{"id":40601,"date":"2026-08-12T06:00:42","date_gmt":"2026-08-12T04:00:42","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=40601"},"modified":"2026-08-10T15:00:31","modified_gmt":"2026-08-10T13:00:31","slug":"frauen-mit-endometriose-koennen-jedes-jahr-ein-monatsgehalt-verlieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2026\/08\/12\/frauen-mit-endometriose-koennen-jedes-jahr-ein-monatsgehalt-verlieren\/","title":{"rendered":"Frauen mit Endometriose k\u00f6nnen jedes Jahr ein Monatsgehalt verlieren"},"content":{"rendered":"<div class=\"lead\">Menstruationsurlaub und flexible Arbeitsmodelle sind nach Ansicht von Frauen mit Endometriose die wichtigsten Ma\u00dfnahmen, um im Berufsleben zu bleiben. Das zeigt eine <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S2211335526001294\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">neue Studie<\/a> von Forschenden der Semmelweis Universit\u00e4t, die in der Fachzeitschrift <em>Preventive Medicine Reports<\/em> ver\u00f6ffentlicht wurde. Schmerzen und Ersch\u00f6pfung f\u00fchren zu h\u00e4ufigeren Fehlzeiten und einer geringeren Arbeitsleistung. Die erste gro\u00df angelegte Studie dieser Art in Mittel- und Osteuropa zeigt, dass Frauen mit Endometriose durchschnittlich 1.757 Euro Einkommen pro Jahr einb\u00fc\u00dfen \u2013 etwa so viel wie ein durchschnittliches Monatsgehalt in Ungarn. Diese Sch\u00e4tzung ber\u00fccksichtigt ausschlie\u00dflich Einkommensverluste durch Fehlzeiten und nicht die Kosten einer geringeren Produktivit\u00e4t am Arbeitsplatz oder von Gesundheitsausgaben.\u00a0<\/div>\n<p>Forschende der Semmelweis Universit\u00e4t analysierten die Daten von 566 Frauen mit Endometriose und 447 Frauen ohne die Erkrankung. Mithilfe international validierter Frageb\u00f6gen untersuchten sie Arbeitsproduktivit\u00e4t, Fehlzeiten und Arbeitsf\u00e4higkeit. Frauen mit Endometriose verloren aufgrund gesundheitlicher Probleme innerhalb von vier Wochen durchschnittlich 12,7 Arbeitsstunden, verglichen mit 5,7 Stunden in der Kontrollgruppe. Auf Grundlage dieser Fehlzeiten sch\u00e4tzten die Forschenden den durchschnittlichen j\u00e4hrlichen Einkommensverlust auf 1.757 Euro pro betroffener Frau.\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/08\/RS240840_0E1A3814_scl-002.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-40603\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/08\/RS240840_0E1A3814_scl-002-267x400.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"270\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/08\/RS240840_0E1A3814_scl-002-267x400.jpg 267w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/08\/RS240840_0E1A3814_scl-002.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a>\u201eDie Auswirkungen der Endometriose sind nicht nur ein gesundheitliches, sondern auch ein bedeutendes gesellschaftliches und wirtschaftliches Problem. Die Erkrankung betrifft Frauen in einer der aktivsten Phasen ihres Lebens und kann sich daher auf Erwerbst\u00e4tigkeit, berufliche Entwicklung und die langfristige finanzielle Sicherheit auswirken\u201c, sagte Dr. D\u00f3ra Balogh, Assistenzprofessorin an der Klinik f\u00fcr Geburtshilfe und Frauenheilkunde der Semmelweis Universit\u00e4t und Seniorautorin der Studie.\u00a0<\/p>\n<p>Endometriose betrifft weltweit etwa zehn Prozent aller Frauen im reproduktionsf\u00e4higen Alter. Bei dieser chronischen gyn\u00e4kologischen Erkrankung w\u00e4chst geb\u00e4rmutterschleimhaut\u00e4hnliches Gewebe au\u00dferhalb der Geb\u00e4rmutter und verursacht chronische Unterleibsschmerzen, schmerzhafte Menstruationen, Ersch\u00f6pfung und in manchen F\u00e4llen Unfruchtbarkeit. H\u00e4ufig vergehen viele Jahre, bis die Erkrankung diagnostiziert wird.\u00a0<\/p>\n<div class=\"fontos_div\">\n<p>Die Studie zeigte, dass 42 Prozent der Frauen mit Endometriose eine eingeschr\u00e4nkte Arbeitsf\u00e4higkeit aufwiesen, verglichen mit 17,9 Prozent in der Kontrollgruppe.\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<p>Eine eingeschr\u00e4nkte Arbeitsf\u00e4higkeit bedeutet, dass der Gesundheitszustand die Aus\u00fcbung der beruflichen T\u00e4tigkeit erschwert und das Risiko einer l\u00e4ngerfristigen Arbeitsunf\u00e4higkeit oder eines Ausscheidens aus dem Berufsleben erh\u00f6ht.\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/08\/RS240850_0E1A3951_scl-002.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright  wp-image-40605\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/08\/RS240850_0E1A3951_scl-002-267x400.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"270\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/08\/RS240850_0E1A3951_scl-002-267x400.jpg 267w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/08\/RS240850_0E1A3951_scl-002.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a>\u201eBesonders \u00fcberrascht hat uns, dass nahezu die H\u00e4lfte der Frauen mit Endometriose in diese Kategorie fiel. Ohne angemessene Unterst\u00fctzung k\u00f6nnte die Erkrankung nicht nur den Arbeitsalltag erschweren, sondern langfristig auch die M\u00f6glichkeit beeintr\u00e4chtigen, im Berufsleben zu bleiben\u201c, sagte Dr. Dominika Miklos, Assistenz\u00e4rztin an der Klinik f\u00fcr Geburtshilfe und Frauenheilkunde der Semmelweis Universit\u00e4t und Erstautorin der Studie.\u00a0<\/p>\n<p>Die Forschenden stellten au\u00dferdem fest, dass viele Arbeitspl\u00e4tze nicht ausreichend darauf vorbereitet sind, Besch\u00e4ftigte mit Endometriose zu unterst\u00fctzen. 54 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Arbeitgeber nur geringe oder gar keine Kenntnisse \u00fcber die Erkrankung habe, w\u00e4hrend lediglich 17 Prozent ihren Arbeitsplatz als ausreichend informiert einsch\u00e4tzten.\u00a0<\/p>\n<div class=\"keretes\">\n<p><strong>Teil eines gr\u00f6\u00dferen Forschungsprogramms<\/strong><br \/>\nDie Studie entstand im Rahmen des 2020 gestarteten internationalen Forschungsprogramms FEMaLe (Finding Endometriosis with Machine Learning). An der Semmelweis Universit\u00e4t wird das Projekt von Dr. Attila Bokor, Dozent an der Klinik f\u00fcr Geburtshilfe und Frauenheilkunde, geleitet. Ziel des Programms ist es, Endometriose besser zu verstehen, fr\u00fcher zu erkennen und ihre gesundheitlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen zu untersuchen.<\/p>\n<\/div>\n<p>Als wichtigste Unterst\u00fctzungsma\u00dfnahmen nannten die Teilnehmerinnen Menstruationsurlaub, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice- oder Hybridarbeitsmodelle sowie mehr Verst\u00e4ndnis und Unterst\u00fctzung seitens der Arbeitgeber. In einigen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, darunter Spanien und Portugal, ist Menstruationsurlaub unter bestimmten Voraussetzungen bereits m\u00f6glich.\u00a0<\/p>\n<p>Die Studie ist die erste umfassende Untersuchung in Mittel- und Osteuropa, die Arbeitsproduktivit\u00e4t, Arbeitsf\u00e4higkeit und Unterst\u00fctzung am Arbeitsplatz bei Endometriose gleichzeitig betrachtet. Die Ergebnisse entsprechen weitgehend denen aus Westeuropa und Australien und sprechen daf\u00fcr, dass sich Endometriose in verschiedenen Regionen \u00e4hnlich auf das Berufsleben auswirkt. Flexible Arbeitsmodelle und besser informierte Arbeitgeber k\u00f6nnten dazu beitragen, dass Frauen mit Endometriose l\u00e4nger im Berufsleben bleiben.\u00a0<\/p>\n<p>Robert Cseszregi\u00a0<br \/>\nFoto: B\u00e1lint Barta\/Semmelweis Universit\u00e4t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Endometriose kann die Arbeitsf\u00e4higkeit deutlich beeintr\u00e4chtigen und h\u00e4ufigere Fehlzeiten verursachen.<\/p>\n","protected":false},"author":102533,"featured_media":40606,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[78,70],"tags":[85,72],"class_list":["post-40601","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","category-x-fokuszban","tag-forschung","tag-presse"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40601","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/102533"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=40601"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40601\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":40621,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40601\/revisions\/40621"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/40606"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=40601"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=40601"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=40601"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}