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Die karitative Tätigkeit der traditionellen christlichen Kirchen in Ungarn während des 
Kommunismus und ihre Wirkung auf die kirchliche Wohltätigkeit im Postkommunismus, 
Teil 2 
Péter TÖRÖK Contact / Kontakt / Kapcsolat, István NAGY & Máté JOÓB
EJMH Vol 5 Issue 2 (2010) 257–272; https://doi.org/10.1556/EJMH.5.2010.2.5
Received: 23 February 2009; accepted: 21 April 2009; online date: 20 December 2010
Section: Common Past
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Abstract

Charitable Activities of Historical Christian Churches in Hungary during Communism, and their Effects on Post-Communist Charitable Church Activities; Part 2: In addition to assessing charitable activities of historical Christian churches in Hungary during Communism from a fact-finding, descriptive angle, this two-part study also provides a view of what effects these have had on post-Communist charitable church activities. Understandably, this necessitates a brief overview of the types and volume of charitable activities carried out by the Catholic, Reformed and Lutheran churches prior to the Communist power grab. In the years following the Second World War, the majority of church-run social institutions came under State control. The new employees often looked upon the tasks they were to carry out only as a way of making a living, and they lacked a commitment to the service they were to perform. The way in which State Socialist politics strove to use charity and the diaconate in their efforts was aimed at exhausting church and faith, and can be clearly observed. The measures, according to which practically only those institutions where missionary work was impossible (or possible only to a minor degree) could remain in church hands, also served this end. Church leaders who tried to ensure survival by adhering to the official line, also partly became partners to the state. It was considered a step forward when badly paid positions that required hard work and commitment at State-run social institutions were filled by qualified, able labour based on church recommendations and nominations. During the period of dictatorship, charitable activities by congregations and parishes also experienced a strong setback. Following the collapse of Communism, all three churches displayed the intention of reviving their charitable activities by maintaining spirituality and charisma despite a necessary institutionalisation process and strict professionalism. The analysis also pinpoints some cases that highlight the pitfalls of relations with the post-Communist state. The first half of the study presented the operation of helping services linked to Protestant churches, with the Reformed and Evangelical churches discussed separately. The second part provides an overview of the conditions of Catholic charity during the years of dictatorship, using similar considerations, and also takes a look at the times before the Second World War and the changed circumstances following the fall of Communism in 1989.

Keywords

diaconate, Hungary, communism, state socialism, dictatorship, history, retrospect, helping profession, institutionalisation, local initiative, church-state relations

Zusammenfassung

Die karitative Tätigkeit der traditionellen christlichen Kirchen in Ungarn während des Kommunismus und ihre Wirkung auf die kirchliche Wohltätigkeit im Postkommunismus, Teil 2: Die aus zwei Teilen bestehende Studie analysiert die karitative Tätigkeit der traditionellen christlichen Kirchen in Ungarn während des Kommunismus. Dabei werden nicht nur die Fakten aufgedeckt und beschrieben, sondern es erfolgt auch ein Ausblick auf die Wirkung dieser Tätigkeit auf die karitative Tätigkeit der Kirchen im Postkommunismus. Dieser erfordert unbedingt auch eine kurze Erörterung der Frage nach Art und Umfang der karitativen Tätigkeit der katholischen, reformierten und evangelischen Kirche vor der kommunistischen Machtergreifung. Ein Großteil der kirchlichen sozialen Institutionen gelangte nach dem Zweiten Weltkrieg unter staatliche Verwaltung, die neuen Mitarbeiter betrachteten die Erfüllung ihrer Aufgaben als reinen Broterwerb, ihnen fehlte das Engagement für ihren Dienst. Es war klar erkennbar, wie die staatssozialistische Politik die Caritas und die Diakonie für ihre Kirchen und Religion zerstörenden Bemühungen zu nutzen versuchte. Dies war das Ziel der Maßnahmen, die dazu führten, dass fast nur solche Einrichtungen in konfessioneller Hand bleiben konnten, in denen es keinerlei oder nur sehr geringe Möglichkeiten zur Mission gab. Auch die kirchlichen Führungspersonen, die das Überleben durch Erfüllung der Erwartungen von Seiten der Behörden zu sichern versuchten, wurden teilweise zu Partnern der Staatsmacht. Es bedeutete einen Fortschritt, als die Stellen in den staatlichen sozialen Einrichtungen, die schlecht bezahlt und mit schwieriger Arbeit verbunden waren und viel Engagement verlangten, auf Grundlage von Empfehlungen und Nominierungen der Kirche mit ausgebildeten und fähigen Arbeitskräften be- setzt wurden. Während der Zeit der Diktatur war die karitative Tätigkeit in den Gemeinden und Pfarreien nämlich stark zurückgedrängt worden. Bei allen drei Kirchen ist die Absicht zu erkennen, sich in ihrer nach der Zeit der Diktatur neu erstehenden karitativen Tätigkeit trotz des notwendigerweise eintretenden Institutionalisierungsprozesses und strikter Professionalität ihre Gesinnung und ihr Charisma zu bewahren. Die Analyse weist auch auf einige Fälle hin, die das Augenmerk auf Stolpersteine im Kontakt mit dem postkommunistischen Staat lenken. Im ersten Teil der Studie wurden die Arbeitsmöglichkeiten der den protestantischen Kirchen angehörenden Hilfsdienste vorgestellt. Der zweite Teil gibt nach ähnlichen Gesichtspunkten einen Überblick über die Existenzbedingungen der katholischen Caritas in den Jahren der kommunistischen Diktatur, bezieht aber auch die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg und die veränderten Möglichkeiten nach der Wende von 1989 mit ein.

SCHLÜSSELBEGRIFFE
Diakonie, Ungarn, Kommunismus, Staatssozializmus, Diktatur, Geschichte, Rückblick, helfender Beruf, Institutionalisierung, lokale Initiative, Beziehung zwischen Kirche und Staat

Corresponding author

Dr. Péter TÖRÖK
Institute of Mental Health
Semmelweis University
Nagyvárad tér 4., 19.em.
H-1089 Budapest
Hungary
torokp@gmail.com

Co-authors

Dr. István NAGY: Károli Gáspár Református Egyetem, Tanítóképző Főiskolai Kar; Hungary

Dr. Máté JOÓB: Semmelweis Egyetem, EKK, Mentálhigiéné Intézet; Hungary