{"id":36367,"date":"2024-03-27T06:00:36","date_gmt":"2024-03-27T05:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=36367"},"modified":"2025-11-28T10:26:49","modified_gmt":"2025-11-28T09:26:49","slug":"die-meisten-gaengigen-schmerzmittel-koennen-die-symptome-einiger-krankheiten-verschlimmern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2024\/03\/27\/die-meisten-gaengigen-schmerzmittel-koennen-die-symptome-einiger-krankheiten-verschlimmern\/","title":{"rendered":"Die meisten g\u00e4ngigen Schmerzmittel k\u00f6nnen die Symptome einiger Krankheiten verschlimmern"},"content":{"rendered":"<div class=\"lead\">Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAIDs) wie Ibuprofen oder Acetylsalicyls\u00e4ure k\u00f6nnen die Symptome bestimmter Krankheiten verschlimmern, wenn sie regelm\u00e4\u00dfig oder in gro\u00dfen Mengen eingenommen werden, warnen Forscher der Semmelweis Universit\u00e4t. Sie k\u00f6nnen die Zusammensetzung der Darmmikrobiota beeintr\u00e4chtigen, was sich m\u00f6glicherweise negativ auf die Grunderkrankungen der Patienten auswirkt.<\/div>\n<div>\n<p>Forscher der Semmelweis Universit\u00e4t untersuchen, warum und wie die am h\u00e4ufigsten verwendete Schmerzmittel, die so genannten NSAIDs eine Dysbiose \u2013 ein Ungleichgewicht in der Darmmikrobiota \u2013 verursachen k\u00f6nnen. Der Darm beherbergt \u00fcber eine Billion Mikroorganismen, darunter Bakterien Viren und Pilze. Diese werden als Darmmikrobiota bezeichnet und sind f\u00fcr das gesunde Funktionieren des K\u00f6rpers unerl\u00e4sslich.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/03\/RS190616_433A8102-scr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-36370 alignright\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/03\/RS190616_433A8102-scr-267x400.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/03\/RS190616_433A8102-scr-267x400.jpg 267w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/03\/RS190616_433A8102-scr.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px\" \/><\/a>\u201eWir wissen seit langen, dass die \u00fcberm\u00e4\u00dfige Einnahme von nicht-steroidalen entz\u00fcndungshemmenden Medikamenten das Gleichgewicht der Darmmikrobiota st\u00f6ren kann. jetzt suchen wir nach den zugrundeliegenden Mechanismen, die nur teilweise verstanden sind\u201c, sagt Dr. Zolt\u00e1n Z\u00e1dori, Leiter der Gastrointestinalen Forschungsgruppe und Leiter das Institut f\u00fcr Pharmakologie und Pharmakotherapie der Semmelweis Universit\u00e4t.<\/p>\n<p>NSAIDs geh\u00f6ren zu den weltweit am h\u00e4ufigsten verwendeten Medikamenten. Mehr als 30 Millionen Menschen nehmen sie t\u00e4glich ein, schreiben die Forscher in einer <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0163725822002212?via%3Dihubhttps:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0163725822002212?via%3Dihub\">\u00dcbersichtsstudie, die in der Zeitschrift Pharmacology &amp; Therapeutics<\/a> ver\u00f6ffentlicht wurde.<\/p>\n<p>Einiger Krankheiten wie chronische Gelenkentz\u00fcndungen, die die Wirbels\u00e4ure und die Gliedma\u00dfen betreffe, oder rheumatoide Arthritis werden mit einem Ungleichgewicht in der Darmmikrobiota und einer \u00dcberwucherung bestimmter Bakterien in Verbindung gebracht, die mit der Entwicklung und Verschlimmerung dieser Krankheiten verbunden sind, so Dr. Zolt\u00e1n Z\u00e1dori.<\/p>\n<p>\u201eWir haben festgestellt, dass diese bakteriellen Abweichungen denen \u00e4hneln, die durch NSAIDs verursacht werden.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Daraus ergibt sich die M\u00f6glichkeit, dass eine medikamenteninduzierte Darmdysbiose die zugrundeliegenden Krankheiten verschlimmern und die therapeutische Wirkung von nicht-steroidalen Antirheumatika langfristig einschr\u00e4nken k\u00f6nnte&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>f\u00fcgt Dr. Zolt\u00e1n Z\u00e1dori hinzu. Da diese Prozesse jedoch allen zusammenwirken, ist es schwierig, die urspr\u00fcngliche Ursache zu ermitteln.<\/p>\n<p>\u201eWir vermuten derzeit mehrere Mechanismen hinter der NSAID-induzierten Dysbiose, darunter die Entz\u00fcndung der Darmschleimhaut, Ver\u00e4nderungen in der Zusammensetzung der Gallens\u00e4uren. Es ist auch m\u00f6glich, dass die antibakteriellen Eigenschaften der NSAIDs direkt das Gleichgewicht der Darmmikrobiota st\u00f6ren. Diese Prozesse sind eng miteinander verkn\u00fcpft, so dass es schwierig ist, festzustellen, was welche Ursache hat. So kann beispielweise eine verminderte Gallenfunktion zu einer \u00dcberwucherung der Darmbakterien f\u00fchren. Gleichzeitig kann eine Dysbiose auch die Menge bestimmter Gallens\u00e4uren ver\u00e4ndert\u201c erkl\u00e4rt dem leitenden Forscher.<\/p>\n<div class=\"fontos_div\">\n<p>NSAIDs wirken sich in der Regel auf den D\u00fcnndarm aus und verursachen eine kaum merkliche leichte Entz\u00fcndung mit Symptomen wie Bauchschmerzen, Durchfall oder Blutarmut. In seltenem, schwerem F\u00e4llen kann es auch zu einer Darmperforation kommen.<\/p>\n<\/div>\n<p>Die Darmmikrobiota spielt eine grundlegende Rolle bei der Regulierung des K\u00f6rpers, u. a. bei der Regulierung des Zucker- und Energiehaushalts, der Unterst\u00fctzung des Immunsystems und der Regulierung der Empfindlichkeit und Bewegung der Darmwand. Daher kann ein Ungleichgewicht in der Darmmikrobiota zur Entstehung verschiedener Krankheiten beitragen, darunter das Reizdarmsyndrom, hormonelle St\u00f6rungen, Herz-Kreislauf-, Autoimmun- und psychiatrische Erkrankungen. Im Allgemeinen kann eine gesunde Lebensweise die Darmgesundheit verbessern, indem man sich richtig ern\u00e4hrt und Sport treibt.<\/p>\n<p>Dr. Zolt\u00e1n Z\u00e1dori stellt fest, dass es keine allgemeing\u00fcltige Regel f\u00fcr den sicheren Grenzwert der NSAID-Einnahme und die Darmgesundheit gibt. Es gibt erhebliche individuelle Unterschiede in der Empfindlichkeit gegen\u00fcber NSAIDs, was zum Teil darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, dass die Zusammensetzung der Darmmikrobiota in hohem Ma\u00dfe von mehreren anderen Faktoren abh\u00e4ngt, darunter das Alter des Patienten, sein Lebensstil und sein Gesundheitszustand.<\/p>\n<p>Die ungarischen Forscher suchen auch nach M\u00f6glichkeiten, den sch\u00e4dlichen Wirkungen von NSAIDs entgegenzuwirken oder sie abzuschw\u00e4chen. Sie experimentieren unter anderem mit Cannabinoiden, die sich bereits bei der Behandlung einiger Darmprobleme, wie dem Reizdarmsyndrom, als wirksam erwiesen haben.<\/p>\n<p>Angelika Erd\u00e9lyi<br \/>\nFoto: B\u00e1lint Barta \u2013 Semmelweis Universit\u00e4t<br \/>\nTitelbild: iS<span data-olk-copy-source=\"MessageBody\">tock by Getty Images<\/span>\/Roman Valiev<br \/>\n\u00dcbersetzung: Patr\u00edcia Hellinger\u00a0<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAIDs) wie Ibuprofen oder Acetylsalicyls\u00e4ure k\u00f6nnen die Symptome bestimmter Krankheiten verschlimmern, wenn sie regelm\u00e4\u00dfig oder in gro\u00dfen Mengen eingenommen werden, warnen Forscher der Semmelweis Universit\u00e4t. Sie k\u00f6nnen die Zusammensetzung der Darmmikrobiota beeintr\u00e4chtigen, was sich m\u00f6glicherweise negativ auf die Grunderkrankungen der Patienten auswirkt. 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