{"id":28246,"date":"2021-10-27T14:48:24","date_gmt":"2021-10-27T12:48:24","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/?p=28246"},"modified":"2021-10-27T14:48:24","modified_gmt":"2021-10-27T12:48:24","slug":"forschungsreise-in-deutschland-erlebnisse-einer-biologin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2021\/10\/27\/forschungsreise-in-deutschland-erlebnisse-einer-biologin\/","title":{"rendered":"Forschungsreise in Deutschland &#8211; Erlebnisse einer Biologin"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Dr. Emese P\u00e1lfi, Senior Lecturer des Anatomischen, Histologischen und Embryologischen Instituts konnte aufgrund bestehenden Kooperationsvereinbarungen zwischen der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t in Freiburg, der Ruprecht-Karls-Universit\u00e4t in Heidelberg und der Semmelweis Universit\u00e4t an Mobilit\u00e4tsprogrammen in Deutschland teilnehmen. Die seit 1983 bestehende Kooperation mit diesen Universit\u00e4ten geh\u00f6rt zu den \u00e4ltesten und erfolgreichsten Mobilit\u00e4tsprogrammen der Semmelweis Universit\u00e4t. Es k\u00f6nnen sich nicht nur Studenten, sondern Mitarbeiter, Lehrer, Wissenschaftler und PhD-Studenten um gemeinsame wissenschaftliche Arbeit in Heidelberg sowie in Freiburg bewerben. Dr. Emese P\u00e1lfi sprach in dem mit ihr gef\u00fchrten Interview \u00fcber ihre Erlebnisse, Erfahrungen und \u00fcber das Mobilit\u00e4tsprogramm auch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Womit besch\u00e4ftigten Sie sich w\u00e4hrend des Programmes in Deutschland?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Forschung, woran ich zuerst als TDK- und dann als PhD-Student am Lehrstuhl f\u00fcr Psychologie der Vanderbilt Universit\u00e4t (Nashville, TN, USA) teilnahm, wurde in Zusammenarbeit mit der Universit\u00e4tsprofessorin Anna W. Roe und mit ihrer Gruppe gemacht. Noch als MSc-Student konnte ich den dort gef\u00fchrten Teil des Experiments kennenlernen (\u201eoptical imaging\u201d, Verabreichung eines neuronalen Markers &#8211; mit neurophysiologischen Messungen kombiniert) Im Laboratorium wurden helle und fluoreszierende Abschnitte hergestellt, sowie lichtmikroskopische Schnitte gepr\u00fcft und Datenanalysen gemacht. Bei der Pr\u00fcfung der fluoreszenzmarkierten Sequenzen war jedoch die Nutzung eines konfokalen Mikroskops &#8211; wodurch die automatische Datensammlung m\u00f6glich ist &#8211; notwendig. Dies war durch die Kollaboration mit Dr. Roland Nitschke m\u00f6glich &#8211; mit ihm arbeitete fr\u00fcher Dr. Orsolya K\u00e1ntor, ehemalige Senior Lecturer des Anatomischen, Histologischen und Embryologischen Instituts zusammen. Sie ermutigte uns, um uns um das Mobilit\u00e4tsprogramm zu bewerben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Warum w\u00e4hlten Sie dieses Institut<\/strong>?<\/p>\n<div class=\"keretes\">\n<p style=\"text-align: justify\">Dr. Emese P\u00e1lfi machte ihre Hochschulausbildung an der E\u00f6tv\u00f6s Lorand Universit\u00e4t, wo sie 2012 als Biologin an der Fachrichtung Neurowissenschaften und Humanbiologie absolvierte. Ihre TDK-T\u00e4tigkeit begann sie im Jahre 2008 bei der Forschungsgruppe Infobionik und Neuronale Plastizit\u00e4t unter Leitung von Dr. L\u00e1szl\u00f3 N\u00e9gyessy (Ungarische Akademie der Wissenschaften &#8211; Katholische P\u00e9ter-P\u00e1zm\u00e1ny-Universit\u00e4t &#8211; Semmelweis Universit\u00e4t), die im Anatomischen, Histologischen und Embryologischen Institut t\u00e4tig war. Ihre PhD-Studien machte sie in der Szent\u00e1gothai J\u00e1nos-Doktorenschule der Semmelweis Universit\u00e4t, wo sie am Programm Neuromorphologie und Zellbiologie teilnahm. W\u00e4hrend ihres PhD-Ausbildung war sie zuerst als Lehrer im Anatomischen, Histologischen und Embryologischen Institut t\u00e4tig, dann arbeitete sie dort als Assistant Research Fellow.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Die schon vorhandenen pers\u00f6nlichen Kontakte, sowie die bilaterale Vereinbarung zwischen unseren Universit\u00e4ten waren der Grund daf\u00fcr, dass wir uns um den Forschungsplatz an der Albert-Ludwigs- Universit\u00e4t in Freiburg bewarben. Im Zentrum LIC (Life Imaging Center), das von Dr. Roland Nitschke geleitet war, stand die uns n\u00f6tige Infrastruktur zur Verf\u00fcgung: konfokale Mikroskope; spezielle Software zum konfokalen Scannen, sowie Bildverarbeitungsprogramme zur Verarbeitung der erhaltenen Daten. Wir konnten die zur Bildverarbeitung heraus entwickelten Hochleistungsrechnerkapazit\u00e4t des LIC auch benutzen, was zur digitalen Bild-Daten-Verarbeitung ebenso n\u00f6tig war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Wie sah der Bewerbungsprozess aus?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zur Bewerbung musste man ein Anmeldeformular ausf\u00fcllen, dazu sollten noch eine Empfangsbest\u00e4tigung des Gastgeber-Instituts, eine Publikationsliste sowie ein CV beigef\u00fcgt werden. 2012 bewarb ich mich um einen Stipendiums-Platz von 2 Monaten, 2013 und 2014 um einen Platz von einen Monat in Freiburg. Dieses Forschungsstipendium erg\u00e4nzte ich noch im Jahre 2013 durch Unterst\u00fctzung des Anatomischen, Histologischen und Embryologischen Instituts um einen weiteren Monat (Campus Hungary Stipendium des Balassi Instituts), so konnte ich insgesamt 2 Monate in diesem Jahr in Freiburg verbringen. In den ersten zwei Jahren reichten wir die Bewerbung mit Dr. Orsolya K\u00e1ntor gemeinsam ein, die dann meinen Arbeitsbeginn in Freiburg betreuen konnte. Vor meiner Forschungsarbeit in Freiburg nahm ich noch mit Reiseunterst\u00fctzung des Doktorenrates an einer Sommeruniversit\u00e4t von EMBO (EMBO practical course on Light Sheet Microscopy) in Dresden auch teil.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-28244 size-full\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2021\/10\/001_CORPSE_TEACH_SZD-2048x1343-1.jpg\" alt=\"\" width=\"2048\" height=\"1343\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Welche war Ihr wichtigstes Erlebnis und Erfahrung w\u00e4hrend der Zeit in Deutschland?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Da es in beiden deutschen St\u00e4dten Stipendiumsm\u00f6glichkeiten gibt, versuchte ich beide M\u00f6glichkeiten auszunutzen. In Heidelberg begann ich einen intensiven Deutschkurs &#8211; diese Idee kam danach, als es sich herausstellte: ich werde deutschsprachigen Unterricht an der Semmelweis Universit\u00e4t geben. W\u00e4hrend meines Studiums benutzte ich die deutsche Sprache wenig. Obwohl ich als Demonstratorin an den deutschsprachigen Praktika neben Dr. Orsolya K\u00e1ntor und dann Dr. Szilvia Mezey &#8211; ehemaliger Mitarbeiterin des Anatomischen, Histologischen und Embryologischen Instituts teilnahm, hielt ich es f\u00fcr notwendig, damit ich an einem intensiven Deutschkurs teilnehme. Dies war von meinem Institut auch unterst\u00fctzt. Zum Gl\u00fcck hatte ich w\u00e4hrend meinen Forschungsaufenthalten keine Kommunikationsprobleme mit den Kollegen. Mit den Mitarbeitern des International Office der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t in Freiburg sprach ich auf Deutsch, um meine Deutschkenntnisse weiterzuentwickeln. Die offiziellen Dokumente waren zweisprachig (Deutsch und Englisch), so war die englische Sprache als Hilfe immer da, falls ich in einem Thema unsicher geworden bin. Im LIC sprachen wir auf Englisch, dies war f\u00fcr die dortigen Mitarbeiter kein Problem. Die Forschungssprache ist ja die Englisch, so war die Kommunikation viel einfacher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Welche Empfehlungen w\u00fcrden Sie den zuk\u00fcnftigen Semmelweis-Stipendiaten geben?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Obwohl wir w\u00e4hrend der Arbeit in Freiburg die Ergebnisse, mit denen wir rechneten &#8211; wegen unvorhersehbar methodischen Schwierigkeiten &#8211; nicht immer erreichten, war die dort verbrachte Zeit trotzdem sehr n\u00fctzlich. Einerseits konnte ich die Atmosph\u00e4re einer Forschungsinstitution sowie das \u201ecore facility\u201c System kennenlernen, andererseits lernte ich \u00fcber Mikroskopie, Datenanalyse und problemorientierte Anschauungsweise unwahrscheinlich viel. Und weil es im \u201ecore facility System gro\u00dfe Kapazit\u00e4tsm\u00f6glichkeiten gibt, sollte es ja ebenso ausgenutzt werden. So braucht man nicht unbedingt Kollaboratoren zur Teilnahme an einem Forschungsprogramm zu suchen. Andererseits m\u00f6chte ich noch betonen, dass mich die begrenzte Zeit des Aufenthaltes in Deutschland positiv motivierte. Ich konnte mich viel mehr auf meine Aufgabe konzentrieren als hier zu Hause.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Was sind die Sachen, auf die man auf keinem Fall verzichten darf, wenn man in diese St\u00e4dte kommt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wenn jemand das Gl\u00fcck hat, dass er nach Freiburg in der Pfifferling Saison (Ende Sommer-Herbst) kommt, sollte er diese Speise unbedingt probieren. Und die Hausbrauerei Feierling ist eine tolle Bierstube in der Altstadt, hat eine gro\u00dfartige K\u00fcche &#8211; ich kann sie jedem empfehlen. Au\u00dferdem gibt es vom Schlossberg eine wundersch\u00f6ne Aussicht auf Freiburg. Die einzigartige Sehensw\u00fcrdigkeit, die Quelle der Donau darf man hier &#8211;\u00a0 am Schwarzwald &#8211; ebenso nicht verpassen. Der Heidelberger\u00a0Philosophenweg\u00a0bietet ein paar\u00a0wundersch\u00f6ne Ausblicke \u00fcber die Heidelberger Altstadt, das Schloss und den Neckar. Die Altstadt ist auch hier sehr charmant.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Direktorat f\u00fcr Internationale Beziehungen<br \/>\nFoto: Dr. Emese P\u00e1lfi<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Emese P\u00e1lfi, Senior Lecturer des Anatomischen, Histologischen und Embryologischen Instituts konnte aufgrund bestehenden Kooperationsvereinbarungen zwischen der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t in Freiburg, der Ruprecht-Karls-Universit\u00e4t in Heidelberg und der Semmelweis Universit\u00e4t an Mobilit\u00e4tsprogrammen in Deutschland teilnehmen. Die seit 1983 bestehende Kooperation mit diesen Universit\u00e4ten geh\u00f6rt zu den \u00e4ltesten und erfolgreichsten Mobilit\u00e4tsprogrammen der Semmelweis Universit\u00e4t. Es k\u00f6nnen sich nicht &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":101423,"featured_media":28244,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[78],"tags":[],"class_list":["post-28246","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28246","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/101423"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=28246"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28246\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28244"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=28246"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=28246"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=28246"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}