{"id":38234,"date":"2025-01-28T06:00:50","date_gmt":"2025-01-28T05:00:50","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=38234"},"modified":"2025-01-22T11:34:22","modified_gmt":"2025-01-22T10:34:22","slug":"die-semmelweis-universitaet-untersucht-die-umweltauswirkungen-der-zahnpflege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2025\/01\/28\/die-semmelweis-universitaet-untersucht-die-umweltauswirkungen-der-zahnpflege\/","title":{"rendered":"Die Semmelweis Universit\u00e4t untersucht die Umweltauswirkungen der Zahnpflege"},"content":{"rendered":"<p><strong>W\u00e4hrend Gesundheitsf\u00fcrsorgesysteme 4,4 % der globalen Treibhausgasemissionen verursachen und die Zahnmedizin bis zu 5 % dieser Gesamtmenge ausmacht, liefert eine Fallstudie der Semmelweis Universit\u00e4t aufschlussreiche Ergebnisse: In der Fakult\u00e4t f\u00fcr Zahnheilkunde wird bei der Behandlung von \u00fcber 600 Patienten t\u00e4glich fast 60 Kilogramm gef\u00e4hrlichen Abfall erzeugt. Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit nachhaltiger Verfahren in der Zahnpflege weltweit, von der Abfallreduzierung bis hin zur umweltbewussten Pr\u00e4vention.<\/strong><\/p>\n<p>Laut der internationalen gemeinn\u00fctzigen Organisation \u201eHealth Care Without Harm\u201c sind Gesundheitssysteme weltweit f\u00fcr 4,4 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich, wovon 2\u20135 % auf die Zahnmedizin entfallen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-38237 alignleft\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/01\/RS200606__19A1056-scr__-002-323x400.jpg\" alt=\"\" width=\"323\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/01\/RS200606__19A1056-scr__-002-323x400.jpg 323w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/01\/RS200606__19A1056-scr__-002.jpg 477w\" sizes=\"auto, (max-width: 323px) 100vw, 323px\" \/>\u201eDies ist haupts\u00e4chlich auf die An- und Abreise der Patienten zu Behandlungen, den Arbeitsweg des Personals, die Beschaffung, den Energieverbrauch, die Abfallproduktion und die Abfallentsorgung zur\u00fcckzuf\u00fchren\u201c &#8211; erkl\u00e4rt Dr. Tam\u00e1s Demeter, Dozent und Co-Leiter der Arbeitsgruppe f\u00fcr nachhaltige Zahnmedizin, die 2021 an der Semmelweis Universit\u00e4t gegr\u00fcndet wurde.<\/p>\n<p>Dr. Demeter betonte, dass im globalen HealthCare-Bereich j\u00e4hrlich 5,9 Millionen Tonnen Abfall erzeugt wird, wovon 80.000 Tonnen auf Ungarn entfallen. Etwa 15 % dieses Abfalls fallen als Sonderm\u00fcll an, was spezielle Entsorgungsmethoden erfordert, die kostspielig, energieintensiv und umweltsch\u00e4dlich sind.<\/p>\n<p>Die Arbeitsgruppe f\u00fchrte eine Abfallaudit im zahnmedizinischen Lehrzentrum der Fakult\u00e4t f\u00fcr Zahnheilkunde durch, wo etwa 400 Mitarbeiter in sieben Abteilungen t\u00e4tig sind und t\u00e4glich durchschnittlich 642 Patienten behandeln. In drei Tagen sammelten sie 168 M\u00fclls\u00e4cke, was einem Durchschnitt von fast 60 Kilogramm Sonderm\u00fcll pro Tag entspricht.<\/p>\n<p>Die Pr\u00fcfung ergab, dass pers\u00f6nliche Schutzausr\u00fcstung den gr\u00f6\u00dften Anteil am Abfall ausmachte (47 %), wobei Handschuhe (65 %) und Patientenl\u00e4tzchen (17 %) die gr\u00f6\u00dften Posten darstellten. Papier und Feuchtt\u00fccher (22 %), zahn\u00e4rztliche Spezialabf\u00e4lle (12 %) und Einweg-Plastikartikel (10 %) waren die n\u00e4chstgr\u00f6\u00dften Bereiche.<\/p>\n<p>Die Arbeitsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, die Audit-Daten zu analysieren, um gef\u00e4hrliche Abf\u00e4lle zu reduzieren und einen bewussteren Umgang mit zahn\u00e4rztlichen Verbrauchsmaterialien zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-38236 alignright\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/01\/RS181844_3P1A4303-scr-400x267.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/01\/RS181844_3P1A4303-scr-400x267.jpg 400w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/01\/RS181844_3P1A4303-scr-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/01\/RS181844_3P1A4303-scr-768x512.jpg 768w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/01\/RS181844_3P1A4303-scr-753x502.jpg 753w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/01\/RS181844_3P1A4303-scr-203x135.jpg 203w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2025\/01\/RS181844_3P1A4303-scr.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>\u201eUnsere Berechnungen deuten darauf hin, dass die Einf\u00fchrung von wiederverwendbaren Patientenl\u00e4tzchen und Tabletts den t\u00e4glichen Abfall um \u00fcber 7 Kilogramm reduzieren k\u00f6nnte. Durch eine effizientere Nutzung von Sterilisationsverpackungen k\u00f6nnte der Abfall um weitere 2,3 Kilogramm pro Tag reduziert werden. Auch der Handschuhverbrauch erfordert besondere Aufmerksamkeit, insbesondere bei Zahnmedizinstudenten, bei denen der Verbrauch als au\u00dfergew\u00f6hnlich hoch eingestuft wurde\u201c &#8211; erkl\u00e4rte Dr. Krisztina M\u00e1rton, Professorin und Leiterin des Lehrstuhls f\u00fcr Prop\u00e4deutik an der Semmelweis Universit\u00e4t und Co-Leiterin der Arbeitsgruppe.<\/p>\n<p>Die Fakult\u00e4t f\u00fcr Zahnheilkunde der Semmelweis Universit\u00e4t pr\u00fcft derzeit, wie und wann diese Ergebnisse in die t\u00e4gliche Praxis integriert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die ungarischen Experten betonen, dass auch die Pr\u00e4vention ein Schl\u00fcsselelement f\u00fcr eine nachhaltige Zahnmedizin ist. Eine gute Mundhygiene senkt das Risiko von Mundkrankheiten wie Karies, Parodontitis und Mundkrebs erheblich und minimiert den Bedarf an Zahnbehandlungen \u2013 und umweltbewusste Entscheidungen k\u00f6nnen bereits im eigenen Zuhause getroffen werden.<\/p>\n<p>\u201eFr\u00fchere Untersuchungen zeigen, dass der \u00f6kologische Fu\u00dfabdruck von elektrischen Zahnb\u00fcrsten den von Handzahnb\u00fcrsten bei weiten \u00fcbersteigt. Innerhalb der Kategorie der Handzahnb\u00fcrsten haben Zahnb\u00fcrsten aus Bambus oder Kunststoff mit austauschbaren K\u00f6pfen die geringste Umweltbelastung\u201c &#8211; erkl\u00e4rte Dr. Demeter.<\/p>\n<p>Was zus\u00e4tzliche Mundpflegeprodukte betrifft, so sind Wasserzahnseideger\u00e4te weniger empfehlenswert, da es sich um elektronische Ger\u00e4te handelt, die bei unsachgem\u00e4\u00dfer Verwendung Plaque tiefer unter den Zahnfleischrand dr\u00fccken k\u00f6nnen, anstatt ihn zu entfernen. Interdentalb\u00fcrsten oder Zahnseide sind bessere Alternativen. Bei Zahnseide sind kompostierbare Varianten den herk\u00f6mmlichen Nylonsorten vorzuziehen, vorausgesetzt, sie fransen nicht aus.<\/p>\n<p>Dr. Demeter empfiehlt Kr\u00e4uterzahnpasten aus biologischem Anbau, wenn sie bestimmte Kriterien erf\u00fcllen, wie z. B. einen Fluoridgehalt zur St\u00e4rkung des Zahnschmelzes.<\/p>\n<p>\u201eHerk\u00f6mmliche Zahnpasten enthalten oft Konservierungsmittel, Konsistenzgeber und petrochemische Nebenprodukte wie Mikroplastik. Diese sind zwar in geringen Mengen nicht sch\u00e4dlich, k\u00f6nnen aber bei unsachgem\u00e4\u00dfer Anwendung die Mundschleimhaut reizen und \u00d6kosysteme sch\u00e4digen, wenn sie in nat\u00fcrliche Wasserquellen gelangen. Es ist ratsam, sich f\u00fcr umweltfreundliche Alternativen zu entscheiden\u201c &#8211; f\u00fcgt er hinzu.<\/p>\n<p>Dr. Demeter betonte, wie wichtig die Qualit\u00e4t der Zahnb\u00fcrste und die richtige Putztechnik sind: Die regelm\u00e4\u00dfige Reinigung des Zahnfleischsaums und der Zahnzwischenr\u00e4ume ist unerl\u00e4sslich, um Zahn- und Mundkrankheiten vorzubeugen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Angelika Erd\u00e9lyi<br \/>\nFotos: Bogl\u00e1rka Zellei, B\u00e1lint Barta &#8211; Semmelweis Universit\u00e4t<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend Gesundheitsf\u00fcrsorgesysteme 4,4 % der globalen Treibhausgasemissionen verursachen und die Zahnmedizin bis zu 5 % dieser Gesamtmenge ausmacht, liefert eine Fallstudie der Semmelweis Universit\u00e4t aufschlussreiche Ergebnisse: In der Fakult\u00e4t f\u00fcr Zahnheilkunde wird bei der Behandlung von \u00fcber 600 Patienten t\u00e4glich fast 60 Kilogramm gef\u00e4hrlichen Abfall erzeugt. 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