{"id":39768,"date":"2026-01-21T06:00:48","date_gmt":"2026-01-21T05:00:48","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=39768"},"modified":"2026-01-22T09:24:22","modified_gmt":"2026-01-22T08:24:22","slug":"ungarische-studie-liefert-neue-erkenntnisse-zu-den-ursachen-der-smartphone-sucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2026\/01\/21\/ungarische-studie-liefert-neue-erkenntnisse-zu-den-ursachen-der-smartphone-sucht\/","title":{"rendered":"Ungarische Studie liefert neue Erkenntnisse zu den Ursachen der Smartphone-Sucht"},"content":{"rendered":"<div class=\"lead\">Laut einer Studie der Semmelweis Universit\u00e4t spielen neben Pers\u00f6nlichkeitsmerkmalen vor allem eine geringe Selbstkontrolle und die Angst, soziale Ereignisse zu verpassen (FOMO), eine wichtige Rolle bei problematischer Smartphone-Nutzung. Die in <em>Acta Psychologica<\/em> <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0001691825009217?via%3Dihub\">ver\u00f6ffentlichte Studie<\/a> hebt hervor, dass \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Smartphone-Gebrauch nicht nur psychische Belastungen verursacht, sondern langfristig auch k\u00f6rperliche Folgen haben kann: Eine schlechte K\u00f6rperhaltung kann das Gleichgewicht verschlechtern, die Reaktionszeit verlangsamen und die Konzentration beeintr\u00e4chtigen.\u00a0<\/div>\n<p>\n<a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230671_iStock-866378474_hl-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-39774\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230671_iStock-866378474_hl-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1440\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230671_iStock-866378474_hl-scaled.jpg 2560w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230671_iStock-866378474_hl-400x225.jpg 400w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230671_iStock-866378474_hl-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230671_iStock-866378474_hl-768x432.jpg 768w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230671_iStock-866378474_hl-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230671_iStock-866378474_hl-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230671_iStock-866378474_hl-753x423.jpg 753w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/a>Forscherinnen und Forscher der Semmelweis Universit\u00e4t untersuchten bei Studierenden im Alter von 18 bis 35 Jahren den Zusammenhang zwischen Smartphone-Nutzung, psychischer und k\u00f6rperlicher Gesundheit sowie kognitiven Funktionen. In Online-Frageb\u00f6gen gaben die Teilnehmenden an, ob sie aufgrund ihrer Smartphone-Nutzung schon einmal eine geplante Aufgabe verpasst hatten und ob sie auch dann an ihr Smartphone dachten, wenn sie es gerade nicht benutzten. Au\u00dferdem wurden sie zu ihrer t\u00e4glichen aktiven Nutzungsdauer sowie zu den Aktivit\u00e4ten befragt, f\u00fcr die sie ihr Ger\u00e4t verwendeten.\u00a0<\/p>\n<div class=\"keretes\">\n<p>\nAuch die Pers\u00f6nlichkeitsmerkmale und der psychische Zustand der Teilnehmenden wurden erfasst. Ein Fragebogen ma\u00df den Neurotizismus, also die Neigung, negative Emotionen wie Angst, Niedergeschlagenheit, Furcht und \u00c4rger zu erleben. Ein weiterer erfasste die Selbstkontrolle, ein dritter die FOMO \u2013 also die Angst, Ereignisse und Aktivit\u00e4ten von Gleichaltrigen zu verpassen.\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<p>\nAuf Grundlage der Nutzungsmuster identifizierten die Forschenden drei Gruppen. \u201dRein soziale Nutzer\u201d verwendeten ihr Smartphone haupts\u00e4chlich zur Kommunikation mit Freunden und Bekannten sowie zum Aufbau sozialer Kontakte. \u201dLeichte Prozess-Nutzer\u201d verbrachten weniger als vier bis f\u00fcnf Stunden pro Tag am Smartphone f\u00fcr soziale Aktivit\u00e4ten, Nachrichten, Unterhaltung und passives Scrollen. Rund ein Drittel der Teilnehmenden wurde als \u201dschwere Prozess-Nutzer\u201d eingestuft; sie nutzten ihr Smartphone mindestens vier bis f\u00fcnf Stunden pro Tag, \u00fcberwiegend zum Konsum von Inhalten und weniger zur sozialen Kommunikation.\u00a0<\/p>\n<p>\n<a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230886_GV5A7110_hl-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-39770\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230886_GV5A7110_hl-267x400.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230886_GV5A7110_hl-267x400.jpg 267w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230886_GV5A7110_hl-683x1024.jpg 683w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230886_GV5A7110_hl-768x1152.jpg 768w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230886_GV5A7110_hl-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230886_GV5A7110_hl-1365x2048.jpg 1365w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230886_GV5A7110_hl-753x1130.jpg 753w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230886_GV5A7110_hl-scaled.jpg 1707w\" sizes=\"auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px\" \/><\/a>\u201eUnsere wichtigste Erkenntnis ist, dass die Pers\u00f6nlichkeit allein \u2013 etwa ein hoher Neurotizismus \u2013 niemanden automatisch handys\u00fcchtig macht. Menschen, die eher zu negativen Emotionen wie Angst, Depression oder Stress neigen, werden nicht zwangsl\u00e4ufig abh\u00e4ngig. Entscheidend ist vielmehr, wie gut sie ihr Verhalten, ihre Emotionen und Impulse kontrollieren k\u00f6nnen und wie stark ihre Angst ist, etwas zu verpassen\u201c, sagte Dr. Johanna Tak\u00e1cs, leitende wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Gesundheitswissenschaften der Semmelweis-Universit\u00e4t und Hauptautorin der Studie.\u00a0<\/p>\n<p>\nDie Studie zeigt, dass nicht die verbrachte Zeit das Hauptproblem ist, sondern die Art der Nutzung.\u00a0<\/p>\n<div class=\"fontos_div\">\n<p>Passives Scrollen in sozialen Medien \u2013 etwa das Anschauen kurzer Videos oder das Durchsuchen von Feeds \u2013 setzt das Gehirn st\u00e4ndig schnellen Reizen aus. Dies \u00fcberlastet die Aufmerksamkeit, verringert die Konzentration und kann langfristig zu mentaler Ersch\u00f6pfung f\u00fchren.\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<p>\nKognitive Tests ergaben, dass \u201eschwere Prozess-Nutzer\u201c bei Aufmerksamkeits- und Ged\u00e4chtnisaufgaben schlechter abschnitten, als es ihrem Alter entsprechen w\u00fcrde. Sie schliefen zudem schlechter, versp\u00fcrten ein st\u00e4rkeres Bed\u00fcrfnis nach st\u00e4ndiger neuer Stimulation und hatten gr\u00f6\u00dfere Schwierigkeiten, ihre Impulse zu kontrollieren, wenn sie etwas sofort \u00fcberpr\u00fcfen oder erledigen wollten.\u00a0<\/p>\n<div class=\"fontos_div\">\n<p>\nDie Studie ergab au\u00dferdem, dass die Dauer der Smartphone-Nutzung vor allem mit k\u00f6rperlichen Folgen zusammenh\u00e4ngt.\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<p>\n<a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230889_GV5A7118_hl-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-39773\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230889_GV5A7118_hl-267x400.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230889_GV5A7118_hl-267x400.jpg 267w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230889_GV5A7118_hl-683x1024.jpg 683w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230889_GV5A7118_hl-768x1152.jpg 768w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230889_GV5A7118_hl-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230889_GV5A7118_hl-1365x2048.jpg 1365w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230889_GV5A7118_hl-753x1130.jpg 753w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2026\/01\/RS230889_GV5A7118_hl-scaled.jpg 1707w\" sizes=\"auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px\" \/><\/a>\u201eWenn Menschen ihr Smartphone auf Taillen- oder Brusth\u00f6he halten und nach unten schauen, bewegt sich der Kopf nach vorne \u2013 es entsteht eine sogenannte Vorverlagerung des Kopfes, auch als \u201eText-Neck\u201c bekannt. Das belastet den Nacken zus\u00e4tzlich und kann Schmerzen oder einen vorzeitigen Verschlei\u00df der Halswirbelgelenke verursachen. Der Nacken enth\u00e4lt Rezeptoren, die dem Gehirn Informationen \u00fcber die Kopfposition liefern. Wird eine vorverlagerte Kopfhaltung \u00fcber l\u00e4ngere Zeit beibehalten, k\u00f6nnen sich diese Signale ver\u00e4ndern und zu Gleichgewichtsproblemen f\u00fchren. Diese Effekte beschr\u00e4nken sich nicht nur auf die Smartphone-Nutzung, sondern k\u00f6nnen auch allt\u00e4gliche Bewegungen beeinflussen\u201c, erkl\u00e4rte Be\u00e1ta Sereg\u00e9ly, Assistenzdozentin und f\u00fcr die k\u00f6rperlichen Messungen der Studie verantwortliche Expertin.\u00a0<\/p>\n<p>\nDie Forschenden betonen, dass es nicht darum gehe, Smartphones zu verbieten oder junge Menschen f\u00fcr ihre Nutzung zu bestrafen. Vielmehr solle der Fokus darauf liegen, sie zu einem bewussteren Umgang mit Smartphones zu bef\u00e4higen. Es gibt einfache Ma\u00dfnahmen, die helfen k\u00f6nnen, etwa das Einschr\u00e4nken von Benachrichtigungen \u2013 insbesondere aus sozialen Medien und Messenger-Apps \u2013, das Festlegen von Zeitlimits f\u00fcr soziale Netzwerke, der Verzicht auf die Smartphone-Nutzung vor dem Schlafengehen sowie die F\u00f6rderung k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t und einer guten K\u00f6rperhaltung.\u00a0<\/p>\n<p>\nF\u00fcr die psychische Pr\u00e4vention ist es besonders wichtig, jungen Menschen zu helfen, ihre Selbstkontrolle zu st\u00e4rken und weniger Angst davor zu haben, soziale Ereignisse zu verpassen. <span style=\"font-size: 1rem\">Dies l\u00e4sst sich durch Verhaltenstraining und psychologische Unterst\u00fctzung f\u00f6rdern. Wenn die Selbstkontrolle zunimmt und die FoMO abnimmt, sinkt das Risiko einer Smartphone-Abh\u00e4ngigkeit deutlich \u2013 auch bei sensibleren, \u00e4ngstlicheren oder stressanf\u00e4lligeren Personen.\u00a0 <\/span><\/p>\n<p>Fotos: Bogl\u00e1rka Zellei \u2013 Semmelweis Universit\u00e4t<br \/>\nTitelbild und Illustration: iStock by Getty Images\/guruXOOX<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Problematischer Smartphone-Gebrauch wird durch Pers\u00f6nlichkeitsmerkmale, geringe Selbstkontrolle und FOMO beeinflusst.<\/p>\n","protected":false},"author":102533,"featured_media":39774,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[78],"tags":[123,72],"class_list":["post-39768","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","tag-forschung-entwicklung-und-innovation","tag-presse"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39768","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/102533"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=39768"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39768\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":39788,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39768\/revisions\/39788"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/39774"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=39768"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=39768"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=39768"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}