{"id":38948,"date":"2025-06-18T06:00:51","date_gmt":"2025-06-18T04:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=38948"},"modified":"2025-11-20T16:06:50","modified_gmt":"2025-11-20T15:06:50","slug":"grossstudien-zeigen-zu-wenig-oder-zu-viel-schlaf-erhoeht-das-sterberisiko-und-das-risiko-eines-schlaganfalls","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2025\/06\/18\/grossstudien-zeigen-zu-wenig-oder-zu-viel-schlaf-erhoeht-das-sterberisiko-und-das-risiko-eines-schlaganfalls\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfstudien zeigen: Zu wenig oder zu viel Schlaf erh\u00f6ht das Sterberisiko und das Risiko eines Schlaganfalls"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Regelm\u00e4\u00dfiger Schlaf von weniger als sieben Stunden oder mehr als neun Stunden steht in Zusammenhang mit einer erh\u00f6hten Gesamtsterblichkeit. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen M\u00e4nnern und Frauen, wie eine k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte Metaanalyse der Semmelweis Universit\u00e4t nahelegt. Die gleichen Schlafmuster beeinflussen auch das Risiko f\u00fcr Schlaganf\u00e4lle und damit zusammenh\u00e4ngende Todesf\u00e4lle erheblich.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s11357-025-01592-y\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-38952 alignleft\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/06\/RS215745_GV5A7241-Edit-Edit-scr-002-267x400.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/06\/RS215745_GV5A7241-Edit-Edit-scr-002-267x400.jpg 267w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/06\/RS215745_GV5A7241-Edit-Edit-scr-002.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px\" \/>Laut einer gro\u00df angelegten Metaanalyse, die in <em>GeroScience<\/em> ver\u00f6ffentlicht wurde,<\/a> haben Menschen, die weniger als 7 Stunden pro Nacht schlafen, ein um 14 % h\u00f6heres Risiko, an einer beliebigen Ursache zu sterben. Im Gegensatz dazu erh\u00f6hen diejenigen, die regelm\u00e4\u00dfig 9 Stunden oder mehr schlafen, ihr Risiko um 34 % im Vergleich zu den optimalen 7\u20138 Stunden Schlaf pro Nacht.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">An der Studie der Semmelweis Universit\u00e4t waren 79 internationale Publikationen und Daten von mehr als 2,1 Millionen Teilnehmern in Gruppen mit kurzer und langer Schlafdauer beteiligt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Studie ergab auch signifikante Unterschiede zwischen den Geschlechtern. M\u00e4nner, die weniger als 7 Stunden schliefen, hatten ein um 16 % h\u00f6heres Sterberisiko, und diejenigen, die 8 Stunden oder mehr schliefen, hatten ein um 36 % erh\u00f6htes Risiko. Frauen mit kurzer Schlafdauer hatten ein um 14 % h\u00f6heres Risiko, w\u00e4hrend diejenigen mit langer Schlafdauer einem um 44 % erh\u00f6hten Risiko ausgesetzt waren. Diese Unterschiede k\u00f6nnten mit hormonellen, verhaltensbezogenen oder kardiovaskul\u00e4ren Unterschieden zwischen M\u00e4nnern und Frauen zusammenh\u00e4ngen, wobei die genauen Mechanismen noch unbekannt sind.<\/p>\n<div class=\"keretes\" style=\"text-align: justify\">\n<p><em>Fr\u00fchere Studien deuten darauf hin, dass bis zu einem Drittel der Weltbev\u00f6lkerung irgendwann in ihrem Leben unter Schlaflosigkeit leidet und etwa 10 % von chronischer Insomnie betroffen sind.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Schlafmangel ist ein weltweit wachsendes Gesundheitsproblem, warnt die Studie. Millionen Menschen weltweit schlafen aufgrund von beruflichen Anforderungen, der Nutzung digitaler Bildschirme und Stress regelm\u00e4\u00dfig zu wenig. Besonders betroffen sind Schichtarbeiter und Menschen mit unregelm\u00e4\u00dfigen Arbeitszeiten. Chronischer Schlafmangel steht nicht nur mit einer erh\u00f6hten Sterblichkeit in Verbindung, sondern auch mit zahlreichen Gesundheitsproblemen wie Fettleibigkeit, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einer geschw\u00e4chten Immunabwehr.<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eAls Gesellschaft erleben wir eine Schlafepidemie\u201c\u00a0<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8211; sagte Dr. Gy\u00f6rgy Purebl, Direktor des Instituts f\u00fcr Verhaltenswissenschaften der Semmelweis Universit\u00e4t und Mitautor der Studie. \u201eObwohl wir ein gr\u00f6\u00dferes Bewusstsein daf\u00fcr haben, hat sich unser Verhalten in den letzten zehn Jahren kaum ver\u00e4ndert. St\u00e4ndige Belastung durch blaues Licht, der Druck, st\u00e4ndig erreichbar zu sein, und St\u00f6rungen unseres nat\u00fcrlichen Biorhythmus beeintr\u00e4chtigen weiterhin unsere Gesundheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s11357-025-01593-x\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-38951 alignleft\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/06\/RS215419_GV5A2262-scr-002-267x400.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/06\/RS215419_GV5A2262-scr-002-267x400.jpg 267w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/06\/RS215419_GV5A2262-scr-002.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px\" \/>In einer zweiten Studie<\/a> konzentrierten sich die ungarischen Forscher auf den Zusammenhang zwischen Schlafdauer und Schlaganfallh\u00e4ufigkeit sowie der damit verbundenen Sterblichkeit. Personen, die 5\u20136 Stunden pro Nacht schliefen, hatten ein um 29 % h\u00f6heres Schlaganfallrisiko und eine um 12 % h\u00f6here Schlaganfallsterblichkeit. Bei Personen, die mehr als 8\u20139 Stunden schliefen, war das Schlaganfallrisiko um 46 % h\u00f6her und die Schlaganfallsterblichkeit wurde um 45 % erh\u00f6ht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Schlaganf\u00e4lle sind nach wie vor eine der weltweit h\u00e4ufigsten Ursachen f\u00fcr Tod und langfristige Behinderung\u201c &#8211; sagte Dr. Bal\u00e1zs Gy\u0151rffy, Leiter des Lehrstuhls f\u00fcr Bioinformatik an der Semmelweis Universit\u00e4t und leitender Autor beider Studien. \u201eDie Identifizierung ver\u00e4nderbarer Risikofaktoren wie Schlaf kann erhebliche Vorteile f\u00fcr die allgemeine Gesundheit bieten. Unsere Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Schlafdauer in Strategien zur Schlaganfallpr\u00e4vention ber\u00fccksichtigt werden sollte, um die Belastung des Gesundheitssystems zu verringern und die Gesundheit der Bev\u00f6lkerung zu verbessern.\u201c<\/p>\n<div class=\"keretes\" style=\"text-align: justify\">\n<p><em>Laut der Weltgesundheitsorganisation erleiden jedes Jahr 15 Millionen Menschen einen Schlaganfall. F\u00fcnf Millionen sterben, weitere f\u00fcnf Millionen leiden unter langfristigen Behinderungen, h\u00e4ufig mit Seh- oder Sprachverlust, L\u00e4hmungen oder kognitiven Beeintr\u00e4chtigungen. Viele F\u00e4lle k\u00f6nnten durch Blutdruckkontrolle und den Verzicht auf das Rauchen verhindert werden.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Verbesserung der Schlafqualit\u00e4t erfordert nicht immer radikale Ver\u00e4nderungen. Experten empfehlen, einen regelm\u00e4\u00dfigen Schlafrhythmus einzuhalten und eine Schlafenszeit-Routine zu entwickeln, die eine Einschr\u00e4nkung der Bildschirmzeit und der Exposition gegen\u00fcber hellem Licht vor dem Schlafengehen beinhaltet. Ein dunkles, k\u00fchles und ruhiges Schlafzimmer, der Verzicht auf Alkohol, die Einschr\u00e4nkung des Koffeinkonsums am Abend und regelm\u00e4\u00dfige k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t k\u00f6nnen ebenfalls zu einem gesunden, erholsamen Schlaf beitragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Metaanalysen wurden im Rahmen einer <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s11357-023-01018-7\">Semmelweis-Studie durchgef\u00fchrt, einem langfristigen Forschungsprojekt<\/a>, das Mitarbeiter der Semmelweis Universit\u00e4t begleitet, um zu untersuchen, wie sich Lebensstilfaktoren wie Schlaf im Laufe der Zeit auf die Gesundheit auswirken. Die Studie soll nicht nur Erkenntnisse f\u00fcr die interne Gesundheitsf\u00f6rderung liefern, sondern auch Empfehlungen f\u00fcr die allgemeine Bev\u00f6lkerung durch gro\u00df angelegte Pr\u00e4ventionsstrategien erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Angelika Erd\u00e9lyi<br \/>\nFoto: Bogl\u00e1rka Zellei &#8211; Semmelweis Universit\u00e4t<br \/>\nTitelbild: Envato Elements\/artemp3<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Regelm\u00e4\u00dfiger Schlaf von weniger als sieben Stunden oder mehr als neun Stunden steht in Zusammenhang mit einer erh\u00f6hten Gesamtsterblichkeit. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen M\u00e4nnern und Frauen, wie eine k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte Metaanalyse der Semmelweis Universit\u00e4t nahelegt. 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