{"id":34121,"date":"2023-04-27T15:16:57","date_gmt":"2023-04-27T13:16:57","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=34121"},"modified":"2025-11-28T08:49:58","modified_gmt":"2025-11-28T07:49:58","slug":"nachlassende-maennliche-fruchtbarkeit-folgende-risikofaktoren-koennen-die-spermienqualitaet-beeintraechtigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2023\/04\/27\/nachlassende-maennliche-fruchtbarkeit-folgende-risikofaktoren-koennen-die-spermienqualitaet-beeintraechtigen\/","title":{"rendered":"Nachlassende m\u00e4nnliche Fruchtbarkeit: Folgende Risikofaktoren k\u00f6nnen die Spermienqualit\u00e4t beeintr\u00e4chtigen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Umweltverschmutzung, Rauchen, Erweiterung der Hodenvenen, Diabetes, Hodentumore und das Alter sind die Faktoren, die sich am st\u00e4rksten auf die Spermienqualit\u00e4t auswirken k\u00f6nnen, laut einer umfassenderen Analyse der Semmelweis Universit\u00e4t. Experten der Universit\u00e4t haben anhand von fast 27.000 Studien die gef\u00e4hrlichsten Faktoren zusammengefasst, die das genetische Material der Spermien sch\u00e4digen. Die Fruchtbarkeit der M\u00e4nner hat in den letzten Jahrzehnten dramatisch abgenommen, und die Untersuchung zeigt auch, wie wichtig Pr\u00e4vention ist.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Forscher untersuchten auch das Alter der M\u00e4nner und stellten fest, dass sich die DNA der m\u00e4nnlichen Samenzellen ab dem 50. Lebensjahr deutlich verschlechtert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/rbej.biomedcentral.com\/articles\/10.1186\/s12958-023-01054-0\">In einer k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten Studie in der Zeitschrift Reproductive Biology and Endocrinology<\/a> untersuchten Forscher der Semmelweis Universit\u00e4t die Faktoren, die die DNA-Fragmentierung von Spermien ma\u00dfgeblich beeinflussen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-34119 alignright\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS172251_3P1A1415-scr-267x400-1.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"400\" \/>&#8222;Der so genannte DNA-Fragmentierungstest ist derzeit die einzige evidenzbasierte Methode zur Bestimmung der Funktionalit\u00e4t von Samenzellen. Dabei wird das genetische Material der Spermien untersucht, also das Verh\u00e4ltnis von intakten zu fragmentierten Spermien. Die DNA-Fragmentierung wird auch mit der Befruchtungsf\u00e4higkeit der Spermien, der Erfolgsrate bei k\u00fcnstlichen Befruchtungen und der Fehlgeburtenrate in Verbindung gebracht, obwohl weder die Methode noch die Schwellenwerte klar definiert sind&#8220; &#8211; erkl\u00e4rt Dr. Zsolt Kopa, Leiter des Andrologiezentrums der Klinik f\u00fcr Urologie der Semmelweis Universit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Forscher durchsuchten drei internationale Datenbanken nach bereits ver\u00f6ffentlichten Studien zu diesem Thema. Nach wiederholtem Screening wurden 190 wissenschaftliche Publikationen gefunden, die f\u00fcr ihre statistische Analyse in Frage kamen.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Anhand fr\u00fcherer Untersuchungen wurde erwartet, dass sich die Qualit\u00e4t der m\u00e4nnlichen Spermien ab dem 40. Lebensjahr erheblich verschlechtert. Unsere Analyse zeigte jedoch, dass die DNA-Fragmentierung erst ab einem Alter von 50 Jahren deutlich zunehmen kann &#8211; um durchschnittlich 12,58 % im Vergleich zu j\u00fcngeren M\u00e4nnern in diesem Alter.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Das bedeutet jedoch nicht, dass es sich lohnt, den Kinderwunsch aufzuschieben, da sich andere wichtige Parameter mit dem Alter verschlechtern k\u00f6nnen&#8220; &#8211; sagt Dr. Anett Szab\u00f3, PhD-Studentin und Erstautorin der Semmelweis-Ver\u00f6ffentlichung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-34120 alignleft\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS172255_3P1A1446-scr-267x400-1.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"400\" \/>Aus klinischer Sicht kann Rauchen die DNA-Fragmentierung im Vergleich zu Nichtrauchern um durchschnittlich 9,19 % erh\u00f6hen. W\u00e4hrend Alkoholkonsum und K\u00f6rpergewicht bei der DNA-Fragmentierung keine so bedeutende Rolle spielten, zeigte sich, dass mehr Alkohol und mehr K\u00f6rpergewicht zu mehr Abweichungen (Mismatches) f\u00fchren. Experten in Reproduktionszentren empfehlen den Patienten in der Regel auch eine relativ h\u00e4ufige Ejakulation (2-3 Mal t\u00e4glich), aber die Daten der aktuellen Analyse zeigten, dass die L\u00e4nge der Ejakulationspause f\u00fcr die DNA-Fragmentierung nicht relevant war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Umweltverschmutzung hatte jedoch negative Auswirkungen auf die Spermienqualit\u00e4t. Eine der untersuchten Studien befasste sich beispielsweise mit einer Region in Italien, in der die Umweltverschmutzung aufgrund illegaler Ablagerung von Giftm\u00fcll sehr hoch ist. In einer anderen Studie wurden Daten von Stahlwerksarbeitern analysiert, w\u00e4hrend in einer dritten Studie Polizeibeamte untersucht wurden, die an einer befahrenen Kreuzung den Verkehr kontrollierten.<\/p>\n<div class=\"w-100 fontos_div\" style=\"text-align: justify\">Luftverschmutzung, Unkrautvernichtungsmittel (Herbizide) oder Rodentizide erh\u00f6hten die DNA-Fragmentierung um durchschnittlich 9,68 %.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Rolle bestimmter gesundheitlicher Probleme bei der Verschlechterung der Spermienfunktion ist ebenfalls gut bekannt. Eines davon ist die Erweiterung der Hodengef\u00e4\u00dfe, die einer neueren Analyse zufolge die Fragmentierung der Spermien-DNA um durchschnittlich 13,62 % erh\u00f6ht. Auch eine gest\u00f6rte Glukosetoleranz (St\u00f6rungen des Zuckerstoffwechsels) kann eine \u00e4hnliche Auswirkung auf die Fragmentierung des Erbguts haben. Auch Hodentumore k\u00f6nnen mit einem durchschnittlichen Unterschied von 11,3 % einen erheblichen Einfluss darauf haben.<\/p>\n<div class=\"keretes\">\n<p style=\"text-align: justify\">Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gilt als Unfruchtbarkeit, wenn ein Paar nach einem Jahr ungesch\u00fctzten, regelm\u00e4\u00dfigen Geschlechtsverkehrs kein Kind bekommt. In den letzten Jahren sind die Konzentration und die Menge der Spermien bei M\u00e4nnern drastisch zur\u00fcckgegangen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Bestimmte Infektionen, wie Chlamydien und HPV, beeintr\u00e4chtigten die Spermienqualit\u00e4t nicht, aber bakterielle oder andere sexuell \u00fcbertragbare Infektionen f\u00fchrten zu einer Zunahme der DNA-Fragmentierung (8,98 % und 5,54 %).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8222;Der DNA-Fragmentierungstest wurde 2021 offiziell in die internationalen Richtlinien aufgenommen. Unfruchtbare M\u00e4nner haben eine h\u00f6here Rate an genetischen Sch\u00e4den im Spermium, aber es gibt keine offizielle professionelle Stellungnahme dazu, wo genau die Grenze zwischen unfruchtbaren und fruchtbaren M\u00e4nnern gezogen werden sollte. In der klinischen Praxis werden derzeit sogenannte Konsensus-Werte verwendet. Im Allgemeinen gilt eine Fragmentierung von weniger als 25 % als optimal, dar\u00fcber sind die Chancen auf eine spontane Empf\u00e4ngnis geringer, und \u00fcber 50 % ist die Erfolgsquote des IVF-Programms niedriger&#8220;, erkl\u00e4rt Dr. Zsolt Kopa.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Fr\u00fchere Untersuchungen haben gezeigt, dass die Fertilit\u00e4tsraten in den westlichen Industriel\u00e4ndern r\u00fcckl\u00e4ufig sind und eines von sechs Paaren mit Unfruchtbarkeitsproblemen zu k\u00e4mpfen hat. Die Ursachen sind vielf\u00e4ltig, liegen aber etwa zu gleichen Teilen bei M\u00e4nnern und Frauen. Obwohl der Anteil der Unfruchtbarkeit unbekannten Ursprungs in den letzten Jahrzehnten deutlich zur\u00fcckgegangen ist, werden die Ursachen in etwa 30 % der F\u00e4lle immer noch nicht gefunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr k\u00f6nnte die starke DNA-Fragmentierung sein. Experten raten daher, bereits im geb\u00e4rf\u00e4higen Alter den Lebensstil zu optimieren, z. B. mit dem Rauchen aufzuh\u00f6ren, regelm\u00e4\u00dfig Sport zu treiben oder sich ges\u00fcnder zu ern\u00e4hren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Angelika Erd\u00e9lyi <br \/>\nFoto: B\u00e1lint B\u00e1lint \u2013 Semmelweis Universit\u00e4t<br \/>\nTitelbild: iS<span data-olk-copy-source=\"MessageBody\">tock by Getty Images<\/span>\/rez-art<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Umweltverschmutzung, Rauchen, Erweiterung der Hodenvenen, Diabetes, Hodentumore und das Alter sind die Faktoren, die sich am st\u00e4rksten auf die Spermienqualit\u00e4t auswirken k\u00f6nnen, laut einer umfassenderen Analyse der Semmelweis Universit\u00e4t. Experten der Universit\u00e4t haben anhand von fast 27.000 Studien die gef\u00e4hrlichsten Faktoren zusammengefasst, die das genetische Material der Spermien sch\u00e4digen. 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