{"id":30859,"date":"2023-02-16T09:52:19","date_gmt":"2023-02-16T08:52:19","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/?p=30859"},"modified":"2023-02-16T10:02:43","modified_gmt":"2023-02-16T09:02:43","slug":"klinische-studie-belegt-die-wirksamkeit-von-fluvoxamintherapie-bei-covid-19","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/de\/2023\/02\/16\/klinische-studie-belegt-die-wirksamkeit-von-fluvoxamintherapie-bei-covid-19\/","title":{"rendered":"KLINISCHE STUDIE BELEGT DIE WIRKSAMKEIT VON FLUVOXAMINTHERAPIE BEI COVID-19"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Nach mehr als anderthalb Jahren wurde die von Forschern der Semmelweis-Universit\u00e4t geleitete klinische Studie abgeschlossen, bei der 66 Patienten mit mittelschwerem Coronavirus-Symptomen &#8211; die station\u00e4r behandelt und mit Sauerstoff versorgt werden mussten, aber noch keine maschinelle Beatmung ben\u00f6tigten &#8211; vier Monate lang mit Fluvoxamin behandelt wurden. Wie die Studie zeigte, konnten die Patienten dank dieser Therapie fast eine Woche fr\u00fcher aus dem Krankenhaus entlassen werden und wurden schneller beschwerdefrei. Das Forschungsprogramm wurde in Zusammenarbeit zwischen der Semmelweis Universit\u00e4t, dem Nationalen Amt f\u00fcr Forschung, Entwicklung und Innovation und SigmaDrugs, einem Universit\u00e4ts-Spin-off-Unternehmen unter der Leitung von Dr. Andrea Fekete, durchgef\u00fchrt.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-30857\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2023\/02\/Profil_Fekete-286x400-1.jpg\" alt=\"\" width=\"270\" height=\"378\" \/>\u201eDie station\u00e4re Behandlung wird k\u00fcrzer und die Heilung schneller\u201c \u2013 fasste Dr. Andrea Fekete die wichtigsten Ergebnisse der Forschung zusammen. Die au\u00dferordentliche Professorin der Klinik f\u00fcr P\u00e4diatrie und Gr\u00fcndungsgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des SigmaDrugs Startup sagte wie folgt: Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren und im Rahmen der klinischen Behandlung vier Monate lang zweimal t\u00e4glich Fluvoxamin oral erhielten, wurden f\u00fcnf Tage fr\u00fcher aus dem Krankenhaus entlassen und erreichten etwa eine Woche fr\u00fcher eine vollst\u00e4ndige Linderung ihrer Symptome als Patienten, die ein Placebo erhielten. Neben der schnelleren Heilungsphase kann durch den k\u00fcrzeren Krankenhausaufenthalt auch die Kapazit\u00e4t des Pflegesystems erh\u00f6ht und die Kosten gesenkt werden&#8221;, f\u00fcgte sie hinzu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Durchschnittalter der in die Therapie einbezogenen Patienten mit mittelschweren Symptomen betrug 55 Jahre. Die Behandlung erwies sich als besonders wirksam bei Hochrisikopatienten, die an Diabetes, hohem Blutdruck und einer chronischen Lungenerkrankung leiden \u2013 sagte die Forscherin. Die Ergebnisse der klinischen Phase-II-Studien, die anderthalb Jahre dauerten, deuten darauf hin, dass die Behandlung auch Entz\u00fcndungen und Lungensch\u00e4den verringern und einige der subjektiven Symptome, wie z. B. einen qu\u00e4lenden Husten, lindern kann \u2013 erg\u00e4nzte sie.<\/p>\n<div class=\"w-100 fontos_div\" style=\"text-align: justify\">Die Grundidee st\u00fctzt sich auf die fr\u00fchere Entdeckung des ungarischen Forschungsteams, indem man behauptet, dass die Stimulierung des Sigma-1-Rezeptors entz\u00fcndungshemmende und vernarbungshemmende Wirkungen in der Lunge haben kann. Fr\u00fchere neurobiologische Forschungen haben gezeigt, dass die Aktivierung des Sigma-1-Rezeptors die entz\u00fcndlichen Prozesse im Gehirn reduziert und somit dem K\u00f6rper zugutekommt.<\/div>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-30856 size-full\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2023\/02\/RS114705_C19A5124-scr.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2023\/02\/RS114705_C19A5124-scr.jpg 1200w, https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2023\/02\/RS114705_C19A5124-scr-400x267.jpg 400w, https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2023\/02\/RS114705_C19A5124-scr-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2023\/02\/RS114705_C19A5124-scr-768x512.jpg 768w, https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2023\/02\/RS114705_C19A5124-scr-753x502.jpg 753w, https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2023\/02\/RS114705_C19A5124-scr-203x135.jpg 203w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Tatsache wurde aber erst von dem Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Andrea Fekete erkannt, dass ein \u00e4hnlicher Schutzmechanismus wie der des zentralen Nervensystems in mehreren Organen wie Lunge, Nieren und Augen ebenfalls zu finden ist. Ihre Entdeckung &#8211; dass Sigma-1 eine Rolle bei Sauerstoffmangel in der Niere eine Rolle spielt und daher ein guter Ansatzpunkt f\u00fcr die Entwicklung von Medikamenten sein k\u00f6nnte &#8211; wurde erstmals 2016 von ihnen ver\u00f6ffentlicht und seitdem in den USA, Japan, China, Kanada und Israel sowie in Europa patentiert. Ihre Ergebnisse wurden in mehreren renommierten Fachzeitschriften publiziert. Die erfolgreiche Abwicklung dieser klinischen Studie ist auch aus dem Grund eine herausragende Leistung, weil es in der ungarischen Pharmaforschung recht selten vorkommt, dass ein ungarisches Patent bei der Medikamentenentwicklung die zweite Phase der klinischen Pr\u00fcfung in Ungarn erreicht&#8221;, so Dr. Andrea Fekete.\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Da es sich bei Fluvoxamin um ein &#8211; seit langem bew\u00e4hrtes &#8211; Antidepressivum handelt, und diesmal seine neue therapeutische Wirkung untersucht wurde, haben die Forscher die Behandlung permanent und sorgf\u00e4ltig \u00fcberwacht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Verabreichung des Medikaments sicher ist, und w\u00e4hrend der Untersuchung keine schwerwiegenden Nebenwirkungen festgestellt wurden.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8222;Wir m\u00f6chten die Erkenntnisse und Ergebnisse der klinischen Phase-II-Studie in naher Zukunft in einer angesehenen internationalen Fachzeitschrift ver\u00f6ffentlichen und auf Basis unserer Erfahrungen weitere Studien zur Behandlung von Lungenentz\u00fcndungen und -sch\u00e4den bei Patienten mit idiopathischer Lungenfibrose durchf\u00fchren.&#8221;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">\u2013 betonte Dr. Andrea Fekete.<\/p>\n<div class=\"w-100 keretes\" style=\"text-align: justify\">Die f\u00fcr die Aufnahme der klinischen Studie erforderlichen pr\u00e4klinischen Untersuchungen wurden von der Forschungsgruppe &#8222;MTA Lend\u00fclet Diabetes&#8221; der Semmelweis-Universit\u00e4t in Zusammenarbeit mit dem Institut f\u00fcr Pharmakologie und Pharmakotherapie der Universit\u00e4t P\u00e9cs (PTE) gemacht. Die Tests und Untersuchungen wurden in Kooperation zwischen der Semmelweis Universit\u00e4t, dem ehemaligen Ministerium f\u00fcr Innovation und Technologie, dem Nationalen Amt f\u00fcr Forschung, Entwicklung und Innovation und der SigmaDrugs Forschungs GmbH an der Semmelweis-Universit\u00e4t und in einigen Pandemiepatienten behandelnden ungarischen Krankenh\u00e4usern durchgef\u00fchrt. In der erfolgreichen Abwicklung der Forschung spielten Dr. Veronika M\u00fcller, Leiterin der Klinik f\u00fcr Pneumologie, Dr. B\u00e9la Merkely, Rektor der Semmelweis Universit\u00e4t, sowie die an der Untersuchung teilnehmenden \u00c4rzte und Patienten eine bedeutende Rolle.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Orsolya D\u00e1vid<br \/>\nFoto (Illustration): Attila Kov\u00e1cs\u00a0 \u2013 Semmelweis Universit\u00e4t, Portr\u00e4t: Szonja Heged\u0171s<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach mehr als anderthalb Jahren wurde die von Forschern der Semmelweis-Universit\u00e4t geleitete klinische Studie abgeschlossen, bei der 66 Patienten mit mittelschwerem Coronavirus-Symptomen &#8211; die station\u00e4r behandelt und mit Sauerstoff versorgt werden mussten, aber noch keine maschinelle Beatmung ben\u00f6tigten &#8211; vier Monate lang mit Fluvoxamin behandelt wurden. 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