{"id":35092,"date":"2023-09-20T17:17:11","date_gmt":"2023-09-20T15:17:11","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=35092"},"modified":"2023-09-20T17:17:11","modified_gmt":"2023-09-20T15:17:11","slug":"innovative-methode-zur-behandlung-von-parodontalerkrankungen-entwickelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2023\/09\/20\/innovative-methode-zur-behandlung-von-parodontalerkrankungen-entwickelt\/","title":{"rendered":"Innovative Methode zur Behandlung von Parodontalerkrankungen entwickelt"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Forscher der Semmelweis Universit\u00e4t wenden eine Methode an, die bereits in der Krebstherapie eingesetzt wird, aber in der Zahnmedizin v\u00f6llig neu ist, um Parodontalerkrankungen zu bek\u00e4mpfen. Im Gegensatz zu fr\u00fcheren Methoden zielt die Therapie nicht auf Bakterien ab, sondern verl\u00e4sst sich auf die k\u00f6rpereigene Immunantwort, um die Entz\u00fcndung zu beseitigen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Entz\u00fcndung des Zahnfleischs und des Zahnhalteapparats, die vor allem durch schlechte Mundhygiene verursacht wird, betrifft weltweit 20-50 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung. Deshalb wurden neben den traditionellen Methoden wie Zahnsteinentfernung, chirurgische Eingriffe, nach alternativen Methoden von den Zahn\u00e4rzten der Semmelweis Universit\u00e4t gesucht.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Gegensatz zu fr\u00fcheren Praktiken gingen wir das Problem nicht vom Standpunkt des Erregers aus an, sondern nutzen wir die Zellen des k\u00f6rpereigenen Immunsystems, um die bestehende Entz\u00fcndungskrankheit zu behandeln<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8211; sagt Dr. Zolt\u00e1n G\u00e9czi, Assistenzprofessor an der Abteilung f\u00fcr Prothetik der Semmelweis Universit\u00e4t und Erstautor der <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0020653922001952\">Studie<\/a>, in der die neue Methode beschrieben wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Forscher zielen auf eine Gruppe wei\u00dfer Blutk\u00f6rperchen, die sogenannten Makrophagen, ab, von denen eine Art f\u00fcr die Linderung von Entz\u00fcndungssymptomen verantwortlich ist, w\u00e4hrend die andere sie verst\u00e4rkt. Ziel ist es, letztere zu inaktivieren und ihre Umwandlung in entz\u00fcndungshemmende Makrophagen zu f\u00f6rdern, indem ein Fols\u00e4ure-Silber-Komplex eingesetzt wird, der gezielt auf die entz\u00fcndeten Zellen wirkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/09\/RS180206_3P1A1343-scr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-35091 alignleft\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/09\/RS180206_3P1A1343-scr-267x400.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/09\/RS180206_3P1A1343-scr-267x400.jpg 267w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/09\/RS180206_3P1A1343-scr.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 267px) 100vw, 267px\" \/><\/a>Fols\u00e4ure ist f\u00fcr die Zellteilung verantwortlich, w\u00e4hrend Silber, das f\u00fcr seine bakterient\u00f6tenden und antiviralen Eigenschaften bekannt ist, mit Fols\u00e4ure verbunden wird, um Makrophagen abzut\u00f6ten. Dies ist notwendig, weil der K\u00f6rper \u00fcber mehrere Barrieren verf\u00fcgt, um Organe, Zellen usw. vor sch\u00e4dlichen Substanzen zu sch\u00fctzen. Die gleiche Barriere verhindert jedoch auch den Eintritt des Wirkstoffs, der zur Bek\u00e4mpfung von Krankheitserregern und Entz\u00fcndungen ben\u00f6tigt wird. Deshalb wird er als &#8222;trojanisches Pferd&#8220; getarnt, um in die Makrophagen zu gelangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Fols\u00e4ure ist ein wichtiger Bestandteil des zellul\u00e4ren Stoffwechsels, kann aber vom K\u00f6rper nicht selbst hergestellt werden und muss daher von au\u00dfen zugef\u00fchrt werden. Erleichtert wird die Aufnahme durch Fols\u00e4urerezeptoren auf der Zelloberfl\u00e4che, von denen es in Entz\u00fcndungsgebieten deutlich mehr gibt als in gesunden Zellen, was f\u00fcr eine gezielte Therapie von besonderem Vorteil ist.<\/p>\n<div class=\"w-100 keretes\" style=\"text-align: justify\">Die Methode des trojanischen Pferdes hat ihren Ursprung in der pharmazeutischen Entwicklung und wird bereits in der Krebstherapie und bei der Behandlung bestimmter chronischer Krankheiten wie rheumatoider Arthritis eingesetzt, in der zahn\u00e4rztlichen Praxis jedoch noch nicht. Bei der zielgerichteten Therapie werden bestimmte Zellen mit einer bestimmten Eigenschaft ausgew\u00e4hlt und es wird versucht, ein Medikament zu entwickeln, das sich an diese Zellen st\u00e4rker bindet als an andere Zellen. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Medikament nur in dem betroffenen Bereich wirkt, so dass es keine\/weniger potenzielle Nebenwirkungen gibt.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Eine weitere wichtige Voraussetzung f\u00fcr das Eindringen in die Zelle ist, dass die Stoffe klein genug sind. Daher verwendeten die \u00c4rzte Silber und Fols\u00e4ure im Nanometerbereich (1 Millionstel Millimeter), da sie in einer gr\u00f6\u00dferen Gr\u00f6\u00dfe nicht in die Zelle eindringen k\u00f6nnen. In der Zelle angekommen, zerf\u00e4llt der Komplex und das Silber zerst\u00f6rt die Makrophagen, die die Entz\u00fcndung aufrechterhalten, wodurch die Entz\u00fcndungssymptome zur\u00fcckgehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In der Praxis w\u00fcrde der oben beschriebene Wirkmechanismus lokal in der Mundh\u00f6hle ablaufen. Das &#8222;verpackte&#8220; Medikament k\u00f6nnte von Zahn\u00e4rzten der Semmelweis Universit\u00e4t oral an die entz\u00fcndeten Stellen verabreicht werden.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Laborversuche laufen bereits; wenn das Produkt fertig ist, wird es &#8211; in Form von Mundwasser oder Gel &#8211; lokal in der Mundh\u00f6hle angewendet werden, um die Zahnsteinentfernung und die chirurgische Behandlung zu erg\u00e4nzen&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8211; sagt Dr. Zolt\u00e1n G\u00e9czi.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Abh\u00e4ngig von den Test- und Zulassungsverfahren k\u00f6nnte dies in etwa 2-3 Jahren der Fall sein.<\/p>\n<div class=\"w-100 keretes\" style=\"text-align: justify\">Parodontitis, eine Entz\u00fcndung des Zahnfleischs und des Zahnhalteapparats, wird durch schlechte Mundhygiene verursacht. Wenn die Zahnzwischenr\u00e4ume und die Zahnoberfl\u00e4chen nicht von Speiseresten gereinigt werden, bildet sich innerhalb weniger Tage eine Plaque-Schicht auf den Z\u00e4hnen. Daraus entsteht Zahnstein, der aufgrund seines Bakteriengehalts und seiner Oberfl\u00e4che Reizungen verursacht und auf den der K\u00f6rper mit Zahnfleischentz\u00fcndung reagiert. Der Prozess ist zun\u00e4chst reversibel; durch die Entfernung des Zahnsteins kann die Entz\u00fcndung beseitigt werden. H\u00e4lt die Reizung jedoch an, k\u00f6nnen sich Zahnfleisch und Knochen zur\u00fcckbilden. Zahnstein kann sich auch auf der freien Wurzeloberfl\u00e4che ablagern und weitere Entz\u00fcndungen verursachen. Bleibt die Parodontitis unbehandelt, kann sie \u00fcber Jahrzehnte hinweg zum Zahnverlust f\u00fchren.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">\nZs\u00f3fia V\u00e9gh <br \/>\nPhoto: Semmelweis Universit\u00e4t \u2013 B\u00e1lint Barta, Illustration: iStock<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Forscher der Semmelweis Universit\u00e4t wenden eine Methode an, die bereits in der Krebstherapie eingesetzt wird, aber in der Zahnmedizin v\u00f6llig neu ist, um Parodontalerkrankungen zu bek\u00e4mpfen. Im Gegensatz zu fr\u00fcheren Methoden zielt die Therapie nicht auf Bakterien ab, sondern verl\u00e4sst sich auf die k\u00f6rpereigene Immunantwort, um die Entz\u00fcndung zu beseitigen. 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