{"id":39132,"date":"2025-08-12T06:00:59","date_gmt":"2025-08-12T04:00:59","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=39132"},"modified":"2025-11-19T15:26:06","modified_gmt":"2025-11-19T14:26:06","slug":"nach-10-jahren-einnahme-pille-koennte-gebaermutterkrebsrisiko-um-zwei-drittel-senken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2025\/08\/12\/nach-10-jahren-einnahme-pille-koennte-gebaermutterkrebsrisiko-um-zwei-drittel-senken\/","title":{"rendered":"Nach 10 Jahren Einnahme: Pille k\u00f6nnte Geb\u00e4rmutterkrebsrisiko um zwei Drittel senken"},"content":{"rendered":"<p><strong>Frauen, die zehn Jahre oder l\u00e4nger orale Verh\u00fctungsmittel einnehmen, k\u00f6nnen ihr Risiko, an Geb\u00e4rmutterkrebs zu erkranken, um bis zu 69 % senken, wie eine neue <a href=\"https:\/\/obgyn.onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1111\/aogs.15043\">gro\u00df angelegte Metaanalyse der Semmelweis Universit\u00e4t<\/a> ergeben hat. Die Studie zeigt einen starken, zeitabh\u00e4ngigen Zusammenhang zwischen der Einnahme oraler Kontrazeptiva und dem Risiko f\u00fcr Geb\u00e4rmutterkrebs. Bereits eine k\u00fcrzere Einnahmedauer ist mit einer signifikanten Verringerung der Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung verbunden.<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-39137 size-full\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/08\/woman-hand-holding-a-contraceptive-panel-prevent-p-2025-01-16-13-50-13-utc.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"801\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/08\/woman-hand-holding-a-contraceptive-panel-prevent-p-2025-01-16-13-50-13-utc.jpg 1200w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/08\/woman-hand-holding-a-contraceptive-panel-prevent-p-2025-01-16-13-50-13-utc-400x267.jpg 400w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/08\/woman-hand-holding-a-contraceptive-panel-prevent-p-2025-01-16-13-50-13-utc-1024x684.jpg 1024w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/08\/woman-hand-holding-a-contraceptive-panel-prevent-p-2025-01-16-13-50-13-utc-768x513.jpg 768w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/08\/woman-hand-holding-a-contraceptive-panel-prevent-p-2025-01-16-13-50-13-utc-753x503.jpg 753w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/08\/woman-hand-holding-a-contraceptive-panel-prevent-p-2025-01-16-13-50-13-utc-203x135.jpg 203w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/p>\n<p>Die in der Fachzeitschrift \u201eActa Obstetricia et Gynecologica Scandinavica\u201d ver\u00f6ffentlichte Studie best\u00e4tigt einen eindeutigen inversen Zusammenhang zwischen der Einnahme oraler Kontrazeptiva (OK) und dem Risiko f\u00fcr Endometriumkarzinom (EMC).<\/p>\n<div class=\"w-100 fontos_div\">Frauen, die jemals OKs eingenommen hatten, hatten ein um 39 Prozent geringeres Risiko, an EMC zu erkranken, als Frauen, die noch nie OKs eingenommen hatten.<\/div>\n<p>Je l\u00e4nger die Einnahme von OKs andauerte, desto st\u00e4rker war der sch\u00fctzende Zusammenhang zwischen der Einnahme von OKs und dem Risiko f\u00fcr EMC: Frauen, die OKs weniger als f\u00fcnf Jahre einnahmen, hatten ein um 34 % geringeres Risiko. Bei Frauen, die sie f\u00fcnf Jahre oder l\u00e4nger einnahmen, war das Risiko um 61 % geringer. Der st\u00e4rkste Nutzen \u2013 eine Verringerung um 69 % \u2013 wurde bei Frauen beobachtet, die OKs mindestens zehn Jahre lang einnahmen.<\/p>\n<p>Bei einer Beschr\u00e4nkung der Analyse auf Anwenderinnen von kombinierten oralen Kontrazeptiva (KOK) war der sch\u00fctzende Zusammenhang noch ausgepr\u00e4gter: Im Vergleich zu Nichtanwenderinnen sank das Risiko f\u00fcr Geb\u00e4rmutterkrebs um 54 %.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-39135 alignleft\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/08\/RS219129_GV5A6985-scr-400x267.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/08\/RS219129_GV5A6985-scr-400x267.jpg 400w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/08\/RS219129_GV5A6985-scr-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/08\/RS219129_GV5A6985-scr-768x512.jpg 768w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/08\/RS219129_GV5A6985-scr-753x502.jpg 753w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/08\/RS219129_GV5A6985-scr-203x135.jpg 203w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/08\/RS219129_GV5A6985-scr.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>\u201eDie Einnahme oraler Kontrazeptiva, die den Hormonspiegel regulieren, scheint die Vermehrung von Endometrium-Zellen zu reduzieren und damit m\u00f6glicherweise die Mutationsrate und das langfristige Krebsrisiko zu senken\u201c &#8211; erkl\u00e4rte Dr. Andr\u00e1s Harajka, PhD-Student am Zentrum f\u00fcr Translationale Medizin der Semmelweis Universit\u00e4t und Erstautor der Studie.<\/p>\n<p>Im Rahmen der systematischen \u00dcberpr\u00fcfung wurden 56 internationale Studien untersucht, von denen 25 f\u00fcr eine Metaanalyse infrage kamen. Die gepoolten Daten umfassten knapp 10.000 Frauen, bei denen ein Endometriumkarzinom (EMC) diagnostiziert wurde.<\/p>\n<div class=\"keretes\">\n<p><strong><em>Das Risiko f\u00fcr Geb\u00e4rmutterkrebs ist bei Frauen im Alter von 35 bis 70 Jahren mehr als achtmal h\u00f6her als bei j\u00fcngeren Frauen, und bei \u00dcbergewicht (BMI \u00fcber 30) ist das Risiko fast dreimal so hoch. W\u00e4hrend Parit\u00e4t das Risiko f\u00fcr Geb\u00e4rmutterkrebs um bis zu 31 % senken kann, kann eine sp\u00e4te Menopause mit einer Verdopplung dieses Risikos in Verbindung gebracht werden.<\/em><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p>Das Endometriumkarzinom ist heute die h\u00e4ufigste gyn\u00e4kologische Krebserkrankung in L\u00e4ndern mit hohem Einkommen. Allein im Jahr 2020 wurden weltweit mehr als 417.000 neue F\u00e4lle gemeldet, warnt die Studie. Die Weltgesundheitsorganisation prognostiziert einen Anstieg der EMC-F\u00e4lle um 49 % bis zum Jahr 2050, der mit Faktoren wie Alterung, Fettleibigkeit und hormonellen Einfl\u00fcssen in Verbindung gebracht wird. Fr\u00fchere Studien haben gezeigt, dass hormonelle Faktoren, insbesondere die Rolle von \u00d6strogen und Progesteron, eine zentrale Rolle beim EMC-Risiko spielen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-39136 alignright\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/08\/RS169354_GV5A3115-scr-400x258.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"258\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/08\/RS169354_GV5A3115-scr-400x258.jpg 400w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/08\/RS169354_GV5A3115-scr-1024x660.jpg 1024w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/08\/RS169354_GV5A3115-scr-768x495.jpg 768w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/08\/RS169354_GV5A3115-scr-753x486.jpg 753w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/08\/RS169354_GV5A3115-scr.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>Mitautor Dr. N\u00e1ndor \u00c1cs, ebenfalls Direktor der Klinik f\u00fcr Geburtshilfe und Gyn\u00e4kologie an der Semmelweis Universit\u00e4t, f\u00fcgte hinzu: \u201eUnsere Ergebnisse liefern solide und aktuelle Beweise daf\u00fcr, dass die Einnahme oraler Kontrazeptiva mit einem deutlich geringeren Risiko f\u00fcr Geb\u00e4rmutterkrebs verbunden ist, insbesondere bei l\u00e4ngerer Einnahme. Dies ist ein wichtiger Aspekt, den Patientinnen und \u00c4rzte bei der Beratung zu Verh\u00fctungsmethoden ber\u00fccksichtigen sollten.\u201c<\/p>\n<p>Die Forscher warnen davor, dass orale Kontrazeptiva, die weltweit von mehr als 150 Millionen Frauen genutzt werden, zwar einen erheblichen Schutz bieten, aber auch Nebenwirkungen wie Stimmungsschwankungen, \u00dcbelkeit und in seltenen F\u00e4llen ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Blutgerinnsel oder Schlaganf\u00e4lle haben k\u00f6nnen.<\/p>\n<div class=\"keretes w-100\">\n<p>\u00a0Zu den h\u00e4ufigen Symptomen von Geb\u00e4rmutterkrebs z\u00e4hlen abnormale Scheidenblutungen (vor allem nach den Wechseljahren), Unterleibsschmerzen und ungew\u00f6hnlicher Ausfluss. Frauen, bei denen eines dieser Anzeichen auftritt, sollten umgehend einen Arzt konsultieren. Zwar gibt es keine Routineuntersuchung zur Fr\u00fcherkennung von Geb\u00e4rmutterkrebs, doch durch eine gyn\u00e4kologische Untersuchung, eine transvaginale Ultraschalluntersuchung und eine Geb\u00e4rmutterbiopsie ist eine fr\u00fchzeitige Diagnose oft m\u00f6glich.<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Angelika Erd\u00e9lyi<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<br \/>\nFotos: Bogl\u00e1rka Zellei, Attila Kov\u00e1cs<br \/>\nTitelbild und Illustration: Envato\/Johnstocker<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frauen, die zehn Jahre oder l\u00e4nger orale Verh\u00fctungsmittel einnehmen, k\u00f6nnen ihr Risiko, an Geb\u00e4rmutterkrebs zu erkranken, um bis zu 69 % senken, wie eine neue <a href=\"https:\/\/obgyn.onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1111\/aogs.15043\">gro\u00df angelegte Metaanalyse der Semmelweis Universit\u00e4t<\/a> ergeben hat. Die Studie zeigt einen starken, zeitabh\u00e4ngigen Zusammenhang zwischen der Einnahme oraler Kontrazeptiva und dem Risiko f\u00fcr Geb\u00e4rmutterkrebs. Bereits eine k\u00fcrzere Einnahmedauer ist mit einer signifikanten Verringerung der Wahrscheinlichkeit &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":101423,"featured_media":39138,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[78],"tags":[72],"class_list":["post-39132","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","tag-presse"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39132","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/101423"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=39132"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39132\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":39603,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/39132\/revisions\/39603"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/39138"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=39132"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=39132"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=39132"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}