{"id":38568,"date":"2025-03-26T06:00:58","date_gmt":"2025-03-26T05:00:58","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=38568"},"modified":"2025-11-20T16:04:44","modified_gmt":"2025-11-20T15:04:44","slug":"ort-und-zeitpunkt-des-wiederauftretens-von-brustkrebs-koennen-ein-hinweis-auf-das-risiko-von-metastasen-geben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2025\/03\/26\/ort-und-zeitpunkt-des-wiederauftretens-von-brustkrebs-koennen-ein-hinweis-auf-das-risiko-von-metastasen-geben\/","title":{"rendered":"Ort und Zeitpunkt des Wiederauftretens von Brustkrebs k\u00f6nnen ein Hinweis auf das Risiko von Metastasen geben"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Durch maschinelles Lernen kann die Art des lokalen Wiederauftretens von Brustkrebs nach der Erstbehandlung genau vorhergesagt und die Wahrscheinlichkeit von Fernmetastasen beurteilt werden &#8211; zeigt <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41598-025-89339-9\">eine neue Studie der Semmelweis Universit\u00e4t. <\/a><span style=\"font-size: 1rem\">Bei der Analyse der Daten von 154 Patientinnen stellten die Forscher fest, dass das Metastasierungsrisiko umso geringer ist, je mehr Zeit zwischen der Erstdiagnose und dem lokalen Wiederauftreten des Tumors vergeht. Die Ergebnisse sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Entwicklung personalisierter Behandlungsstrategien.<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Forscher der Semmelweis Universit\u00e4t versuchten anhand von vier verschiedenen mathematischen Modellen zu ermitteln, ob durch maschinelles Lernen der genaue Ort eines Tumorrezidivs vorhergesagt und die Wahrscheinlichkeit von Metastasen bei Brustkrebspatientinnen abgesch\u00e4tzt werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ein Lokalrezidiv unterscheidet sich von einer Metastase und kann im verbleibenden Brustgewebe, in der Brustwand, der Haut oder der Operationsnarbe auftreten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Forscher analysierten klinische und pathologische Daten von 154 Frauen mit einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 11 Jahren (133,16 Monaten) nach ihrer Erstdiagnose. Es lagen Daten sowohl f\u00fcr den Prim\u00e4rtumor als auch f\u00fcr das Lokalrezidiv vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das leistungsst\u00e4rkste Modell sagte ein Rezidiv im verbleibenden Brustgewebe mit einer Genauigkeit von 77 % voraus, ein Rezidiv in der Operationsnarbe mit einer Genauigkeit von 69 %. Zu den wichtigsten Vorhersagefaktoren geh\u00f6rten die Art der Operation (brusterhaltend oder mastektomiert), das Alter der Patientin bei der Diagnose, die proliferative Aktivit\u00e4t der Tumorzellen, die durch den Ki67-Proteinspiegel angezeigt wird, und der Progesteronrezeptor-Status (niedrige Spiegel oder das Fehlen von Progesteronrezeptoren haben einen negativen Einfluss auf den Krankheitsverlauf).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ein weiteres wichtiges Ziel war die Vorhersage des Risikos von Fernmetastasen nach einem lokalen Rezidiv. Durch die maschinelle Lernmodellen wurde bei dieser Aufgabe eine Genauigkeit von 78% erreicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-38575 alignleft\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/03\/RS211156_GV5A4885-scr-400x267.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/03\/RS211156_GV5A4885-scr-400x267.jpg 400w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/03\/RS211156_GV5A4885-scr-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/03\/RS211156_GV5A4885-scr-768x512.jpg 768w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/03\/RS211156_GV5A4885-scr-753x502.jpg 753w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/03\/RS211156_GV5A4885-scr-203x135.jpg 203w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/03\/RS211156_GV5A4885-scr.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>\u201eDiese Modelle verkn\u00fcpften die Metastasenbildung in erster Linie mit dem Ort des Wiederauftretens, der Zeit, die zwischen der Erstdiagnose und dem Wiederauftretens verging, und der nach dem Wiederauftretens erhaltenen Behandlung\u201c &#8211; erkl\u00e4rt Dr. Krist\u00f3f Attila Kov\u00e1cs, Assistenzprofessor am Institut f\u00fcr Pathologie, Rechts- und Versicherungsmedizin der Semmelweis Universit\u00e4t und Erstautor der in Scientific Reports ver\u00f6ffentlichten Studie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Metastasierungsrisiko war geringer, wenn der Tumor im verbleibenden Brustgewebe auftrat. Im Gegensatz dazu erh\u00f6hte ein Wiederauftreten in der Brustwand die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Tumor auf andere Organe ausbreitete, erheblich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Studie zeigte auch, dass bei Tumoren, die innerhalb von zwei Jahren nach der Erstdiagnose wieder auftraten, Metastasen h\u00e4ufiger auftraten. Im Gegensatz dazu waren lokale Rezidive nach f\u00fcnf Jahren im Allgemeinen mit einer besseren Prognose bei hormonsensitiven Tumoren verbunden. Bei einem Drittel der Patientinnen traten mehrere Rezidive auf, was das Metastasierungsrisiko weiter erh\u00f6hte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-38574 alignright\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/03\/RS211154_GV5A4860-scr-002-267x400.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/03\/RS211154_GV5A4860-scr-002-267x400.jpg 267w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/03\/RS211154_GV5A4860-scr-002.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px\" \/>\u201eLeider ist selbst bei lokal wiederkehrendem Brustkrebs, der mit Chemotherapie behandelt wird, die Wahrscheinlichkeit von Fernmetastasen nach wie vor hoch. Dies deutet darauf hin, dass in solchen aggressiven F\u00e4llen alternative zielgerichtete Therapien erforderlich sein k\u00f6nnten, selbst bei Sekund\u00e4rtumoren in der N\u00e4he der Operationsstelle\u201c &#8211; sagte Dr. Anna M\u00e1ria T\u0151k\u00e9s, leitende Forscherin am Institut f\u00fcr Pathologie, Rechts- und Versicherungsmedizin der Semmelweis Universit\u00e4t und korrespondierende Autorin der Studie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Jahre 2022 gab es laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit 2,3 Millionen Frauen, die mit Brustkrebs lebten, und 670.000 starben an der Krankheit. Obwohl sich in den entwickelten L\u00e4ndern die \u00dcberlebensraten f\u00fcr Brustkrebspatientinnen in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert haben, kann der Tumor in 5\u201320 % der F\u00e4lle auch nach einer erfolgreichen Erstbehandlung wiederkehren &#8211; warnen die Forscher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Diese lokalen Rezidive variieren erheblich \u2013 einige sind aggressiver als andere \u2013 und erfordern daher m\u00f6glicherweise unterschiedliche Behandlungsans\u00e4tze. Die aktuellen Leitlinien empfehlen jedoch f\u00fcr alle eine weitgehend \u00e4hnliche Behandlung. Eine auf Risikofaktoren zugeschnittene Behandlung k\u00f6nnte die \u00dcberlebenschancen verbessern, weshalb es von entscheidender Bedeutung ist, die Prognose der verschiedenen Rezidiv-Typen zu verstehen\u201c &#8211; f\u00fcgte Dr. Kov\u00e1cs hinzu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Forscher betonen, dass weitere Studien mit gr\u00f6\u00dferen Patientengruppen und genetischen Tumoranalysen die Vorhersagemodelle verfeinern k\u00f6nnten. Die Kombination von maschinellem Lernen mit traditionellen diagnostischen Methoden k\u00f6nnte dazu beitragen, Hochrisikopatienten zu identifizieren und gezielte Behandlungsstrategien zum richtigen Zeitpunkt zu entwickeln \u2013 ein Ansatz, der die Wirksamkeit der Behandlung und die \u00dcberlebenschancen erheblich verbessern k\u00f6nnte.<\/p>\n<div class=\"keretes w-100\" style=\"text-align: justify\">\n<p>Laut WHO war Brustkrebs im Jahre 2022 in 157 von 185 L\u00e4ndern die h\u00e4ufigste Krebserkrankung bei Frauen. Etwa 0,5\u20131 % aller Brustkrebsf\u00e4lle treten bei M\u00e4nnern auf. Von den 154 untersuchten Patientinnen erkrankten 33 nach 10 Jahren erneut, bei einer Patientin kehrte der Brustkrebs nach 23 Jahren zur\u00fcck. Viele Patientinnen nehmen nach der Entlassung aus der Behandlung keine Nachsorgetermine mehr wahr. Dabei sind regelm\u00e4\u00dfige Untersuchungen auch Jahrzehnte nach der Behandlung lebensrettend.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Angelika Erd\u00e9lyi<br \/>\nFoto: Bogl\u00e1rka Zellei, Semmelweis Universit\u00e4t<br \/>\nTitelbild: Envato Elements\/LightFieldStudios<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch maschinelles Lernen kann die Art des lokalen Wiederauftretens von Brustkrebs nach der Erstbehandlung genau vorhergesagt und die Wahrscheinlichkeit von Fernmetastasen beurteilt werden &#8211; zeigt <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41598-025-89339-9\">eine neue Studie der Semmelweis Universit\u00e4t. <\/a> Bei der Analyse der Daten von 154 Patientinnen stellten die Forscher fest, dass das Metastasierungsrisiko umso geringer ist, je mehr Zeit zwischen der Erstdiagnose und dem lokalen Wiederauftreten des Tumors &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":101423,"featured_media":38576,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[78],"tags":[72],"class_list":["post-38568","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","tag-presse"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38568","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/101423"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=38568"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38568\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":39636,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/38568\/revisions\/39636"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/38576"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=38568"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=38568"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=38568"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}