{"id":35149,"date":"2023-09-28T16:23:51","date_gmt":"2023-09-28T14:23:51","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=35149"},"modified":"2023-09-28T16:29:05","modified_gmt":"2023-09-28T14:29:05","slug":"regelmaessige-kontrolluntersuchungen-koennen-nach-einer-pankreatitis-leben-retten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2023\/09\/28\/regelmaessige-kontrolluntersuchungen-koennen-nach-einer-pankreatitis-leben-retten\/","title":{"rendered":"Regelm\u00e4\u00dfige Kontrolluntersuchungen k\u00f6nnen nach einer Pankreatitis Leben retten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Bisher unbekannte Sterblichkeitsrisiken wurden durch eine Studie aufgedeckt, die Menschen nach einer akuten Bauchspeicheldr\u00fcsenentz\u00fcndung begleitete und deren Ergebnisse auf der Titelseite der Zeitschrift Gastroenterology ver\u00f6ffentlicht wurden. Die Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Institut f\u00fcr Bauchspeicheldr\u00fcsenerkrankungen der Semmelweis Universit\u00e4t durchgef\u00fchrt wurde, zeigt, dass es sich f\u00fcr Behandlungs\u00e4rzte lohnt, nach der Genesung mehr Aufmerksamkeit auf Herz-Kreislauf- und Glukosestoffwechseluntersuchungen zu richten.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In Ungarn werden j\u00e4hrlich durchschnittlich 5.000 Menschen mit einer akuten Pankreatitis ins Krankenhaus eingeliefert, und es leben gesch\u00e4tzt 100.000 Menschen mit dieser immer wieder aufflammenden Krankheit. Etwa 80 Prozent der station\u00e4r aufgenommenen Patienten werden zum ersten Mal behandelt, und bei 15-20 Prozent tritt die Krankheit wiederholt auf. Dies birgt ernsthafte Risiken, nicht nur f\u00fcr das Versorgungssystem, sondern auch f\u00fcr die Lebenserwartung der einzelnen Patienten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus. Eine aktuelle Studie des Instituts f\u00fcr Bauchspeicheldr\u00fcsenerkrankungen an der Semmelweis Universit\u00e4t hat ergeben, dass der Anteil der Patienten, die im ersten Quartal nach der Entlassung sterben (3 Prozent, im Vergleich zu 5,4 Prozent im ersten Jahr), in etwa dem Anteil entspricht, wieviele Patienten im Krankenhaus sterben (3,5 Prozent). &#8222;Deshalb werden die neuen Ergebnisse hoffentlich weltweit zu einer \u00c4nderung der Behandlungspraktiken f\u00fchren, und diese Patienten werden mindestens drei Monate nach der Entlassung aus dem Krankenhaus, bei bestimmten Risiken jedoch vorzugsweise zw\u00f6lf Monate, zu regelm\u00e4\u00dfigen Kontrolluntersuchungen zur\u00fcckgerufen, um eine Verschlechterung ihres Zustands oder die Entstehung neuer Krankheiten zu verhindern&#8220; &#8211; erkl\u00e4rte Dr. P\u00e9ter Hegyi, Direktor des Instituts und Gr\u00fcndungsmitglied der ungarischen Pankreas-Arbeitsgruppe. Die Forschungsergebnisse wurden auf der Titelseite von <a href=\"https:\/\/www.gastrojournal.org\/article\/S0016-5085(23)00801-6\/fulltext?referrer=https%3A%2F%2Fpubmed.ncbi.nlm.nih.gov%2F\">Gastroenterology<\/a>, einer der renommiertesten internationalen Fachzeitschriften, ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/09\/hegyi-peter-dr-a-267x400-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-35148 alignright\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/09\/hegyi-peter-dr-a-267x400-1.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"400\" \/><\/a>Abgesehen von der Forschung \u00fcber therapeutische Optionen und Pr\u00e4vention wurde bisher wenig dar\u00fcber gesprochen, wie man Patienten mit akuter Pankreatitis in Zukunft gesund erhalten kann, und in Zukunft sollten wir uns darauf konzentrieren, Risikopatienten so fr\u00fch wie m\u00f6glich zu identifizieren und eine Verschlechterung zu verhindern&#8220; &#8211; sagte Dr. P\u00e9ter Hegyi. Er f\u00fcgte hinzu, dass die Semmelweis Universit\u00e4t in den letzten zwei Jahren an der Forschung beteiligt war, haupts\u00e4chlich an der Datenanalyse, aber ihre Rolle war dennoch bedeutend. Zum Teil aus dem Grund, weil sich das Institut f\u00fcr Bauchspeicheldr\u00fcsenerkrankungen seit seiner Gr\u00fcndung zum f\u00fchrenden Behandlungszentrum f\u00fcr Bauchspeicheldr\u00fcsenerkrankungen in der Region Mittelungarn entwickelt hat, in dem rund 917 F\u00e4lle von akuter Pankreatitis behandelt wurden und die Zahl der f\u00fcr die Forschung nutzbaren Patientenf\u00e4lle und Daten gestiegen ist. Dies ist auch darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass die Experten des V\u00e1rosmajor Herz- und Gef\u00e4\u00dfzentrums, Dr. B\u00e9la Merkely, klinischer Direktor, und Dr. D\u00e1vid Becker, stellvertretender Direktor und Leiter des kardiologischen Profils, Daten aus der Patientenversorgung zur Verf\u00fcgung gestellt haben, um die Studie dadurch zu unterst\u00fctzen und zu zeigen, dass die hohe Zahl der Todesf\u00e4lle durch Herzversagen nach den Entz\u00fcndungen nicht auf die Qualit\u00e4t der Versorgung oder den Lebensstil der Ungarn im Allgemeinen zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Dank der komplexen Betreuung durch das Institut f\u00fcr Bauchspeicheldr\u00fcsenerkrankungen werden Patienten, die mit einer leichten akuten Pankreatitis ins Krankenhaus eingeliefert werden, innerhalb von vier bis f\u00fcnf Tagen geheilt nach Hause entlassen, und die Sterblichkeitsrate im Krankenhaus konnte auf 2,7 % gesenkt werden, w\u00e4hrend sie im Durchschnitt bei 3,5 % liegt. Und es war bereits g\u00e4ngige Praxis, die Patienten nach der Entlassung f\u00fcr eine Nachuntersuchung in einem Monat zur\u00fcckzurufen. Dies und die neueste Ver\u00f6ffentlichung zeigen, dass organspezifische Versorgungszentren durchaus ihre Existenzberechtigung haben&#8220; &#8211; sagte Dr. Hegyi.<\/p>\n<div class=\"w-100 keretes\" style=\"text-align: justify\">Eine Analyse der von der Ungarischen Pankreas-Arbeitsgruppe zwischen 2011 und 2021 gesammelten Daten \u00fcber die Behandlung und, soweit verf\u00fcgbar, die Obduktionsberichte von 2.613 Patienten, die an einer akuten Pankreatitis erkrankt waren, ergab, dass diejenigen, die aus dem Krankenhaus entlassen wurden, keineswegs au\u00dfer Lebensgefahr waren, insbesondere wenn sie \u00fcber 65 Jahre alt waren und andere chronische Erkrankungen hatten, da diese Faktoren das Sterberisiko exponentiell erh\u00f6hen. In den ersten drei Monaten nach der Genesung von einer akuten Pankreatitis sind die h\u00e4ufigsten Todesursachen Krebserkrankungen im Endstadium (Kahexie) mit einem Anteil von 40 %, Probleme durch Herzinsuffizienz mit mehr als 20 %, Sepsis im Zusammenhang mit Entz\u00fcndungen ebenso mit 20 % sowie Sepsis unabh\u00e4ngig von der Bauchspeicheldr\u00fcsenerkrankung mit Infektionen der Atemwege, der Lunge oder der Galle mit weiteren 15 %. \u00dcber einen Zeitraum unter einem Jahr bleibt Krebs die h\u00e4ufigste Todesursache, gefolgt von Sepsis als Folge einer akuten Pankreatitis, und Herzversagen wurde bei 15 % der Patienten festgestellt. Acht Jahre nach der Genesung ist die h\u00e4ufigste Todesursache die nicht entz\u00fcndungsbedingte Sepsis, gefolgt von Pankreaskrebs im Endstadium und Herzversagen.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Neben dem hohen Sterberisiko kann die Entz\u00fcndung auch andere Organe sch\u00e4digen und zur Entstehung anderer Krankheiten beitragen, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und sogar Bauchspeicheldr\u00fcsenkrebs. Und bei Menschen mit anderen Tumoren kann die Kahexie, ein unfreiwilliger, abnormaler Gewichtsverlust, ebenfalls eine Todesursache sein. Die genauen Ursachen oder Marker f\u00fcr die Ver\u00e4nderung des Zustands zwischen der Pankreatitis und der Entwicklung der oben genannten Erkrankungen und dem erh\u00f6hten Sterberisiko sind noch nicht bekannt, aber die Forschung, die in den n\u00e4chsten Jahren durchgef\u00fchrt wird, zielt darauf ab, sie zu ermitteln. Es hat sich bereits gezeigt, dass bei Menschen mit einer kardiologischen Grunderkrankung ein h\u00f6heres Risiko f\u00fcr einen Herztod nach der Entz\u00fcndung besteht, ebenso wie bei Menschen mit Diabetes, die auch einem h\u00f6heren Sterberisiko nach der Erkrankung ausgesetzt sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Derzeit laufen am Institut zehn klinische Studien, von denen sich eine betr\u00e4chtliche Anzahl mit dem Zeitraum nach der Pankreatitis befasst, und zwei weitere sind in Vorbereitung, die sich zusammen mit der V\u00e1rosmajor Klinik mit der M\u00f6glichkeit einer Vorhersage des kardiovaskul\u00e4ren Risikos befassen&#8220; &#8211; sagte Dr. P\u00e9ter Hegyi und f\u00fcgte hinzu, er sei zuversichtlich, dass beide innerhalb von sechs Monaten gestartet werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zu den bereits laufenden Studien geh\u00f6ren solche, die darauf abzielen, die Ver\u00e4nderungen des Zuckerstoffwechsels nach einer Entz\u00fcndung zu forschen und ihre Gr\u00fcnde zu kl\u00e4ren; solche, die die Fragen im Zusammenhang mit der Atrophie der exokrinen Reserve der Bauchspeicheldr\u00fcse kl\u00e4ren, und solche, die den Zusammenhang mit Bauchspeicheldr\u00fcsenkrebs untersuchen, nat\u00fcrlich mit dem Ziel einer fr\u00fchzeitigen Diagnose, die auch dazu beitragen k\u00f6nnte, sp\u00e4tere therapeutische Optionen zu finden. Dar\u00fcber hinaus wird eine Lebensstil-Studie durchgef\u00fchrt, um den idealen Lebensstil f\u00fcr genesene Patienten zu erforschen, ebenso wie eine Patientenaufkl\u00e4rung f\u00fcr Menschen mit Pankreatitis wegen Alkoholtrinken und Rauchen, eine Ern\u00e4hrungsstudie durch Di\u00e4tassistenten und eine genetische Studie, um die Nachsorge der Patienten zu unterst\u00fctzen. Auch Modelle der k\u00fcnstlichen Intelligenz werden entwickelt, insbesondere f\u00fcr die pr\u00e4diktive Forschung, um in einem fr\u00fcheren Stadium der Krankheit eingreifen zu k\u00f6nnen. Ziel w\u00e4re es, vorhersagen zu k\u00f6nnen, welche Patienten nach einer Krankenhausbehandlung ein erh\u00f6htes Risiko haben, an einer bestimmten Krankheit zu sterben, und dem behandelnden Arzt daraufhin Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen und eine \u00c4nderung des Lebensstils empfehlen zu k\u00f6nnen&#8220; &#8211; f\u00fcgte Dr. P\u00e9ter Hegyi hinzu.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Melinda Katalin Kiss <br \/>\nPhoto: Attila Kov\u00e1cs \u2013 Semmelweis Universit\u00e4t<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bisher unbekannte Sterblichkeitsrisiken wurden durch eine Studie aufgedeckt, die Menschen nach einer akuten Bauchspeicheldr\u00fcsenentz\u00fcndung begleitete und deren Ergebnisse auf der Titelseite der Zeitschrift Gastroenterology ver\u00f6ffentlicht wurden. Die Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Institut f\u00fcr Bauchspeicheldr\u00fcsenerkrankungen der Semmelweis Universit\u00e4t durchgef\u00fchrt wurde, zeigt, dass es sich f\u00fcr Behandlungs\u00e4rzte lohnt, nach der Genesung mehr Aufmerksamkeit auf Herz-Kreislauf- &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":101423,"featured_media":35147,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[78],"tags":[85],"class_list":["post-35149","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","tag-forschung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35149","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/101423"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=35149"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35149\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":35151,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35149\/revisions\/35151"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/35147"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=35149"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=35149"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=35149"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}