{"id":8815,"date":"2021-08-17T14:59:48","date_gmt":"2021-08-17T12:59:48","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/?p=8815"},"modified":"2021-08-17T14:59:48","modified_gmt":"2021-08-17T12:59:48","slug":"online-befragung-der-semmelweis-universitaet-sport-traegt-zur-verbesserung-der-psychischen-gesundheit-bei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2021\/08\/17\/online-befragung-der-semmelweis-universitaet-sport-traegt-zur-verbesserung-der-psychischen-gesundheit-bei\/","title":{"rendered":"Online-Befragung der Semmelweis Universit\u00e4t: Sport tr\u00e4gt zur Verbesserung der psychischen Gesundheit bei"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Forscher des Instituts f\u00fcr Verhaltenswissenschaften der Semmelweis Universit\u00e4t f\u00fchrten am Ende der dritten Welle der Pandemie eine landesweite Online-Befragung durch. Es wurde Antwort darauf gesucht, wie die wegen COVID-19 eingef\u00fchrten Einschr\u00e4nkungen die k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t der Menschen \u00e4nderten, und welche Wirkung die Pandemie auf ihren psychischen Zustand hatte. Die Wissenschaftler sind darauf gekommen, dass diejenigen, die die Einschr\u00e4nkungen wegen Pandemie als Herausforderung betrachteten, und ihre k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t erh\u00f6hten, waren am Abklingen der Pandemie in einem besseren psychischen Zustand. Im Gegensatz dazu waren aber diejenigen, die diese Phase als Bedrohung erlebten, und ihre Aktivit\u00e4t verringerten, in einem schlechteren Zustand.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am Ende des XIX. Jahrhunderts wurde vom amerikanischen Arzt Walter Bradford Cannon der Begriff Kampf-oder-Flucht-Reaktion (fight or flight) eingef\u00fchrt, die als Reaktion auf ein wahrgenommenes oder reales sch\u00e4dliches Ereignis auftritt.<\/p>\n<div class=\"w-100 fontos_div\" style=\"text-align: justify\">Laut Wissenschaftler des Instituts f\u00fcr Verhaltenswissenschaften der Semmelweis Universit\u00e4t k\u00f6nnte diese Theorie die Erkl\u00e4rung f\u00fcrs Verhalten der Personen sein, die die Einschr\u00e4nkungen wegen Pandemie als eine Art Herausforderung erlebten. Sie bewegten sich mehr, wurden aktiver, und waren deshalb am Abklingen der Pandemie in einem besseren psychischen Zustand, als die Personen, die diese Einschr\u00e4nkungen als Bedrohung betrachteten. Aus diesem Grund verringerte sich die k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t dieser zweiten Gruppe, die Personen dieser Gruppe bewegten sich auch weniger.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00c4hnlich zu denjenigen, die ihre k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t erh\u00f6hten, verf\u00fcgten auch die Personen \u00fcber g\u00fcnstige psychische Kondition, die sich an die ge\u00e4nderten M\u00f6glichkeiten anpassen konnten. Sie \u00e4nderten nur einen Teil ihre Sportgewohnheiten, die H\u00e4ufigkeit blieb unver\u00e4ndert, nur der Ort wurde umgelegt. Das bedeutet folgendes: wenn man statt Indoor-Trainings im Fitness-Studio oder in der Schwimmhalle Outdoor-Trainings wie Radfahren, Laufen, Wandern macht, kann die physische Gesundheit trotz der strengsten Beschr\u00e4nkungen behalten werden &#8211; sagte Dr. M\u00f3nika Ditta T\u00f3th Psychologin, Forschungsleiterin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">An der zwischen 15. April und 15. Juni 2021 durchgef\u00fchrten Online-Befragung mit dem Titel \u201eWirkung der COVID-19 auf Sportgewohnheiten und psychische Gesundheit bei der ungarischen Bev\u00f6lkerung\u201c nahmen 1334 Personen \u00fcber 18 Jahre teil. Seit Anfang der Pandemie \u00e4nderte sich die k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t bei 30 % der Befragten nicht; bei 37% verringerte sich die Aktivit\u00e4t, und 31% der befragten Personen bewegte sich wegen Pandemie mehr, als in der Zeit vor den Einschr\u00e4nkungen. Laut Untersuchungen wurde nach Einbruch der Pandemie bei vielen Menschen eine Gewichtszunahme wegen Einsamkeit, HO-Arbeit und sitzender Lebensweise festgestellt. Dei 34% der Befragten wurde eine Gewichtszunahme beobachtet; bei 43% der befragten Personen blieb das Gewicht unver\u00e4ndert, und 22% von ihnen nahm ab &#8211; erkl\u00e4rte die Psychologin.<\/p>\n<div class=\"w-100 fontos_div\" style=\"text-align: justify\">Es ist nicht \u00fcberraschend, dass die Personen, die sich w\u00e4hrend der Pandemie &#8211; verglichen mit der Zeit davor &#8211; weniger Sport machten, \u00fcber eine h\u00e4ufigere Gewichtszunahme berichteten. Bei den Personen, die aber k\u00f6rperlich aktiver waren, blieb das Gewicht unver\u00e4ndert (43%) oder verringerte sich weiter (31%).<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Die an der Untersuchung teilgenommenen Personen bewerteten auch ihren eigenen Gesundheitszustand. Aufgrund dieser Bewertung stellte sich folgendes heraus: die Personen, die aktiver geworden sind, bzw. diejenigen, die ihre Gewohnheiten beibehielten, bewerteten ihren eigenen Gesundheitszustand g\u00fcnstiger, als die Menschen, die w\u00e4hrend der Pandemie passiver waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In der Untersuchung wurde der Grad des wahrgenommenen Stresses auch untersucht. Die Teilnehmer wurden gefragt, wie stressig sie ihren Alltag fanden.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Laut dieser Befragung war die Stresstoleranz bei den Personen am H\u00f6chsten, die ihre k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t nicht \u00e4nderten, bzw. sie war bei denjenigen am Niedrigsten, deren Sportaktivit\u00e4t sich wegen der Pandemie verringerte. Der Grad des wahrgenommenen Stresses war aber bei den Personen signifikant h\u00f6her, die ihre k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t w\u00e4hrend der Pandemie erh\u00f6hten, im Gegensatz zu denen, die keine \u00c4nderung vornahmen. M\u00f6glicher Grund daf\u00fcr ist, dass diese Menschen mehr Sport wegen dem h\u00f6heren Stress\u00a0 machten. Bei etwa der H\u00e4lfte der befragten Personen (49%) traten Symptome einer milderen Depression auf. Aufgrund einer landesweiten repr\u00e4sentativen Befragung vom Jahre 2013 lag diese Zahl bei 30 Prozent, das gegenw\u00e4rtige Ergebnis ist also ziemlich hoch<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8211; f\u00fcgte Dr. M\u00f3nika Ditta T\u00f3th dazu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bei 62 Prozent der Personen, die auf eine mehr inaktive Lebensweise wechselten, traten Symptome einer milderen Depression auf, sowie bei den Personen, die w\u00e4hrend der Pandemie aktiver waren, war dieser Wert niedriger, aber immer noch hoch &#8211; lag bei 46 Prozent. Bei den Personen, die trotz Einschr\u00e4nkungen ihre k\u00f6rperlichen Aktivit\u00e4ten nicht \u00e4nderten, traten die Symptome der Depression seltener auf (64,5% von ihnen war von Depression nicht betroffen), als bei denen, die ihre k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t erh\u00f6hten oder verringerten.<\/p>\n<div class=\"w-100 fontos_div\" style=\"text-align: justify\">Aufgrund durchgef\u00fchrter Untersuchungen wurde festgestellt, dass die aktiver gewordenen Personen, bzw. diejenigen, die die gleiche Aktivit\u00e4t wie zuvor hatten, waren nach Pandemie in einem besseren psychischen Zustand, als ihre mehr inaktiven Mitmenschen.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Die inaktiveren Menschen befanden sich im schlechteren physischen und k\u00f6rperlichen Zustand, ihr Gewicht nahm zu, und trat bei denen klinische Depression (Depression, die zu behandeln ist) und h\u00f6herer Stress h\u00e4ufiger auf. Ein Drittel der befragten Personen ist k\u00f6rperlich aktiver geworden, und diese hatten auch g\u00fcnstigere psychische Werte. Sie bezeichneten ihre Gesundheit als besser, ihr Gewicht blieb gleich, oder sie nahmen ab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Quelle: Institut f\u00fcr Verhaltenswissenschaften<br \/>\nDeckblatt (Illustration): Pixabay.com<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Forscher des Instituts f\u00fcr Verhaltenswissenschaften der Semmelweis Universit\u00e4t f\u00fchrten am Ende der dritten Welle der Pandemie eine landesweite Online-Befragung durch. Es wurde Antwort darauf gesucht, wie die wegen COVID-19 eingef\u00fchrten Einschr\u00e4nkungen die k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t der Menschen \u00e4nderten, und welche Wirkung die Pandemie auf ihren psychischen Zustand hatte. 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