{"id":34328,"date":"2023-06-02T15:02:12","date_gmt":"2023-06-02T13:02:12","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=34328"},"modified":"2025-11-28T08:51:00","modified_gmt":"2025-11-28T07:51:00","slug":"zusammenhang-zwischen-einer-der-haeufigsten-sexuell-uebertragbaren-krankheiten-und-gebaermutterhalskrebs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2023\/06\/02\/zusammenhang-zwischen-einer-der-haeufigsten-sexuell-uebertragbaren-krankheiten-und-gebaermutterhalskrebs\/","title":{"rendered":"Zusammenhang zwischen einer der h\u00e4ufigsten sexuell \u00fcbertragbaren Krankheiten und Geb\u00e4rmutterhalskrebs"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Laut \u00c4rzten der Semmelweis Universit\u00e4t wurde ein Zusammenhang zwischen einer der h\u00e4ufigsten sexuell \u00fcbertragbaren Krankheiten und der Entstehung von Geb\u00e4rmutterhalskrebs festgestellt. Ihre Analyse ist die erste, die den Zusammenhang zwischen einer Infektion mit Trichomonas vaginalis (TV), dem Humanen Papillomavirus (HPV) und Anomalien bzw. krebsartigen L\u00e4sionen des Geb\u00e4rmutterhalses untersucht und damit die Bedeutung regelm\u00e4\u00dfiger gyn\u00e4kologischer und HPV-Screenings unterstreicht.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00c4rzte der Semmelweis Universit\u00e4t untersuchten das Risiko von Geb\u00e4rmutterhalskrebs durch Trichomoniasis, die eine der h\u00e4ufigsten nicht-viralen sexuell \u00fcbertragbaren Krankheiten ist.<\/p>\n<div class=\"w-100 fontos_div\" style=\"text-align: justify\">Eine Analyse der Daten von fast einer halben Million Frauen hat ergeben, dass Trichomoniasis bei sexuell aktiven Frauen zur Entstehung von Geb\u00e4rmutterhalskrebs beitragen kann.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Hauptgrund daf\u00fcr ist, dass die Krankheit eine Entz\u00fcndung des Epithels verursacht, die die Tumorentwicklung beg\u00fcnstigt, da entz\u00fcndete Oberfl\u00e4chen f\u00fcr die Anhaftung von Krankheitserregern anf\u00e4llig sind, einschlie\u00dflich HPV in entz\u00fcndeten Bereichen, die durch Trichomonas vaginalis verursacht werden. Auf der Grundlage i<a href=\"https:\/\/obgyn.onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1002\/ijgo.14763\">nternationaler Forschungsarbeiten<\/a> wurden die Daten von mehr als 473 000 Frauen zusammengefasst, von denen 8 518 positiv auf Trichomoniasis getestet wurden.<\/p>\n<div class=\"w-100 fontos_div\" style=\"text-align: justify\">Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass bei Frauen, die eine TV-Infektion hatten, ein 1,79-fach h\u00f6heres Risiko bestand, dass auch eine HPV-Infektion diagnostiziert wird. Dies ist bedeutsam, da mehr als 95 % der Geb\u00e4rmutterhalskrebsf\u00e4lle durch Hochrisiko-HPV-St\u00e4mme verursacht werden.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Eine Infektion bedeutet jedoch nicht, dass sich definitiv Krebs entwickeln wird. Eine Reihe anderer Faktoren wie Rauchen, h\u00e4ufiger Partnerwechsel und die Einnahme oraler Verh\u00fctungsmittel \u00fcber mehr als f\u00fcnf Jahre sind ebenfalls Risikofaktoren. Bei Frauen, die mehr als einmal entbunden haben, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine b\u00f6sartige L\u00e4sion entwickelt, ebenfalls h\u00f6her, sowie auch sexuell \u00fcbertragbare Krankheiten k\u00f6nnen dazu beitragen.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Falls bei einer Person Trichomoniasis oder andere sexuell \u00fcbertragbare Krankheiten diagnostiziert werden, lohnt es sich daher, eine HPV-Typisierung durchf\u00fchren zu lassen sowie bei positivem HPV-Test, eine Vorsorgeuntersuchung auf sexuell \u00fcbertragbare Krankheiten durchzuf\u00fchren<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8211; sagt Dr. Bal\u00e1zs Hamar, PhD-Student der Semmelweis Universit\u00e4t und Erstautor der Studie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-34327 alignright\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/06\/RS175577_C19A8571-scr-267x400-1.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"400\" \/>HPV-Screenings sollten regelm\u00e4\u00dfig durchgef\u00fchrt werden, insbesondere ab dem 30. Lebensjahr. &#8220; Im Alter zwischen 20 und 30 Jahren ist die Rate positiver HPV-Diagnosen so hoch &#8211; sie ist in diesen Lebensjahren am h\u00f6chsten -, dass die vielen positiven Ergebnisse zu einer \u00dcbertherapie f\u00fchren k\u00f6nnten, was wiederum \u00c4ngste vor dem Screening und Krankheiten im sp\u00e4teren Erwachsenenalter hervorrufen w\u00fcrde&#8220; &#8211; sagt Dr. Bal\u00e1zs Hamar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Geb\u00e4rmutterhalskrebs tritt in dieser Altersgruppe nur selten auf, die meisten HPV-Infektionen werden vom Immunsystem \u00fcberwunden und das Virus wird spontan aus dem K\u00f6rper ausgeschieden, so dass ein zytologischer Test, der weniger sensitiv ist als das HPV-Screening, in den meisten F\u00e4llen ausreichend ist &#8211; f\u00fcgt er hinzu.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Alter von \u00fcber 30 Jahren nimmt die HPV-Pr\u00e4valenz ab, die Pr\u00e4valenz von Geb\u00e4rmutterhalskrebs und das Krebsrisiko steigen jedoch an, so dass es sich lohnt, ab diesem Alter regelm\u00e4\u00dfig eine HPV-Typisierung durchf\u00fchren zu lassen<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8211; erkl\u00e4rt Dr. Zsolt Melczer, stellvertretender Direktor der Klinik f\u00fcr Geburtshilfe und Gyn\u00e4kologie an der Semmelweis Universit\u00e4t. Gegenw\u00e4rtig ist die zytologische Untersuchung in Ungarn die Standardmethode f\u00fcr das Geb\u00e4rmutterhalsscreening, aber ihre Sensitivit\u00e4t ist geringer als die des HPV-Screenings. Die HPV-Typisierung wird in der Regel durchgef\u00fchrt, wenn das Ergebnis der Zytologie weitere Tests rechtfertigt &#8211; sagte der Direktor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-34326 alignleft\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/06\/RS175579_C19A8582-scr-400x267-1.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/06\/RS175579_C19A8582-scr-400x267-1.jpg 400w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/06\/RS175579_C19A8582-scr-400x267-1-203x135.jpg 203w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>In Westeuropa, z. B. im Vereinigten K\u00f6nigreich, in Kanada oder in den USA, wird zuerst auf HPV gescreent und bei positivem HPV-Ergebnis eine Zytologie-Untersuchung durchgef\u00fchrt (Reflexzytologie). Ein Protokoll, bei dem Zytologie und HPV-Screening gleichzeitig durchgef\u00fchrt werden, ist relativ selten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zwischen der Infektion und der Entstehung von Krebs k\u00f6nnen 5-8 Jahre oder sogar zehn Jahre vergehen, aber in den meisten F\u00e4llen (etwa 90 %) erfolgt eine spontane Genesung. Diejenigen, die infiziert bleiben und bei denen sich eine so genannte persistierende HPV-Infektion entwickelt, werden eher an Krebsvorstufen oder Geb\u00e4rmutterhalskrebs erkranken. In diesen F\u00e4llen liegt bereits eine zytologische Anomalie (z. B. eine Dysplasie) vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ein direkter, kausaler Zusammenhang zwischen einer Trichomonaden-Infektion und der Entstehung von Geb\u00e4rmutterhalskrebs ist nicht erwiesen. Ein Grund daf\u00fcr ist, dass die Patienten nicht weiterverfolgt wurden&#8220; &#8211; sagt Dr. Bal\u00e1zs Hamar. &#8222;Da eine Trichomonaden-Infektion jedoch mit einer HPV-Infektion und Geb\u00e4rmutterhalsl\u00e4sionen in Verbindung gebracht werden kann, wird eine Nachuntersuchung von Patientinnen nach einer positiven Diagnose empfohlen.&#8220;<\/p>\n<div class=\"w-100 fontos_div\" style=\"text-align: justify\">Neben der Verringerung der Risikofaktoren und der regelm\u00e4\u00dfigen (j\u00e4hrlichen) gyn\u00e4kologischen Vorsorgeuntersuchung tr\u00e4gt die HPV-Impfung nicht nur wesentlich zur Vorbeugung und Bek\u00e4mpfung der Infektion bei, sondern verringert auch deutlich die Wahrscheinlichkeit, an Geb\u00e4rmutterhals-, Kehlkopf- und Darmkrebs zu erkranken &#8211; betont Dr. Bal\u00e1zs Hamar.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Zs\u00f3fia V\u00e9gh <br \/>\nFoto: B\u00e1lint Barta B\u00e1lint \u2013 Semmelweis Universit\u00e4t<br \/>\nTitelbild: iS<span data-olk-copy-source=\"MessageBody\">tock by Getty Images<\/span>\/champpixs<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laut \u00c4rzten der Semmelweis Universit\u00e4t wurde ein Zusammenhang zwischen einer der h\u00e4ufigsten sexuell \u00fcbertragbaren Krankheiten und der Entstehung von Geb\u00e4rmutterhalskrebs festgestellt. 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