{"id":38783,"date":"2025-05-07T10:00:13","date_gmt":"2025-05-07T08:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=38783"},"modified":"2025-11-28T10:39:17","modified_gmt":"2025-11-28T09:39:17","slug":"forscher-der-semmelweis-universitaet-untersuchten-die-praevention-einer-schweren-schwangerschaftskomplikation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2025\/05\/07\/forscher-der-semmelweis-universitaet-untersuchten-die-praevention-einer-schweren-schwangerschaftskomplikation\/","title":{"rendered":"Forscher der Semmelweis Universit\u00e4t untersuchten die Pr\u00e4vention einer schweren Schwangerschaftskomplikation"},"content":{"rendered":"<p><strong>Erh\u00f6ht die Einnahme von Aspirin in h\u00f6herer Dosierung als \u00fcblich die Wirksamkeit der Pr\u00e4vention einer schweren Schwangerschaftskomplikation, der Pr\u00e4eklampsie? Forscher der Semmelweis Universit\u00e4t suchten nach einer Antwort auf diese Frage und <\/strong><strong>konnten <a href=\"https:\/\/www.mdpi.com\/2077-0383\/14\/7\/2134\">in ihrer Studie<\/a><\/strong><strong> keinen solchen Zusammenhang feststellen, best\u00e4tigten jedoch, dass eine fr\u00fchzeitig begonnene Aspirin-Behandlung das Risiko der Erkrankung wirksam senkt. <\/strong><\/p>\n<p>Pr\u00e4eklampsie (Schwangerschaftstoxikose) betrifft etwa f\u00fcnf Prozent aller Schwangerschaften, d. h. jede zwanzigste Schwangerschaft kann davon betroffen sein. Sie ist die h\u00e4ufigste blutdruckbedingte Schwangerschaftskomplikation mit Todesfolge, die auch gesunde Schwangere gef\u00e4hrden kann. Das Risiko ist erh\u00f6ht bei Erstgeb\u00e4renden, \u00e4lteren Schwangeren, Zwillingsschwangerschaften, fr\u00fcheren Bluthochdruckerkrankungen oder \u00dcbergewicht. Eines der am h\u00e4ufigsten eingesetzten Mittel zur Vorbeugung der Erkrankung ist die medikament\u00f6se Behandlung, insbesondere Aspirin, das Schwangeren in verschiedenen Dosierungen \u2013 zwischen 25 mg und 150 mg \u2013 empfohlen wird.<\/p>\n<p>Forscher der Semmelweis Universit\u00e4t wollten herausfinden, ob eine Erh\u00f6hung der Dosis eine noch gr\u00f6\u00dfere Wirkung haben k\u00f6nnte. Um dies zu beantworten, analysierten sie in ihrer Metaanalyse die Daten von fast 55.000 schwangeren Frauen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-38787 alignleft\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/05\/RS213788__19A2384-scr-002-267x400.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/05\/RS213788__19A2384-scr-002-267x400.jpg 267w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/05\/RS213788__19A2384-scr-002.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px\" \/>\u201eUnser Ziel war es, unabh\u00e4ngig von den bekannten Risikofaktoren eine m\u00f6glichst gro\u00dfe Bev\u00f6lkerungsgruppe zu untersuchen und verschiedene Dosierungsbereiche miteinander zu vergleichen\u201c &#8211; sagte dr. Bal\u00e1zs Komor\u00f3czy, Assistenzprofessor an der Klinik f\u00fcr Geburtshilfe und Gyn\u00e4kologie der Semmelweis Universit\u00e4t und Erstautor der Studie.<\/p>\n<p>In der Gruppe, in der die Schwangeren, die in der Praxis am h\u00e4ufigsten verabreichte Dosis von 100 mg erhielten, sank die H\u00e4ufigkeit von Pr\u00e4eklampsie um 60 Prozent. Eine Erh\u00f6hung der Dosis auf bis zu 150 mg f\u00fchrte jedoch nicht zu einer eindeutigen Verringerung des Risikos. \u201eWir konnten also keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen der erzielten Wirkung und der Dosis nachweisen\u201c &#8211; sagte dr. Bal\u00e1zs Komor\u00f3czy.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-38794 alignright\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/05\/RS169352_GV5A3105-scr-274x400.jpg\" alt=\"\" width=\"274\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/05\/RS169352_GV5A3105-scr-274x400.jpg 274w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/05\/RS169352_GV5A3105-scr.jpg 617w\" sizes=\"auto, (max-width: 274px) 100vw, 274px\" \/>Wichtiger als die Dosierung ist der rechtzeitige Beginn der medikament\u00f6sen Behandlung. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, sollte die Einnahme von Aspirin fr\u00fchzeitig, in der 12. bis 16. Schwangerschaftswoche, begonnen werden. \u201eSchwangerschaftsbluthochdruck oder Pr\u00e4eklampsie kann in der zweiten H\u00e4lfte der Schwangerschaft, nach der 20. Woche, bei daf\u00fcr anf\u00e4lligen Frauen auftreten\u201c &#8211; sagte dr. N\u00e1ndor \u00c1cs, Direktor der Klinik f\u00fcr Geburtshilfe und Gyn\u00e4kologie der Semmelweis Universit\u00e4t und letzter Autor der Studie. Wenn zuvor mehrfach hohe Werte \u2013 140\/90 mmHg und dar\u00fcber \u2013 gemessen wurden, handelt es sich um chronischen Bluthochdruck &#8211; f\u00fcgte er hinzu.<\/p>\n<p>Bei der Entscheidung \u00fcber eine medikament\u00f6se Behandlung ber\u00fccksichtigen die \u00c4rzte auch die Risikofaktoren und w\u00e4hlen unter Ber\u00fccksichtigung dieser Faktoren die Patientinnen aus, bei denen eine solche Pr\u00e4vention erforderlich ist. \u201eDa Aspirin ein gerinnungshemmendes Mittel ist, ist eine der wichtigsten Fragen, ob mit einem erh\u00f6hten Blutungsrisiko zu rechnen ist\u201c &#8211; erkl\u00e4rt dr. Bal\u00e1zs Komor\u00f3czy. Dies k\u00f6nne eine Kontraindikation f\u00fcr die routinem\u00e4\u00dfige Verabreichung des Medikaments sein &#8211; f\u00fcgte er hinzu.<\/p>\n<p>Bei den in der Studie untersuchten Frauen traten etwas h\u00e4ufiger als durchschnittlich st\u00e4rkere Blutungen auf, deren Anteil jedoch nicht statistisch signifikant war, sodass bei der Anwendung des Medikaments nicht mit einem solchen Risiko zu rechnen ist. \u201eDie Abweichung k\u00f6nnte also auch zuf\u00e4llig sein\u201c &#8211; sagte dr. Bal\u00e1zs Komor\u00f3czy.<\/p>\n<p>Pr\u00e4eklampsie wird von vielen Wissenschaftlern erforscht, die meisten Studien konzentrieren sich jedoch auf bestimmte Untergruppen. Es gibt nur wenige Studien, die verschiedene Dosierungen miteinander vergleichen und nicht mit einer Placebo-Dosierung. \u201eIn Zukunft w\u00e4re es sinnvoll, die h\u00f6here Dosierung mit einer bew\u00e4hrten Dosierung zu vergleichen, aber dazu gibt es nur wenige Studien\u201c &#8211; sagte dr. Bal\u00e1zs Komor\u00f3czy.<\/p>\n<div class=\"keretes w-100\">\n<p>Pr\u00e4eklampsie ist eine Erkrankung, die mit Bluthochdruck und Eiwei\u00dfausscheidung sowie einer Organinsuffizienz einhergeht. Die Ursache f\u00fcr ihre Entstehung ist unbekannt. Subjektive Symptome k\u00f6nnen Schmerzen im Magenbereich, unter dem rechten Rippenbogen, Kopfschmerzen, Sehst\u00f6rungen, Lichtblitze, \u00dcbelkeit und Erbrechen sein. Die schwerwiegendste Komplikation f\u00fcr die Mutter ist die sogenannte Eklampsie, ein epileptischer Anfall mit Kr\u00e4mpfen und Funktionsst\u00f6rungen der Nieren. Beim F\u00f6tus kommt es zu Wachstumsst\u00f6rungen, in schweren F\u00e4llen zum Tod des F\u00f6tus.<\/p>\n<\/div>\n<p>Zs\u00f3fia V\u00e9gh<br \/>\nFotos: B\u00e1lint Barta, Attila Kov\u00e1cs<br \/>\nTitelbild: iS<span data-olk-copy-source=\"MessageBody\">tock by Getty Images<\/span>\/AndreyPopov<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erh\u00f6ht die Einnahme von Aspirin in h\u00f6herer Dosierung als \u00fcblich die Wirksamkeit der Pr\u00e4vention einer schweren Schwangerschaftskomplikation, der Pr\u00e4eklampsie? Forscher der Semmelweis Universit\u00e4t suchten nach einer Antwort auf diese Frage und konnten <a href=\"https:\/\/www.mdpi.com\/2077-0383\/14\/7\/2134\">in ihrer Studie<\/a> keinen solchen Zusammenhang feststellen, best\u00e4tigten jedoch, dass eine fr\u00fchzeitig begonnene Aspirin-Behandlung das Risiko der Erkrankung wirksam senkt. 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