{"id":39031,"date":"2025-07-02T06:00:16","date_gmt":"2025-07-02T04:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=39031"},"modified":"2025-11-20T16:08:06","modified_gmt":"2025-11-20T15:08:06","slug":"frauen-die-hpv-im-gebaermutterhals-haben-haben-ein-doppelt-so-hohes-risiko-fuer-infektionen-im-mundraum-und-damit-auch-ein-erhoehtes-krebsrisiko","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2025\/07\/02\/frauen-die-hpv-im-gebaermutterhals-haben-haben-ein-doppelt-so-hohes-risiko-fuer-infektionen-im-mundraum-und-damit-auch-ein-erhoehtes-krebsrisiko\/","title":{"rendered":"Frauen mit zervikalem HPV haben ein doppelt so hohes Risiko f\u00fcr orale Infektionen, was das Krebsrisiko erh\u00f6ht"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Frauen, bei denen eine HPV-Infektion (humanes Papillomavirus) im Geb\u00e4rmutterhals diagnostiziert wurde, tragen laut <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/00220345251337071\">einer neuen globalen Studie der Semmelweis Universit\u00e4t<\/a> mehr als doppelt so h\u00e4ufig auch das Virus im Mund als Frauen ohne genitale HPV-Infektion. Bei jeder achten Frau mit einer Infektion im Geb\u00e4rmutterhals wurde HPV im Mund nachgewiesen. Dies l\u00e4sst neue Bedenken hinsichtlich des oft \u00fcbersehenen Risikos von HPV-bedingten Krebserkrankungen im Mund- und Rachenraum aufkommen. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die umfassende Metaanalyse von 41 Studien* mit \u00fcber 5.000 Frauen aus f\u00fcnf Kontinenten war die erste Untersuchung, die sich mit der Frage befasste, ob eine HPV-Infektion im Geb\u00e4rmutterhals das Risiko einer oralen HPV-Infektion erh\u00f6ht. Die Analyse zeigt, dass orale HPV-Infektionen bei Frauen mit Geb\u00e4rmutterhalskrebs deutlich h\u00e4ufiger auftreten \u2013 13 % gegen\u00fcber 4 % bei HPV-negativen Frauen \u2013, was einem 2,22-fach erh\u00f6hten Risiko entspricht. Dar\u00fcber hinaus hatten 17 % der Frauen, die sowohl eine HPV-Infektion im Geb\u00e4rmutterhals als auch eine positive Zytologie aufwiesen, auch eine HPV-Infektion im Mund.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">HPV ist die weltweit h\u00e4ufigste sexuell \u00fcbertragbare Infektion. Sch\u00e4tzungsweise sind 630 Millionen Menschen davon betroffen und etwa 5 % aller Krebserkrankungen werden durch HPV verursacht, wie in der k\u00fcrzlich im <em>Journal of Dental Research<\/em> ver\u00f6ffentlichten Studie hei\u00dft. W\u00e4hrend die Rolle von HPV bei Geb\u00e4rmutterhalskrebs weithin bekannt ist, ist HPV auch eine wichtige Ursache f\u00fcr Mund- und Rachenkrebs, insbesondere in den Mandeln und am Zungengrund.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-39033 alignright\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/06\/RS213467_thumbnail_Prof-Dr-Rozsa-Noemi-Katinka-scr-266x400.jpg\" alt=\"\" width=\"266\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/06\/RS213467_thumbnail_Prof-Dr-Rozsa-Noemi-Katinka-scr-266x400.jpg 266w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/06\/RS213467_thumbnail_Prof-Dr-Rozsa-Noemi-Katinka-scr.jpg 598w\" sizes=\"auto, (max-width: 266px) 100vw, 266px\" \/>\u201eHPV im Geb\u00e4rmutterhals kann ein Warnsignal f\u00fcr ein erh\u00f6htes Infektionsrisiko sein\u201c &#8211; sagte Dr. No\u00e9mi Katinka R\u00f3zsa, Direktorin der Klinik f\u00fcr Kinderzahnheilkunde und Kieferorthop\u00e4die der Semmelweis Universit\u00e4t und Hauptautorin der Studie. \u201cEine von acht dieser Frauen tr\u00e4gt auch HPV im Mund, fast immer ohne Symptome &#8211; w\u00e4hrend diese Zahl bei Frauen ohne HPV im Geb\u00e4rmutterhals auf eine von f\u00fcnfundzwanzig sank.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">HPV wird am h\u00e4ufigsten sexuell durch Haut- und Schleimhautkontakt \u00fcbertragen, wodurch das Virus vom Geb\u00e4rmutterhals in den Mund gelangen kann. Meistens stecken Frauen, die HPV im Geb\u00e4rmutterhals haben, ihre Partner an und werden dann durch Oralsex erneut infiziert. In einigen F\u00e4llen kann der m\u00e4nnliche Partner HPV aus einer fr\u00fcheren Beziehung mitbringen.<\/p>\n<div class=\"keretes w-100\" style=\"text-align: justify\">\n<p><em>Obwohl sich diese Studie auf Frauen konzentrierte, haben M\u00e4nner ein h\u00f6heres Risiko f\u00fcr HPV-bedingte Mund-Rachen-Krebserkrankungen, mit insgesamt fast 22.000 diagnostizierten F\u00e4llen pro Jahr, wobei die Rate bei M\u00e4nnern viermal h\u00f6her ist als bei Frauen. Dies ist m\u00f6glicherweise auf eine h\u00f6here Viruslast im Geb\u00e4rmutterhals zur\u00fcckzuf\u00fchren, wodurch heterosexuelle M\u00e4nner beim Oralverkehr einem h\u00f6heren HPV-Risiko ausgesetzt sind.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Es gibt etwa 200 HPV-Typen, von denen \u00fcber 20 mit Krebs in Verbindung gebracht werden. Fast alle sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit dem Virus, aber HPV-Infektionen werden oft auf nat\u00fcrliche Weise bek\u00e4mpft. Wenn das Virus jedoch persistiert, kann es schlie\u00dflich zu b\u00f6sartigen Ver\u00e4nderungen f\u00fchren und Krebs verursachen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Obwohl HPV vor allem als Ursache f\u00fcr Geb\u00e4rmutterhalskrebs bekannt ist, kann es auch zu immer h\u00e4ufiger auftretenden Krebserkrankungen des Anus, des Penis, der Vagina, der Vulva und des Oropharynx, dem mittleren Teil des Rachens hinter dem Mund, f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-39037 alignleft\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/06\/GV5A1526-400x267.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/06\/GV5A1526-400x267.jpg 400w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/06\/GV5A1526-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/06\/GV5A1526-768x512.jpg 768w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/06\/GV5A1526-753x502.jpg 753w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/06\/GV5A1526-203x135.jpg 203w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/06\/GV5A1526.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>\u201eWir haben die h\u00f6chste Pr\u00e4valenz von oralem HPV bei Frauen festgestellt, die sowohl HPV-positiv im Geb\u00e4rmutterhals waren als auch eine abnormale Zytologie aufwiesen, was meist durch eine HPV-Infektion verursacht wird. Wenn L\u00e4sionen auftreten, deutet dies darauf hin, dass HPV bereits seit l\u00e4ngerer Zeit im Geb\u00e4rmutterhals vorhanden ist, was das Risiko einer Ausbreitung auf Mund und Rachen erh\u00f6ht\u201c &#8211; erkl\u00e4rte Dr. Ad\u00e9l Eszter M\u00f3zes, PhD-Studentin der Zahnmedizin an der Semmelweis Universit\u00e4t und Erstautorin der Studie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Forscher warnen, dass dank Vorsorgeprogrammen f\u00fcr Geb\u00e4rmutterhalskrebs die Krebsraten in L\u00e4ndern mit hohem Einkommen zwar drastisch gesunken sind, HPV-bedingte Mund- und Rachenkrebserkrankungen jedoch zunehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Derzeit gibt es keine Standardvorsorgeuntersuchung f\u00fcr orale HPV-Infektionen, und die U.S. Food and Drug Administration (US-Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebens- und Arzneimittel &#8211; FDA) empfiehlt aufgrund fehlender validierter Testverfahren und der geringen Pr\u00e4valenz keine fl\u00e4chendeckenden Untersuchungen. Die neuen Erkenntnisse zeigen jedoch einen klaren Zusammenhang zwischen HPV-Infektionen im Geb\u00e4rmutterhals und im Mundraum, was darauf hindeutet, dass die Pr\u00e4valenz in bestimmten Risikogruppen m\u00f6glicherweise nicht so gering ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Derzeit ist die Fr\u00fcherkennung \u00e4u\u00dferst schwierig, da HPV-bedingten Kehlkopfkrebserkrankungen keine eindeutigen L\u00e4sionen im Mund- und Rachenraum vorausgehen. Die Identifizierung von Frauen mit zervikalem HPV als Risikogruppe k\u00f6nnte jedoch neue Wege f\u00fcr die Pr\u00e4vention er\u00f6ffnen, darunter eine engmaschigere \u00dcberwachung und \u00dcberweisung an Hals-Nasen-Ohren-\u00c4rzte (HNO) oder Zahn\u00e4rzte\u201c &#8211; f\u00fcgte Dr. M\u00f3zes hinzu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ohne zuverl\u00e4ssige orale HPV-Tests bleibt die Impfung die wichtigste Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-39034 alignright\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/06\/RS169354_GV5A3115-scr-400x258.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"258\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/06\/RS169354_GV5A3115-scr-400x258.jpg 400w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/06\/RS169354_GV5A3115-scr-1024x660.jpg 1024w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/06\/RS169354_GV5A3115-scr-768x495.jpg 768w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/06\/RS169354_GV5A3115-scr-753x486.jpg 753w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/06\/RS169354_GV5A3115-scr.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>\u201eDie HPV-Impfung bietet mindestens 15 Jahre lang einen bis zu 90-prozentigen Schutz vor dem Virus, einschlie\u00dflich der Typen, die am h\u00e4ufigsten Krebs verursachen. Allerdings liegt die weltweite Impfquote immer noch unter den Zielvorgaben, und das \u00f6ffentliche Bewusstsein ist nach wie vor gering\u201c &#8211; f\u00fcgte Dr. N\u00e1ndor \u00c1cs, Direktor der Klinik f\u00fcr Geburtshilfe und Gyn\u00e4kologie und Mitautor der Studie, hinzu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der erste HPV-Impfstoff wurde 2006 zugelassen, und 2020 erweiterte die FDA die Anwendung des Impfstoffs, der vor den neun gef\u00e4hrlichsten HPV-St\u00e4mmen sch\u00fctzt, um Mund-Rachen- und andere Kopf-Hals-Krebserkrankungen zu verhindern. Eine Herdenimmunit\u00e4t ist jedoch noch in weiter Ferne, da die Impfquote in den WHO-Regionen zwischen 29 % und 60 % liegt und damit weit hinter dem Ziel von 80\u201390 % zur\u00fcckbleibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n<div class=\"keretes w-100\" style=\"text-align: justify\">\n<p><em>Hochriskante HPV-Infektionen im Geb\u00e4rmutterhals verlaufen symptomfrei und zeigen keine Anzeichen, bis Ver\u00e4nderungen durch Vorsorgeuntersuchungen festgestellt werden. Dies unterstreicht die Bedeutung regelm\u00e4\u00dfiger HPV- und und Pap-Tests.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>* <\/em>Alle Studien in der Metaanalyse erf\u00fcllten strenge Kriterien, darunter die Untersuchung auf die neun Genotypen, gegen die der am h\u00e4ufigsten verwendete HPV-Impfstoff wirksam ist, der vor den gef\u00e4hrlichsten St\u00e4mmen des Virus sch\u00fctzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n<div style=\"text-align: justify\" data-olk-copy-source=\"MessageBody\">Angelika Erd\u00e9lyi<\/div>\n<div class=\"x_elementToProof\" style=\"text-align: justify\" data-olk-copy-source=\"MessageBody\">Foto: Bogl\u00e1rka Zellei, Attila Kov\u00e1cs &#8211; Semmelweis Universit\u00e4t<br \/>\nTitelbild: Envato\/chormail<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/div>\n<div class=\"x_elementToProof\" style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frauen, bei denen eine HPV-Infektion (humanes Papillomavirus) im Geb\u00e4rmutterhals diagnostiziert wurde, tragen laut <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/00220345251337071\">einer neuen globalen Studie der Semmelweis Universit\u00e4t<\/a> mehr als doppelt so h\u00e4ufig auch das Virus im Mund als Frauen ohne genitale HPV-Infektion. 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