{"id":34013,"date":"2023-04-12T10:36:03","date_gmt":"2023-04-12T08:36:03","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=34013"},"modified":"2023-05-03T09:15:18","modified_gmt":"2023-05-03T07:15:18","slug":"preisgekroente-forschung-bahnt-den-weg-zur-rasanten-entwicklung-von-zahnimplantaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2023\/04\/12\/preisgekroente-forschung-bahnt-den-weg-zur-rasanten-entwicklung-von-zahnimplantaten\/","title":{"rendered":"Preisgekr\u00f6nte Forschung bahnt den Weg zur rasanten Entwicklung von Zahnimplantaten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Dr. Kriszti\u00e1n Benedek Csom\u00f3 und Dr. Ferenc Kopp\u00e1ny erhielten den Preis f\u00fcr die innovativste PhD-Arbeit mit dem Titel &#8222;Entwicklung einer Methode zur Herstellung einer hydrophilen nanostrukturierten Titanoberfl\u00e4che&#8220; auf dem im letzten Jahr von der Semmelweis Universit\u00e4t und der Fa. Richter Gedeon organisierten Tag der Innovation.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-34017 alignleft\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169304_GV5A1507-scr-400x267.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169304_GV5A1507-scr-400x267.jpg 400w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169304_GV5A1507-scr-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169304_GV5A1507-scr-768x512.jpg 768w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169304_GV5A1507-scr-753x502.jpg 753w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169304_GV5A1507-scr-203x135.jpg 203w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169304_GV5A1507-scr.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>Die Mehrheit der heute verwendeten Zahnimplantate besteht aus Titan: Der gr\u00f6\u00dfte Vorteil besteht darin, dass sich bei Kontakt mit Luft eine Titandioxidschicht bildet, die nicht nur vor Korrosion sch\u00fctzt, sondern auch daf\u00fcr sorgt, dass sich das Implantat in den K\u00f6rper einbettet, erkl\u00e4rt Dr. Kriszti\u00e1n Benedek Csom\u00f3, Facharzt der Klinik f\u00fcr Kiefer- und Gesichtschirurgie und Zahnchirurgie der Semmelweis Universit\u00e4t. Titanimplantate sind im breiten Kreis angewandt, aber es gibt F\u00e4lle, in denen ihr Einsatz weniger oder gar nicht empfohlen wird: z. B. bei Diabetikern, die eine langsamere Wundheilung haben, bei Menschen, die sich einer Strahlentherapie in dem Bereich unterzogen haben, oder bei Menschen mit krankheits- oder medikamentenbedingten Knochenheilungsst\u00f6rungen. &#8222;Wir haben begonnen, dar\u00fcber nachzudenken, wie wir Implantate so verbessern k\u00f6nnen, dass sie auch bei diesen Risikogruppen sicher verwendet werden k\u00f6nnen&#8220;, sagte Dr. Kriszti\u00e1n Benedek Csom\u00f3.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Facharzt wies darauf hin, dass die Oberfl\u00e4che von Zahnimplantaten gerauht ist, damit Knochenzellen leichter an der Oberfl\u00e4che anwachsen k\u00f6nnen. Im Gegensatz zu den fr\u00fcheren mikroskopisch kleinen Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten kann man jetzt auch nanoskalige Strukturen schaffen. &#8222;Zu diesen Oberfl\u00e4chen geh\u00f6ren einige, die das Infektionsrisiko verringern k\u00f6nnen. Auf winzigen Unebenheiten k\u00f6nnen sich unsere Zellen problemlos festhalten und bleiben dort h\u00e4ngen wie ein Fakir auf einem Nagelbett. Bakterien hingegen sind kleiner, und ihre Zellw\u00e4nde werden durch die winzigen Unebenheiten zerrissen, als w\u00fcrde man einen mit Wasser gef\u00fcllten Ballon auf dasselbe Nagelbett legen&#8220;, betonte der Experte. Er f\u00fcgte hinzu, dass sich da fr\u00fcher oder sp\u00e4ter dennoch Bakterien bilden werden, da es unm\u00f6glich ist, in der Mundh\u00f6hle sterile Bedingungen zu schaffen. Wichtig ist, dem Organismus Zeit zu geben, dies auszunutzen und den Zellen die M\u00f6glichkeit zu geben, richtig am Implantat zu haften.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-34016 size-full\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169317_GV5A1666-scr.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169317_GV5A1666-scr.jpg 1200w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169317_GV5A1666-scr-400x267.jpg 400w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169317_GV5A1666-scr-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169317_GV5A1666-scr-768x512.jpg 768w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169317_GV5A1666-scr-753x502.jpg 753w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169317_GV5A1666-scr-203x135.jpg 203w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wie er erkl\u00e4rte, sind die Oberfl\u00e4chen von Titanimplantaten \u00fcberwiegend hydrophob, d. h. wasserabweisend &#8211; hydrophile Implantate sind zwar verf\u00fcgbar, sie sind aber nicht nur teuer, sondern oft auch umst\u00e4ndlich in der Anwendung. &#8222;Hydrophile Implantate haben eine viel bessere Heilungschance, weshalb sie bei einem breiteren Patientenkreis eingesetzt werden k\u00f6nnen. Sie lassen die Proteine leichter anhaften, so dass die Wundheilung schneller ist&#8220; \u2013 sagte der Wissenschaftler und erkl\u00e4rte, warum sie sich entschieden haben, ihre Forschung auf die Entwicklung solcher Implantate fokussieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Ziel von Dr. Kriszti\u00e1n Benedek Csom\u00f3 und Dr. Ferenc Kopp\u00e1ny war es, ein Titanimplantat mit einer Oberfl\u00e4che zu entwickeln, die im Nanobereich rau bleibt, und auch hydrophil ist. Sie mussten also eine L\u00f6sung finden, die die Nanostrukturen der Implantatoberfl\u00e4che &#8211; zum Beispiel ihre bakteriziden Eigenschaften &#8211; bewahrt und gleichzeitig ihre Benetzbarkeit ver\u00e4ndert. Der gew\u00fcnschte Effekt wurde schlie\u00dflich durch das Ans\u00e4uern der Oberfl\u00e4che erzielt: Die Methode wurde in Zusammenarbeit mit Kollegen der Universit\u00e4t f\u00fcr Technologie und Wirtschaft in Budapest und der Fa. Ferr-V\u00e1z entwickelt. Sie erkl\u00e4rten, dass sie die Ans\u00e4uerung zuvor nicht als m\u00f6gliches Verfahren in Betracht gezogen hatten, da sie davon ausgingen, dass dadurch Teile in Nanogr\u00f6\u00dfe zerst\u00f6rt w\u00fcrden.\u00a0 Die gr\u00f6\u00dfte Schwierigkeit f\u00fcr die Forscher bestand darin, das richtige Material, die richtige Konzentration, die richtige Expositionszeit und die richtige Temperatur zu finden. Sie berichteten \u00fcber ihre Forschungen in einem Bericht, der in der Fachzeitschrift Nanomaterials ver\u00f6ffentlicht wurde, und ihre Ver\u00f6ffentlichung wurde unerwartet schnell angenommen. Nun arbeiten sie an der Weiterentwicklung ihres Patents.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-34019 alignright\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169312_GV5A1610-scr-400x251.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"251\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169312_GV5A1610-scr-400x251.jpg 400w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169312_GV5A1610-scr-1024x642.jpg 1024w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169312_GV5A1610-scr-768x481.jpg 768w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169312_GV5A1610-scr-753x472.jpg 753w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169312_GV5A1610-scr.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>&#8222;Heutzutage sind Innovationen in der Zahnheilkunde vor allem technischer Natur, meist \u00e4ndert sich eine bestimmte Methode und ihre Feinheiten, und aus klinischer Sicht ist es schwieriger, die wirklich gro\u00dfen Innovationen zu erkennen. Die Verbindung zwischen Grundlagenforschung und klinischer Praxis fehlt oft. Dabei liegen die Antworten auf die Fragen, die in der Grundlagenforschung gestellt werden, doch oft in der Biologie und Physiologie. Die Implantologie ist ein gutes Beispiel daf\u00fcr, wo alle 10-15 Jahre ein Paradigmenwechsel ansteht. Wir stehen kurz vor einem solchen Paradigmenwechsel, und der n\u00e4chste gro\u00dfe Sprung nach vorn wird die Forschung zum Thema Hydrophilie sein. Diese haben ebenfalls mit biologischen Grundlagenforschungen begonnen&#8220; &#8211; erkl\u00e4rte Dr. Ferenc Kopp\u00e1ny, Assistenzprofessor der Klinik f\u00fcr Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie und Stomatologie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zu ihrer gemeinsamen Arbeit sagten Dr. Kriszti\u00e1n Benedek Csom\u00f3 und Dr. Ferenc Kopp\u00e1ny, dass sie seit langem befreundet seien, sie h\u00e4tten fr\u00fcher in der Klinik zusammengearbeitet, und daraus sei auch die Idee f\u00fcr ihre PhD-Arbeit entstanden. Sie betonten die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den Universit\u00e4ten und die Unterst\u00fctzung von Dr. Zsolt N\u00e9meth, Direktor der Klinik, und Dr. \u00c1rp\u00e1d Jo\u00f3b-Fancsaly, stellvertretender Direktor der Klinik. Auch die Forschungsunterst\u00fctzung durch die Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t war f\u00fcr ihre Untersuchungen unerl\u00e4sslich.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-34018 size-full\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169324_GV5A1749-scr.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"779\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169324_GV5A1749-scr.jpg 1200w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169324_GV5A1749-scr-400x260.jpg 400w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169324_GV5A1749-scr-1024x665.jpg 1024w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169324_GV5A1749-scr-768x499.jpg 768w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/04\/RS169324_GV5A1749-scr-753x489.jpg 753w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ihre sich erg\u00e4nzenden Denkweisen haben ebenfalls zum Erfolg ihrer Arbeit beigetragen. Dr. Ferenc Kopp\u00e1ny l\u00e4sst sich von dem Motto &#8222;zur\u00fcck zu den Wurzeln&#8220; leiten. &#8222;Wir sollten die Grundlagenforschung nicht aus den Augen verlieren, denn der Markt tendiert dazu, die Entwicklung in Richtung technisches Know-how zu treiben. Es ist wichtig, immer die einfachste und sinnvollste L\u00f6sung anzustreben&#8220;, betonte er. Dr. Kriszti\u00e1n Benedek Csom\u00f3 hingegen wird von Neugierde und einer st\u00e4ndigen Suche nach Entwicklung und Innovation angetrieben. Wie sie betonten, haben sie noch viel Arbeit vor sich, denn sie m\u00fcssen mit weiteren Untersuchungen und Daten beweisen, dass ihre Methode nicht nur praktikabel, sondern auch n\u00fctzlich ist, so dass es sich auch f\u00fcr Unternehmen lohnt, solche Implantate zu entwickeln und herzustellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00c1d\u00e1m Szab\u00f3 <br \/>\nFoto: Attila Kov\u00e1cs \u2013 Semmelweis Universit\u00e4t<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Kriszti\u00e1n Benedek Csom\u00f3 und Dr. Ferenc Kopp\u00e1ny erhielten den Preis f\u00fcr die innovativste PhD-Arbeit mit dem Titel &#8222;Entwicklung einer Methode zur Herstellung einer hydrophilen nanostrukturierten Titanoberfl\u00e4che&#8220; auf dem im letzten Jahr von der Semmelweis Universit\u00e4t und der Fa. Richter Gedeon organisierten Tag der Innovation. 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