COVID-Patienten dieser zwei Abteilungen mit Hilfe der dort t\u00e4tigen Leiter und Oberschwester vorgestellt. \u201eEs ist beispielhaft, was meine Kollegen &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":101423,"featured_media":7523,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[82],"tags":[],"class_list":["post-7526","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7526","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/wp-json\/wp\/v2\/users\/101423"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7526"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7526\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7528,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7526\/revisions\/7528"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7523"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7526"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7526"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7526"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}