{"id":29335,"date":"2022-02-11T14:52:44","date_gmt":"2022-02-11T13:52:44","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/?p=29335"},"modified":"2022-10-03T13:05:55","modified_gmt":"2022-10-03T11:05:55","slug":"semmelweis-universitaet-prueft-weltfuehrenden-schnelltest-zum-nachweis-von-multiresistenten-bakterien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2022\/02\/11\/semmelweis-universitaet-prueft-weltfuehrenden-schnelltest-zum-nachweis-von-multiresistenten-bakterien\/","title":{"rendered":"SEMMELWEIS UNIVERSIT\u00c4T PR\u00dcFT WELTF\u00dcHRENDEN SCHNELLTEST ZUM NACHWEIS VON MULTIRESISTENTEN BAKTERIEN"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Der innovative Schnelltest, der von einem europ\u00e4ischen Konsortium unter Koordination des Schulungszentrums f\u00fcr Management im Gesundheitswesen der Semmelweis-Universit\u00e4t (EMK) entwickelt und gef\u00f6rdert wird, mag dem internationalen Markt mindestens ein Jahr voraus sein und wird innerhalb weniger Jahre die Diagnose der antibiotikaresistenten Bakterien grundlegend neu definieren.\u00a0 Leider sind diese Krankheitserreger derzeit f\u00fcr mehr als 30.000 Todesf\u00e4lle pro Jahr in Europa verantwortlich, und der Mangel an neuen Medikamenten macht die schnelle Diagnose und gezielte Therapie wichtiger denn je.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die schnelle Verbreitung arzneimittelresistenter Erreger ist ein globales Problem f\u00fcr die \u00f6ffentliche Gesundheit: Allein in europ\u00e4ischen Krankenh\u00e4usern infizieren sich jedes Jahr 426 000 Menschen. Wegen antimikrobieller Resistenz (AMR) steigt die Zahl der Todesf\u00e4lle st\u00e4ndig: die multiresistenten Bakterien verursachen jedes Jahr mindestens 33.000 Todesf\u00e4lle in Europa und spielen weltweit eine f\u00fchrende Rolle beim Tod von etwa 700.000 Menschen. Wenn diese Tendenz weitergeht, werden nach Sch\u00e4tzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis zum Jahr 2050 jedes Jahr 10 Millionen Menschen an Infektionen sterben, die durch &#8222;Superbakterien&#8220; verursacht werden.\u00a0 Dies \u00fcbersteigt die Anzahl der prognostizierten 8,2 Millionen Krebstoten und die Antibiotikaresistenz w\u00e4re zur h\u00e4ufigsten Todesursache der Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ohne geeignete Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnen Krankheiten &#8211; die bisher unter Kontrolle gehalten werden konnten (wie Tuberkulose oder Sepsis) &#8211; schlie\u00dflich nicht behandelt werden, und die verschiedenen immunsuppressiven oder invasiven medizinischen Eingriffe sind mit einem wesentlich h\u00f6heren Risiko verbunden. Die Europ\u00e4ische Kommission hat dies erkannt, und 2017 einen Aktionsplan verabschiedet, in dem sie zu internationalen Ma\u00dfnahmen aufruft und feststellt: Eine schnelle und zuverl\u00e4ssige AMR-Diagnose ist der Schl\u00fcssel daf\u00fcr, dass Patienten eine angemessene Behandlung erhalten, und diese so schnell wie m\u00f6glich eingef\u00fchrt werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In Verbindung mit diesem Aktionsplan startete man mit zahlreichen weiteren f\u00f6rdernden Initiativen. Eines davon ist das Projekt AMR DetecTool, das 2020 mit finanzieller Unterst\u00fctzung des Europ\u00e4ischen Innovations- und Technologieinstituts (EIT) ins Leben gerufen wurde, an dem die Semmelweis-Universit\u00e4t \u00fcber das professionelle Netzwerk des Schulungszentrums f\u00fcr Management im Gesundheitswesen (EMK) von Anfang an aktiv beteiligt war. Im Rahmen des dreij\u00e4hrigen Programms werden Experten aus 14 europ\u00e4ischen Organisationen unter der Leitung renommierter franz\u00f6sischer und spanischer Einrichtungen zusammenarbeiten, um ein neues Diagnoseinstrument f\u00fcr multiresistente Bakterien zu entwickeln, das schneller, leichter zug\u00e4nglich und einfacher zu handhaben ist als je zuvor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2022\/02\/145156pre_wm_c68b3a0d378e5c2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-29334 size-full alignleft\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2022\/02\/145156pre_wm_c68b3a0d378e5c2.jpg\" alt=\"\" width=\"241\" height=\"350\" \/><\/a>Bei Anwendung der gegenw\u00e4rtigen Methoden muss man mindestens 24 Stunden warten, bis das Ergebnis da ist; die den PCR-Tests \u00e4hnlichen Untersuchungen sind ziemlich teuer, und es sind spezielle Ausr\u00fcstungen bzw. ausgebildetes Personal dazu n\u00f6tig, die in nicht jedem Krankenhaus erreichbar sind. Mit Hilfe des innovativen AMR DetecTool-Schnelltest sind die wichtigsten Resistenzmechanismen direkt aus der Testprobe &#8211; ohne dass die Bakterien kultiviert werden m\u00fcssen &#8211; nachzuweisen. Dank dieser Methode kann der Patient in kurzer Zeit, im Idealfall in 30 Minuten nach der Probeentnahme das entsprechende Antibiotikum bekommen &#8211; sagte Zolt\u00e1n Albert Aszal\u00f3s ungarischer Projektleiter, Mitarbeiter des EMK.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Tool erkennt Enzyme, die von Bakterien durch Antigen-Antik\u00f6rper-Reaktionen produziert werden, um Resistenzmechanismen zu identifizieren, die epidemiologisch relevant sind, oder in Gesundheitseinrichtungen h\u00e4ufig vorkommen. Derzeit l\u00e4uft die klinische Validierung von f\u00fcnf Testtypen, an der das Institut f\u00fcr Laboratoriumsmedizin und das Institut f\u00fcr medizinische Mikrobiologie der Semmelweis-Universit\u00e4t beteiligt sind, was f\u00fcr den k\u00fcnftigen Erfolg des Diagnoseinstruments entscheidend sein kann. Das AMR DetecTool wird in Zusammenarbeit mit dem franz\u00f6sischen Unternehmen NG Biotech entwickelt. Es soll die Pr\u00e4zisit\u00e4t der derzeitigen Labormethoden erreichen, aber die beiden Hauptelemente, der Teststreifen und das Vakuumsystem zur Konzentration der Probe, brauchen noch Zeit, um perfektioniert zu werden. Dank der internationalen Zusammenarbeit ist das Projekt jedoch auf einem guten Weg. Die drei zentralen Testorganisationen &#8211; Der \u00f6ffentliche Krankenhausverband AP-HP in Paris, das Universit\u00e4tskrankenhaus von Barcelona und die Semmelweis-Universit\u00e4t &#8211; sowie die Experten der anderen beteiligten Organisationen lernen sehr viel voneinander.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Unsere Mikrobiologen, die die Krankenh\u00e4user von Paris und Barcelona besuchten, konnten dort wertvolle Erfahrungen sammeln. Ich denke, man kann mit Sicherheit sagen, dass diese Entwicklung zu den Ersten im Bereich geh\u00f6rt, und ist mindestens ein Jahr der Konkurrenz voraus und auch weltf\u00fchrend\u201c &#8211; formulierte Zolt\u00e1n Albert Aszal\u00f3s.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Au\u00dfer den oben genannten Institutionen wird die Wirksamkeit des Schnelltests in weiteren sieben europ\u00e4ischen Krankenh\u00e4usern, darunter im Laboratorium f\u00fcr Mikrobiologie des S\u00fcd-Pester Krankenhauses in Budapest gepr\u00fcft. Die Ergebnisse sind mit gro\u00dfer Vorfreude erwartet. Die medizinischen Institutionen k\u00f6nnten von AMR-Schnelltests stark profitieren, dadurch w\u00e4re ja der Krankenhausaufenthalt der Patienten deutlich k\u00fcrzer. Man k\u00f6nnte viel Geld sparen, und auch die Verbreitung multiresistenter Bakterien w\u00e4re langsamer &#8211; betonte der Projektleiter.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2022\/02\/amrdetect.eu_CEA-753x401-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-29333 size-full\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2022\/02\/amrdetect.eu_CEA-753x401-2.jpg\" alt=\"\" width=\"753\" height=\"401\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Beim Start des Programms wurde das Schulungszentrum f\u00fcr Management im Gesundheitswesen der Semmelweis Universit\u00e4t beauftragt, damit sie bei der Organisation des Wissensmanagements dieses umfangreichen Projektes behilflich werden. Weiterhin wurden zwei englischsprachige Internetportale erstellt, um das Projekt zu f\u00f6rdern. Die Internetseite <a href=\"https:\/\/amrdetect.eu\/\"><em>amrdetect.eu<\/em><\/a> richtet sich in erster Linie an die breite \u00d6ffentlichkeit, um die Aufmerksamkeit auf das wachsende Problem der arzneimittelresistenten Krankheitserreger zu lenken, und die Mission des Projekts sowie die aktuellen Themen durch spannende Videofilme und aufschlussreichen Artikeln zu pr\u00e4sentieren. Auch an die spielerische Seite der Nutzer wurde gedacht: Neben <a href=\"https:\/\/amrdetect.eu\/quiz\/\">Englisch<\/a> sind Quizze auch auf Spanisch, Franz\u00f6sisch und Ungarisch auf der Seite zu finden.\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das <a href=\"https:\/\/amrexpert.eu\/\">amrexpert.eu<\/a> ist ein Wissensportal f\u00fcr Experten, auf dem die Informationen gesammelt wurden, die man ben\u00f6tigt, um das Diagnosetool professionell zu nutzen. \u201eWir hoffen, dass die Informationen in etwa zeigen werden, wie viel Zeit mit der neuen Methode gespart werden kann, in welchem Ma\u00dfe medikament\u00f6se Behandlung wirksamer ist und welche finanzielle Einsparungen auf Krankenhausebene oder auf der Ebene eines nationalen Gesundheitssystems m\u00f6glich sind\u201c &#8211; sagte Zolt\u00e1n Albert Aszal\u00f3s. Dann f\u00fcgte er dazu: ein Freiwilliger der United States Agency for International Development (USAID), die von John F. Kennedy gegr\u00fcndet wurde, arbeitete ebenfalls an dem Wissensportal in Budapest, da die in Washington ans\u00e4ssige Organisation das Kommunikationsteam des Projekts unterst\u00fctzte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Seit 2015 ist die Semmelweis-Universit\u00e4t Mitglied der Division \u201eHealth\u201c des EIT, die f\u00fcr das Projekt verantwortlich ist, und in der rund 150 Organisationen zusammenarbeiten. Es handelt sich praktisch um einen Eliteclub, der einen unglaublichen Wissenstransfer f\u00fcr europ\u00e4ische Fachleute &#8211; darunter den Mitarbeiter der Universit\u00e4t &#8211; bietet. Dadurch k\u00f6nnen sie eine solche internationale B\u00fchne betreten, auf der sie in den kommenden Jahren mit den besten europ\u00e4ischen Forschern zusammenarbeiten k\u00f6nnen. \u201eDurch das AMR DetecTool und Projekte wie dieses wird Europa f\u00e4hig sein, mit den innovativsten Regionen der Welt Schritt zu halten. Auf diese Weise k\u00f6nnen wir sicherstellen, dass Europa &#8211; und damit auch Ungarn &#8211; an der Spitze der Gesundheitsinnovation steht und sich an Spitzenforschung der Welt teilnehmen kann&#8220;, sagte Zolt\u00e1n Albert Aszal\u00f3s.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Vikt\u00f3ria Kiss<br \/>\nFoto: Attila Kov\u00e1cs &#8211; SemmelweIs Universit\u00e4t,<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der innovative Schnelltest, der von einem europ\u00e4ischen Konsortium unter Koordination des Schulungszentrums f\u00fcr Management im Gesundheitswesen der Semmelweis-Universit\u00e4t (EMK) entwickelt und gef\u00f6rdert wird, mag dem internationalen Markt mindestens ein Jahr voraus sein und wird innerhalb weniger Jahre die Diagnose der antibiotikaresistenten Bakterien grundlegend neu definieren.\u00a0 Leider sind diese Krankheitserreger derzeit f\u00fcr mehr als 30.000 Todesf\u00e4lle &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":101423,"featured_media":29333,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[78],"tags":[85],"class_list":["post-29335","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","tag-forschung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29335","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/101423"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=29335"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29335\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32418,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29335\/revisions\/32418"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/29333"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=29335"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=29335"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=29335"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}