{"id":32044,"date":"2021-03-01T14:17:19","date_gmt":"2021-03-01T13:17:19","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/?p=7866"},"modified":"2021-03-01T14:17:19","modified_gmt":"2021-03-01T13:17:19","slug":"dr-eszter-bari-ihr-weg-von-der-semmelweis-universitaet-in-die-coronavirus-forschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2021\/03\/01\/dr-eszter-bari-ihr-weg-von-der-semmelweis-universitaet-in-die-coronavirus-forschung\/","title":{"rendered":"Dr. Eszter B\u00e1ri \u2013 Ihr Weg von der Semmelweis Universit\u00e4t in die Coronavirus-Forschung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Dr. Eszter B\u00e1ri (Hud\u00e1k) erhielt ihr Semmelweis-Diplom \u00a0im Jahre 2004, und aktuell nimmt sie als Forschungsleiterin an der Entwicklung einer wichtigen Schutzimpfung gegen Coronavirus teil; die Testphase der US-Novavax \u2013Vakzine in Australien wurde von ihr geleitet. Neben den f\u00fcr sie wichtigen \u00a0\u00a0Universit\u00e4tsjahren erz\u00e4hlte uns auch dar\u00fcber, wie ihre sp\u00e4tere berufliche Laufbahn gef\u00fchrt wurde, und wie sie in F\u00fchrungsrolle in Impfstoff-Entwicklung einstieg.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Wie erinnern Sie sich an Ihre Semmelweis-Zeit?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-7865 size-full\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2021\/03\/Eszter_professional-2_v\u00e1gott-400x267-1.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"267\" \/>Die an der Semmelweis Universit\u00e4t verbrachte Zeit war f\u00fcr mich sehr entscheidend, ich habe das Universit\u00e4tsleben und das Leben im Studentenwohnheim in T\u00f6m\u0151 utca genossen. Die Biologievorlesungen des inzwischen verstorbenen Dr. Gy\u00f6rgy Csaba, die Physiologie-Stunden von Dr. M\u00e1rk Kollai, die \u00dcbungen Innere Medizin von Dr. Istv\u00e1n Kar\u00e1di und Dr. Andr\u00e1s Kerkovits, sowie die P\u00e4diatriestunden von Dr. Gy\u00f6rgy Fekete blieben bis heute in meiner Erinnerung. An die Universit\u00e4t kam mit dem Ziel, das ich Frauenarzt sein m\u00f6chte, dies war mein Traum seit meiner Teenager-Zeit. Nach dem ersten Studienjahr verbrachte ich mein Sommer-Pflegepraktikum in der damaligen Klinik f\u00fcr Geburtshilfe und Gyn\u00e4kologie; danach richtete sich mein Interesse auf Kindergyn\u00e4kologie und Endokrinologie. W\u00e4hrend meinem f\u00fcnften Studienjahr machte ich meine TDK-Arbeit (Wissenschaftlicher Studierendenwettbewerb) kurze Zeit unter Leitung von Dr. \u00c9va Hossz\u00fa in der II. Klinik f\u00fcr P\u00e4diatrie, wo ich die Wirkung der Kortikosteroid-Therapie bei Kindern mit adrenogenitalem Syndrom auf den Knochen untersuchte. Leider entwickelte sich eine schwere Metallallergie bei mir heraus, so wurde eindeutig f\u00fcr mich, dass ich keine praktizierende \u00c4rztin werden kann. Deshalb wechselte ich in Richtung Pr\u00e4vention. Es war eine gro\u00dfe Ehre f\u00fcr mich, dass Dr. Endre Morava, Lehrstuhlleiter f\u00fcr \u00d6ffentliche Gesundheit (heute Institut f\u00fcr Volksgesundheit) \u00a0im Jahre 2004 meine Bewerbung annahm, und so konnte ich meine Residenzjahre im Bereich Pr\u00e4ventionsmedizin und Volksgesundheit beginnen. Mein Mentor war Dr. Judit Forrai, deren Berufsliebe und unerm\u00fcdliche Berufsneugier f\u00fcr mich beispielhaft waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Hatten Sie auch schon damals Interesse f\u00fcr Epidemien und Schutzimpfungen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Jahre 2005 begann ich meine T\u00e4tigkeit unter Leitung von Dr. \u00c1gnes Csoh\u00e1n an der Hauptabteilung f\u00fcr Epidemiologie im Landes-Epidemiologie-Zentrum, wo ich mich mit Dr. Zsuzsanna Moln\u00e1r, Haupt\u00e4rztin zusammen mit Grippe besch\u00e4ftigen konnte. Ich konnte am Verteidigungsprogramm gegen H5N1 Vogelgrippe-Weltepidemie, an der einheimischen Vorbereitung auf die damalige Pandemie teilnehmen. Ich hatte die M\u00f6glichkeit, solche hochgebildeten Virologen, wie Dr. Gy\u00f6rgy Berencsi, Dr. Istv\u00e1n Jankovics zu treffen, und konnte die in Ungarn herausentwickelte Vakzine gegen H5N1 in meinen H\u00e4nden halten. Dann erwarb ich dank eines EU-Stipendiums das Diplom Epidemiologin an der Universit\u00e4t Maastricht (Master of Public Health in Epidemiology)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Warum w\u00e4hlten Sie den Beruf Forschungsleiterin und wie sind Sie zuerst nach Deutschland und dann nach Australien\u00a0 gekommen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-7864 size-full\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2021\/03\/RS124592_C19A6537-scr-1-400x267-1.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"267\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">W\u00e4hrend Ausarbeitung meiner Diplomarbeit an der Universit\u00e4t Maastricht konnte ich zuerst an Durchf\u00fchrung und Analyse von Beobachtungsverfahren teilnehmen. Ich forschte die Verbindung des \u00a0K\u00f6rpermasseindex (KMI) und der von Hippel-Lindau-Genmutation bei Herausbildung von \u00a0klarzelligen Nierenzellkarzinomen, wozu man die Angaben von einer Kohortenstudie \u2013 die 1986 startete und etwa einhundertzwanzigtausend Personen aus ganzen Niederlanden einbezogen wurden \u2013 nahm. Im Jahre 2007 lernte ich meinen zuk\u00fcnftigen Mann in Belgien kennen, der schon seit Jahren in Deutschland lebte, und wir haben die Entscheidung getroffen, dass wir unser Leben in Deutschland weitermachen werden. Ich bewarb mich um eine Stelle einer internationalen Forschungsfirma, wo ich meine Englischkenntnisse und meine epidemiologischen Kenntnisse, die ich an der Universit\u00e4t Maastricht erwarb, nutzen konnte.<\/p>\n<div class=\"w-100 keretes\" style=\"text-align: justify\">Bei der Firma war ich die erste ungarische Mitarbeiterin, und w\u00e4hrend der dortigen Zeit baute ich Kooperation mit zwei Kliniken der Semmelweis Universit\u00e4t auf.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter lie\u00dfen wir uns mit meinem Mann in Australien nieder, wo ich die forschungsleitende Position einer deutschen Firma, die medizinische Ger\u00e4te herstellte, erhielt. Ich arbeite seit insgesamt 14 Jahren im Bereich klinischer Erprobung von Arzneimitteln, und in Australien ist dies mein neuntes Jahr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Sie spielen bei der klinischen Untersuchung eines solchen Pr\u00e4parats eine bedeutende Rolle, das weltweit im Mittelpunkt des Interesses steht. Wie f\u00fchlen Sie sich dabei?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich arbeitete auch fr\u00fcher an der Herausentwicklung von solchen Pr\u00e4paraten, die das Leben von vielen Menschen beeinflussten. So nahm ich auch an der Untersuchung eines solchen onkologischen Pr\u00e4parates teil, wo 75 Prozent der Patienten mit Brustkrebs nach Abschluss der 14-j\u00e4hrigen-Kohortenstudie noch im Leben war; ich leitete die Phase II und III-Studien eines paradigmenwechselnden Pankreaskarzinoms (Adenokarzinom des Pankreas), sowie nahm an der klinische Untersuchung des weltweit ersten MRT-kompatibel Herzschrittmachers und implantierten Defibrillators teil.<\/p>\n<div class=\"w-100 keretes\" style=\"text-align: justify\"><em>&#8222;Eine Pandemie ist selbstverst\u00e4ndliche eine neue Situation f\u00fcr mich, so war ich neugierig und gespannt, als ich den Auftrag zur Leitung der Erprobung der Vakzine annahm. Ich f\u00fchle mich gl\u00fccklich, dass ich mit den besten \u00c4rzten von Australien zusammenarbeiten kann, und an solchen Vorlesungen teilnahm, wo der ausf\u00fchrliche immunologische Hintergrund und die neuesten Forschungsergebnisse kennenzulernen waren.&#8220;<\/em><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Zwischenanalyse der Phase II-Studie l\u00e4uft auch gegenw\u00e4rtig, die Datenbasis wurde am 4-ten Dezember 2020 abgeschlossen.\u00a0 Seither erhielt ich den Auftrag zur medizinischen Beobachtung der Daten der Phase III; die ersten Wirksamkeitsergebnisse der Untersuchung wurden am 28-ten Januar 2021 ver\u00f6ffentlicht, und das Pr\u00e4parat hatte eine Wirksamkeit von 89,3 Prozent im Vergleich zur britischen Variante, so sind die Ergebnisse au\u00dferordentlich positiv.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">P\u00e1lma Dobozi <br \/>\nQuelle des Portraitfotos: Eszter B\u00e1ri <br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Eszter B\u00e1ri (Hud\u00e1k) erhielt ihr Semmelweis-Diplom \u00a0im Jahre 2004, und aktuell nimmt sie als Forschungsleiterin an der Entwicklung einer wichtigen Schutzimpfung gegen Coronavirus teil; die Testphase der US-Novavax \u2013Vakzine in Australien wurde von ihr geleitet. 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