{"id":36903,"date":"2024-06-24T06:00:52","date_gmt":"2024-06-24T04:00:52","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=36903"},"modified":"2025-11-20T15:56:09","modified_gmt":"2025-11-20T14:56:09","slug":"juengere-menschen-mit-diabetes-haben-ein-hoeheres-risiko-an-krebs-zu-erkranken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2024\/06\/24\/juengere-menschen-mit-diabetes-haben-ein-hoeheres-risiko-an-krebs-zu-erkranken\/","title":{"rendered":"J\u00fcngere Menschen mit Diabetes haben ein h\u00f6heres Risiko, an Krebs zu erkranken"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Diabetes erh\u00f6ht das Krebsrisiko erheblich, insbesondere bei Menschen im Alter von 40-54 Jahren, wie neue Forschungsergebnisse zeigen. Die Analyse der Daten von mehr als drei Millionen Patienten warnt davor, dass das Krebsrisiko kurz vor der offiziellen Diabetesdiagnose zu steigen beginnt und im Jahr danach seinen H\u00f6hepunkt erreicht.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Risiko, an Pankreaskarzinom zu erkranken, ist laut Semmelweis-Forschern bei Menschen mit Diabetes fast zweieinhalb Mal (129,4 Prozent) h\u00f6her als bei der gesunden Bev\u00f6lkerung. Das Risiko, an Leberkrebs zu erkranken, ist bei Menschen mit Diabetes um 83 % h\u00f6her.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Semmelweis-Forscher analysierten zwischen 2010 und 2021 die Daten von 3 681 774 Personen aus der Datenbank der Nationale Kasse f\u00fcr Gesundheitsversicherung, von denen 86 537 an Diabetes erkrankt waren. Die in die Analyse einbezogene Altersgruppe lag zwischen 40 und 89 Jahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">W\u00e4hrend des Beobachtungszeitraums wurde bei 8,6 Prozent der Personen in der Kontrollgruppe bzw. bei 10,1 Prozent der Personen mit Diabetes Krebs diagnostiziert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zus\u00e4tzlich zu Bauchspeicheldr\u00fcsen- und Lebertumoren untersuchten die Forscher auch das Risiko f\u00fcr vier weitere Krebsarten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-36908 size-medium\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/06\/Safadi-Helena-043_web2-400x400.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/06\/Safadi-Helena-043_web2-400x400.jpg 400w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/06\/Safadi-Helena-043_web2-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/06\/Safadi-Helena-043_web2-150x150.jpg 150w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/06\/Safadi-Helena-043_web2-768x768.jpg 768w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/06\/Safadi-Helena-043_web2-753x753.jpg 753w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/06\/Safadi-Helena-043_web2.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>&#8222;Bei allen sechs Tumorarten stellten wir fest, dass Menschen mit Diabetes, einschlie\u00dflich Typ eins und Typ zwei, ein h\u00f6heres Risiko haben, an Krebs zu erkranken&#8220;, sagte Dr. Hel\u00e9na Safadi, Assistenzprofessorin am Zentrum f\u00fcr die Ausbildung im Gesundheitsmanagement der Semmelweis Universit\u00e4t und Erstautorin der <a href=\"https:\/\/www.diabetesresearchclinicalpractice.com\/article\/S0168-8227(24)00575-8\/fulltext#%20\">in der Zeitschrift <em>Diabetes Research and Clinical Practice<\/em> ver\u00f6ffentlichten Studie<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bei Diabetikern war das Risiko, an Nierenkrebs zu erkranken, um 44,2 Prozent und das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, um 30 Prozent h\u00f6her als bei der gesunden Bev\u00f6lkerung. Das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, war bei Patienten mit Diabetes um 17,1 Prozent h\u00f6her, w\u00e4hrend das Risiko f\u00fcr Brustkrebs um 13,7 Prozent h\u00f6her lag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Unterschied in der Krebsinzidenz zwischen Diabetikern und Kontrollpersonen war in der j\u00fcngeren Altersgruppe am deutlichsten: Bei 5,4 % der Erkrankten im Alter von 40 bis 54 Jahren wurde in den zehn Jahren Krebs diagnostiziert, gegen\u00fcber 4,4 % der Kontrollpersonen. In der Altersgruppe der 70- bis 89-J\u00e4hrigen betrug der Unterschied zwischen Diabetikern und Kontrollpersonen dagegen nur 0,3 Prozentpunkte (12,7 % gegen\u00fcber 12,4 %).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Forscher stellten weiterhin fest, dass die Zeit zwischen der Diagnose von Diabetes und der Entwicklung von Tumoren sehr kurz war, und dass die Krankheiten oft gleichzeitig auftraten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-36906 alignright\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/06\/Dr.-Belicza-Eva-110_web-400x400.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/06\/Dr.-Belicza-Eva-110_web-400x400.jpg 400w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/06\/Dr.-Belicza-Eva-110_web-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/06\/Dr.-Belicza-Eva-110_web-150x150.jpg 150w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/06\/Dr.-Belicza-Eva-110_web-768x768.jpg 768w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/06\/Dr.-Belicza-Eva-110_web-753x753.jpg 753w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/06\/Dr.-Belicza-Eva-110_web.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>&#8222;Das Risiko, an Krebs zu erkranken, war bereits innerhalb eines Jahres vor der Diabetesdiagnose deutlich h\u00f6her und erreichte in den n\u00e4chsten ein bis zwei Jahren seinen H\u00f6hepunkt. Danach verlangsamte sich der Aufw\u00e4rtstrend, und die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, begann sich in den Gruppen der Diabetiker und der Gesunden anzun\u00e4hern&#8220; &#8211; erkl\u00e4rte Dr. \u00c9va Belicza, au\u00dferordentliche Professorin am Zentrum f\u00fcr die Ausbildung im Gesundheitsmanagement an der Semmelweis Universit\u00e4t und letzte Autorin der Studie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">F\u00fcr dieses Ph\u00e4nomen gibt es in der Literatur mehrere Erkl\u00e4rungen. Eine davon ist, dass das Entstehen von Tumoren durch einen erh\u00f6hten Insulinspiegel verursacht werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8222;<em>Hyperinsulin\u00e4mie oder Insulinresistenz<\/em> ist die Bezeichnung f\u00fcr den pr\u00e4diabetischen Zustand, bei dem der Blutzuckerspiegel noch normal ist, der K\u00f6rper aber bereits mehr Insulin ben\u00f6tigt, damit die Zellen in der Lage sind, Zucker aus dem Blut aufzunehmen. Diese erh\u00f6hten Insulinwerte k\u00f6nnen einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr das erh\u00f6hte Krebsrisiko sein&#8220; &#8211; f\u00fcgte Dr. Hel\u00e9na Safadi hinzu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Forscher empfehlen daher ein erneutes Nachdenken \u00fcber die Screening-Leitlinien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-36907 alignleft\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/06\/Dr.-Lam-Judit-056_web-400x400.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/06\/Dr.-Lam-Judit-056_web-400x400.jpg 400w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/06\/Dr.-Lam-Judit-056_web-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/06\/Dr.-Lam-Judit-056_web-150x150.jpg 150w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/06\/Dr.-Lam-Judit-056_web-768x768.jpg 768w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/06\/Dr.-Lam-Judit-056_web-753x753.jpg 753w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/06\/Dr.-Lam-Judit-056_web.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>&#8222;Es w\u00e4re wichtig, bereits im Alter von Ende 30 bis Anfang 40 mit regelm\u00e4\u00dfigen Untersuchungen auf Diabetes oder Insulinresistenz zu beginnen. Da der Unterschied im Krebsrisiko zwischen Menschen mit Diabetes und der gesunden Bev\u00f6lkerung in ihren 40ern am gr\u00f6\u00dften ist, k\u00f6nnte es auch wichtig sein, sie auf die in unserer Studie untersuchten Krebsarten zu untersuchen&#8220; &#8211; sagte Dr. Judit L\u00e1m, au\u00dferordentliche Professorin am Zentrum f\u00fcr die Ausbildung im Gesundheitsmanagement an der Semmelweis Universit\u00e4t und Mitautorin der Studie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach Angaben der International Diabetes Federation litten im Jahr 2021 weltweit fast 537 Millionen Erwachsene an Diabetes, und die Krankheit f\u00fchrte zu 6,7 Millionen Todesf\u00e4llen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation ist Diabetes eine der Hauptursachen f\u00fcr Erblindung, Nierenversagen, Herzstillstand, Schlaganfall und Amputation der unteren Gliedma\u00dfen. Ern\u00e4hrung, Bewegung, Medikamente und regelm\u00e4\u00dfige Vorsorgeuntersuchungen und Behandlungen k\u00f6nnen die Folgen von Diabetes verhindern oder hinausz\u00f6gern.<\/p>\n<div class=\"w-100 keretes\" style=\"text-align: justify\">Fr\u00fchere Forschungen haben in der Regel kein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Prostatakrebs bei Diabetikern gezeigt, so dass nach dieser Studie weitere Untersuchungen erforderlich sind.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Angelika Erd\u00e9lyi<br \/>\nFoto: Zentrum f\u00fcr die Ausbildung im Gesundheitsmanagement, Semmelweis Universit\u00e4t;<br \/>\nTitelbild: Envato\/duskbabe<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diabetes erh\u00f6ht das Krebsrisiko erheblich, insbesondere bei Menschen im Alter von 40-54 Jahren, wie neue Forschungsergebnisse zeigen. 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