{"id":6690,"date":"2020-06-09T12:29:46","date_gmt":"2020-06-09T10:29:46","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/?p=6690"},"modified":"2020-06-09T12:29:46","modified_gmt":"2020-06-09T10:29:46","slug":"science-publikation-unter-mitwirkung-des-retina-laboratoriums-der-semmelweis-universitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2020\/06\/09\/science-publikation-unter-mitwirkung-des-retina-laboratoriums-der-semmelweis-universitaet\/","title":{"rendered":"SCIENCE-PUBLIKATION UNTER MITWIRKUNG DES RETINA-LABORATORIUMS DER SEMMELWEIS-UNIVERSIT\u00c4T"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die spezielle Sehkraft der Schlangen durch ihr Grubenorgan kann die Heilung der Retina unterst\u00fctzen, durch Anwendung dieses Mechanismus kann sogar die Sehkraft der Menschen wiederhergestellt werden \u2013 wurde in der Studie der Zeitschrift \u201eNature Neuroscience\u201c am 05. Juni berichtet. Zur Forschung, wor\u00fcber in der renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschrift berichtet wurde, trug das Retina-Laboratorium des Anatomischen, Histologischen und Embryologischen Instituts der Semmelweis Universit\u00e4t durch Ausarbeitung eines Human-Retinamodells und der damit verbundenen bedeutenden Wissenstransfer bei.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/06\/sehkraft1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-6686 alignleft\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/06\/sehkraft1-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" \/><\/a>Die menschliche Netzhaut ist ein schwer untersuchbares, weniger bekanntes Organ. In den letzten zehn Jahren wurde immer mehr evident, dass die Schlussfolgerungen von Tierversuchen nicht direkt bei der menschlichen Netzhaut anzuwenden sind. Die Versuche in menschlichen Geweben sind aus diesem Grund besonders wichtig, wobei aber das Herankommen an menschliche Gewebe von entsprechender Qualit\u00e4t nicht einfach ist. Angesichts dieser Tatsache wurde im Retina-Laboratorium des Anatomischen, Histologischen und Embryologischen Instituts der Semmelweis Universit\u00e4t unter Leitung von Dr. Arnold Szab\u00f3 ein weltweit einzigartiges gewebeproduzierendes Verfahren herausgearbeitet, wo das von Organspende zur\u00fcckgeblieben Retina-Gewebe sogar \u00fcber 14 Wochen unter besonders gutem histologischen Zustand am Leben zu halten ist \u2013 erkl\u00e4rte der Universit\u00e4tsadjunkt. Das durch Laboratorium herausentwickelte Verfahren wurde an einem von Organspende zur\u00fcckgebliebenen Retina-Gewebe angewendet, das anderweitig nicht nutzbar ist \u2013 dank dieses Verfahrens sind aber auch solche l\u00e4ngerfristige Untersuchungen an menschlichem Nervengewebe durchzuf\u00fchren, die bislang nicht m\u00f6glich waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es gibt mittlerweile ein starkes internationales Interesse ans Verfahren \u2013 sowohl auf Ebene angewandter Forschung als auch auf Ebene der Grundlagenforschung \u2013 sagte Dr. Arnold Szab\u00f3. Mehrere erfolgreiche internationale pharmazeutische Kooperationen wurden gestaltet und auch gegenw\u00e4rtig gibt es diesbez\u00fcgliche Verhandlungen. Dank dieser Entdeckung kam auch die gemeinsame Arbeit mit den Laboratorien von Dr. Botond Roska zustande. Der letzte Autor des dadurch zusammengestellten, vor kurzem publizierten Science-Artikels ist Dr. Botond Roska, weiterhin wurde Dr. Arnold Szab\u00f3 unter mitwirkenden Autoren aufgelistet.<\/p>\n<div style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/06\/sehkraft2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-6687 alignright\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/06\/sehkraft2-300x282.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"282\" \/><\/a>Dr. Botond Roska und seine Mitarbeiter entdeckten, dass mit Hilfe von Viren Kan\u00e4le in die degenerierte Netzhaut einzuf\u00fchren sind, die das Licht wahrnehmen, und somit die blinde Netzhaut wieder sehf\u00e4hig gemacht werden kann. Ihre Ergebnisse konnten sie aber an menschlicher Netzhaut nicht entsprechend testen \u2013 und dabei unterst\u00fctze sie das Retina-Laboratorium der Semmelweis Universit\u00e4t. Die gemeinsame Forschung begann im Jahre 2014, deren Ergebnis unter anderem die Publikation in \u201e<a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41593-019-0431-2\">Nature Neuroscience<\/a>\u201c war, wo Dr. Arnold Szab\u00f3 als Zweitautor des Artikels aufgef\u00fchrt wurde.<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div style=\"text-align: justify\"><em>In der Zeitschrift \u201eNature Neuroscience\u201c wurde \u00fcber eine zur spezifischen Gentherapie unentbehrliche k\u00fcnstliche Promotor-Bibliothek, d.h. \u00fcber die vor den Genen befindlichen Regel-DNA-Abschnitte beschrieben, mit deren Hilfe menschliche Retina-Zellen selektiv anzuzielen sind. Durch Anwendung von Promotoren kann ein gegebenes Gen mit Hilfe von adeno-assoziierten menschenharmloser Viren-Vektoren (AAV) in die menschliche Retina reingebaut werden. Dadurch wird die Behandlung der Erkrankungen bestimmter Zellentyps, bzw. die Korrektur durch Genfehler verursachter St\u00f6rungen, sowie die Bestimmung k\u00fcnstlich editierter Genen m\u00f6glich.<\/em><\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div style=\"text-align: justify\">Ziel des in Zeitschrift \u201eScience\u201c beschriebenen Versuchs war die Wiederherstellung der Lichtempfindlichkeit und der Sehkraft in der blinden Retina. Die Basis dieses Versuchs war das System, das auch in der Temperaturwahrnehmung der Schlangen eine Rolle spielt: die Schlangen haben nicht nur einen Sehsinn, durch ihr spezielles Organ sind sie auch f\u00e4hig, die W\u00e4rme wahrzunehmen. Die Forscher konnten mit Hilfe von adeno-assoziierten menschenharmloser Viren-Vektoren (AAV) einen k\u00fcnstlich modifizierten w\u00e4rmeempfindlichen Ionenkanal \u00a0in die menschliche Retina reinbauen. Dieser wurde durch W\u00e4rmestrahlung vom direkten Infrarotlicht gezielt aktiviert. Die Untersuchungen best\u00e4tigten, dass dadurch die Lichtempfindlichkeit der Retina zur\u00fcckkehrte, die Information kam durch die Sehbahn in die Sehrinde und teilweise konnte auch das funktionale Sehen wiederhergestellt werden.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/06\/sehkraft3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-6688 alignleft\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/06\/sehkraft3-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a>Ein Hauptvorteil der mit dem Titel \u201eRestoring vision using tunable near-infrared sensors\u201d publizierten Pionierl\u00f6sung im Gegensatz zu anderen noch unter Entwicklung stehenden optogenetischen Verfahren ist, dass sie auch im Fall teilweise erhaltener Sehkraft (so z.B. bei \u00a0altersbedingter Makuladegeneration) anzuwenden ist. W\u00e4hrend den gegenw\u00e4rtig parallel laufenden optogenetischen therapeutischen Verfahren von mehreren Laboratorien der Welt versucht man, einen auf sichtbares Licht empfindlichen Ionenkanal bezeigen zu lassen. Diese sind aber nur durch sehr starkes sichtbares Licht zu stimulieren, was nur bei v\u00f6llig blinden Menschen angewendet werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Versuche liefen unter Leitung von Dr. Botond Roska, die Idee und Entwicklung von Gentherapie geh\u00f6rt seiner Forschungsgruppe. Die Human-Seite, d.h. die Benutzung menschlicher Gewebe bei den Versuchen wurde aber durch das Retina-Laboratorium des Anatomischen, Histologischen und Embryologischen Instituts der Semmelweis Universit\u00e4t \u2013 unter Leitung von Dr. Arnold Szab\u00f3 zur Verf\u00fcgung gestellt. Die Versuche liefen in Basel, die die Semmelweis Universit\u00e4t durch bedeutenden Wissenstransfer unterst\u00fctzte. \u201eUnser Endziel ist selbstverst\u00e4ndlich, die Blindheit zu beseitigen und die Sehkraft der Patienten wiederherzustellen. Daf\u00fcr m\u00f6chten wir unter aktiver Teilnahme der Semmelweis Universit\u00e4t ein klinisches Forschungszentrum gestalten, um in Ungarn, bei den ungarischen Patienten solche Therapien anzuwenden, die mit Hilfe ungarischer Forscher herausentwickelt sind. Mit unseren Forschungspartner hoffen wir darauf, um dies in der nahen Zukunft verwirklichen zu k\u00f6nnen \u2013 erkl\u00e4rte Dr. Arnold Szab\u00f3.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Dr. Botond Roska ist Professor der Universit\u00e4t Basel, Gr\u00fcnder des Instituts f\u00fcr Molekulare Und Klinische Ophthalmologie in Basel und Gastprofessor der Semmelweis Universit\u00e4t, sowie Preistr\u00e4ger von <a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/de\/2020\/01\/interview-mit-dr-botond-roska-gewinner-vom-semmelweis-budapest-preis-2019-video\/\">Semmelweis Budapest Award<\/a> letztes Jahres. Mit seinen Mitarbeitern f\u00fchrt er haupts\u00e4chlich \u00a0Forschungen bez\u00fcglich Wiederherstellung der Sehkraft durch.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00c1d\u00e1m Szab\u00f3<br \/>\nPhoto: Bettina G\u00e1l \u2013 Semmelweis Universit\u00e4t; Arnold Szab\u00f3<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die spezielle Sehkraft der Schlangen durch ihr Grubenorgan kann die Heilung der Retina unterst\u00fctzen, durch Anwendung dieses Mechanismus kann sogar die Sehkraft der Menschen wiederhergestellt werden \u2013 wurde in der Studie der Zeitschrift \u201eNature Neuroscience\u201c am 05. Juni berichtet. Zur Forschung, wor\u00fcber in der renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschrift berichtet wurde, trug das Retina-Laboratorium des Anatomischen, Histologischen &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":101423,"featured_media":31603,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[78],"tags":[],"class_list":["post-6690","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6690","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/101423"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6690"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6690\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/31603"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6690"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6690"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6690"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}