{"id":34198,"date":"2023-05-11T12:06:35","date_gmt":"2023-05-11T10:06:35","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=34198"},"modified":"2023-05-11T12:06:35","modified_gmt":"2023-05-11T10:06:35","slug":"drei-jahre-nach-dem-ausbruch-von-covid-19-kenne-man-die-regel-fuer-die-richtige-handdesinfektion-immer-noch-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2023\/05\/11\/drei-jahre-nach-dem-ausbruch-von-covid-19-kenne-man-die-regel-fuer-die-richtige-handdesinfektion-immer-noch-nicht\/","title":{"rendered":"Drei Jahre nach dem Ausbruch von COVID-19 kenne man die Regel f\u00fcr die richtige Handdesinfektion immer noch nicht"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Laut einer neuen Studie der Semmelweis Universit\u00e4t und der Universit\u00e4t \u00d3buda reichen eineinhalb Milliliter Desinfektionsmittel nicht aus, um die gesamte Oberfl\u00e4che der H\u00e4nde zu bedecken. Dabei spielt es eine Rolle auch, ob man eine Fl\u00fcssigkeit oder ein Gel verwendet, und die Gr\u00f6\u00dfe der H\u00e4nde z\u00e4hlt ebenso. Jedes Jahr sterben weltweit Hunderttausende von Menschen an Krankenhausinfektionen, und ungarische Experten arbeiten mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammen, um diese mit Hilfe von Technologien der k\u00fcnstlichen Intelligenz einzud\u00e4mmen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Beim Desinfizieren der H\u00e4nde werden die Fingerspitzen und der Handr\u00fccken am h\u00e4ufigsten vernachl\u00e4ssigt &#8211; sagen die Experten der Semmelweis Universit\u00e4t und der Universit\u00e4t \u00d3buda. Ihre gemeinsame Forschungsarbeit wurde k\u00fcrzlich in der <a href=\"https:\/\/aricjournal.biomedcentral.com\/articles\/10.1186\/s13756-023-01212-4\">Fachzeitschrift <em>Antimicrobial Resistance &amp; Infection Contro<\/em><em>l <\/em>ver\u00f6ffentlicht.<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-34197 size-full\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/05\/RS172710_3P1A9619-scr.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/05\/RS172710_3P1A9619-scr.jpg 1200w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/05\/RS172710_3P1A9619-scr-400x267.jpg 400w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/05\/RS172710_3P1A9619-scr-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/05\/RS172710_3P1A9619-scr-768x512.jpg 768w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/05\/RS172710_3P1A9619-scr-753x502.jpg 753w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/05\/RS172710_3P1A9619-scr-203x135.jpg 203w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">An der Untersuchung nahmen 340 Medizinstudenten teil, die nach dem Zufallsprinzip 1,5 oder 3 ml alkoholisches H\u00e4ndedesinfektionsmittels mit der gleichen Zusammensetzung wie im Handel erh\u00e4ltlich, erhielten. Im Rahmen der Studie mussten sie dieses zweimal verwenden &#8211; einmal als Fl\u00fcssigkeit und zwei Wochen sp\u00e4ter als Gel mit unsichtbaren fluoreszierenden Partikeln. Die Wirksamkeit der H\u00e4ndedesinfektionsmittel wurde dann mit einem vollautomatischen digitalen Scanner (Semmelweis System by HandInScan) analysiert, der an der Universit\u00e4t \u00d3buda entwickelt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-34196 alignright\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/05\/RS172717_3P1A9643-scr-267x400-1.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"400\" \/>&#8222;Eineinhalb Milliliter H\u00e4ndedesinfektionsmittel reichten nicht aus, um den Handr\u00fccken vollst\u00e4ndig zu bedecken. Das Gel desinfizierte durchschnittlich 7 % der Hand und das fl\u00fcssige Mittel lie\u00df 5,8 % unbedeckt. Das sind erhebliche M\u00e4ngel in der Handhygiene im Krankenhaus&#8220; &#8211; sagt Dr. Konstantinos Voniatis, Assistenzarzt in der Klinik f\u00fcr Chirurgie, Transplantation und Gastroenterologie der Semmelweis Universit\u00e4t und Erstautor der Studie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Gegensatz dazu funktionierte das 3-ml-Volumen bei beiden Arten von Handdesinfektionsmitteln gut, wobei die Menge der unbedeckten Fl\u00e4che unter 1,5 % blieb. Am h\u00e4ufigsten wurden die Fingerspitzen und der R\u00fccken der dominanten Hand bei der Desinfektion ausgelassen. Auch die Teilnehmer sch\u00e4tzten die f\u00fcr eine wirksame H\u00e4ndedesinfektion erforderliche Menge in der Regel falsch ein, wenn sie danach gefragt wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-34195 alignleft\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/05\/Haidegger-Tamas-374x400-1.jpg\" alt=\"\" width=\"374\" height=\"400\" \/>&#8222;In den aktuellen WHO-Leitlinien hei\u00dft es, man solle ein handtellergro\u00dfes Handdesinfektionsmittel verwenden und es 20-30 Sekunden lang einreiben. Die Empfehlung ist stellenweise nicht detailliert genug und es fehlt an unterst\u00fctzender Forschung und Evidenz. Die H\u00e4ndehygiene stand w\u00e4hrend der Coronavirus-Epidemie im Mittelpunkt des Interesses, und unsere Forschung, deren Ergebnisse f\u00fcr jedermann zu ber\u00fccksichtigen sind, zeigt, dass diese Standards aktualisiert werden m\u00fcssen. Dies wird bereits auf internationaler Ebene diskutiert&#8220; &#8211; erkl\u00e4rt Dr. Tam\u00e1s Haidegger, Generaldirektor des Zentrums f\u00fcr Forschung und Innovation der Universit\u00e4t \u00d3buda und Mitglied der WHO-Arbeitsgruppe f\u00fcr Patientensicherheit (POPS).<\/p>\n<div class=\"keretes\">\n<p style=\"text-align: justify\">Die WHO empfiehlt, ein Handdesinfektionsgel mit mindestens 70 % Alkohol oder ein fl\u00fcssiges Handdesinfektionsmittel mit 80 % Ethanol oder 75 % Isopropyl zu verwenden und es 20-30 Sekunden lang einzureiben.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Laut den Forschern gibt es noch weitere Aspekte zu ber\u00fccksichtigen. So lie\u00df sich fl\u00fcssiges H\u00e4ndedesinfektionsmittel in kleineren Mengen besser verteilen, aber bei gr\u00f6\u00dferen Mengen wurde viel mehr verschwendet als bei Gel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8222;Die Gr\u00f6\u00dfe der Hand ist entscheidend f\u00fcr die Wahl der richtigen Menge. Wir haben festgestellt, dass 1,5 ml f\u00fcr eine durchschnittliche Handgr\u00f6\u00dfe nicht ausreichen, auch nicht f\u00fcr kleinere H\u00e4nde. 3 ml Handdesinfektionsmittel sind wirksamer, aber f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Hand ist dies m\u00f6glicherweise nicht ausreichend, w\u00e4hrend es f\u00fcr eine kleinere Hand zu viel sein kann. Au\u00dferdem betrug die durchschnittliche Einreibedauer bei dieser Menge 40-42 Sekunden, was f\u00fcr die t\u00e4gliche klinische Praxis zu lang ist. Bei 1,5 ml sind es nur 30-32 Sekunden, aber das ist sogar mehr als die von der WHO empfohlene Zeit&#8220;, erkl\u00e4rt Dr. Voniatis Konstantinos.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach Angaben der WHO erkranken in der Akutversorgung in den wirtschaftlich am weitesten entwickelten L\u00e4ndern sieben von 100 Patienten an einer im Krankenhaus erworbenen Infektion, w\u00e4hrend es in weniger oder m\u00e4\u00dfig entwickelten L\u00e4ndern bis zu 15 sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8222;Statistiken zeigen, dass etwa 40 % der im Krankenhaus erlittenen Infektionen durch direkten Kontakt, d. h. durch unzureichende Handhygiene verursacht werden und etwa 10 % t\u00f6dlich verlaufen.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Hunderttausende von Patienten weltweit verlieren jedes Jahr ihr Leben, die mit detaillierten und evidenzbasierten Vorschriften durchaus verhindert werden k\u00f6nnten.&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8211; f\u00fcgt Dr. Tam\u00e1s Haidegger hinzu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die beiden Forscher sind auch Mitglieder der ISO-Arbeitsgruppe (International Organization for Standardization) f\u00fcr H\u00e4ndehygienestandards, deren Hauptaufgabe darin besteht, einheitliche Standards f\u00fcr die H\u00e4ndedesinfektion in Gesundheitseinrichtungen zu entwickeln. Ihre Arbeit wird es der internationalen Arbeitsgruppe erm\u00f6glichen, noch in diesem Jahr die weltweit erste Norm f\u00fcr H\u00e4ndehygiene, ISO 23447, zu ver\u00f6ffentlichen. Laut Dr. Konstantinos Voniatis, Leiter der ISO-Arbeitsgruppe, kann die neue Norm die Einrichtung moderner H\u00e4ndehygieneprogramme in Krankenh\u00e4usern unterst\u00fctzen, wobei nicht nur theoretische, sondern auch praktische Aspekte ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<div class=\"w-100 fontos_div\" style=\"text-align: justify\">Das Semmelweis Hand Hygiene System ist ein preisgekr\u00f6nter, auf k\u00fcnstlicher Intelligenz basierender Handscanner von HandInScan und der Universit\u00e4t von \u00d3buda, der dem Benutzer ein personalisiertes Feedback \u00fcber die Wirksamkeit der H\u00e4ndedesinfektion gibt. Die Technologie ist nach Ign\u00e1c Semmelweis benannt, dem Arzt aus dem 19. Jahrhundert, der die Bedeutung der H\u00e4ndehygiene erkannte. Die Semmelweis-Universit\u00e4t verf\u00fcgt \u00fcber 12 dieser Ger\u00e4te in ihren Kliniken, wo sie zur regelm\u00e4\u00dfigen \u00dcberwachung und Schulung der korrekten H\u00e4ndedesinfektion eingesetzt werden. Die Ger\u00e4te werden inzwischen in mehr als 100 Gesundheitseinrichtungen in 25 L\u00e4ndern auf der ganzen Welt zur Verbesserung der H\u00e4ndehygiene eingesetzt.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Foto: B\u00e1lint Barta, Attila Kov\u00e1cs \u2013 Semmelweis Universit\u00e4t; Tam\u00e1s Haidegger \u2013 Universit\u00e4t \u00d3buda <br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laut einer neuen Studie der Semmelweis Universit\u00e4t und der Universit\u00e4t \u00d3buda reichen eineinhalb Milliliter Desinfektionsmittel nicht aus, um die gesamte Oberfl\u00e4che der H\u00e4nde zu bedecken. 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