Number of vaccines administered at Semmelweis University - 21 January 2021
16442 Total vaccines
7151 Semmelweis Citizens vaccinated
Tradition als belastendes Erbe und produktives „Vorurteil“: Die Situation des 
Unterrichtswesens und der Pädagogik in Rumänien während der Diktatur 
Rita FÓRIS-FERENCZI  Contact / Kontakt / Kapcsolat
EJMH Vol 3 Issue 2 (2008) 201–226; https://doi.org/10.1556/EJMH.3.2008.2.2
Received: 6 April 2008; accepted: 23 April 2008; online date: 2 Dezember 2008
Section: Common Past
Download full text / Herunterladen (Volltext) / Letöltés (teljes szöveg) Download full text

Abstract

Tradition – A Heavy Heritage and a Fertile ‘Prejudice’: The Conditions of Education and Pedagogy in Rumania in the Time of the Past Dictatorship: In the period of dictatorship in Rumania, the situation of pedagogy was inseparable from social politics that were subordinated to considerations of party ideology, the political task of reeducating society in the communist spirit. Education played an important role in implementing this comprehensive pedagogy ideal. In this context a single approach of pedagogy − hidden behind a political mask − was allowed to prevail, one that best served the current interests of power. As a result of this predetermination the study uses an education policy perspective in presenting the status of pedagogy in the era of the past dictatorship: it analyses education laws that determined the transformation of the system, structure and types of schools in the periods of dictatorship. The reforms changed the structure and contents of higher education, and as part of this the status of the pedagogy program. Subordinating education to the industrial and economic development of the country and the training of youth in the communist spirit, assumed a strictly centralised control of the system. In analysing the centralised governance of education, the study highlights the characteristics that were more closely related to the prevailing view in pedagogy as a result of the school system becoming a state monopoly: the reform of the subject structure, the uniform control of content ensured through prescriptive, rationing curricula, the single textbook system, and the strict selection of content. This input regulation proved to be the perfect tool for controlling the work of teachers, and also determined the interpretation of teachers’ roles. At the same time, for a long time it preserved knowledge-centred approaches to pedagogy, aimed at establishing scientific thinking and concepts. Understanding the conditions of education and pedagogy in the era of the past dictatorship is important because the inertia of the education system resulting from its past heritage is one of the main obstacles to the development of the education reform in Rumania, to questioning and renewing the solidified approach to pedagogy.

Keywords

pedagogy, Rumania, communism, state socialism, dictatorship, history, retrospect, helping profession, centralised education control, knowledge-centred approach

Zusammenfassung

Tradition als belastendes Erbe und produktives „Vorurteil“: Die Situation des Unterrichtswesens und der Pädagogik in Rumänien während der Diktatur: Die Situation der Pä- dagogik während der Zeit der Diktatur in Rumänien kann nicht unabhängig von der gänzlich parteiideologischen Prinzipien unterliegenden Sozialpolitik und der politischen Aufgabe der Umerziehung der gesamten Bevölkerung im Geiste des Kommunismus betrachtet werden. Der Unterricht spielte in der Verwirklichung dieses umfassenden Erziehungsideals eine wichtige Rolle. In diesem Kontext konnte nur eine einzige – politisch getarnte – pädagogische Betrachtungsweise zur Geltung kommen, jene, die die aktuellen politischen Interessen am besten bediente. Angesichts dieser Determiniertheit behandelt vorliegende Studie die Analyse der Situation der Pädagogik während der Diktatur aus unterrichtspolitischer Sicht: Sie unterzieht jene Unterrichtsgesetze der Analyse, die in den verschiedenen Etappen der Diktatur die Restrukturierung des Schulsystems, der Schulstruktur und der Schultypen bestimmt haben. Die Reformen haben auch Struktur und Inhalt des Hochschulwesens und innerhalb dessen den Status des Faches Pädagogik verändert. Die Unterordnung des Unterrichtswesens unter die industrielle und wirtschaftliche Entwicklung des Landes und die Erziehung der Jugend im Geiste des Kommunismus setzten eine strenge Zentralisierung des Systems voraus. Bei der Untersuchung der zentralisierten Führung des Unterrichtswesens analysiert vorliegende Studie die Folgen der Erhebung des Unterrichtswesens zum Staatsmonopol und hebt jene Charakteristika hervor, die mit der dominanten pädagogischen Betrachtungsweise in engerem Zusammenhang stehen: die einheitliche Unterrichtsregelung durch präskriptive und dosierende Lehrpläne, einheitliche und alleinige Lehrbücher und strenge Selektion der Lerninhalte. Diese Inputregelung wurde zum perfekten Mittel der Kontrolle der Arbeit der Pädagogen und bestimmte auch das Rollenverständnis der Lehrer. Gleichzeitig konservierte sie für lange Zeit die informationszentrierten, auf Herausbildung wissenschaftlichen Denkens und wissenschaftlicher Terminologie gerichteten pädagogischen Betrachtungsweisen. Das Verständnis der Situation von Unterricht und Pädagogik während der Diktatur ist wesentlich, denn die aus dem Erbe der Vergangenheit stammende Trägheit des Unterrichtswesens ist eines der wesentlichen Hindernisse für die Entfaltung der Unterrichtsreform in Rumänien und die Hinterfragung und Erneuerung der versteinerten pädagogischen Betrachtungsweise.

SCHLÜSSELBEGRIFFE
Pädagogik, Rumänien, Kommunismus, Staatssozialismus, Diktatur, Geschichte, Rückblick, helfender Beruf, zentralisierte Steuerung des Unterrichtswesens, Informationszentrierung

Corresponding author

Dr. Rita FÓRIS-FERENCZI
Fakultät für Psychologie und Erziehungswissenschaften
Universität Babeş-Bolyai Cluj-Napoca
str. Oituz nr. 7
R-400057 Cluj-Napoca
Rumänien
ferenczirita@yahoo.com