{"id":40404,"date":"2026-06-22T06:00:28","date_gmt":"2026-06-22T04:00:28","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=40404"},"modified":"2026-06-22T08:55:49","modified_gmt":"2026-06-22T06:55:49","slug":"eine-wirbelsaeule-zum-anfassen-kann-chirurgen-bei-besonders-schwierigen-operationen-helfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2026\/06\/22\/eine-wirbelsaeule-zum-anfassen-kann-chirurgen-bei-besonders-schwierigen-operationen-helfen\/","title":{"rendered":"Eine Wirbels\u00e4ule zum Anfassen kann Chirurgen bei besonders schwierigen Operationen helfen"},"content":{"rendered":"<div class=\"lead\">Laut einer neuen Studie k\u00f6nnen 3D-gedruckte Wirbels\u00e4ulenmodelle die Arbeit von Wirbels\u00e4ulenchirurgen unterst\u00fctzen \u2013 insbesondere beim Verst\u00e4ndnis komplexer F\u00e4lle und bei der Planung chirurgischer Eingriffe. Dies geht aus einer Studie hervor, die an der Doktorandenschule der Semmelweis Universit\u00e4t durchgef\u00fchrt und in der Fachzeitschrift <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S1878875026000781?via%3Dihub=&amp;__cf_chl_tk=rAttnwL4sddbAKUuyI3xX0qA1zYwQHvLjgBexXFKCww-1781003252-1.0.1.1-dcr_hOMGpUv0ROSpV28nDJGRJUhBUXBJM0m5mgoY0NY\"><em>World Neurosurgery ver\u00f6ffentlicht wurde<\/em><\/a>. Die Technologie k\u00f6nnte dabei nicht nur \u00c4rztinnen und \u00c4rzten zugutekommen, sondern auch Patientinnen, Patienten und deren Angeh\u00f6rigen helfen, Erkrankungen und geplante Eingriffe besser zu verstehen.<\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/english\/files\/2026\/06\/RS238813_GV5A8953_scl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-48447\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/english\/files\/2026\/06\/RS238813_GV5A8953_scl-900x600.jpg\" alt=\"\" width=\"753\" height=\"502\" \/><\/a>An der Untersuchung nahmen 41 Fach\u00e4rzte aus drei f\u00fchrenden Wirbels\u00e4ulenzentren Ungarns teil. Mithilfe von Frageb\u00f6gen bewerteten sie den Nutzen lebensgro\u00dfer, auf CT-Aufnahmen basierender 3D-Modelle im Vergleich zu herk\u00f6mmlichen bildgebenden Verfahren wie R\u00f6ntgen, CT und MRT.<\/p>\n<div style=\"text-align: center\"><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/4-aCvcPV1Uc\" width=\"315\" height=\"560\"><\/iframe><\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div>Zu den untersuchten F\u00e4llen geh\u00f6rten angeborene Wirbels\u00e4ulendeformit\u00e4ten, seltene Entwicklungsst\u00f6rungen, Tumorerkrankungen sowie Patientinnen und Patienten, die bereits mehrfach an der Wirbels\u00e4ule operiert worden waren. Solche F\u00e4lle gehen h\u00e4ufig mit komplexen anatomischen Besonderheiten einher, die die Operationsplanung erschweren.<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div>Insgesamt betrachteten die teilnehmenden Wirbels\u00e4ulenchirurgen die 3D-Modelle als eine wertvolle Erg\u00e4nzung zu den konventionellen bildgebenden Verfahren, die einen erheblichen Mehrwert \u00fcber den Nutzen der Standardbildgebung hinaus bietet.<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div class=\"fontos_div\">\n<p>Den gr\u00f6\u00dften Nutzen sahen sie bei der Operationsplanung und der Patientenaufkl\u00e4rung, insbesondere dann, wenn Fehlbildungen der Wirbels\u00e4ule oder fr\u00fchere Eingriffe \u2013 etwa eingesetzte Metallimplantate \u2013 die anatomischen Verh\u00e4ltnisse schwer nachvollziehbar machten.<\/p>\n<\/div>\n<p>Ein wesentlicher Vorteil der 3D-Modelle besteht darin, dass Chirurgen nicht nur Bilder auf einem Bildschirm sehen, sondern ein greifbares Modell der Wirbels\u00e4ule untersuchen k\u00f6nnen. Dadurch l\u00e4sst sich die Anatomie aus allen Blickwinkeln betrachten, was das Verst\u00e4ndnis individueller anatomischer Besonderheiten und komplexer F\u00e4lle erleichtert.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000\">\u201eBei sehr individuellen anatomischen Gegebenheiten bedeutet jeder einzelne Fall f\u00fcr den Chirurgen einen neuen Lernprozess. Er kann sich nicht allein auf allgemeine anatomische Vorkenntnisse verlassen. In solchen Situationen ist es besonders hilfreich, die Wirbels\u00e4ule nicht nur zweidimensional zu sehen, sondern sie vor der Operation in die Hand nehmen, drehen und ertasten zu k\u00f6nnen. An den Modellen lassen sich sogar Probeeingriffe durchf\u00fchren und verschiedene operative Techniken testen, etwa durch Bohrungen in das Modell\u201c, erkl\u00e4rte Dr. P\u00e9ter \u00c9ltes, Betreuer an der Doktorandenschule der Semmelweis Universit\u00e4t, Letztautor der Studie und Wirbels\u00e4ulenchirurg am Nationalen Zentrum f\u00fcr Wirbels\u00e4ulenerkrankungen.<\/span><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/mediasarok\/files\/2026\/06\/RS238795_GV5A8844_scl.jpg\"><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-185396\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/mediasarok\/files\/2026\/06\/RS238795_GV5A8844_scl-267x400.jpg\" alt=\"\" width=\"269\" height=\"403\" \/><\/a><\/p>\n<p>Damit 3D-gedruckte Wirbels\u00e4ulenmodelle im klinischen Alltag f\u00fcr Operationen eingesetzt werden k\u00f6nnen, m\u00fcssen strenge Qualit\u00e4ts- und Zulassungsanforderungen erf\u00fcllt werden. Deshalb werden sie derzeit haupts\u00e4chlich f\u00fcr Forschungs- und Ausbildungszwecke hergestellt. Nach Ansicht der Experten k\u00f6nnte die Technologie k\u00fcnftig jedoch auch in der Patientenkommunikation eine wichtige Rolle spielen. Mithilfe eines greifbaren Modells k\u00f6nnen Patientinnen, Patienten und ihre Angeh\u00f6rigen besser nachvollziehen, wodurch die Beschwerden verursacht werden und welche Behandlung geplant ist.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/mediasarok\/files\/2026\/06\/RS238808_GV5A8936_scl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright  wp-image-185395\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/mediasarok\/files\/2026\/06\/RS238808_GV5A8936_scl-267x400.jpg\" alt=\"\" width=\"259\" height=\"388\" \/><\/a>\u201eMan kann sagen, dass Patientinnen und Patienten ihre eigene Wirbels\u00e4ule \u2013 oder die ihres Kindes mit einer komplexen angeborenen Fehlbildung \u2013 buchst\u00e4blich in die Hand nehmen k\u00f6nnen. Der Arzt kann den geplanten Eingriff dann anhand des Modells detailliert erkl\u00e4ren. Das ist ein gro\u00dfer Fortschritt gegen\u00fcber CT- oder MRT-Aufnahmen, bei denen wir nur zweidimensionale Schnittbilder zeigen k\u00f6nnen. F\u00fcr medizinische Laien ist es oft nicht einfach, solche Ver\u00e4nderungen und Eingriffe zu verstehen\u201c, betonte Benjamin Hajnal, Doktorand an der Doktorandenschule der Semmelweis Universit\u00e4t und Erstautor der Studie.<\/p>\n<p>Ein weiteres interessantes Ergebnis der Studie war, dass die Einsch\u00e4tzung der 3D-Modelle kaum von der Berufserfahrung oder dem Fachgebiet der Teilnehmenden beeinflusst wurde. Selbst Wirbels\u00e4ulenchirurgen mit jahrzehntelanger Erfahrung bewerteten die Modelle ebenso positiv wie j\u00fcngere Kolleginnen und Kollegen. Dar\u00fcber hinaus hatten rund 80 Prozent der Befragten zuvor noch nie ein 3D-gedrucktes anatomisches Modell in der klinischen Praxis verwendet. Dies deutet darauf hin, dass die Technologie k\u00fcnftig in der Vorbereitung komplexer Wirbels\u00e4ulenoperationen breiter eingesetzt werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>\u00c1d\u00e1m Farkas<\/p>\n<p>Foto: Bogl\u00e1rka Zellei \u2013 Semmelweis Universit\u00e4t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laut einer neuen Studie k\u00f6nnen 3D-gedruckte Wirbels\u00e4ulenmodelle die Arbeit von Wirbels\u00e4ulenchirurgen unterst\u00fctzen.<\/p>\n","protected":false},"author":102620,"featured_media":40413,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[78,70],"tags":[85,72],"class_list":["post-40404","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","category-x-fokuszban","tag-forschung","tag-presse"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40404","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/102620"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=40404"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40404\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":40414,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40404\/revisions\/40414"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/40413"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=40404"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=40404"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=40404"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}