{"id":28881,"date":"2022-01-03T09:26:35","date_gmt":"2022-01-03T08:26:35","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/?p=28881"},"modified":"2022-10-03T13:15:01","modified_gmt":"2022-10-03T11:15:01","slug":"semmelweis-universitaet-fuehrt-neues-verfahren-zur-op-vorbereitung-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2022\/01\/03\/semmelweis-universitaet-fuehrt-neues-verfahren-zur-op-vorbereitung-ein\/","title":{"rendered":"Semmelweis Universit\u00e4t f\u00fchrt neues Verfahren zur OP-Vorbereitung ein"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">So wie ein Marathonl\u00e4ufer f\u00fcr ein Rennen trainiert, ist es f\u00fcr einen Patienten auch wichtig, sich so gr\u00fcndlich wie m\u00f6glich auf einen chirurgischen Eingriff vorzubereiten. In der Klinik f\u00fcr Chirurgie Transplantation und Gastroenterologie der Semmelweis Universit\u00e4t startete im Oktober die erste Phase des sogenannten Prehabilitationsprogramms. Ziel des Programms ist, den Patienten so gut wie m\u00f6glich auf die Operation vorzubereiten und ihn in den bestm\u00f6glichen k\u00f6rperlichen, mentalen und Ern\u00e4hrungszustand zu versetzen, da dies zu einer schnelleren Genesung und weniger Komplikationen beitr\u00e4gt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-28879 size-full\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2022\/01\/RS143986_C19A1472-scr-267x400-1.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"400\" \/>Patienten, die sich einem gr\u00f6\u00dferen chirurgischen Eingriff unterziehen, sind aufgrund des Stresses wegen der bevorstehenden Operation einem erheblichen Komplikationsrisiko ausgesetzt. Wenn ein Patient schlechte Nachricht bekommt (er hat einen Tumor und wird operiert), und aus der Sicherheit seines Zuhauses in eine unbekannte Krankenhausumgebung gebracht wird, eine schmerzhafte Wunde hat und einige Tage lang nichts essen kann &#8211; das sind alle Stressfaktoren f\u00fcr ihn &#8211; sagt Dr. Bal\u00e1zs B\u00e1nky. Der Senior Lecturer der Klinik f\u00fcr Chirurgie Transplantation und Gastroenterologie sprach auch dar\u00fcber, dass das Ziel des im Oktober starteten und bald abgeschlossenen sogenannten ERAS-Programm (\u201eenhanced recovery after surgery\u201d\/\u201cbeschleunigte Genesung nach chirurgischen Eingriffen\u201c) ist, damit der Eingriff m\u00f6glichst stressfrei verwirklicht wird. Zu diesem Zweck pr\u00fcft dieses komplexe Programm integriert alle potenziellen Stressfaktoren durch, und bietet eine gut durchdachte Antwort auf alles, von der Patienteninformation \u00fcber die Ern\u00e4hrung bis zur Schmerzlinderung &#8211; erkl\u00e4rte der Experte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Prehabilitation bedeutet noch mehr, sie besteht aus zwei Phasen:\u00a0 aus einer 4-6-w\u00f6chigen Vorbereitungsphase direkt vor der Operation und aus der Phase der beschleunigten Genesung nach chirurgischen Eingriffen (ERAS). Die beiden Phasen funktionieren als integrierte Einheit, sie sind aber separat aufzubauen. Die Klinik startete mit Einf\u00fchrung des ERAS-Programms im Oktober dieses Jahres, und der Prehabilitationsprozess wird Anfang n\u00e4chstes Jahr beendet &#8211; sagte der Universit\u00e4tsprofessor und Klinikdirektor Dr. Attila Szij\u00e1rt\u00f3.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-28878 size-full\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2022\/01\/RS143983_C19A1457-scr-267x400-1.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"400\" \/>Diese Elemente funktionierten einzeln auch fr\u00fcher in der Klinik, jetzt tragen sie als Teil eines organisierten Programms zur Automatisierung der Versorgungen und zur Verbesserung deren Qualit\u00e4t &#8211; unter koordinierte Mitwirkung von Chirurgen, Krankenschwestern, Di\u00e4tetikern, Physiotherapeuten, Gastroenterologen und An\u00e4sthesisten bei &#8211; f\u00fcgte der Professor dazu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Prehabilitation und die Bedeutung der damit verbundenen 4-6-w\u00f6chigen Vorbereitungsphase vor der Operation verbreitete sich vor einigen Jahren in West-Europe, bzw. in manchen nordamerikanischen Institutionen. Das Programm basiert auf der Tatsache, dass eine erfolgreiche Operation neben der modernen OP-Technik durch die k\u00f6rperliche, ern\u00e4hrungsbezogene und psychische Vorbereitung des Patienten deutlich verbessert werden kann.<\/p>\n<div class=\"w-100 fontos_div\" style=\"text-align: justify\">Mit anderen Worten: Wenn wir den Patienten in den Wochen vor der Operation bewusst vorbereiten und ihn in den bestm\u00f6glichen Zustand f\u00fcr die Operation versetzen &#8211; so wie ein Marathonl\u00e4ufer sich auf ein Rennen vorbereitet -, hat er eine viel bessere Chance, sich von einem gr\u00f6\u00dferen chirurgischen Eingriff zu erholen. Dank dieses Programmes wird der Patient aktiver Teilnehmer der Vorbereitungsphase und des Therapieplans sein.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Diese Zeit vor der Operation bedeutet keine einfache mehrw\u00f6chige Wartezeit f\u00fcr den Patienten; es ist eine aktive Vorbereitungsphase f\u00fcr ihn &#8211; mit vielen Aufgaben und regelm\u00e4\u00dfiger Fachkontrolle. Dadurch kann der Patient bewusst bei der Verbesserung seines Zustands und seiner m\u00f6glichst schnellen Genesung mitwirken, was &#8211; nach unseren Erwartungen &#8211; sich in allen Aspekten seiner Lebensqualit\u00e4t widerspiegeln wird &#8211; sagt der Assistant Lecturer Dr. Andr\u00e1s F\u00fcl\u00f6p.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Ein sehr wichtiger Teil der Prehabilitation ist, dass wir eine Lebensstil\u00e4nderung beim t\u00e4glichen Leben des Patienten bewirken. Sie m\u00fcssen sich regelm\u00e4\u00dfig unter fachlicher Aufsicht bewegen, Entspannungs\u00fcbungen, psychologisches Training machen, sie erhalten Ern\u00e4hrungsberatung sowie bekommen zus\u00e4tzliche Ratschl\u00e4ge zur Lebensf\u00fchrung, z. B. nicht zu rauchen oder keinen Alkohol zu trinken. Man rechnet damit, dass diese Elemente Teil der t\u00e4glichen Routine des Patienten werden und hoffentlich auch nach der Operation erhalten bleiben<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8211; erkl\u00e4rte der Assistant Lecturer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Prehabilitation besteht aus drei gro\u00dfen Teilen.\u00a0 Im Rahmen der k\u00f6rperlichen Vorbereitung (Training) helfen Physiotherapeuten bei der St\u00e4rkung von Muskelgruppen, die f\u00fcr die Operation wichtig sind, z. B. der Atemmuskulatur vor einer Bauchoperation, und steigern die Ausdauer des Patienten durch regelm\u00e4\u00dfige t\u00e4gliche Bewegung. Danach kommt die Ern\u00e4hrungstherapie: jeder Patient nimmt an einer di\u00e4tetischen Gesundheitskontrolle teil, es werden seine Essgewohnheiten und K\u00f6rperzusammensetzung analysiert, sowie er erh\u00e4lt eine gezielte di\u00e4tetische Beratung.<\/p>\n<div class=\"w-100 fontos_div\" style=\"text-align: justify\">Das dritte und vielleicht wichtigste Element des Programms ist die psychologische Betreuung: Bei Krebspatienten ist es besonders wichtig, den Grad der Depression und der Angst einzusch\u00e4tzen und gegebenenfalls psychologische Unterst\u00fctzung mit Hilfe eines Psychologen zu leisten.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">In der Klinik f\u00fcr Chirurgie Transplantation und Gastroenterologie werden zuerst die Patienten mit Dickdarmkrebs ins Programm aufgenommen. Wie Dr. Bal\u00e1zs B\u00e1nky, Leiter der Arbeitsgruppe f\u00fcr Koloproktologie der Klinik sagt, werden in Ungarn j\u00e4hrlich etwa 10.000 neue kolorektale Tumore diagnostiziert, von denen in der Klinik etwa 5.600 Patienten operiert werden. Laut Plan werden in der Zukunft alle chirurgischen Hochrisikopatienten in das Prehabilitationsprogramm aufgenommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-28877 size-full\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2022\/01\/RS143991_C19A1497-scr-400x267-1.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2022\/01\/RS143991_C19A1497-scr-400x267-1.jpg 400w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2022\/01\/RS143991_C19A1497-scr-400x267-1-203x135.jpg 203w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>In den letzten Monaten wurden bereits Schulungs- und Patienteninformationsbrosch\u00fcren, wie z. B. das Aufgaben-Tagebuch, erstellt &#8211; f\u00fcgte Dr. Andr\u00e1s F\u00fcl\u00f6p dazu. Durch Ausf\u00fcllung dieses Tagebuchs kann der Patient R\u00fcckmeldung geben, wie er auf dem Weg der Genesung vorankommen kann. Das Schl\u00fcsselelement der Methode ist daher die verst\u00e4rkte Aufkl\u00e4rung und Informieren des Patienten, sowie die Erh\u00f6hung ihrer seiner Aktivit\u00e4t. Mit anderen Worten: Der Patient steht nicht nur im Mittelpunkt der Behandlung, indem er die Behandlung &#8222;erleidet&#8220;, sondern er arbeitet aktiv mit den behandelnden Fachkr\u00e4ften und \u00c4rzten zusammen.\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Programm tr\u00e4gt dazu bei, dass die jungen arbeitsf\u00e4higen Patienten so schnell wie m\u00f6glich und ohne Komplikationen in ihre Familien und an ihren Arbeitsplatz zur\u00fcckkehren und so viele gesunde Lebensjahre wie m\u00f6glich gewinnen &#8211; sagte der Klinikdirektor. Dr. Attila Szij\u00e1rt\u00f3 wies auch darauf hin, dass man entsprechend der Dreier-Einheit der Universit\u00e4t &#8211; Bildung, Forschung und Patientenversorgung &#8211; ein gut funktionierendes Referenzzentrum errichten m\u00f6chte, das eine wichtige Rolle in der Ausbildung der Studenten und auch in der Forschung spielen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Orsolya D\u00e1vid<br \/>\nFoto: Attila Kov\u00e1cs &#8211; Semmelweis Universit\u00e4t<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So wie ein Marathonl\u00e4ufer f\u00fcr ein Rennen trainiert, ist es f\u00fcr einen Patienten auch wichtig, sich so gr\u00fcndlich wie m\u00f6glich auf einen chirurgischen Eingriff vorzubereiten. In der Klinik f\u00fcr Chirurgie Transplantation und Gastroenterologie der Semmelweis Universit\u00e4t startete im Oktober die erste Phase des sogenannten Prehabilitationsprogramms. 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