{"id":35915,"date":"2024-01-18T16:03:30","date_gmt":"2024-01-18T15:03:30","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=35915"},"modified":"2024-01-18T16:03:30","modified_gmt":"2024-01-18T15:03:30","slug":"typ-3-diabetes-von-dem-kinder-und-jugendliche-betroffen-sind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2024\/01\/18\/typ-3-diabetes-von-dem-kinder-und-jugendliche-betroffen-sind\/","title":{"rendered":"Typ-3-Diabetes, von dem Kinder und Jugendliche betroffen sind"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Sie geht nicht mit Durst, Gewichtsverlust, vermehrtem Wasserlassen oder Schwierigkeiten bei der Wundheilung einher und ist auch nicht mit vollst\u00e4ndigem Insulinmangel oder Fettleibigkeit verbunden, wie dies beim Typ-3-Diabetes der Fall ist, der auch als MODY (Maturity Onset Diabetes of the Young) bezeichnet wird und bereits in der Jugend auftritt. Da die verschiedenen Formen der Krankheit durch vererbte Genmutationen verursacht werden, ist die Wahrscheinlichkeit, an dieser Krankheit zu erkranken, bei Personen mit einer famili\u00e4ren Vorgeschichte dieser Art von Diabetes wesentlich h\u00f6her. Es geh\u00f6ren 2 bis 3 % der in der Kinderklinik der Semmelweis Universit\u00e4t diagnostizierten F\u00e4lle von Kinderdiabetes zu dieser Gruppe.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-35913 alignleft\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2024\/01\/RS87436_IMG_0990-scr-267x400-1.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"400\" \/>MODY ist eine schwer nachweisbare, typischerweise asymptomatische und oft zuf\u00e4llig diagnostizierte Krankheit, die nicht auff\u00e4llt, weil der Blutzuckerspiegel im Vergleich zu Typ-1- und Typ-2-Diabetes meist nur leicht erh\u00f6ht ist und sie nicht mit \u00dcbergewicht einhergeht, so dass es keine typischen Symptome gibt &#8211; sagt Dr. P\u00e9ter T\u00f3th-Heyn, stellvertretender Direktor der Kinderklinik der Semmelweis Universit\u00e4t. Manchmal wird erst bei Labortests f\u00fcr eine fiebrige Erkrankung ein Ungleichgewicht im Zuckerhaushalt festgestellt, aber auch dann wird oft nicht von MODY ausgegangen und die Krankheit wird als Diabetes Typ 2 eingestuft. Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn jemand bereits als Diabetiker diagnostiziert wurde, aber keine typischen Symptome bei ihm auftreten. MODY geht nicht mit einem vollst\u00e4ndigen Insulinmangel einher und entwickelt sich in der Regel vor dem 25. Lebensjahr, weshalb er als jugendlicher Diabetes eingestuft wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die weltweit unterdiagnostizierte Krankheit wird genetisch vererbt und in den meisten F\u00e4llen, in etwa siebzig Prozent der F\u00e4lle, durch einen Defekt des sogenannten Glucokinase-Enzyms, auch GCK genannt, verursacht.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Wenn dieses Gen die Ursache f\u00fcr diese seltene Form von Diabetes ist, muss es trotz der verminderten Insulinproduktion nicht ersetzt werden, und es ist keine medikament\u00f6se Behandlung oder Di\u00e4t erforderlich, so dass es sich um eine sehr milde Krankheit handelt<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>&#8211; erkl\u00e4rt Dr. P\u00e9ter T\u00f3th-Heyn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Drei\u00dfig Prozent der MODY-F\u00e4lle in Ungarn werden jedoch durch andere Genmutationen verursacht, die in h\u00f6herem Alter zu schwereren, typischen diabetischen Symptomen (z. B. erh\u00f6hter Fl\u00fcssigkeitsverbrauch, Gewichtsverlust) f\u00fchren k\u00f6nnen. In einigen F\u00e4llen kann eine Insulinbehandlung oder eine gezielte antidiabetische Arzneimitteltherapie gerechtfertigt sein, nat\u00fcrlich in Verbindung mit einer angemessenen Ern\u00e4hrung und regelm\u00e4\u00dfiger Bewegung, um sp\u00e4tere Komplikationen vermeiden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Um eine Diagnose zu stellen, sind Gentests erforderlich, um festzustellen, welches Gen die Anomalie verursacht. Da die Krankheit oft mehrere Generationen der Familie betrifft &#8211; und die Eltern sich dessen oft nicht bewusst sind &#8211; ist es oft sinnvoll, mehrere Familienmitglieder zu testen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Besonders wichtig ist es, auf Schwangerschaftsdiabetes zu achten, da sich die Insulinsensitivit\u00e4t w\u00e4hrend der neun Monate der Schwangerschaft ver\u00e4ndert, so dass im Falle einer bereits bestehenden, aber unkomplizierten MODY das Gleichgewicht gest\u00f6rt sein kann und eine Insulinbehandlung w\u00e4hrend der Schwangerschaft erforderlich sein kann.<\/p>\n<div class=\"keretes w-100\">\n<p style=\"text-align: justify\">Diabetes ist auch die h\u00e4ufigste Stoffwechselst\u00f6rung im Kindesalter.<br \/>\nIn Ungarn erkranken jedes Jahr 250-300 Kinder neu an Typ-1-Diabetes, was einer Verdreifachung der Pr\u00e4valenz in den letzten 30 Jahren entspricht. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, die am h\u00e4ufigsten bei 10- bis 14-j\u00e4hrigen auftritt, aber auch Kinder im Vorschul- und Grundschulalter sind zunehmend betroffen, so dass die Fr\u00fcherkennung von entscheidender Bedeutung ist. Typ-2-Diabetes war vor einigen Jahrzehnten noch nur bei Erwachsenen zu beobachten, wird jetzt aber auch bei immer mehr Jugendlichen festgestellt. \u00dcbergewicht, Bewegungsmangel und die hormonelle Umstellung in der Pubert\u00e4t sind die Hauptursachen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Eszter Csat\u00e1ri-F\u00f6ldv\u00e1ry <br \/>\nFoto: Attila Kov\u00e1cs \u2013 Semmelweis Universit\u00e4t; Titelbild: iStock<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie geht nicht mit Durst, Gewichtsverlust, vermehrtem Wasserlassen oder Schwierigkeiten bei der Wundheilung einher und ist auch nicht mit vollst\u00e4ndigem Insulinmangel oder Fettleibigkeit verbunden, wie dies beim Typ-3-Diabetes der Fall ist, der auch als MODY (Maturity Onset Diabetes of the Young) bezeichnet wird und bereits in der Jugend auftritt. 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