{"id":28861,"date":"2021-12-22T12:05:05","date_gmt":"2021-12-22T11:05:05","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/?p=28861"},"modified":"2021-12-22T12:05:05","modified_gmt":"2021-12-22T11:05:05","slug":"semmelweis-universitaet-machte-bahnbrechende-entdeckung-im-bereich-herz-kreislauf-erkrankungen-bei-sportlern-die-sich-mit-dem-coronavirus-infiziert-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2021\/12\/22\/semmelweis-universitaet-machte-bahnbrechende-entdeckung-im-bereich-herz-kreislauf-erkrankungen-bei-sportlern-die-sich-mit-dem-coronavirus-infiziert-haben\/","title":{"rendered":"SEMMELWEIS-UNIVERSIT\u00c4T MACHTE BAHNBRECHENDE ENTDECKUNG IM BEREICH HERZ-KREISLAUF-ERKRANKUNGEN BEI SPORTLERN, DIE SICH MIT DEM CORONAVIRUS INFIZIERT HABEN"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Die Myokarditis nach einer COVID-19-Infektion geh\u00f6rt zu den relativ selten auftretenden Komplikationen bei Spitzensportlern. Das bedeutet, dass man sich bei fehlenden oder leichten Symptomen keine Sorgen machen oder eine in solchen F\u00e4llen routinem\u00e4\u00dfige Herz-MRT durchf\u00fchren muss. Dies geht aus einer Studie von Forschern der Semmelweis-Universit\u00e4t hervor, die im November 2021 im British Journal of Sports Medicine (BJSM), einer der weltweit wichtigsten Fachzeitschriften f\u00fcr Sportmedizin, ver\u00f6ffentlicht wurde.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-28860 size-full\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2021\/12\/RS126621_C19A1302-scr-288x400-1.jpg\" alt=\"\" width=\"288\" height=\"400\" \/>Die kardiovaskul\u00e4ren Auswirkungen der Virusinfektion wurden bei insgesamt 147 Sportlern im Alter von 20 bis 28 Jahren untersucht, nachdem einige Artikel darauf hindeuteten, dass COVID-19 relativ h\u00e4ufig Myokarditis verursacht, selbst bei Patienten mit leichten Symptomen oder sogar bei asymptomatischen Patienten. Das Herz der ansonsten gesunden Sportler wurde mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) untersucht. Die Herz-MRT ist eins der modernsten nicht invasiven Verfahren, mit deren Hilfe Myokarditis oder Perikarditis erkannt werden kann &#8211;\u00a0 da man dabei genaue Informationen \u00fcber das Gewebe erh\u00e4lt. Es handelt sich um eine sehr empfindliche Methode, mit deren Hilfe regionale Anomalien durch sp\u00e4te Kontrastmittelakkumulation, die auf eine Myokardsch\u00e4digung hinweisen, erkannt werden k\u00f6nnen. Weiterhin weist sie auf eine diffuse Beteiligung hin, die mit den neuesten Techniken (T1, T2 Mapping) quantitativ gemessen werden kann, und dadurch wird die Diagnose weiter verfeinert &#8211; sagte Dr. Hajnalka V\u00e1g\u00f3 au\u00dferordentliche Professorin und Leiterin der Herz-MRT-Forschungsgruppe im V\u00e1rosmajor Herz- und Gef\u00e4\u00dfzentrum, sowie Leiterin dieser Studie.<\/p>\n<div class=\"w-100 fontos_div\" style=\"text-align: justify\">Im Rahmen der Studie wurden morphologische, funktionelle und gewebespezifische Daten analysiert, die bei sieben Sportlern (4,7 % der F\u00e4lle) einige &#8211; nicht unbedingt abnormale &#8211; Anomalien und nur in zwei F\u00e4llen (1,4 %) eindeutige Anzeichen einer Myokarditis zeigten.<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">\nEs ist wichtig zu beachten, dass w\u00e4hrend der Analyse die MR-Werte mit den Daten einer Kontrollgruppe von Sportlern gleichen Alters und Geschlechts verglichen wurden. Bei den Spitzensportlern passt sich das Herz an die neuen Bedingungen an, bestimmte Parameter ver\u00e4ndern sich, so ist es unerl\u00e4sslich, eine geeignete Kontrollgruppe zu verwenden, um Anomalien zu erkennen. Als Zusammenfassung kann man sagen, dass es keine besonderen Unterschiede zwischen den Ergebnissen der zwei Kontrollgruppe gab. Bei einigen Sportlern, die sich von der COVID-19 Infektion erholt hatten, gab es sogar gar keine Unterschiede in den MRT-Ergebnissen. (Es waren 14 solche F\u00e4lle) Die MRT-Untersuchungen wurden sowohl vor, als auch nach der Infektion gemacht. Dies best\u00e4tigt, dass eine Coronavirus-Myokarditis in dieser Gruppe sehr selten ist, obwohl viele andere Komplikationen auftreten k\u00f6nnen &#8211; sagte Dr. Hajnalka V\u00e1g\u00f3. Bei einer Infektion mit milderen Symptomen waren die T1-Werte, die auf eine m\u00f6gliche Myokardbeteiligung hinweisen, etwas h\u00f6her als bei Patienten ohne oder mit leichten Symptomen. Die Zahlen lagen aber in den meisten F\u00e4llen unter dem Schwellenwert &#8211; f\u00fcgte Dr. Hajnalka V\u00e1g\u00f3 noch dazu.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-28859 size-full\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2021\/12\/RS96015_IMG_0277-scr.jpg\" alt=\"\" width=\"950\" height=\"633\" srcset=\"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2021\/12\/RS96015_IMG_0277-scr.jpg 950w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2021\/12\/RS96015_IMG_0277-scr-400x267.jpg 400w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2021\/12\/RS96015_IMG_0277-scr-768x512.jpg 768w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2021\/12\/RS96015_IMG_0277-scr-753x502.jpg 753w, https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/files\/2021\/12\/RS96015_IMG_0277-scr-203x135.jpg 203w\" sizes=\"auto, (max-width: 950px) 100vw, 950px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Gesundheitszustand der Sportler wurde nach der Erholung von der Infektion noch lange Zeit (durchschnittlich 8 Monate) \u00fcberwacht. Dabei wurde best\u00e4tigt, dass fast alle Sportler ihre fr\u00fchere Sportt\u00e4tigkeit fortsetzen konnten. Aus den 122 \u00fcberwachten Sportlern gab es 120 solche F\u00e4lle, das bedeutet 98,4 Prozent der Sportler konnte den Spitzensport weitermachen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die wichtigste Botschaft der Studie ist, dass Myokarditis bzw. Perikarditis in diesen F\u00e4llen ziemlich selten ist. Die Rolle der Impfung darf aber nicht untersch\u00e4tzt werden, sie ist jedem Menschen empfohlen &#8211; betonte die Leiterin der Forschungsgruppe. Die Ergebnisse deuten also darauf hin, dass bei Sportlern mit typischerweise leichten Symptomen, die keine Anzeichen einer abnormalen Herzmuskelentz\u00fcndung (wie z. B. hohe Werte eines Enzyms namens Troponin) aufweisen, eine routinem\u00e4\u00dfige MRT des Herzens nicht zu empfehlen ist &#8211; f\u00fcgte sie noch dazu. Abgesehen davon, dass diese Untersuchung teuer ist und nur an wenigen Orten durchgef\u00fchrt wird, nimmt sie anderen Patienten Platz weg; es gibt praktisch keinen echten Mehrwert, wenn die Klinik keine Myokarditis feststellt &#8211; sagte Dr. Hajnalka V\u00e1g\u00f3.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Institution f\u00fchrt noch mehrere andere, mit dem Coronavirus im Zusammenhang stehende Forschungen durch &#8211; f\u00fcgte sie noch dazu. Sie untersuchen unter anderem kardiale Ultraschallanomalien nach der Infektion, zellul\u00e4re und humorale Immunreaktionen auf die Infektion und den Impfstoff COVID-19, und betreiben eine kardiologische Post-COVID-Klinik, um Menschen mit chronischen Symptomen zu helfen und Komplikationen auszuschlie\u00dfen. Die Einrichtung selbst bietet jedes Jahr Tausenden von Sportlern sportkardiologische Betreuung, es wurde aber auch eine Post-COVID-Ambulanz f\u00fcr Leistungssportler eingerichtet, in der bereits mehr als 600 genesende Sportler Hilfe gefunden haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Vikt\u00f3ria Kiss<br \/>\nFoto: Attila Kov\u00e1cs &#8211; Semmelweis Universit\u00e4t<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Myokarditis nach einer COVID-19-Infektion geh\u00f6rt zu den relativ selten auftretenden Komplikationen bei Spitzensportlern. Das bedeutet, dass man sich bei fehlenden oder leichten Symptomen keine Sorgen machen oder eine in solchen F\u00e4llen routinem\u00e4\u00dfige Herz-MRT durchf\u00fchren muss. 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