{"id":40737,"date":"2026-09-15T06:00:03","date_gmt":"2026-09-15T04:00:03","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=40737"},"modified":"2026-09-11T16:16:27","modified_gmt":"2026-09-11T14:16:27","slug":"wetterdaten-koennten-tage-im-voraus-vor-einem-anstieg-der-zahl-ausserklinischer-herzstillstaende-warnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2026\/09\/15\/wetterdaten-koennten-tage-im-voraus-vor-einem-anstieg-der-zahl-ausserklinischer-herzstillstaende-warnen\/","title":{"rendered":"Wetterdaten k\u00f6nnten Tage im Voraus vor einem Anstieg der Zahl au\u00dferklinischer Herzstillst\u00e4nde warnen"},"content":{"rendered":"<div class=\"lead\">Anhand von Wetterdaten k\u00f6nnte sich bis zu drei Tage im Voraus vorhersagen lassen, wann mit \u00fcberdurchschnittlich vielen au\u00dferklinischen Herzstillst\u00e4nden zu rechnen ist. Das zeigt eine landesweite Studie mit mehr als 114.000 F\u00e4llen, die von Forschenden der Semmelweis Universit\u00e4t, der Technischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Universit\u00e4t Budapest und des Ungarischen Nationalen Rettungsdienstes durchgef\u00fchrt wurde. Die in <em>Public Health<\/em> ver\u00f6ffentlichte <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0033350626000120\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Studie<\/a> zeigt, dass niedrigere Temperaturen zu den wichtigsten untersuchten wetterbedingten Risikofaktoren geh\u00f6ren. Modelle auf Grundlage von Wettervorhersagen k\u00f6nnten k\u00fcnftig Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und deren Angeh\u00f6rigen helfen, sich auf Zeiten mit erh\u00f6htem Risiko vorzubereiten. Gleichzeitig k\u00f6nnten sie Rettungsdienste und Krankenh\u00e4user dabei unterst\u00fctzen, sich auf eine h\u00f6here Auslastung einzustellen.\u00a0<\/div>\n<p>Die Forschenden verglichen Daten zu au\u00dferklinischen Herzstillst\u00e4nden, die zwischen November 2018 und Dezember 2023 auftraten, mit t\u00e4glichen meteorologischen Daten, darunter Temperatur, Windgeschwindigkeit, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit und Luftqualit\u00e4t.\u00a0\u00a0<\/p>\n<div class=\"keretes\">\n<p><strong>Warum es wichtig ist, die Zahl der Herzstillst\u00e4nde vorherzusagen<\/strong><br \/>\nDer au\u00dferklinische Herzstillstand (out-of-hospital cardiac arrest, OHCA) z\u00e4hlt in den Industriel\u00e4ndern zu den h\u00e4ufigsten Todesursachen. In Europa treten j\u00e4hrlich sch\u00e4tzungsweise 67 bis 170 F\u00e4lle pro 100.000 Einwohner auf, w\u00e4hrend die \u00dcberlebensrate unter 10 Prozent liegt. Faktoren zu erkennen, die einen erwarteten Anstieg der Fallzahlen vorhersagen k\u00f6nnen, k\u00f6nnte daher den Rettungsdiensten helfen, sich entsprechend vorzubereiten, das Bewusstsein in der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr die Bedeutung schneller Hilfe und der Wiederbelebung st\u00e4rken und langfristig dazu beitragen, die \u00dcberlebenschancen zu verbessern.<\/p>\n<\/div>\n<p>Die Analyse ergab, dass sinkende Temperaturen zu den wichtigsten wetterbedingten Risikofaktoren f\u00fcr einen Herzstillstand geh\u00f6rten: Mit jedem R\u00fcckgang der Durchschnittstemperatur um 1 \u00b0C stieg die t\u00e4gliche Zahl au\u00dferklinischer Herzstillst\u00e4nde im Durchschnitt um 1,4 Prozent. Ein saisonaler Vergleich zeigte au\u00dferdem, dass im Winter fast 18 Prozent mehr solcher Ereignisse auftraten als im Sommer. Die Ergebnisse deuten somit darauf hin, dass nicht nur pl\u00f6tzliche Temperaturst\u00fcrze ein Risiko darstellen k\u00f6nnen, sondern auch niedrigere Temperaturen im Allgemeinen. Schnelle Ver\u00e4nderungen k\u00f6nnten dennoch von besonderer Bedeutung sein: Ein t\u00e4glicher Temperaturabfall von mehr als 5 \u00b0C k\u00f6nnte in einem Fr\u00fchwarnsystem als Warnsignal dienen.\u00a0<\/p>\n<p>Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Studie war, dass sich die Auswirkungen von Wetterver\u00e4nderungen nicht unbedingt sofort zeigen: Die Zahl au\u00dferklinischer Herzstillst\u00e4nde kann noch bis zu drei Tage sp\u00e4ter ansteigen. Dies k\u00f6nnte die Entwicklung von Fr\u00fchwarnsystemen erm\u00f6glichen, die eine erh\u00f6hte Belastung des Gesundheitswesens bereits mehrere Tage im Voraus vorhersagen.\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/09\/RS239271_0E1A5347_scl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-40739\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/09\/RS239271_0E1A5347_scl-400x267.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/09\/RS239271_0E1A5347_scl-400x267.jpg 400w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/09\/RS239271_0E1A5347_scl-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/09\/RS239271_0E1A5347_scl-768x512.jpg 768w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/09\/RS239271_0E1A5347_scl-753x502.jpg 753w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/09\/RS239271_0E1A5347_scl-203x135.jpg 203w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/09\/RS239271_0E1A5347_scl.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a>\u201eIn einer <a href=\"https:\/\/www.clinicalkey.com\/#!\/content\/playContent\/1-s2.0-S2666520425003315?returnurl=https:%2F%2Flinkinghub.elsevier.com%2Fretrieve%2Fpii%2FS2666520425003315%3Fshowall%3Dtrue&amp;referrer=\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">fr\u00fcheren Studie<\/a> haben wir untersucht, wie sich extreme K\u00e4lte und Hitze auf das Auftreten au\u00dferklinischer Herzstillst\u00e4nde auswirken. Diesmal sind wir einen Schritt weiter gegangen und haben untersucht, ob sich anhand von Wettermustern vorhersagen l\u00e4sst, wann mit \u00fcberdurchschnittlich vielen F\u00e4llen zu rechnen ist. Wenn sich dies in der Praxis umsetzen l\u00e4sst, k\u00f6nnten sich Rettungsdienste und Krankenh\u00e4user bereits mehrere Tage im Voraus auf eine h\u00f6here Auslastung vorbereiten\u201c, sagte Dr. Endre Zima, Professor am V\u00e1rosmajor Herz- und Gef\u00e4\u00dfzentrum der Semmelweis Universit\u00e4t und Leiter der Studie.\u00a0<\/p>\n<p>Die Forschenden entwickelten ein Vorhersagemodell, das anhand meteorologischer Daten die erwartete t\u00e4gliche Zahl au\u00dferklinischer Herzstillst\u00e4nde sch\u00e4tzt.\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/09\/RS239284_0E1A5538_scl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-40740\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/09\/RS239284_0E1A5538_scl-400x267.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/09\/RS239284_0E1A5538_scl-400x267.jpg 400w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/09\/RS239284_0E1A5538_scl-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/09\/RS239284_0E1A5538_scl-768x512.jpg 768w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/09\/RS239284_0E1A5538_scl-753x502.jpg 753w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/09\/RS239284_0E1A5538_scl-203x135.jpg 203w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/09\/RS239284_0E1A5538_scl.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a>\u201eDurch die gemeinsame Nutzung meteorologischer Daten und der Daten des Rettungsdienstes k\u00f6nnte das Modell ein bis drei Tage im Voraus vorhersagen, wann mit \u00fcberdurchschnittlich vielen au\u00dferklinischen Herzstillst\u00e4nden zu rechnen ist. Es sch\u00e4tzt nicht das Risiko einzelner Personen, sondern die landesweit zu erwartende Zahl der F\u00e4lle\u201c, betonte Dr. \u00c1d\u00e1m P\u00e1l-Jakab, Assistenzarzt und Doktorand am V\u00e1rosmajor Herz- und Gef\u00e4\u00dfzentrum der Semmelweis Universit\u00e4t und Erstautor der Studie.\u00a0<\/p>\n<p>Die Forschenden mussten nicht nur ermitteln, welche atmosph\u00e4rischen Parameter den gr\u00f6\u00dften Einfluss auf die Zahl der Herzstillst\u00e4nde haben, sondern auch, wie sich daraus ein zuverl\u00e4ssiges Vorhersagemodell entwickeln l\u00e4sst.\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/09\/photo_szb-002.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-40741\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/09\/photo_szb-002-311x400.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"289\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/09\/photo_szb-002-311x400.jpg 311w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/09\/photo_szb-002.jpg 593w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a>\u201eEine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen bei der Entwicklung des Modells bestand darin, festzulegen, welche Tage tats\u00e4chlich als Ausrei\u00dfer gelten, und anschlie\u00dfend zu untersuchen, ob diese mit Wetterfaktoren zusammenh\u00e4ngen. Auf dieser Grundlage konnten wir ein Modell entwickeln, das anhand fr\u00fcherer Daten die zu erwartenden Fallzahlen sch\u00e4tzt\u201c, erg\u00e4nzte Dr. Brigitta Szil\u00e1gyi, au\u00dferordentliche Professorin an der Technischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Universit\u00e4t Budapest und der Corvinus Universit\u00e4t Budapest sowie Mitautorin der Studie.\u00a0<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Schritt k\u00f6nnte die Entwicklung eines Fr\u00fchwarnsystems sein, das auf Grundlage von Wettervorhersagen Rettungsdienste und Krankenh\u00e4user bei der Kapazit\u00e4tsplanung und bei der Bew\u00e4ltigung einer erwarteten h\u00f6heren Auslastung unterst\u00fctzt. K\u00fcnftig k\u00f6nnte ein solches System auch Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und deren Angeh\u00f6rige auf Zeiten mit erh\u00f6htem Risiko hinweisen, damit sie Warnsymptomen gr\u00f6\u00dfere Aufmerksamkeit schenken und bei Bedarf fr\u00fcher medizinische Hilfe in Anspruch nehmen k\u00f6nnen.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>*Diese Studie wurde im Rahmen des National Multidisciplinary Laboratory for Climate Change durchgef\u00fchrt. Die University of Pannonia leitet das Konsortium.<\/p>\n<p>R\u00f3bert Cseszregi<br \/>\nFoto: B\u00e1lint Barta &#8211; Semmelweis Universit\u00e4t und Corvinus Universit\u00e4t Budapest<br \/>\nBeitragsbild: iStock by Getty Images\/Nuttawan Jayawan<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wetterdaten k\u00f6nnten einen Anstieg au\u00dferklinischer Herzstillst\u00e4nde bis zu drei Tage im Voraus vorhersagen.<\/p>\n","protected":false},"author":102533,"featured_media":40742,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[78,70],"tags":[123,72],"class_list":["post-40737","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","category-x-fokuszban","tag-forschung-entwicklung-und-innovation","tag-presse"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40737","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/102533"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=40737"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40737\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":40746,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40737\/revisions\/40746"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/40742"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=40737"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=40737"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=40737"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}