{"id":34539,"date":"2023-06-29T15:07:44","date_gmt":"2023-06-29T13:07:44","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=34539"},"modified":"2025-11-28T08:51:33","modified_gmt":"2025-11-28T07:51:33","slug":"semmelweis-universitaet-setzt-erfolgreich-neue-therapiemethode-bei-typ-2-diabetikern-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2023\/06\/29\/semmelweis-universitaet-setzt-erfolgreich-neue-therapiemethode-bei-typ-2-diabetikern-ein\/","title":{"rendered":"Semmelweis Universit\u00e4t setzt erfolgreich neue Therapiemethode bei Typ-2-Diabetikern ein"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Eine neue internationale Therapie, die an der Semmelweis Universit\u00e4t bereits seit einiger Zeit erfolgreich eingesetzt wird, soll die Insulinbehandlung f\u00fcr Typ-2-Diabetiker vereinfachen. Das vom Sozialversicherungsfonds gef\u00f6rderte Verfahren ersetzt nicht nur die Notwendigkeit mehrerer t\u00e4glicher Nadelstiche und Blutzuckermessungen, sondern hat auch weitaus weniger Nebenwirkungen als die Behandlung mit Insulin oder Medikamenten allein. Die Behandlung vieler ist seit Jahren unver\u00e4ndert, obwohl es m\u00f6glich w\u00e4re, sie durch eine regelm\u00e4\u00dfige Kontrolle zu \u00e4ndern.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Injektion, die aus einem modernen Basisinsulin und einem insulinfreien Typ (Glucagon-like Peptide (GLP)-1-Agonist) besteht, der zur Behandlung von Typ-2-Diabetes verwendet wird, wird einmal t\u00e4glich verabreicht. Au\u00dferdem entf\u00e4llt die Notwendigkeit einer mehrmaligen t\u00e4glichen Blutzuckerkontrolle \u2013 ein- bis zweimal pro Woche ist ausreichend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-34538 alignleft\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/06\/Kempler-Pe\u0301ter-267x400-1.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"400\" \/>Ein weiterer Vorteil des fixen Kombinationspr\u00e4parats ist, dass es weitaus weniger Nebenwirkungen hat als eine Insulinbehandlung, die mehrmals t\u00e4glich, in der Regel viermal t\u00e4glich, erfolgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Patienten nehmen weniger an Gewicht zu, haben weniger Blutzuckerepisoden als bei der alleinigen Anwendung von Insulin und haben weniger Nebenwirkungen als bei der alleinigen Anwendung von GLP-1-Agonisten\u201c &#8211; sagt Dr. P\u00e9ter Kempler, Professor in der Klinik f\u00fcr Innere Medizin und Onkologie der Semmelweis Universit\u00e4t. Dar\u00fcber hinaus hat das am h\u00e4ufigsten verwendete Pr\u00e4parat dieser Art eine herz- und nierensch\u00fctzende Wirkung, die die h\u00e4ufigsten Komplikationen bei Diabetes sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das auff\u00e4lligste Ergebnis der Therapie ist jedoch die Verbesserung der Lebensqualit\u00e4t der Patienten.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Ein Patient, der dachte, er m\u00fcsse sich f\u00fcr den Rest seines Lebens viermal am Tag Insulin spritzen und sich viermal am Tag in die Fingerkuppe stechen, wird ein neues Leben bekommen<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">\u2013 erkl\u00e4rte Dr. P\u00e9ter Kempler<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Eine erfolgreiche Anwendung erfordert ein gutes Verst\u00e4ndnis des Patienten und seiner Krankengeschichte. Auch der Patient muss mitarbeiten, denn die &#8222;Anpassung&#8220; an die neue Behandlung erfordert h\u00e4ufigere Kontrollen als die \u00fcblichen viertelj\u00e4hrlichen &#8211; zun\u00e4chst w\u00f6chentlich (mehrmals), dann vierzehnt\u00e4gig und sp\u00e4ter monatlich. Die Umstellung erfolgt zun\u00e4chst station\u00e4r, kann aber bei Typ-2-Diabetikern aufgrund der geringeren Schwankungen des Blutzuckerspiegels auch ambulant durchgef\u00fchrt werden. Eine weitere Voraussetzung ist, dass der K\u00f6rper ausreichend Insulin produziert &#8211; dies kann durch die Messung des C-Peptidspiegels best\u00e4tigt werden.<\/p>\n<div class=\"w-100 keretes\" style=\"text-align: justify\">Typ-2-Diabetes macht 90 % der Menschen mit Diabetes aus. In Ungarn deuten fr\u00fchere Studien darauf hin, dass bis zu 15 % der erwachsenen Bev\u00f6lkerung, d. h. fast 1,5 Millionen Menschen, von Typ-2-Diabetes und seinen Vorstufen betroffen sein k\u00f6nnten.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Methode wurde erstmals von einem Forscherteam aus der ungarischen Stadt B\u00e9k\u00e9scsaba untersucht, das Ende letzten Jahres seine <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/365981928_One-year_safety_and_efficacy_results_of_insulin_treatment_simplification_with_IDegLira_in_type_2_diabetes\">Einjahresergebnisse<\/a> in einer internationalen Fachzeitschrift ver\u00f6ffentlichte. Eine derartige Vereinfachung der Behandlung ist beispiellos und wurde in die Empfehlungen der American Diabetes Association f\u00fcr das Jahr 2023 aufgenommen. Trotz ihrer Wirksamkeit wird sie in der klinischen Praxis weltweit nur selten eingesetzt.<\/p>\n<div class=\"w-100 fontos_div\" style=\"text-align: justify\">Die Deeskalations- oder Deintensivierungstherapie ist besonders f\u00fcr Patienten geeignet, die anfangs eine intensive Insulintherapie erhalten, die in der Regel vier Insulininjektionen pro Tag und eine viermalige Blutzuckerkontrolle pro Tag umfasst.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Es wird zum Beispiel bei neu diagnostizierten Patienten mit einem extrem hohen Blutzuckerspiegel von bis zu 20-25 mmol\/l eingesetzt. Patienten, die nach einer Operation Insulin erhalten und einen Herzinfarkt erlitten haben, werden ebenfalls h\u00e4ufig viermal t\u00e4glich mit Insulin behandelt (der Herzinfarkt l\u00e4sst den Blutzuckerspiegel ansteigen). &#8222;Nach sechs bis acht Wochen k\u00f6nnte man die Dosis reduzieren, auf weniger Injektionen oder sogar eine Tablette pro Tag oder eine Kombinationsspritze einmal t\u00e4glich umstellen, aber das passiert oft nicht &#8220; &#8211; sagt Dr. P\u00e9ter Kempler.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Einf\u00fchrung dieser Therapie wird durch die Bef\u00fcrchtung erschwert, dass die anfangs h\u00e4ufigeren Besuche beim Arzt das Gesundheitssystem weiter belasten und dass viele Menschen bei ihren gewohnten Therapien bleiben wollen. Neue Therapien k\u00f6nnen aber auch dazu beitragen, \u00e4ltere, oft routinem\u00e4\u00dfig eingesetzte Therapien zu ersetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zs\u00f3fia V\u00e9gh <br \/>\nTitelbild: iS<span data-olk-copy-source=\"MessageBody\">tock by Getty Images<\/span>\/imyskin<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine neue internationale Therapie, die an der Semmelweis Universit\u00e4t bereits seit einiger Zeit erfolgreich eingesetzt wird, soll die Insulinbehandlung f\u00fcr Typ-2-Diabetiker vereinfachen. Das vom Sozialversicherungsfonds gef\u00f6rderte Verfahren ersetzt nicht nur die Notwendigkeit mehrerer t\u00e4glicher Nadelstiche und Blutzuckermessungen, sondern hat auch weitaus weniger Nebenwirkungen als die Behandlung mit Insulin oder Medikamenten allein. 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