{"id":35085,"date":"2023-09-21T09:12:50","date_gmt":"2023-09-21T07:12:50","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=35085"},"modified":"2025-11-28T08:52:58","modified_gmt":"2025-11-28T07:52:58","slug":"die-semmelweis-universitaet-hat-als-erste-eine-methode-zur-fruehzeitigen-erkennung-vor-schwangerschaftsdiabetes-entwickelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2023\/09\/21\/die-semmelweis-universitaet-hat-als-erste-eine-methode-zur-fruehzeitigen-erkennung-vor-schwangerschaftsdiabetes-entwickelt\/","title":{"rendered":"Die Semmelweis Universit\u00e4t hat als erste eine Methode zur fr\u00fchzeitigen Erkennung vor Schwangerschaftsdiabetes entwickelt"},"content":{"rendered":"<div class=\"lead\">Forscher der Semmelweis Universit\u00e4t und der Universit\u00e4t Debrecen haben eine Methode entwickelt, mit der sich das Auftreten von Schwangeschaftdiabetes fr\u00fcher als je zuvor vorhersagen l\u00e4sst. Es handelt sich um einen solchen zum ersten Mal in der Welt entwickelten Screening-Test, der eine Fr\u00fchwarnung vor Schwangerschaftdiabetes erm\u00f6glicht und die Pr\u00e4vention verbessert.<\/div>\n<p>Schwangerschaftsdiabetes betrifft mehr als 10% der schwangeren Frauen in Ungarn (weltweit etwa 17%), aber es gibt keine ausreichend genaue Methode zur fr\u00fchzeitigen Erkennung. Es gibt Verfahren, wodurch das h\u00f6here Risiko zu erkennen, aber sie k\u00f6nnen nicht als Screening-Test verwendet werden, da sie eine geringe Sensitivit\u00e4t und einen geringen Vorhersagekraft haben, nicht kosteneffektiv sind, und keine Intervention beinhalten.<\/p>\n<div class=\"fontos_div\">\n<p>Diabetes wird in der Regel am Ende des zweiten Trimesters und zu Beginn des\u00a0 dritten Trimesters getestet, aber wenn man es fr\u00fchzeitig erkennt, k\u00f6nnen die M\u00f6glichkeiten der Pr\u00e4vention erweitert werden.<\/p>\n<\/div>\n<p>Die Forscher untersuchen Blut- und Urinproben von 2545 schwangeren Frauen aus der Biobank der Universit\u00e4t Debrecen. Die Biobank wurde zwischen 2010 und 2012 aufgebaut, so dass der Ausgang der Schwangerschaften, die sp\u00e4tere Gesundheit des Kindes und der Mutter sowie Krankenheiten bekannt waren. Es wurden mehrere Parameter gemessen, einschlie\u00dflich derer, die mit oxidativem und nitrativem Stress, Steroidhormonen und Metaboliten in Zusammenhang stehen. \u00a0\u201eDie Plazenta ist eine \u2019Steroidfabrik\u2019; die Menge und Zusammensetzung der produzierten Steroide variiert bei verschiedenen Schawangeschaftsst\u00f6rungen\u201d \u2013 erkl\u00e4rt Dr. Eszter Horv\u00e1th, au\u00dfordentliche Professorin am Institut f\u00fcr Physiologie der Semmelweis Universit\u00e4t, Letztautorin der Studie. Wenn sich die Werte der untersuchten Steroide \u00e4ndern, kann dies auf eine Ver\u00e4nderung hindeuten, f\u00fcgt sie hinzu.<\/p>\n<p>Am Ende stellte sich heraus, dass f\u00fcnf der getesteten Marker in der Lage waren, Unterschiede, die zu Beginn der Schwangerschaft kaum nachweisbar waren, zuverl\u00e4ssig vorherzusagen.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Wir m\u00fcssen die ersten Schritte des Prozesses erfassen, wenn die Unteschiede minimal sind, was bei einer ansonsten gesunden Schwangeren viel schwieriger ist als bei einem \u00e4lteren Diabetiker<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>\u2013 sagt Dr. D\u00f3ra Gerszi, Mitarbeiterin an Klinik f\u00fcr Geburtshilfe und Frauenheilkunde der Semmelweis Universit\u00e4t, die Erstautorin <a href=\"https:\/\/academic.oup.com\/jcem\/advance-article\/doi\/10.1210\/clinem\/dgad301\/7185699?login=true\">der Studie<\/a>.<\/p>\n<p>Bei den f\u00fcnf Laborparametern handelt es sich um Fructosamin, ein Durchschnittswert des Blutzuckerspiegels der letzten zwei bis drei Wochen, ein an Entz\u00fcndungsprozessen beteiligtes Protein (suPAR), das bei Typ-1- und Typ-2-Diabetikern erh\u00f6ht ist, und drei Steroidhormone, Cortisol, Cortison und 11-Desoxycorticosteron.<\/p>\n<div class=\"fontos_div\">\n<p>Unter Verwendung dieser neuen Pr\u00e4diktoren und bekannten Risikofaktoren wie Alter, Gewicht usw. haben die Forscher eine Methode entwickelt, mit der sich einen sp\u00e4teren Schwangerschaftsdiabetes im ersten Trimester mit fast 100-prozentiger Genauigkeit vorhersagen l\u00e4sst.<\/p>\n<\/div>\n<blockquote>\n<p>Unsere Modell hat eine deutlich h\u00f6here Vorhersagekraft als alle bisher ver\u00f6ffentlichen Modelle: mit einer Spezifit\u00e4t von 96,6% und einer Sensitivit\u00e4t von 97,5%<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>\u2013 sagt Dr. D\u00f3ra Gerszi. \u201eGleichzeitig erfordert die Methode keine Ger\u00e4te, die ein durchschnittliches Labor nicht hat\u201d \u2013 f\u00fcgt sie hinzu.<\/p>\n<p>Die fr\u00fchzeitige Erkennung ist besonders wichtig, weil Schwangerschaftsdiabetes das Leben des zwei Menschen beeinflusst. Das f\u00f6tale Umfeld kann zu lebenslangen Ver\u00e4derungen f\u00fchren, einschlie\u00dflich eines erh\u00f6hten Risikos f\u00fcr Typ-2-Diabetes und Fettleibigkeit.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Das hei\u00dft, wenn wir eine Risikopatientin erkennen und drei Monate fr\u00fcher mit der Behnagdlung beginnen, k\u00f6nnen wir ein viel ges\u00fcnderes Kind zur Welt kommen, das diesen Vorteil f\u00fcr den Rest seines Lebens behalten kann<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>\u2013 sagt Dr. Szabolcs V\u00e1rb\u00edr\u00f3, der Professor des Klinik f\u00fcr Geburtshilfe und Frauenheilkunde der Semmelweis Universit\u00e4t, und Letztautor der Studie.<\/p>\n<p>Eine fr\u00fchzeitige Behandlung bei der Mutter, zum Beispiel eine Di\u00e4t, kann eine starke Gewichtzunahme verhindern und den Ausbruch von Typ-2-Diabetes verz\u00f6gern.<\/p>\n<div class=\"fontos_div\">\n<p>Tats\u00e4chlich entwickeln 60% der Schwangerschaftdiabetikern die Krankenheit innerhalb von zehn Jahren, da die Veranlagung bereits vorhanden ist.<\/p>\n<\/div>\n<p>Wenn jedoch die Blutzuckerwerte w\u00e4hrend der Schwangerschaft im normalen Bereich liegen, und das Gewicht der Mutter am Ende der Schwangeschaft niedriger ist, ist das Risiko einer Erkrankung und von Folgekomplikationen geringer.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Schritt besteht darin, das Screening einer bereiten \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich zu machen; die \u00c4rzte planen, das Screening f\u00fcr schwangere Frauen, die an der Semmelweis Universit\u00e4t betreut werden, in aufsteigender System einzuf\u00fchren. Die Patentierung der Methode ist ebenfalls im Gange.<\/p>\n<p>Zs\u00f3fia V\u00e9gh<br \/>\nTitelbild: iS<span data-olk-copy-source=\"MessageBody\">tock by Getty Images<\/span>\/dragana991<br \/>\n\u00dcbersetzung: Patr\u00edcia Hellinger<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Forscher der Semmelweis Universit\u00e4t und der Universit\u00e4t Debrecen haben eine Methode entwickelt, mit der sich das Auftreten von Schwangeschaftdiabetes fr\u00fcher als je zuvor vorhersagen l\u00e4sst. Es handelt sich um einen solchen zum ersten Mal in der Welt entwickelten Screening-Test, der eine Fr\u00fchwarnung vor Schwangerschaftdiabetes erm\u00f6glicht und die Pr\u00e4vention verbessert. 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