{"id":7283,"date":"2020-11-09T15:22:28","date_gmt":"2020-11-09T14:22:28","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/?p=7283"},"modified":"2020-11-09T15:22:28","modified_gmt":"2020-11-09T14:22:28","slug":"neues-ungarisches-patent-hoffnung-auf-heilung-der-covid-19-komplikationen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2020\/11\/09\/neues-ungarisches-patent-hoffnung-auf-heilung-der-covid-19-komplikationen-2\/","title":{"rendered":"Neues ungarisches Patent: Hoffnung auf Heilung der COVID-19-Komplikationen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Anfang November wurden die klinischen Untersuchungen an der Semmelweis Universit\u00e4t und in manchen ungarischen Epidemiekrankenh\u00e4usern gestartet, wobei man die Wirksamkeit Fluvoxamin-Therapie zur Behandlung der Lungenfibrose pr\u00fcft. Das Forschungsprogramm wird in Kooperation zwischen Semmelweis Universit\u00e4t, der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und dem Universit\u00e4ts-Spin-off-Unternehmen SigmaDrugs unter Leitung von Dr. Andrea Fekete verwirklicht.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die COVID-19-Krankheit kann unseren K\u00f6rper auf zweierlei Weise sch\u00e4digen: es gibt F\u00e4lle, wenn sich dadurch die Grundkrankheit verschlechtert, z.B. wenn der Patient Herz- und Kreislaufprobleme, Nierenerkrankung oder onkologische Probleme hat; in anderen F\u00e4llen f\u00fchrt sie zu einer starken Immunreaktion \u2013 sagte Dr. B\u00e9la Merkely, Rektor der Semmelweis Universit\u00e4t. Die Ursache f\u00fcr die starke Immunantwort ist der sogenannte Zytokinsturm, die zu schwerer Pneumonie und Sch\u00e4digung von mehreren Organen f\u00fchren kann. Die Behandlung dieses Zytokinsturms, sowie der Lungenfibrose kann die Fluvoxamin-Therapie unterst\u00fctzen \u2013 f\u00fcgte Dr. B\u00e9la Merkely noch dazu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Grundidee ist relativ einfach \u2013 betonte Dr. Andrea Fekete, Associate Professor der Semmelweis Universit\u00e4t, Mitgr\u00fcnder und Leiter des pharmazeutischen Startup-Unternehmens SigmaDrugs. Laut fr\u00fcherer neurobiologischer Forschungen wurde bewiesen, dass die Aktivierung des Sigma-1-Rezeptors die Entz\u00fcndungsprozesse im Gehirn verringert, und er dadurch auf menschlichen K\u00f6rper positiv wirkt. \u00dcber die Funktion des Sigma-1-Rezeptors schrieb man zum ersten Mal in den 1970-er Jahren. Man meinte, dass die wichtigste Rolle des Sigma-1-Rezeptors mit den Gehirnfunktionen zu verbinden ist. Es wurde vermutet, dass er u.a. das Ged\u00e4chtnis und das menschliche Verhalten regeln kann. Aufgrund Forschungen des letzten ein und eineinhalb Jahrzehnten stellte sich heraus, dass\u00a0 dieser Rezeptor auch in anderen K\u00f6rperteilen vorhanden sein kann, und eine seiner wichtigsten Funktionen die Verringerung der Entz\u00fcndung ist. Die Entdeckung, dass dieser Verteidigungsmechanismus \u2013 \u00e4hnlich zum zentralen Nervensystem \u2013 auch bei der Lunge, den Nieren und den Augen funktioniert, wurde von der unter Leitung von Dr. Andrea Fekete t\u00e4tigen Forschungsgruppe an der I. Klinik f\u00fcr P\u00e4diatrie erkannt. Ihre Entdeckung, dass der Sigma-1-Rezeptor bei Sch\u00e4digung der Nieren wegen Sauerstoffmangel eine Rolle spielt, und dadurch eine gute Basis zu den diesbez\u00fcglichen Pharmaforschungen bilden kann \u2013 publizierte die Forschungsgruppe als Erste im Jahre 2016. Seitdem erhielt diese Entdeckung auch au\u00dferhalb von Europa, in den USA, Japan, China und Israel Patentschutz, und die Ergebnisse wurden in mehreren renommierten Fachzeitschriften publiziert. \u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/11\/RS74590_IMG_6821-scr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7282 size-full\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/11\/RS74590_IMG_6821-scr.jpg\" alt=\"\" width=\"950\" height=\"633\" \/><\/a>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Schutzwirkung des Fluvoxamin k\u00f6nnen in folgenden zwei F\u00e4llen beobachtet werden \u2013 sagte Dr. Andrea Fekete. In der akuten Periode der wegen Coronavirus herausgebildeten Pneumonie d\u00e4mmt das Fluvoxamin einerseits den sogenannten Zytokinsturm, d.h. es verringert das Produzieren von entz\u00fcndungsf\u00f6rdernden Stoffen. Andererseits verringert das Fluvoxamin l\u00e4ngerfristig das wegen Pneumonie entstandenen Kallusbildung, und dadurch wird die Lunge auf kleinerer Fl\u00e4che besch\u00e4digt, d.h. die Beatmungsfl\u00e4che bleibt gr\u00f6\u00dfer. Als Therapieergebnis rechnet man damit, dass der h\u00e4ufig entstehende und l\u00e4nger bestehende Atemnot \u2013 als Komplikation der Coronavirus-Infektion \u2013 k\u00fcrzer dauern wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Arbeitsgruppe reagierte sehr schnell und kreativ auf die Situation, die sich wegen Pandemie herausbildete \u2013 f\u00fcgte Dr. Attila Szab\u00f3 Direktor der I. Klinik f\u00fcr P\u00e4diatrie, Vizerektor f\u00fcr klinische Angelegenheiten an der Semmelweis Universit\u00e4t. Es wurde die M\u00f6glichkeit untersucht, ob das Fluvoxamin bei der Therapie der akuten Pneumonie und ihrer l\u00e4ngerfristigen Komplikationen wegen COVID-19-Infektion helfen kann. Die multidisziplin\u00e4re Forschungsgruppe, die aus \u00c4rzten, Chemikern, Bioingenieuren und Biologen besteht (die Senior-Mitglieder sind: D\u00f3ra Balogh, Judit Hodrea und \u00c1d\u00e1m Hossz\u00fa) f\u00fchrten die n\u00f6tigen Tierversuche rekordschnell durch \u2013 erkl\u00e4rte der Vizerektor. Aufgrund ihrer \u00fcberzeugenden Forschungsergebnisse wurde vom Nationalen Institut f\u00fcr Pharmazie und Nutrition (OGY\u00c9I) der Start der klinischen Untersuchungen im beschleunigten Verfahren genehmigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die klinischen Untersuchungen, wobei hundert Krankenhaus-Patienten mit mittelschweren Symptomen ein Jahr lang beobachtet werden, k\u00f6nnen im November an der Semmelweis Universit\u00e4t beginnen. Diese Patienten werden w\u00e4hrend ihrer Krankenhausbehandlung und dann auch zu Hause die Tabletten mit Fluvoxamin bekommen. Die klinische Studie, deren Budget beinahe eine halbe Billion HUF betr\u00e4gt, wird aus bedeutenden Regierungsquellen, eigenen Universit\u00e4tsquellen, sowie aus Biotech-Privatinvestitionsquelle (Attila V\u00e1rkonyi, Csaba Lantos, Ern\u0151 Duda und Csaba Rekeczky) verwirklicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In der Geschichte der ungarischen Pharmaforschung passiert sehr selten, dass ein einheimisches Patent in die zweite Phase der sogenannten klinischen Untersuchungen kommt, wenn das Testen eines Medikaments direkt an den Patienten erm\u00f6glicht wird \u2013 sagte Dr. Andrea Fekete. Mit unseren Mitarbeitern hoffen wir darauf, dass der Gesamtprozess \u2013 angefangen von der Grundforschung bis zur klinischen Anwendung ausschlie\u00dflich in Kooperation von ungarischen Wissenschaftlern und F\u00f6rderern verwirklicht wird, und die neue Therapie zur Heilung der COVID-19-Patienten beitragen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Photo: Attila Kov\u00e1cs \u2013 Semmelweis Universit\u00e4t<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang November wurden die klinischen Untersuchungen an der Semmelweis Universit\u00e4t und in manchen ungarischen Epidemiekrankenh\u00e4usern gestartet, wobei man die Wirksamkeit Fluvoxamin-Therapie zur Behandlung der Lungenfibrose pr\u00fcft. 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