{"id":32354,"date":"2022-09-28T10:56:48","date_gmt":"2022-09-28T08:56:48","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/?p=32354"},"modified":"2022-09-28T11:07:18","modified_gmt":"2022-09-28T09:07:18","slug":"dr-attila-fonyo-ist-im-alter-von-96-jahren-verstorben-nekrolog","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2022\/09\/28\/dr-attila-fonyo-ist-im-alter-von-96-jahren-verstorben-nekrolog\/","title":{"rendered":"Dr. Attila Fony\u00f3 ist im Alter von 96 Jahren verstorben \u2013 Nekrolog"},"content":{"rendered":"<div class=\"lead\">Am 22. September 2022 verstarb im Alter von 96 Jahren Dr. Attila Fony\u00f3, emeritierter Professor, Doktor der Medizin, ehemaliger emblematischer Dekan der Medizinischen Fakult\u00e4t, ehemaliger Direktor des Instituts f\u00fcr Physiologie, eine herausragende Pers\u00f6nlichkeit im Leben der Universit\u00e4t, die die medizinische Ausbildung in Ungarn bis heute entscheidend beeinflusst. Die deutschsprachige medizinische Ausbildung an der Semmelweis Universit\u00e4t wurde von Dr. Attila Fony\u00f3 ins Leben gerufen.<\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2022\/09\/RS63186_IMG_6635-scr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-32356\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2022\/09\/RS63186_IMG_6635-scr-272x400.jpg\" alt=\"\" width=\"272\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2022\/09\/RS63186_IMG_6635-scr-272x400.jpg 272w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2022\/09\/RS63186_IMG_6635-scr.jpg 534w\" sizes=\"auto, (max-width: 272px) 100vw, 272px\" \/><\/a>Attila Fony\u00f3 wurde 1927 in Budapest geboren. Seine Kindheit verbrachte er in \u00dajpest. Zwischen 1945 und 1951 studierte er Humanmedizin an der Medizinischen Fakult\u00e4t der P\u00e1zm\u00e1ny P\u00e9ter Universit\u00e4t, der Vorg\u00e4ngeruniversit\u00e4t der Semmelweis Universit\u00e4t, wo er 1951 seinen Abschluss in Allgemeinmedizin absolvierte. 1949 trat er als Demonstrator in das Institut f\u00fcr Physiologie ein, wo er ab 1951 seine wissenschaftliche Laufbahn als promovierter Arzt fortsetzte. 1959-1981 war er Mitarbeiter des ehemaligen Labors f\u00fcr klinisch-experimentelle Forschung und des Instituts f\u00fcr Physiologie II. Er erhielt 1962 den Grad eines Kandidaten der medizinischen Wissenschaften und 1972 den eines Doktors der medizinischen Wissenschaften. Er kehrte 1981 als Direktor an das Institut f\u00fcr Physiologie zur\u00fcck, das er bis 1995 leitete. Seit 1997 war er emeritierter Professor des Instituts f\u00fcr Physiologie.<\/p>\n<p>Seine wissenschaftliche Spezialisierung lag an der interdisziplin\u00e4ren Schnittstelle zwischen Biochemie und Zellbiologie, wo er die Mechanismen des mitochondrialen Transports und der Bioenergetik erforschte. Er hat grundlegende Beobachtungen zu mitochondrialen Transportprozessen durchgef\u00fchrt, die wesentlich zum Verst\u00e4ndnis der mitochondrialen Oxidation und der mitchellianischen Chemosensitivit\u00e4t beitrugen. Das Streben nach dem Verst\u00e4ndnis zellul\u00e4rer und molekularer Prozesse stand im Mittelpunkt seines wissenschaftlichen Ansatzes, aber er interessierte sich auch f\u00fcr die praktischen Aspekte der Medizin &#8211; als Mitglied einer \u00c4rztedynastie und aufgrund seiner eigenen diagnostischen Erfahrung.<\/p>\n<p>Er legte besonderes Augenmerk auf die Einf\u00fchrung moderner wissenschaftlicher und p\u00e4dagogischer Ans\u00e4tze in Ungarn, auf die Durchsetzung h\u00f6chster professioneller Standards in der medizinischen Ausbildung, auf die Erweiterung der internationalen Beziehungen der Universit\u00e4t und des Instituts f\u00fcr Physiologie, auf die Unterst\u00fctzung der Entwicklung junger ForscherInnen und auf die F\u00f6rderung der internationalen Anerkennung der ungarischen medizinischen Wissenschaft.<\/p>\n<p>Seine schulver\u00e4ndernden Aktivit\u00e4ten spiegeln sich in der Tatsache wider, dass mehr als ein Dutzend seiner direkten und indirekten StudentInnen derzeit herausragende nationale oder internationale (meist nordamerikanische) Forschungsgruppen leiten. Drei von ihnen sind Mitglieder der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (ung. Abk. MTA), und f\u00fcnf von ihnen haben eine F\u00f6rderung aus dem sog. Lend\u00fclet-Programm der MTA erhalten.<\/p>\n<p>Als Direktor des Instituts f\u00fcr Physiologie unterst\u00fctzte er die Entwicklung eines zell- und molekularphysiologischen Ansatzes, die Einbeziehung junger, talentierter ForscherInnen und die Schaffung einer offenen und freundlichen intellektuellen Arbeitsgruppe. Ihm wird das Verdienst zugeschrieben, moderne zellul\u00e4re und molekulare Ans\u00e4tze in die Physiologieausbildung in Ungarn eingef\u00fchrt zu haben. Seine Arbeit legte den Grundstein f\u00fcr den Erfolg des Instituts f\u00fcr Physiologie in den letzten Jahrzehnten. Am Ende seiner Amtszeit als Direktor nahm er ein weiteres gro\u00dfes Projekt in Angriff: Er fasste sein Wissen und seine Erfahrung zusammen, um ein neues Lehrbuch der Physiologie in ungarischer Sprache zu schreiben. Das &#8222;Lehrbuch der medizinischen Physiologie&#8220;, das bereits in acht Auflagen erschien, wurde in englischer Sprache ver\u00f6ffentlicht und f\u00fcr Pharmaziestudenten \u00fcberarbeitet und wurde inzwischen zur ma\u00dfgeblichen Quelle f\u00fcr die theoretische Ausbildung von Medizinstudenten. Seine Lehre und Forschung pr\u00e4gten das theoretische medizinische Wissen und die Denkweise von Generationen von \u00c4rztInnen.<\/p>\n<p>1985 bis 1991 war er Dekan der Medizinischen Fakult\u00e4t. In dieser Zeit leitete er grundlegende Reformen im Leben der Fakult\u00e4t und der Universit\u00e4t ein.<\/p>\n<p>Einer der wichtigsten Teile seiner T\u00e4tigkeit an der Universit\u00e4t war die Einf\u00fchrung der deutschsprachigen medizinischen Ausbildung im Jahr 1983 und die Leitung dieses Programms \u00fcber 10 Jahre. Auf dem Erfolg und der Erfahrung der deutschsprachigen Ausbildung aufbauend, wurde einige Jahre sp\u00e4ter die englischsprachige medizinische Ausbildung eingef\u00fchrt. Seine Arbeit wurde dadurch gew\u00fcrdigt, dass er 1989 mit dem Gro\u00dfen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde.<\/p>\n<p>Durch seine Lehr- und Forschungst\u00e4tigkeit und seine strategischen Innovationen wurde Attila Fony\u00f3 in den letzten Jahrzehnten zu einer der einflussreichsten Pers\u00f6nlichkeiten f\u00fcr die Semmelweis Universit\u00e4t und die medizinische Ausbildung in Ungarn.<\/p>\n<p>Dr. Attila M\u00f3csai, Direktor, Institut f\u00fcr Physiologie<\/p>\n<p>\u00dcbersetzung: \u00c1gnes Barta<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 22. 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