{"id":5688,"date":"2020-01-24T12:20:01","date_gmt":"2020-01-24T11:20:01","guid":{"rendered":"http:\/\/semmelweis.hu\/nki\/?p=5688"},"modified":"2020-01-24T12:20:01","modified_gmt":"2020-01-24T11:20:01","slug":"verbesserte-risikoabschaetzung-von-herzinsuffizienzpatienten-mit-hilfe-der-kuenstlichen-intelligenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2020\/01\/24\/verbesserte-risikoabschaetzung-von-herzinsuffizienzpatienten-mit-hilfe-der-kuenstlichen-intelligenz\/","title":{"rendered":"Verbesserte Risikoabsch\u00e4tzung von Herzinsuffizienzpatienten mit Hilfe der k\u00fcnstlichen Intelligenz"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Ein neues, auf k\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) basierendes Risikobewertungssystems, das im V\u00e1rosmajor Herz- und Gef\u00e4\u00dfzentrum der Semmelweis Universit\u00e4t entwickelt wurde, kann die Risikoabsch\u00e4tzung der in Herzinsuffizienz leidenden Patienten unterst\u00fctzen. Das Entscheidungshilfesystem, das anl\u00e4sslich des 250. Jubil\u00e4ums der Universit\u00e4t den Name SEMMELWEIS-CRT score erhielt, hilft dem behandelnden Arzt &#8211; aufgrund klinischer Angaben der Patienten \u2013 bei der Identifizierung von Hochrisikopatienten, die eine gr\u00fcndlichere \u00dcberwachung ben\u00f6tigen. Das Risikobewertungssystem wurde aufgrund Angaben der von den letzten 20 Jahren durch kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) behandelten Herzpatienten entwickelt. Die unter Leitung von B\u00e9la Merkely, Klinikdirektor und Rektor der Universit\u00e4t verwirklichten Ergebnisse des Projekts wurden k\u00fcrzlich in der prestigevollen <a href=\"https:\/\/academic.oup.com\/eurheartj\/advance-article\/doi\/10.1093\/eurheartj\/ehz902\/5700446\">European Heart Journal ver\u00f6ffentlicht<\/a>.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/01\/kardio_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-5686\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/01\/kardio_1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/a>Das durch die reduzierte Pumpenfunktion des Herzens verursachte Kreislaufversagen hat eine der schweren onkologischen Erkrankungen \u00e4hnlichen Mortalit\u00e4tsrate. Bei \u00fcber einem Drittel der Herzinsuffizienzpatienten bildet sich in den Herzkammern \u00dcberleitungsst\u00f6rung heraus, die die Pumpenfunktion des Herzens weiter verschlechtert. Dies kann durch kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) behandelt werden, die die Implantation von einem speziellen Herzschrittmacher bedeutet. Diese Therapie, die fr\u00fcher von Dr. B\u00e9la Merkely in Ungarn im V\u00e1rosmajor Herz- und Gef\u00e4\u00dfzentrum vorgestellt wurde, kann die Symptome Herzinsuffizienz lindern, die Lebensqualit\u00e4t und das \u00dcberleben der Patienten wesentlich verbessern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u201eWegen der besonderen Natur dieser Krankheit ist die Identifizierung der Hochrisikopatienten, die personalisierte Risikoabsch\u00e4tzung besonders wichtig, mit deren Hilfe das Vorselektieren der Patienten, die nach dem Eingriff eine gr\u00fcndlichere \u00dcberwachung ben\u00f6tigen, m\u00f6glich ist\u201c \u2013 erkl\u00e4rte Dr. M\u00e1rton Tokodi, PhD-Student der V\u00e1rosmajor Herz- und Gef\u00e4\u00dfklinik, einer von den Erstautoren des publizierten Artikels. Diese Patienten brauchen bei dem Nachbereitungsprozess eine besondere Aufmerksamkeit, da es hier eine viel komplexere medikament\u00f6se oder medizinische Therapie, eventuell eine Herztransplantation erforderlich sein kann \u2013 sagte er. Dies kann in bestimmten F\u00e4llen weitere Jahre im Leben dieser Patienten bedeuten &#8211; f\u00fcgte er noch dazu. Und das von der Forschungsgruppe herausentwickelte Entscheidungshilfesystem kann dabei behilflich sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u201eDas neue Risikobewertungs-Tool, das das anl\u00e4sslich des 250. Jubil\u00e4ums der Universit\u00e4t den Name SEMMELWEIS-CRT score erhielt, basiert sich auf die in den letzten 20 Jahren in der Klinik durchgef\u00fchrten CRT-Implantationen\u201c \u2013 erkl\u00e4rte Dr. B\u00e9la Merkely, Klinikdirektor und Rektor der Universit\u00e4t. Diese Datenbank von den mehr als 1600 Patienten, bei denen eine CRT-Implantation durchgef\u00fchrt wurde, bildete die Grundlage f\u00fcr das Machine Learning-basierte System, das eine viel mehr genauere Absch\u00e4tzung der j\u00e4hrlichen Mortalit\u00e4tsrisiko der Patienten in der Nachbereitungsphase erm\u00f6glicht. Der Aufbau von so einer gro\u00dfen Datenbank \u2013 die die Grundlage der innovativen Produktentwicklung ist \u2013 ist nur in den gro\u00dfen Universit\u00e4tskliniken m\u00f6glich. Die V\u00e1rosmajor Herz- und Gef\u00e4\u00dfklinik ist eins von den gr\u00f6\u00dften Zentren in Europa, wo alle medikament\u00f6sen oder medizinischen Therapien f\u00fcr die Behandlung der Herzinsuffizienz-Erkrankungen erreichbar sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/01\/kardio_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-5685\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/01\/kardio_2-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"450\" \/><\/a>Der gestaltete Algorithmus konnte mit Hilfe der Datenbank &#8211; die sowohl Daten vor der CRT-Implantation als auch Mortalit\u00e4tsangaben beinhaltete \u2013 die relevanten, oft verdeckten Verbindungen zwischen den verschiedenen Faktors entdecken. Auf Grundlage dieser evidenzbasierten Kenntnisse kann die Risikoabsch\u00e4tzung bei neuen Patienten gemacht werden \u2013 erkl\u00e4rte Dr. Tokodi. Da das System auf Basis der k\u00fcnstlichen Intelligenz funktioniert, ist es f\u00e4hig, das Netzwerk von zahlreichen Parametern wirksam abzubilden, und dadurch \u00fcbersteigt SEMMELWEIS-CRT die fr\u00fcheren, auf traditionellen statistischen Methoden gebauten Punktsysteme deutlich. So kann dieses System die gegenw\u00e4rtig beste Absch\u00e4tzung bez\u00fcglich \u00dcberlebenschancen der Patienten geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">W\u00e4hrend dem Projektablauf wurden von den 100 in die Datenbank eingegebenen Parametern die 33 wichtigsten ausgew\u00e4hlt. Durch die Angabe dieser Parameter kann der behandelnde Arzt mit Hilfe dieses Systems \u2013 das auch online zu erreichen ist &#8211; den personalisierten Risikoprofil der Patienten bestimmen. Die zur Risikoabsch\u00e4tzung benutzten Parameter (z.B. Alter, Geschlecht, K\u00f6rpergewicht, Laborergebnisse, Begleiterkrankungen, oder die aktuell genommenen Medikamente) sind w\u00e4hrend der Routineversorgung der Patienten erfasst. So ist es nicht n\u00f6tig, weitere teureren oder umfassenden Untersuchungen zu machen; die Benutzung des SEMMELWEIS-CRT bedeutet keine zus\u00e4tzliche Belastung f\u00fcr den Arzt oder das Krankenhaus \u2013 betonte Dr. M\u00e1rton Tokodi. Das gegenw\u00e4rtige System ist auf folgendem Link zu erreichen: <a href=\"http:\/\/www.semmelweiscrtscore.com\">www.semmelweiscrtscore.com<\/a>. Dies kann von jedem Arzt und Forscher, in erster Linie f\u00fcr wissenschaftliche Zwecke frei zu erreichen \u2013 erkl\u00e4rte er noch. In der Zukunft m\u00f6chte man erreichen, damit der Prozess der Risikoabsch\u00e4tzung komplett automatisiert ist; d.h. die Bestimmung der verschiedenen Risikoebene sollte in die elektronischen Patientenverwaltungssysteme eingebaut werden. Ein weiteres Ziel ist die Erweiterung der das System unterst\u00fctzende Datenbank mit Einbeziehung von neuen einheimischen und internationalen Zentren. Durch die Erh\u00f6hung der angewendeten Datenmenge kann die Exaktheit der Absch\u00e4tzungen vom System weiter verbessert werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/01\/kardio_3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-5687 size-full\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2020\/01\/kardio_3.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"800\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wie Dr. B\u00e9la Merkely betonte, ist es das erste Mal, dass ein Artikel \u00fcber eine reine ungarische Forschung und Innovation ausschlie\u00dflich nur unter Mitwirkung von ungarischen Autoren in der prestigevollsten kardiologischen Zeitschrift, in European Heart Journal publiziert wurde. Die Forschung konnte in enger Zusammenarbeit der Semmelweis Universit\u00e4t und einer US-amerikanischen aber teilweise ungarischen Firma, der Argus Cognitive \u2013 die den technologischen und theoretischen Hintergrund der k\u00fcnstlichen Intelligenz sicherte \u2013 verwirklicht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Projekt wurde im Rahmen des Nationalen Herzprogrammes \u2013 gestartet mit Hilfe des Nationalen B\u00fcros f\u00fcr Forschung, Entwicklung und Innovation &#8211; sowie im Rahmen des Thematischen Bereich-Exzellenzprogrammes des Ministeriums f\u00fcr Innovation und Technologie finanziell unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Tam\u00e1s Deme<br \/>\nPhoto: Attila Kov\u00e1cs \u2013 Semmelweis Universit\u00e4t<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein neues, auf k\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) basierendes Risikobewertungssystems, das im V\u00e1rosmajor Herz- und Gef\u00e4\u00dfzentrum der Semmelweis Universit\u00e4t entwickelt wurde, kann die Risikoabsch\u00e4tzung der in Herzinsuffizienz leidenden Patienten unterst\u00fctzen. Das Entscheidungshilfesystem, das anl\u00e4sslich des 250. Jubil\u00e4ums der Universit\u00e4t den Name SEMMELWEIS-CRT score erhielt, hilft dem behandelnden Arzt &#8211; aufgrund klinischer Angaben der Patienten \u2013 bei der &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":101423,"featured_media":5687,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[78],"tags":[],"class_list":["post-5688","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5688","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/101423"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5688"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5688\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5687"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5688"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5688"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5688"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}