{"id":36700,"date":"2024-05-23T11:47:19","date_gmt":"2024-05-23T09:47:19","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=36700"},"modified":"2024-05-23T11:47:19","modified_gmt":"2024-05-23T09:47:19","slug":"anzeichen-einer-haeufig-auftretenden-komplikation-koennen-bereits-jahre-vor-dem-ausbruch-von-diabetes-sichtbar-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2024\/05\/23\/anzeichen-einer-haeufig-auftretenden-komplikation-koennen-bereits-jahre-vor-dem-ausbruch-von-diabetes-sichtbar-sein\/","title":{"rendered":"Anzeichen einer h\u00e4ufig auftretenden Komplikation k\u00f6nnen bereits Jahre vor dem Ausbruch von Diabetes sichtbar sein"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Geringf\u00fcgige Anomalien, die auf neurologische St\u00f6rungen hindeuten, wurden auch bei Menschen mit gesundem Zuckerstoffwechsel, aber erh\u00f6htem Diabetesrisiko festgestellt &#8211; berichten Forscher der Semmelweis Universit\u00e4t. Die fr\u00fchzeitige Erkennung von Anzeichen der Erkrankung, die zu autonomen und sensorischen Funktionsst\u00f6rungen f\u00fchrt, kann dazu beitragen, die Krankheit wirksamer zu verhindern und zu behandeln.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In einer <a href=\"https:\/\/www.frontiersin.org\/journals\/endocrinology\/articles\/10.3389\/fendo.2024.1302013\/full#h8\">Studie<\/a> der Semmelweis Universit\u00e4t wurde nach einem Zusammenhang zwischen einem h\u00f6heren Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, und dem Auftreten von Neuropathie bereits vor dem Ausbruch der Krankheit gesucht. St\u00f6rungen des autonomen und sensorischen Nervensystems treten nicht nur bei Menschen mit Diabetes auf, sondern auch bei Menschen, deren Blutzuckerspiegel \u00fcber dem Normalbereich liegt, die aber noch nicht an Diabetes erkrankt sind &#8211; ein Zustand, der als Pr\u00e4diabetes bezeichnet wird. Ob Anzeichen einer Neuropathie auch bei Menschen mit mittlerem oder hohem Diabetesrisiko auftreten, die ansonsten gesund sind, wurde jedoch noch nicht untersucht.<\/p>\n<div class=\"keretes w-100\">\n<p style=\"text-align: justify\">Als Komplikation des Typ-1-Diabetes entwickelt sich die sensorische und autonome Neuropathie erst nach einer gewissen Zeit, und bei Typ 2 ist sie bereits zum Zeitpunkt der Diagnose in vielen F\u00e4llen vorhanden, die eine mikrovaskul\u00e4re Komplikation des Diabetes aufgrund einer Durchblutungsst\u00f6rung ist. Zu den subjektiven Beschwerden geh\u00f6ren Schmerzen, Brennen, Taubheit, typischerweise in den unteren Gliedma\u00dfen oder in deren Spitze, die im Laufe der Jahre zunehmen, in Ruhe auftreten und sich nachts langsam, beidseitig verschlimmern. Diese Symptome werden von den Patienten selbst wahrgenommen. Objektive Beschwerden, die das autonome Nervensystem betreffen, lassen sich durch Reflextests messen, w\u00e4hrend sensorische Nervensch\u00e4digungen durch instrumentelle Tests unterschiedlicher Komplexit\u00e4t gemessen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-36699 alignleft\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/05\/RS193801__19A3172-2-scr-1-267x400.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/05\/RS193801__19A3172-2-scr-1-267x400.jpg 267w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/05\/RS193801__19A3172-2-scr-1.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px\" \/>&#8222;In dieser Studie wollten wir herausfinden, was passiert, wenn wir nach Anzeichen von Neuropathie bei Menschen suchen, die Risikofaktoren f\u00fcr einen ver\u00e4nderten Kohlenhydratstoffwechsel haben, aber noch keinen pr\u00e4diabetischen Zustand aufweisen&#8220; &#8211; sagt die Erstautorin Dr. Anna K\u00f6rei, Assistenzprofessorin in der Klinik f\u00fcr Innere Medizin und Onkologie der Semmelweis Universit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zu diesen Risikofaktoren geh\u00f6ren hoher Blutdruck oder hohe Blutfettwerte (Cholesterin), die mit dem Auftreten von Neuropathie bei Diabetikern und Pr\u00e4diabetes in Verbindung gebracht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">F\u00fcr die Auswahl der Patienten wurde eine Methode zur Risikoeinsch\u00e4tzung verwendet, die von Allgemeinmedizinern und Fach\u00e4rzten in Ungarn und auch weltweit weit verbreitet ist.<\/p>\n<div class=\"w-100 fontos_div\" style=\"text-align: justify\">FINDRISK ist ein Fragebogen, wobei auf der Grundlage von Lebensstil und Gesundheitsfaktoren die Wahrscheinlichkeit berechnet wird, ob jemand in den n\u00e4chsten 10 Jahren an Diabetes erkrankt.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-36697 alignleft\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/05\/Kempler-Peter-1-267x400.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/05\/Kempler-Peter-1-267x400.jpg 267w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/05\/Kempler-Peter-1-683x1024.jpg 683w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/05\/Kempler-Peter-1-768x1152.jpg 768w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/05\/Kempler-Peter-1-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/05\/Kempler-Peter-1-1365x2048.jpg 1365w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/05\/Kempler-Peter-1-753x1130.jpg 753w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/05\/Kempler-Peter-1-scaled.jpg 1706w\" sizes=\"auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px\" \/>&#8222;Der Fragebogen befasst sich mit kardiovaskul\u00e4ren Risikofaktoren, da Neuropathie eine mikrovaskul\u00e4re Komplikation ist. Da auf diese Weise Diabetes ohne Labortests gescreent wird, ist er kosteng\u00fcnstiger und genauer als herk\u00f6mmliche Tests&#8220; &#8211; erkl\u00e4rt Dr. P\u00e9ter Kempler, Professor an der Klinik f\u00fcr Innere Medizin und Onkologie der Semmelweis Universit\u00e4t und der letzte Autor der Studie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der FINDRISK fragt nach dem Alter des Befragten, dem Body-Mass-Index (BMI), dem Verzehr von Obst und Gem\u00fcse, der H\u00e4ufigkeit der k\u00f6rperlichen Aktivit\u00e4ten, dem Bluthochdruck, dem Bauchumfang, der famili\u00e4ren Vorbelastung mit Typ-2-Diabetes usw.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auf einer Skala von 0-20+ Punkten gilt: je h\u00f6her der Wert ist, desto h\u00f6her ist das Risiko, an Diabetes zu erkranken.<\/p>\n<div class=\"w-100 fontos_div\" style=\"text-align: justify\">Diejenigen die den h\u00f6chsten Wert haben, werden innerhalb der n\u00e4chsten 10 Jahre mit einer 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit an Diabetes erkranken.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8222;In der Studie konzentrierten wir uns auf diejenigen, die einen Wert von \u00fcber 12 erreichten, aber weder an Diabetes noch an einer Diabetesvorstufe litten&#8220; &#8211; erkl\u00e4rt der Professor. Ein Wert von 12 deutet auf ein erh\u00f6htes Risiko hin; Personen mit einem Wert von 12 sollten weitere Labortests durchf\u00fchren lassen, um ihr Diabetesrisiko zu kontrollieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8220; Bei den ausgew\u00e4hlten Teilnehmern fanden wir selten eindeutige neuropathische Anomalien, aber in vielen F\u00e4llen innerhalb des Normalbereichs, insbesondere bei den autonomen Parametern, beobachteten wir minimale Verengungen im Vergleich zur gesunden Kontrollgruppe, die auch mit h\u00f6heren Blutzuckerwerten (nicht als Diabetes oder Pr\u00e4diabetes definiert) verbunden waren&#8220; &#8211; sagt Dr. Anna K\u00f6rei. Eine weitere Beobachtung dieser Patienten ist deshalb notwendig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8222;Es spielt auch eine Rolle, wodurch ein Wert \u00fcber 12 entsteht&#8220; &#8211; sagt Dr. P\u00e9ter Kempler. &#8222;Bestimmte Parameter wie das Alter oder eine famili\u00e4re Vorbelastung mit Diabetes lassen sich nicht \u00e4ndern, wohl aber Lebensstilfaktoren wie \u00dcbergewicht, der Verzehr von zu wenig Obst und Gem\u00fcse oder Bluthochdruck. Mehr Bewegung, ein aktiver Lebensstil und eine Gewichtsabnahme k\u00f6nnen in einem fr\u00fchen Stadium besonders wirksam sein.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Die anf\u00e4ngliche Neuropathie kann durch intensive \u00c4nderungen des Lebensstils reversibel sein, aber die Behandlung der fortgeschrittenen Neuropathie h\u00e4ngt weitgehend vom Kohlenhydratstoffwechsel ab<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8211; sagt der Professor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8222;Unser Ziel ist es, nicht nur die St\u00f6rung des Kohlenhydratstoffwechsels, sondern auch die Risikopersonen so fr\u00fch wie m\u00f6glich zu identifizieren. Dar\u00fcber hinaus ist es wichtig, die Risikofaktoren (Bluthochdruck, Fettleibigkeit, Cholesterin) durch \u00c4nderungen des Lebensstils oder, falls erforderlich, durch Medikamente zu bek\u00e4mpfen, um die Entwicklung von Diabetes und seinen Komplikationen zu verhindern&#8220; &#8211; sagt Dr. Anna K\u00f6rei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zs\u00f3fia V\u00e9gh <br \/>\nFoto: Bogl\u00e1rka Zellei \u2013 Semmelweis Universit\u00e4t, Illustration: iStock<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geringf\u00fcgige Anomalien, die auf neurologische St\u00f6rungen hindeuten, wurden auch bei Menschen mit gesundem Zuckerstoffwechsel, aber erh\u00f6htem Diabetesrisiko festgestellt &#8211; berichten Forscher der Semmelweis Universit\u00e4t. Die fr\u00fchzeitige Erkennung von Anzeichen der Erkrankung, die zu autonomen und sensorischen Funktionsst\u00f6rungen f\u00fchrt, kann dazu beitragen, die Krankheit wirksamer zu verhindern und zu behandeln. In einer <a href=\"https:\/\/www.frontiersin.org\/journals\/endocrinology\/articles\/10.3389\/fendo.2024.1302013\/full#h8\">Studie<\/a> der Semmelweis Universit\u00e4t wurde &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":101423,"featured_media":36698,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[78],"tags":[],"class_list":["post-36700","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36700","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/101423"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36700"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36700\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":36702,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36700\/revisions\/36702"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/36698"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36700"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36700"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36700"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}