{"id":8304,"date":"2021-04-21T13:48:41","date_gmt":"2021-04-21T11:48:41","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/?p=8304"},"modified":"2021-04-21T13:48:41","modified_gmt":"2021-04-21T11:48:41","slug":"hoehere-therapiechancen-der-magen-darm-infektionen-durch-eine-unter-leitung-der-semmelweis-universitaet-gefuehrte-forschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2021\/04\/21\/hoehere-therapiechancen-der-magen-darm-infektionen-durch-eine-unter-leitung-der-semmelweis-universitaet-gefuehrte-forschung\/","title":{"rendered":"H\u00f6here Therapiechancen der Magen-Darm-Infektionen durch eine &#8211; unter Leitung der Semmelweis Universit\u00e4t gef\u00fchrte &#8211; Forschung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Das Thema der resistenten Bakterien geh\u00f6rt aktuell zu den gr\u00f6\u00dften globalen medizinischen Herausforderungen. Wissenschaftler der Semmelweis Universit\u00e4t stellten in Kooperation mit dem Bolyai-Institut der Universit\u00e4t Szeged ein epidemiologisches Modell auf, indem die Verbindung der Magen-Darm-Erkrankungen verursachende Infektion und der Antibiotikaresistenz untersucht wird. Die Publikation \u00fcber diese Forschung wurde in der renommierten Zeitschrift Nature Communications ver\u00f6ffentlicht.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8303 size-full\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2021\/04\/dr-lotz-g\u00e1bor-400x300-1.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" \/>Magengeschw\u00fcr, Zw\u00f6lffingerdarmgeschw\u00fcr, Magenkrebs \u2013 das sind einige schwere Krankheiten, die durch Helicobacter pylori-Bakterien (H. pylori) verursacht werden k\u00f6nnen. Zu Grundmedikamenten der Behandlung dieser Infektion geh\u00f6ren die Antibiotika mit Wirkstoff Erythromycin. In letzten Jahren wurde aber immer h\u00e4ufiger beobachtet, dass diese Behandlung nicht so oft erfolgreich ist. Die Ursache daf\u00fcr ist die sich erh\u00f6hende H\u00e4ufigkeit der Antibiotikaresistenz. Au\u00dferdem werden dieser Wirkstoff, und die damit \u00e4hnlichen sogenannten Makrolidantibiotika auch bei Behandlung von anderen Krankheiten verwendet, was zu einer h\u00e4ufigeren Antibiotikaresistenz ebenso beitragen kann. Dr. G\u00e1bor Lotz, Associate Professor des II. Instituts f\u00fcr Pathologie, Dr. \u00c9va Kocsm\u00e1r PhD-Studentin und die Mitarbeiter des Instituts wollten nachgehen, warum sich diese Resistenz herausbildet, und untersuchten die Magenbiopsie-Proben von H. pylori-infizierten Patienten, damit sie die Clarithromycin-Resistenz des Bakteriums identifizieren k\u00f6nnen. Sie f\u00fchrten ausf\u00fchrliche Analysen durch, in welchem Zusammenhang der Medikamentenverbrauch der betroffenen Patienten (dies ist aus Datenbasis der Nationalkasse f\u00fcr Gesundheitsversicherung-NEAK zu bekommen) mit H\u00e4ufigkeit der Resistenz steht. Laut Ergebnisse nahm ein Teil der Patienten nie Makrolidantibiotika ein, trotzdem waren sie durch Resistenz-Bakterien infiziert (prim\u00e4re Resistenz).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zum Herausfinden der prim\u00e4ren Resistenz stellte Dr. Gergely R\u00f6stl Mathematiker des Bolyai-Institut der Universit\u00e4t Szeged in Kooperation mit anderen Forschungs\u00e4rzten ein neues epidemiologisches Modell auf \u2013 dazu untersuchte er den Resistenz-Status und fr\u00fcheren Makrolidantibiotikum-Verbrauch von 4744 Patienten. Im aufgestellten Modell sind die Transmissionswege des &#8211; auf Antibiotika empfindlichen und resistenten &#8211; H. pylori mit Hilfe von mathematischen Gleichungen ausf\u00fchrlich beschrieben, so kann die Verbreitung der Infektionen in Bezug auf Medikamentenverbrauch der Bev\u00f6lkerung demonstriert werden. Durch das Modell ist m\u00f6glich, solche noch unbekannte Faktoren zu interpretieren, die zum Verstehen der prim\u00e4ren Resistenz beitragen. Aufgrund Kalkulationen wurde festgestellt, dass die Mehrheit dieser Patienten durch bereits vorab resistenten Bakterien infiziert wurde (in ihren F\u00e4llen wurde das Bakterium h\u00f6chstwahrscheinlich wegen Antibiotikaeinnahme einer anderer Person resistent). Durch Analyse der Epidemie-Dynamik wurde ebenso klar, dass die Verringerung der Makrolid-Einnahme bei anderen Krankheiten die Antibiotikaresistenz bei H. pylori mildern k\u00f6nnte.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Internationale Beispiele beweisen auch, dass durch Rationalisierung der Indikationen von Antibiotikabehandlungen sowohl der Antibiotikaverbrauch als auch die weitere Erh\u00f6hung der Resistenz verringert werden kann<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">\u2013 erkl\u00e4rte Dr. G\u00e1bor Lotz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Verbreitung der resistenten Bakterien geh\u00f6rt aktuell zu den gr\u00f6\u00dften globalen medizinischen Herausforderungen der Welt. Solche Forschungen tragen in gro\u00dfem Ma\u00dfe zur Ausarbeitung solcher Behandlungsprotokolle bei, was dieses Risiko verringert. Diese Arbeit ist ein gutes Beispiel daf\u00fcr, zu welchen wertvollen, neuen wissenschaftlichen Ergebnissen die Zusammenarbeit von \u00c4rzten und Mathematikern f\u00fchren kann \u2013 betonte Dr. G\u00e1bor Lotz. Die Publikation wurde in der prestigevollen Zeitschrift Nature Communications ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n<div class=\"w-100 fontos_div\" style=\"text-align: justify\">Kocsm\u00e1r, \u00c9., et al. Primary and secondary clarithromycin resistance in Helicobacter pylori and mathematical modeling of the role of macrolides. Nat Commun 12, 2255 (2021). https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41467-021-22557-7<br \/>\nhttps:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-021-22557-7<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00c1d\u00e1m Szab\u00f3 <br \/>\nQuelle: Dr. G\u00e1bor Lotz, II. Institut f\u00fcr Pathologie<br \/>\nFoto: The Nature Portfolio Microbiology Community; eigene Aufnahme des Autors<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema der resistenten Bakterien geh\u00f6rt aktuell zu den gr\u00f6\u00dften globalen medizinischen Herausforderungen. Wissenschaftler der Semmelweis Universit\u00e4t stellten in Kooperation mit dem Bolyai-Institut der Universit\u00e4t Szeged ein epidemiologisches Modell auf, indem die Verbindung der Magen-Darm-Erkrankungen verursachende Infektion und der Antibiotikaresistenz untersucht wird. 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