{"id":36253,"date":"2024-03-05T10:10:41","date_gmt":"2024-03-05T09:10:41","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=36253"},"modified":"2025-11-28T10:26:16","modified_gmt":"2025-11-28T09:26:16","slug":"beliebte-diaeten-wie-ketogenes-oder-intermittierendes-fasten-sind-vielversprechend-bei-der-praevention-und-behandlung-von-krebs-so-eine-studie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2024\/03\/05\/beliebte-diaeten-wie-ketogenes-oder-intermittierendes-fasten-sind-vielversprechend-bei-der-praevention-und-behandlung-von-krebs-so-eine-studie\/","title":{"rendered":"Beliebte Di\u00e4ten wie ketogenes oder intermittierendes Fasten sind vielversprechend bei der Pr\u00e4vention und Behandlung von Krebs so eine Studie"},"content":{"rendered":"<div class=\"lead\"><a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0304419X23002111\">Eine neue Studie<\/a> der Semmelweis Universit\u00e4t Budapest kommt zu dem Schluss, dass eine Optimierung der Ern\u00e4hrung durch Einschr\u00e4nkung von Kalorien, N\u00e4hrstoffen oder der Zeit, die mit dem Essen verbracht wird, das Wachstum Fortschreiten von Tumoren hemmen kann. Die Forscher haben untersucht, wie g\u00e4ngige Di\u00e4ten die Krebsentwicklung auf der Grundlage der metabolischen Schwachstellen des Tumors beeinflussen. Di\u00e4tetische Ma\u00dfnahmen er\u00f6ffnen neue M\u00f6glichkeiten in der Krebstherapie, aber die geringe Akzeptanzbei den Patienten und der Mangel an klinischen Studien stellen eine Herausforderung dar.<\/div>\n<div>\n<p>Die Forscher fassten die Ergebnisse von mehr als 300 pr\u00e4klinischen (Tier-, In-vitro-) und klinischen Humanstudien zusammen, wobei der Schwerpunkt auf Di\u00e4ten lag, die Kalorien und Glukose eischr\u00e4nken, einschlie\u00dflich ketogener, zeitlich eingeschr\u00e4nkter Ern\u00e4hrung, intermittierendem Fasten und dem Fasten nachempfundener Di\u00e4ten, da die Einschr\u00e4nkung bestimmter N\u00e4hrstoffe oder des gesamten Kaloriengehalts eine tumorhemmende Wirkung haben kann.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Krebserkrankungen sind in ihren Stoffwechselabh\u00e4ngigkeiten sehr heterogen: Es gibt keine Einheitsgr\u00f6\u00dfe\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>, sagt Dr. Ot\u00edlia Menyh\u00e1rt Dozentin am Lehrstuhl f\u00fcr Bioinformatik der Semmelweis Universit\u00e4t und Erstautorin der Studie. \u201eWas sie jedoch gemeinsam haben, ist ein hoher Energiebedarf, um ihr Wachstum zu unterst\u00fctzen\u201c f\u00fcgt sie hinzu. Ihre bevorzugte Brennstoffquelle ist jedoch unterschiedlich. Viele Krebsarten, z.B.: Dickdarm- und Geb\u00e4rmutterhalskrebs sowie bestimmte Arte von Brusttumoren, sind auf Glukose angewiesen.<\/p>\n<div class=\"fontos_div\">\n<p>Fruktose ist eine alternative Energiequelle, die das Wachstum von Prostatakrebszellen f\u00f6rdert.<\/p>\n<\/div>\n<p>Glutamin, die im Blut und in den Muskeln am h\u00e4ufigsten vorkommende Aminos\u00e4ure, ist nach Glukose das zweith\u00e4ufigste wachstumsf\u00f6rdernde Substrat, auf das Krebsarten wie nicht-kleinzelliger Lungenkrebs Bauchspeicheldr\u00fcsenkrebs Myelom und Hirntumore in hohem Ma\u00dfe angewiesen sind.<\/p>\n<p>\u201eWenn wir die Energiequelle(n) des K\u00f6rpers einschr\u00e4nken bzw. dem K\u00f6rper lange genug Glukose entziehen, geht der K\u00f6rper in einen Fastenzustand \u00fcber\u201c erkl\u00e4rt Dr. Ot\u00edlia Menyh\u00e1rt. Nach 36 bis 72 Stunden sind die Glykogenspeicher der Leber (und der Muskeln) geleert, und es werden Ketonk\u00f6rper gebildet, die als alternativer Brennstoff verwerten. Gesunde Zellen k\u00f6nnen Ketonk\u00f6rper als Brennstoff verwerten. Metabolisch unflexible Krebszellen k\u00f6nnen sich nicht so gut an die Ver\u00e4nderung anpassen, weshalb ihre F\u00e4higkeit, Energie aus Ketonen zu gewinnen, begrenzt ist.<\/p>\n<div class=\"fontos_div\">\n<p>Das Fasten zwingt auch gesunde Zellen dazu, der Wachstumsphase in eine Wartungs- und Reparaturphase zu wechseln, die sie vor toxischen Einfl\u00fcssen wie Chemo- und Strahlentherapie sch\u00fctzt.<\/p>\n<\/div>\n<p>Schnell wuchernde Tumorzellen k\u00f6nnen nicht in den Reparaturmodus wechseln. Au\u00dferdem produzieren die ausgehungerten Tumorzellen eine gr\u00f6\u00dfere Menge reaktiver Sauerstoffspezies, was sie anf\u00e4lliger f\u00fcr behandlungsbedingte DNA-Sch\u00e4den macht. Deshalb verbessert das Fasten vor und nach der Chemotherapie die Wirksamkeit der Behandlung und reduziert gleichzeitig deren Nebenwirkungen erheblich. Je nach klinischer Studie k\u00f6nnen die Fastenzeiten zwischen 24 und 48 Stunden und bis zu f\u00fcnf Tagen variieren.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Es klingt kontraintuitiv, aber ein n\u00fcchterner K\u00f6rper spricht viel besser auf Chemotherapie (und Strahlentherapie) an\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>, sagt Dr. Ot\u00edlia Menyh\u00e1rt.<\/p>\n<p>\u201eEine ketogene Di\u00e4t in der Krebstherapie kann das \u00dcberleben verl\u00e4ngern und das Tumorwachstum verringern, aber bei bestimmten Krebsarten beschleunigt sie das Fortschreiten der Krankheit\u201c, so dir Expertin. Di\u00e4ten di die Kalorienzufuhr oder das Zeitfenster f\u00fcr die Nahrungsaufnahme einschr\u00e4nken, wie intermittierendes Fasten (IM), zeitlich begrenzte Ern\u00e4hrung oder das Fasten imitierende Di\u00e4ten, k\u00f6nnen f\u00fcr diejenigen besser geeignet sein, die die ketogene Di\u00e4t aufgrund ihrer Nebenwirkungen (M\u00fcdigkeit, Ersch\u00f6pfung) nicht einhalten k\u00f6nnen. Diese Di\u00e4ten profitieren ebenfalls von dem oben beschriebenen Mechanismus, haben einen etwas milderen Ansatz, die der Einhaltung der Di\u00e4t f\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Die geringe Einhaltung bei klinischen Studien \u2013 entweder wegen der unterw\u00fcnschten Nebenwirkungen dieser Di\u00e4ten (z. B.: Muskelverlust) oder wegen der schlechten Befolgung \u2013 ist ein Grund daf\u00fcr, dass es derzeit keine klinischen Empfehlungen gibt.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Trotz vielversprechender Ergebnisse stammt ein Gro\u00dfteil des Wissens \u00fcber Di\u00e4tbeschr\u00e4nkungen aus In-vitro und Tierstudien, die m\u00f6glicherweise nicht genau die realen Gegebenheiten wiederspiegeln\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>,stellt Menyh\u00e1rt fest. \u201eUm dies zu \u00e4ndern, sollten Protokolle erstellt und klinisch getestet werden, die die Patienten befolgen k\u00f6nnen und wollen\u201c f\u00fcgt sie hinzu.<\/p>\n<p>Bis September 2023 werden 35 klinische Studien zur Behandlung von glukoseabh\u00e4ngigen Krebsarten rekrutiert bzw. stehen kurz vor dem Abschluss, so die Studie. Die meisten dieser klinischen Studien (12 Studien) konzentrieren sich auf verschiedene molekulare Typen und Stadien von weiblichem Brustkrebs.<\/p>\n<div class=\"keretes w-100\">\n<p>\u00dcberm\u00e4\u00dfiges K\u00f6rpergewicht wird mit einem erh\u00f6hten Krebsrisiko an mindestens 13 anatomischen Stellen in Verbindung gebracht. Die auf Fettleibigkeit zur\u00fcckzuf\u00fchrende Krebsbelastung kann bei Frauen 13,1% betragen. Ein h\u00f6herer K\u00f6rperfettanteil im Kinder- und Jugendalter steht in Zusammenhang mit einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr Immunsystem und die Immunzellen, die den Tumor nicht mehr so wirksam bek\u00e4mpfen k\u00f6nnen, was das Krebsrisiko erh\u00f6hen kann.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"w-100\">\n<p>\u201eDie wichtigste Erkenntnis der Studie ist, dass wir unsere Kalorienzufuhr einschr\u00e4nken sollten, wenn wir uns selbst einen Dienst erweisen wollen\u201c, so Menyh\u00e1rt.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Eine Einschr\u00e4nkung der Kalorienzufuhr um etwa ein Drittel kann Entz\u00fcndungen, das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, das metabolische Syndrom und damit das Krebsrisiko um bis zu 50% senken\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>,f\u00fcgt sie hinzu.<\/p>\n<p>Zs\u00f3fia V\u00e9gh<br \/>\nFoto: B\u00e1lint Barta \u2013 Semmelweis Universit\u00e4t<br \/>\nTitelbild: iS<span data-olk-copy-source=\"MessageBody\">tock by Getty Images<\/span>\/a_namenko<br \/>\n\u00dcbersetzung: Patr\u00edcia Hellinger<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Tumorzellen sind weniger in der Lage, sich an die ver\u00e4nderten Stoffwechselbedingungen anzupassen.<\/p>\n","protected":false},"author":102282,"featured_media":36254,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[78],"tags":[85,72],"class_list":["post-36253","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","tag-forschung","tag-presse"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36253","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/102282"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36253"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36253\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":39658,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36253\/revisions\/39658"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/36254"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36253"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36253"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36253"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}