{"id":34615,"date":"2023-07-11T16:06:55","date_gmt":"2023-07-11T14:06:55","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=34615"},"modified":"2025-11-28T08:52:09","modified_gmt":"2025-11-28T07:52:09","slug":"der-ideale-zeitpunkt-zum-kinderkriegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2023\/07\/11\/der-ideale-zeitpunkt-zum-kinderkriegen\/","title":{"rendered":"Der ideale Zeitpunkt zum Kinderkriegen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Wenn die Mutter zu fr\u00fch schwanger sein m\u00f6chte oder gegen Ende des geb\u00e4rf\u00e4higen Alters ein Kind bekommt, ist das Risiko f\u00fcr den F\u00f6tus deutlich h\u00f6her &#8211; steht es in einer aktuellen Studie der Semmelweis Universit\u00e4t. Am h\u00e4ufigsten und gef\u00e4hrlichsten sind Entwicklungsst\u00f6rungen des Kreislaufsystems, bei M\u00fcttern unter 20 Jahren des zentralen Nervensystems, und im fortgeschrittenen Alter sind auch Herzentwicklungsst\u00f6rungen und Lippen-Kiefer-Gaumenspalten bei Babys h\u00e4ufig. Die Behandlung von Geburtsfehlern kostet weltweit viele Milliarden und daher ist es wichtig, die Screening-Protokolle an das Alter anzupassen &#8211; warnen Experten.<\/strong><\/p>\n<div class=\"w-100 fontos_div\" style=\"text-align: justify\">Eine aktuelle Studie der Semmelweis Universit\u00e4t benennt die Zeit zwischen 23 und 32 Jahren als optimales Alter zum Kinderkriegen.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Forscher untersuchten den Zusammenhang zwischen dem Alter der Mutter und nicht genetisch bedingten Geburtsanomalien. Ihre Ergebnisse wurden k\u00fcrzlich in <em><a href=\"https:\/\/obgyn.onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1111\/1471-0528.17461\">BJOG: in der Fachzeitschrift International Journal of Obstetrics &amp; Gynaecology ver\u00f6ffentlicht.<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-34614 alignright\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/07\/RS176274_3P1A0297-scr-1-267x400-1.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"400\" \/>Die Forscher untersuchten 31128 Schwangerschaften, die durch eine nicht-chromosomale Entwicklungsst\u00f6rung belastet waren, anhand von Daten des Nationalen Registers f\u00fcr angeborene Fehlbildungen zwischen 1980 und 2009. Diese wurden mit der Gesamtzahl der Geburten in Ungarn von 2 808 345 verglichen, die vom Statistischen Zentralamt in diesem 30-j\u00e4hrigen Zeitraum erfasst wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8222;Mit Hilfe statistischer Methoden haben wir zun\u00e4chst versucht, den Zehnjahreszeitraum zu bestimmen, in dem die geringste Inzidenz nicht-chromosomaler kongenitaler Anomalien auftritt. Daraus ergibt sich, dass das ideale Alter f\u00fcr die Geburt eines Kindes bei den M\u00fcttern im Alter zwischen 23 und 32 Jahren liegt. Dann haben wir im Zusammenhang damit ermittelt, welche Altersgruppen ein h\u00f6heres Risiko haben k\u00f6nnten&#8220; &#8211; sagte Dr. Bogl\u00e1rka Peth\u0151, Assistenzprofessorin an der Semmelweis-Universit\u00e4t und Erstautorin der Studie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Fr\u00fchere Forschungen haben bereits den Zusammenhang zwischen genetischen St\u00f6rungen (z. B. Down-Syndrom) und dem Alter der Mutter aufgezeigt, aber die Literatur ist f\u00fcr nicht-chromosomale Anomalien noch unvollst\u00e4ndig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-34613 alignleft\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/07\/RS169354_GV5A3115-scr-400x258-1.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"258\" \/>&#8222;Geburtsfehler nicht-genetischen Ursprungs k\u00f6nnen sehr oft die Folge von Umweltsch\u00e4den bei der Mutter sein. Da sich das Geb\u00e4ralter in den Industriel\u00e4ndern au\u00dferordentlich verl\u00e4ngert hat, ist es wichtig, dass wir als \u00c4rzte in der Lage sind, auf diese Tendenz zu reagieren. Unsere Forschung kann auch eine wichtige Rolle bei der Erstellung von Protokollen f\u00fcr sichere pr\u00e4natale Vorsorgeuntersuchungen in der heutigen Zeit spielen&#8220; &#8211; erkl\u00e4rte Dr. N\u00e1ndor \u00c1cs, Direktor der Klinik f\u00fcr Geburtshilfe und Gyn\u00e4kologie der Semmelweis Universit\u00e4t.<\/p>\n<div class=\"w-100 fontos_div\" style=\"text-align: justify\">Semmelweis-Forscher fanden heraus, dass das Risiko, nicht-chromosomale Anomalien zu erleiden, bei Geburten unter 22 Jahren insgesamt um 20 % und nach dem Alter von 32 Jahren um 15 % anstieg, verglichen mit dem idealen Alter f\u00fcr die Geburt eines Kindes (23-32 Jahre).<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Von den Anomalien, die nur junge M\u00fctter betreffen, sind Fehlbildungen des Zentralnervensystems des F\u00f6tus am auff\u00e4lligsten &#8211; das Risiko, daran zu erkranken, kann in der Kategorie von Frauen unter 22 Jahre insgesamt um 25 % ansteigen, aber in der Kategorie der unter 20-J\u00e4hrigen ist der Risikoanstieg noch h\u00f6her.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bei den St\u00f6rungen, die nur die F\u00f6ten \u00e4lterer M\u00fctter betreffen, ist das Risiko f\u00fcr die Fehlentwicklung von Kopf, Hals, Ohren und Augen sprunghaft angestiegen &#8211; es kann sich verdoppeln (um 100 %) und war bei Schwangerschaften \u00fcber 40 Jahren besonders gravierend. Bei F\u00f6ten im fortgeschrittenen m\u00fctterlichen Alter wurde au\u00dferdem eine signifikante Zunahme von Fehlbildungen der Harnwege festgestellt, ihr Risiko stieg um 34 %.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Unter den m\u00f6glichen Anomalien, die beide Altersgruppen betreffen, kann das Risiko von Herzfehlbildungen bei F\u00f6ten sehr junger M\u00fctter um 7 % sowie bei \u00e4lteren M\u00fcttern um 33 % h\u00f6her sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Risiko, eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte zu entwickeln, kann bei Kindern von jungen M\u00fcttern um 9 % und bei Schwangerschaften im Alter von \u00fcber 32 Jahren um 45 % steigen.<\/p>\n<div class=\"keretes\">\n<p style=\"text-align: justify\">Nach Angaben des Nationalen Registers f\u00fcr angeborene Fehlbildungen Ungarns waren zwischen 1980 und 2009 65 % der Babys, die mit einer nicht genetisch bedingten St\u00f6rung geboren wurden, Jungen. Ein Grund daf\u00fcr ist laut Forschern, dass kleinere, nicht schwerwiegende Fehlbildungen des m\u00e4nnlichen Geschlechtsteils sehr h\u00e4ufig sind.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Risiko f\u00f6taler Genitalfehlbildungen kann bei jungen M\u00fcttern um 15 % und bei \u00e4lteren M\u00fcttern um 16 % h\u00f6her sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Risiko von Anomalien des Bewegungsapparats stieg bei sehr jungen M\u00fcttern um 17 % und bei \u00e4lteren M\u00fcttern um 29 %.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Risiko f\u00fcr gastrointestinale Defekte erh\u00f6hte sich bei jungen und \u00e4lteren M\u00fcttern um 23 % bzw. 15 %.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8222;Im Moment k\u00f6nnen wir nur vermuten, warum bei bestimmten Altersgruppen nicht-chromosomale Geburtsanomalien h\u00e4ufiger auftreten.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Bei jungen M\u00fcttern gehen wir davon aus, dass Lebensstilfaktoren (z. B. Rauchen, Drogen- oder Alkoholkonsum) die Hauptursache sind, und unsere klinische Erfahrung zeigt, dass diese M\u00fctter oft nicht auf die Schwangerschaft vorbereitet sind. Bei \u00e4lteren Frauen k\u00f6nnen auch die Anh\u00e4ufung von Umweltfaktoren (Chemikalien, Luftverschmutzung), die Verschlechterung der DNA-Reparaturmechanismen, die Alterung der Eizellen und der Geb\u00e4rmutterschleimhaut u. a. eine Rolle spielen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Es sind jedoch weitere Forschungen erforderlich, um die genauen Ursachen zu ermitteln&#8220;- f\u00fcgte Dr. Bogl\u00e1rka Peth\u0151 hinzu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Statistiken zufolge sind 3-5 % der Geburten weltweit von einer Art von Fehlbildung betroffen, und diese Anomalien geh\u00f6ren zu den h\u00e4ufigsten Ursachen f\u00fcr den Tod von Neugeborenen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8222;Die Verringerung der Pr\u00e4valenz von Entwicklungsst\u00f6rungen liegt im Interesse der gesamten Gesellschaft. Sie stellen nicht nur eine enorme emotionale Belastung f\u00fcr die Familien dar, sondern belasten auch das Gesundheits- und Sozialsystem enorm. In den Vereinigten Staaten beispielsweise waren 3 % der Krankenhausf\u00e4lle im Jahr 2013 auf diese Anomalien zur\u00fcckzuf\u00fchren, und allein f\u00fcr ihre Behandlung wurden 22,9 Milliarden Dollar ausgegeben&#8220; &#8211; erkl\u00e4rte Dr. N\u00e1ndor \u00c1cs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Experten betonen daher auch die Bedeutung der Pr\u00e4vention, die besonders f\u00fcr \u00e4ltere M\u00fctter wichtig ist. Sie empfehlen die Einnahme von Fols\u00e4ure und Vitaminen sowie die Anpassung der Screening-Protokolle an altersbedingte Risikofaktoren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Angelika Erd\u00e9lyi <br \/>\nFoto: B\u00e1lint Barta, Attila Kov\u00e1cs \u2013 Semmelweis Universit\u00e4t<br \/>\nTitelbild: iS<span data-olk-copy-source=\"MessageBody\">tock by Getty Images<\/span>\/Natalia Kuzina<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn die Mutter zu fr\u00fch schwanger sein m\u00f6chte oder gegen Ende des geb\u00e4rf\u00e4higen Alters ein Kind bekommt, ist das Risiko f\u00fcr den F\u00f6tus deutlich h\u00f6her &#8211; steht es in einer aktuellen Studie der Semmelweis Universit\u00e4t. Am h\u00e4ufigsten und gef\u00e4hrlichsten sind Entwicklungsst\u00f6rungen des Kreislaufsystems, bei M\u00fcttern unter 20 Jahren des zentralen Nervensystems, und im fortgeschrittenen Alter &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":101423,"featured_media":34612,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[78],"tags":[85,41,72],"class_list":["post-34615","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","tag-forschung","tag-humanmedizin","tag-presse"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34615","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/101423"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=34615"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34615\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":39651,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34615\/revisions\/39651"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/34612"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=34615"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=34615"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=34615"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}