{"id":33874,"date":"2023-03-28T13:37:06","date_gmt":"2023-03-28T11:37:06","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=33874"},"modified":"2025-11-28T08:47:15","modified_gmt":"2025-11-28T07:47:15","slug":"neueste-forschungsergebnisse-koennen-zu-einem-durchbruch-bei-der-behandlung-von-atemweginfektionen-fuehren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2023\/03\/28\/neueste-forschungsergebnisse-koennen-zu-einem-durchbruch-bei-der-behandlung-von-atemweginfektionen-fuehren\/","title":{"rendered":"Neueste Forschungsergebnisse k\u00f6nnen zu einem Durchbruch bei der Behandlung von Atemweginfektionen f\u00fchren"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>In einer Studie \u00fcber die Ausbreitung des Coronavirus wurden nicht nur bisher unbekannte Quellen des Coronavirus identifiziert, sondern dadurch kann auch eine Grundlage daf\u00fcr geschaffen werden, die Ausbreitung anderer Krankheitserreger wie Grippe oder RSV (Respiratorische Synzytial-Virus) zu kontrollieren und Epidemien vorzubeugen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Forscher des Forschungszentrums f\u00fcr Energiewissenschaften, der Semmelweis Universit\u00e4t und des Wigner-Forschungszentrums f\u00fcr Physik untersuchten die Gr\u00f6\u00dfe der Luftpartikel, an die sich das Virus festmachen kann, und die \u00e4u\u00dferen Faktoren (Luftqualit\u00e4t, Bewegung usw.), die seine Verbreitung beeinflussen. Die <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41598-023-30702-z\">Forschungsarbeiten<\/a> schlie\u00dfen an eine fr\u00fchere Studie der <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/34985588\/\">Universit\u00e4t<\/a> an, in der untersucht wurde, wo sich das Virus in der Lunge absetzen w\u00fcrde, wenn es auf der Oberfl\u00e4che von Luftpartikeln unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe reist. Die Tests wurden in einem Krankenhaus auf einer gew\u00f6hnlichen Station und Abteilung f\u00fcr nicht-invasive Atemtherapie durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Wir konnten das Virus auf Luftpartikeln in einem breiteren Bereich als je zuvor nachweisen (70 Nanometer bis 10 Mikrometer) &#8211; selbst bei extrem kleinen Gr\u00f6\u00dfen<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8211; sagt Dr. Veronika M\u00fcller, Direktorin der Klinik f\u00fcr Pulmologie an der Semmelweis Universit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8222;Das Erbmaterial f\u00fcr das Coronavirus war vor allem in Aerosolen im Bereich von 0,5 bis 4 Mikrometern vorhanden, aber wir haben es auch in ultrafeinen Partikeln identifiziert.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-33873 alignleft\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2023\/03\/Muller-Veronika-portre-274x400-1.jpg\" alt=\"\" width=\"274\" height=\"400\" \/>Das ist insofern wichtig, als das Virus umso leichter in den K\u00f6rper eindringen kann, je kleiner die Partikel sind. Feinstaub (PM 2,5, d. h. Partikel, die nicht gr\u00f6\u00dfer als 2,5 Mikrometer sind) ist an sich schon gef\u00e4hrlich, weil er tief in die Lunge gelangen kann. Partikel mit einer Gr\u00f6\u00dfe von weniger als 0,3 Mikrometern (300 Nanometern) und einigen hundert Nanometern k\u00f6nnen von den oberen Atemwegen \u00fcber die Lungenbl\u00e4schen direkt in die Blutbahn gelangen. Da dieser Bereich die gleiche Gr\u00f6\u00dfe hat wie die RNA des Virus, ist es m\u00f6glich, dass sich Viren in der Luft selbst\u00e4ndig verbreiten k\u00f6nnen, ohne sich an Feinstaub oder kleinere Partikel in der Luft anzuh\u00e4ngen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Partikel kommen \u00fcberwiegend durch Resuspension in die Luft, das hei\u00dft, sie setzen sich ab, werden aber wie Wasser durch Bewegung aufgewirbelt. Wenn also jemand durch ein Krankenzimmer geht, die Luft aufwirbelt und sie einatmet, kann der Erreger in seinen K\u00f6rper gelangen, ebenso wie in den der anderen Personen im Raum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es sind also nicht nur die Oberfl\u00e4chen, die ein Problem f\u00fcr Atemwegsinfektionen darstellen, sondern auch die Luft, die wir einatmen und die aufgewirbelt wird &#8211; sagt Dr. Veronika M\u00fcller.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Damit r\u00fcckt die Bedeutung der Reinigung noch st\u00e4rker in den Vordergrund. &#8222;Bisher wurde die Bedeutung der Oberfl\u00e4chen und der H\u00e4ndedesinfektion betont, was unbestritten ist, aber die M\u00f6glichkeit der Kontamination mit Aerosolen ist genauso wichtig&#8220; &#8211; erkl\u00e4rt Dr. Veronika M\u00fcller. Die Separierung der Patienten &#8211; getrennte B\u00e4der und Toiletten &#8211; sei vor allem wegen der Stuhlbakterien als Infektionsquelle wichtig. &#8220; Durch die Forschung wissen wir jetzt, dass Partikel, die Viren oder andere Erreger tragen, sehr leicht eingeatmet werden k\u00f6nnen, und ich muss zugeben, dass ich meine Einstellung zur Isolierung inzwischen \u00fcberdacht habe.&#8220; Die Erkenntnisse sind auch f\u00fcr den richtigen Gebrauch von Masken hilfreich.<\/p>\n<div class=\"w-100 fontos_div\" style=\"text-align: justify\">Die Forschung ist auch im Hinblick auf im Krankenhaus erworbene Infektionen sehr n\u00fctzlich. Je mehr man \u00fcber die Infektionsquellen wei\u00df, desto mehr kann man dazu beitragen, die H\u00e4ufigkeit von im Krankenhaus erworbenen Krankheiten wie station\u00e4r erworbenen Lungenentz\u00fcndung zu verringern.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Obwohl bei der Forschung das Coronavirus untersucht wurde, kann man die Ergebnisse auch bei der Untersuchung anderer luft\u00fcbertragene Krankheitserreger verwenden. &#8222;Der eigentliche Wert dieser Forschung besteht darin, dass wir SARS-CoV-2 als Prototyp verwenden konnten, um die Verbreitung anderer Viren zu beschreiben. Dazu haben wir sonst kaum Gelegenheit, da Patienten mit verschiedenen Atemwegserkrankungen normalerweise nicht isoliert werden und die Erreger und die Methode unterschiedlich sein k\u00f6nnen&#8220; &#8211; sagt Dr. Veronika M\u00fcller.<\/p>\n<div class=\"w-100 fontos_div\" style=\"text-align: justify\">Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass dieser Faktor wahrscheinlich ein gemeinsamer Faktor bei der Verbreitung von Influenza und RSV (Virus der Riesenzellpneumonie) ist. Dies k\u00f6nnte dazu beitragen, solche Epidemien in Zukunft vorzubeugen und sie in Krankenh\u00e4usern, Pflegeheimen oder sogar zu Hause wirksamer zu behandeln.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8222;Unser Ziel ist es, Krankenh\u00e4usern und \u00c4rzten dabei zu helfen, noch wirksamer gegen luft\u00fcbertragene Infektionen vorzugehen, und zu zeigen, dass die Aerosolkontrolle auf der Intensivstation, wo das Infektionsrisiko sehr hoch ist, noch mehr Aufmerksamkeit erfordert als bisher.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zs\u00f3fia V\u00e9gh <br \/>\nFoto: Semmelweis Universit\u00e4t \u2013 Attila Kov\u00e1cs<br \/>\nTitelbild: iS<span data-olk-copy-source=\"MessageBody\">tock by Getty Images<\/span>\/gorodenkoff<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer Studie \u00fcber die Ausbreitung des Coronavirus wurden nicht nur bisher unbekannte Quellen des Coronavirus identifiziert, sondern dadurch kann auch eine Grundlage daf\u00fcr geschaffen werden, die Ausbreitung anderer Krankheitserreger wie Grippe oder RSV (Respiratorische Synzytial-Virus) zu kontrollieren und Epidemien vorzubeugen. Die Forscher des Forschungszentrums f\u00fcr Energiewissenschaften, der Semmelweis Universit\u00e4t und des Wigner-Forschungszentrums f\u00fcr Physik &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":101423,"featured_media":33872,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[78],"tags":[85,41,72],"class_list":["post-33874","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","tag-forschung","tag-humanmedizin","tag-presse"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33874","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/101423"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33874"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33874\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":39646,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33874\/revisions\/39646"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/33872"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33874"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33874"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33874"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}