{"id":40480,"date":"2026-07-14T06:00:01","date_gmt":"2026-07-14T04:00:01","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=40480"},"modified":"2026-07-13T14:37:35","modified_gmt":"2026-07-13T12:37:35","slug":"demenzrisiko-koennte-auch-durch-die-ernaehrung-gesenkt-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2026\/07\/14\/demenzrisiko-koennte-auch-durch-die-ernaehrung-gesenkt-werden\/","title":{"rendered":"Demenzrisiko k\u00f6nnte auch durch die Ern\u00e4hrung gesenkt werden"},"content":{"rendered":"<div class=\"lead\">Nat\u00fcrliche Pflanzenstoffe, sogenannte Polyphenole, die unter anderem in Beeren, gr\u00fcnem Tee, Kakao, Kaffee und nativem Oliven\u00f6l extra vorkommen, k\u00f6nnten biologische Prozesse positiv beeinflussen, die mit Alzheimer und anderen neurodegenerativen Erkrankungen zusammenh\u00e4ngen. Darauf weist eine <a href=\"https:\/\/www.mdpi.com\/2072-6643\/18\/9\/1470\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00dcbersichtsarbeit<\/a> von Forschenden der Semmelweis Universit\u00e4t hin. Die im Fachjournal <em>Nutrients<\/em> ver\u00f6ffentlichte Analyse legt nahe, dass diese bioaktiven Verbindungen zu einem gesunden Altern des Gehirns beitragen k\u00f6nnen.<\/div>\n<p>F\u00fcr ihre Arbeit werteten die Forschenden Hunderte von Labor-, Tier-, Bev\u00f6lkerungs- und klinischen Studien aus. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Polyphenole durch ihre antioxidativen und entz\u00fcndungshemmenden Eigenschaften die Funktion von Nervenzellen unterst\u00fctzen und sch\u00e4dliche Prozesse im alternden Gehirn abschw\u00e4chen k\u00f6nnen.<\/p>\n<div class=\"keretes\">\n<p><strong>Die verborgenen Wirkstoffe der Natur<\/strong><br \/>\nBioaktive Verbindungen, darunter Polyphenole, sind nat\u00fcrliche Stoffe, die in Pflanzen, Tieren oder Mikroorganismen vorkommen. Sie geh\u00f6ren zwar nicht zu den lebensnotwendigen N\u00e4hrstoffen wie Vitaminen oder Mineralstoffen, k\u00f6nnen durch ihre biologische Aktivit\u00e4t jedoch normale K\u00f6rperfunktionen unterst\u00fctzen und zur Gesundheit beitragen.<\/p>\n<\/div>\n<p>Im Mittelpunkt der Analyse standen die mediterrane Ern\u00e4hrung sowie die daraus entwickelte MIND-Di\u00e4t. Die mediterrane Ern\u00e4hrung umfasst vor allem Gem\u00fcse, Obst, H\u00fclsenfr\u00fcchte, Vollkornprodukte, Fisch und Oliven\u00f6l. Die MIND-Di\u00e4t wurde speziell entwickelt, um die Gesundheit des Gehirns zu f\u00f6rdern. Sie setzt auf gr\u00fcnes Blattgem\u00fcse und Beeren und empfiehlt, den Verzehr von rotem Fleisch, Butter, K\u00e4se, S\u00fc\u00dfigkeiten sowie frittierten Speisen und Fast Food einzuschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Besonders h\u00e4ufig standen EGCG, eines der wichtigsten Antioxidantien im gr\u00fcnen Tee, die Farbstoffe von Beeren, Flavanole aus Kakao sowie Curcumin, der gelbe Pflanzenstoff aus Kurkuma, im Mittelpunkt der ausgewerteten Studien. Diese Verbindungen kommen typischerweise in pflanzlichen Lebensmitteln vor, die Bestandteil der mediterranen Ern\u00e4hrung sind.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/02\/fekete_monika_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-39917\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/02\/fekete_monika_1-267x400.jpg\" alt=\"\" width=\"160\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/02\/fekete_monika_1-267x400.jpg 267w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/02\/fekete_monika_1.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 160px) 100vw, 160px\" \/><\/a>\u201ePolyphenole sind keine Wundermittel. Die bisherigen Forschungsergebnisse sprechen jedoch daf\u00fcr, dass sie das gesunde Altern des Gehirns unterst\u00fctzen k\u00f6nnten. Entscheidend sind allerdings keine Nahrungserg\u00e4nzungsmittel, sondern eine abwechslungsreiche Ern\u00e4hrung mit vielen pflanzlichen Lebensmitteln\u201c, sagte Dr. M\u00f3nika Fekete, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut f\u00fcr Pr\u00e4ventivmedizin und Public Health der Semmelweis Universit\u00e4t und Letztautorin der Studie.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Teil der Polyphenole wird nicht direkt vom K\u00f6rper aufgenommen. Stattdessen werden sie von Darmbakterien in andere Verbindungen umgewandelt, die Entz\u00fcndungsprozesse, den Energiestoffwechsel der Zellen und damit auch die Funktion des Nervensystems beeinflussen k\u00f6nnen. Da sich die Zusammensetzung des Darmmikrobioms von Mensch zu Mensch deutlich unterscheidet, k\u00f6nnen dieselben Lebensmittel bei verschiedenen Personen unterschiedlich wirken.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/07\/dr_Mozes_Noemi-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-40481 alignright\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/07\/dr_Mozes_Noemi-244x400.jpg\" alt=\"\" width=\"136\" height=\"223\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/07\/dr_Mozes_Noemi-244x400.jpg 244w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/07\/dr_Mozes_Noemi-625x1024.jpg 625w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/07\/dr_Mozes_Noemi-768x1259.jpg 768w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/07\/dr_Mozes_Noemi-937x1536.jpg 937w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/07\/dr_Mozes_Noemi-1250x2048.jpg 1250w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/07\/dr_Mozes_Noemi-753x1234.jpg 753w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/07\/dr_Mozes_Noemi-scaled.jpg 1562w\" sizes=\"auto, (max-width: 136px) 100vw, 136px\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u201eDas k\u00f6nnte erkl\u00e4ren, warum dieselbe Ern\u00e4hrungsweise nicht bei allen Menschen den gleichen Effekt hat. K\u00fcnftig k\u00f6nnte die personalisierte Ern\u00e4hrung dazu beitragen, besser zu verstehen, wer besonders von einer polyphenolreichen Ern\u00e4hrung profitieren k\u00f6nnte\u201c, erkl\u00e4rte Dr. No\u00e9mi M\u00f3zes, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut f\u00fcr Pr\u00e4ventivmedizin und Public Health der Semmelweis Universit\u00e4t und Erstautorin der Studie.<\/p>\n<p>Die Forschenden betonen zugleich, dass die bisherigen Ergebnisse aus Humanstudien noch nicht ausreichen, um einzelne Lebensmittel oder N\u00e4hrstoffe als eigenst\u00e4ndige Ma\u00dfnahme zur Vorbeugung von Demenz zu empfehlen.<\/p>\n<div class=\"fontos_div\">\n<p><a href=\"https:\/\/www.who.int\/news-room\/fact-sheets\/detail\/dementia?utm_source\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nach Angaben<\/a> der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leben weltweit mehr als 55 Millionen Menschen mit Demenz. Diese Zahl d\u00fcrfte in den kommenden Jahrzehnten weiter steigen. Deshalb richtet sich zunehmend Aufmerksamkeit auf Lebensstilfaktoren \u2013 darunter auch die Ern\u00e4hrung \u2013, die dazu beitragen k\u00f6nnen, die Gesundheit des Gehirns zu erhalten und das Risiko eines kognitiven Abbaus zu verringern.<\/p>\n<\/div>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung der Autoren kommt es f\u00fcr ein gesundes Altern des Gehirns nicht auf ein einzelnes \u201eSuperfood\u201c an, sondern auf die Ern\u00e4hrungsgewohnheiten insgesamt. Eine Wunderdi\u00e4t gegen Alzheimer gibt es derzeit nicht. Die bisherigen Erkenntnisse sprechen jedoch daf\u00fcr, dass eine Ern\u00e4hrung mit viel Gem\u00fcse, Obst, Beeren, ballaststoffreichen Lebensmitteln, Fisch und N\u00fcssen sowie wenig hochverarbeiteten Lebensmitteln dazu beitragen kann, die Gesundheit des Gehirns langfristig zu erhalten und die kognitiven F\u00e4higkeiten zu bewahren.\u00a0<\/p>\n<p>Robert Cseszregi\u00a0<br \/>\nFoto: B\u00e1lint Barta\/Semmelweis Universit\u00e4t und dr. No\u00e9mi M\u00f3zes\u00a0<br \/>\nBeitragsbild: iStock by Getty Images\/tbralnina<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pflanzliche Inhaltsstoffe k\u00f6nnen ein gesundes Altern des Gehirns unterst\u00fctzen.<\/p>\n","protected":false},"author":102533,"featured_media":40486,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[78,70],"tags":[85,72],"class_list":["post-40480","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","category-x-fokuszban","tag-forschung","tag-presse"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40480","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/102533"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=40480"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40480\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":40489,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40480\/revisions\/40489"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/40486"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=40480"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=40480"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=40480"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}