{"id":28186,"date":"2021-10-19T15:29:46","date_gmt":"2021-10-19T13:29:46","guid":{"rendered":"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/?p=28186"},"modified":"2021-10-19T15:29:46","modified_gmt":"2021-10-19T13:29:46","slug":"dr-gyula-poor-mir-war-es-immer-wichtig-andere-zu-unterstuetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/2021\/10\/19\/dr-gyula-poor-mir-war-es-immer-wichtig-andere-zu-unterstuetzen\/","title":{"rendered":"Dr. Gyula Po\u00f3r: Mir war es immer wichtig, andere zu unterst\u00fctzen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Anl\u00e4sslich der ungarischen Nationalfeier von 15. M\u00e4rz wurde Dr. Gyula Po\u00f3r, Arzt, Batthy\u00e1ny-Strattmann-Preistr\u00e4ger, leitender Universit\u00e4tsprofessor der Lehrstuhlgruppe f\u00fcr Rheumatologie und Physiotherapie in der Klinik f\u00fcr Innere Medizin und H\u00e4matologie, korrespondierendes Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Hauptdirektor und Oberarzt des ORFI (Landesinstituts f\u00fcr Rheumatologie und Physiotherapie; heute hei\u00dft es Landesinstituts f\u00fcr Bewegungsmedizin) &#8211; mit Sz\u00e9chenyi Preis ausgezeichnet. Die Auszeichnung konnte Dr. Gyula Po\u00f3r am 20. August vom ungarischen Staatsoberhaupt \u00fcbernehmen. In seinem Interview sprach uns der Professor \u00fcber seine bisherigen Forschungen sowie \u00fcber die Meilensteine, die seine Karriere bestimmten.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-28185 size-full\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2021\/10\/RS132904_C19A2268-scr-267x400-1.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"400\" \/>Dr. Gyula Po\u00f3r wurde mit dem Sz\u00e9chenyi-Preis als Anerkennung seiner au\u00dferordentlichen Ergebnisse in Heilung und Forschung der Osteoporose, sowie seiner bedeutenden Rolle in Ausarbeitung des Nationalen Osteoporose-Programms Ungarns ausgezeichnet. \u201eEs ist eine gro\u00dfe Ehre und Freude f\u00fcr mich, dass ich als erster Rheumatologe in Ungarn diesen Preis bekam. Dies ist auch die Anerkennung des Fachgebietes &#8211; sagte der Professor, der seine wissenschaftliche Karriere im ORFI begann, indem er schon seit zwanzig Jahren als Direktor t\u00e4tig ist. Im Institut kam er an die Abteilung von Dr. Mila Mituszova, die die gr\u00f6\u00dfte Autorit\u00e4tsperson der Gicht war; so war es eindeutig, dass er sich auch mit diesem Thema zu besch\u00e4ftigen begann &#8211; sprach er \u00fcber den Beginn seiner Karriere. Im Fokus seiner Forschungen stand der gichtige Nierenschaden, wobei von ihm die Wirkung der Bleiexposition auf die Nieren und auch auf den Harns\u00e4ure-Stoffwechsel ebenso untersucht wurde. Von diesem Thema schrieb Dr. Gyula Po\u00f3r seine Kandidat-Dissertation auch. Vor einigen Jahren wurde dieses wissenschaftliche Gebiet neu interpretiert, als man die Funktion der Urattransporter-Enzyme und den Zusammenhang zwischen Harns\u00e4ureproduktion und der renalen Ausscheidung beschrieb. Daraufhin wurde auch in der ungarischen Population untersucht, was f\u00fcr \u00c4nderungen die verschiedenen Mutationen dieser Enzyme auf molekularer Ebene verursachen. Wenn diese Mutationen bei jemandem\u00a0 vorhanden sind, nimmt die Neigung zur Gicht zu &#8211;\u00a0 berichtete der Professor \u00fcber die Ergebnisse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zu seinem anderen Haupt-Interessengebiet geh\u00f6rt die Osteoporose, die ebenso zu den metabolischen Erkrankungen geh\u00f6rt. Mit diesem Forschungsgebiet begann er sich in den neunziger Jahren zu besch\u00e4ftigen, als er als Stipendiat l\u00e4ngere Zeit in der Mayo Klinik von Rochester verbrachte. Hier machte er Forschungen neben L. Joseph Melton, der einer der gr\u00f6\u00dften Autorit\u00e4tspersonen der Osteoporose war. &#8222;Haupts\u00e4chlich untersuchten wir die Ursachen und Folgen der Oberschenkelhalsfrakturen, wobei wir die den Zustand verursachenden Risikofaktoren auch beschrieben&#8220; &#8211; erz\u00e4hlte er. Die erfolgreiche Periode in der Mayo Klinik trug dazu bei, dass er nach seiner Heimkehr beauftragt wurde, um eine der Leitungspositionen bei der europ\u00e4ischen Studie zur vertebralen Osteoporose (EVOS) anzunehmen.<\/p>\n<div class=\"fontos_div\">\n<p style=\"text-align: justify\">Im Rahmen dieser Studie wurde beschrieben, dass die Knochendichtewerte der ungarischen Bev\u00f6lkerung zu den niedrigsten in Europa geh\u00f6ren, und in Ungarn etwa 600 Tausend Frauen und 300 Tausend M\u00e4nner Osteoporose haben. Aufgrund dieser Arbeit wurde das von ihm geleitete Nationale Osteoporose-Programm herausgearbeitet, indem eins der wichtigsten Elemente die Gestaltung der ungarischen Netzwerke der Osteoporose-Zentren war.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Wir stellten 100 solche Zentren auf lokaler, regionaler und Landesebene auf, \u00fcberall mussten die Bedingungen der Diagnostik und Therapie geschaffen werden; au\u00dferdem wurde auch die Finanzierung der n\u00f6tigen Medikamente in die Wege geleitet &#8211; erl\u00e4uterte der Professor. Als Ergebnis der umfangreichen landesweiten Arbeit verminderte sich die Anzahl der osteoporotischen Frakturen bedeutend &#8211; erkl\u00e4rte er. Daraufhin wurde Dr. Gyula Po\u00f3r zum Sekret\u00e4r des WHO-Osteoporose-Weltprogramms (Weltgesundheitsorganisation) gew\u00e4hlt, er arbeitete mit den gr\u00f6\u00dften internationalen Experten zusammen, nahm an der Ausarbeitung einer Publikation teil, in der die heute angewendeten Grundlagen der Krankheitsdiagnostik- und -Therapie beschrieben wurden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-28184 size-full\" src=\"https:\/\/semmelweis.hu\/nki\/files\/2021\/10\/RS132898_C19A2156-scr.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"800\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Sp\u00e4ter begann er sich mit einer weniger bekannten Knochenerkrankung, mit der Paget-Krankheit zu besch\u00e4ftigen. In seinen Forschungen sucht er die Antwort, welche Rolle die genetischen und viralen Faktoren in der Herausbildung dieser Krankheit spielen. Im Zentrum der fachlichen T\u00e4tigkeit von Dr. Gyula Po\u00f3r spielen die entz\u00fcndlichen Gelenkerkrankungen, darunter die rheumatoide Arthritis ebenso eine wichtige Rolle. Trotz Missverst\u00e4ndnisse ist diese Krankheit nicht die Erkrankung der \u00e4lteren Leute, sie erscheint schon im Alter von 30-40 Jahren, und kommt haupts\u00e4chlich bei Frauen vor; der Grund der Behinderung ist in vielen F\u00e4llen die rheumatoide Arthritis &#8211; sagte der Professor. Mit seinen Mitarbeitern wurde die genetische und therapeutische Forschung der rheumatoiden Arthritis auch gestartet. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Diese Krankheit ist heute noch nicht heilbar. Falls jedoch der Patient die entsprechende medikament\u00f6se Behandlung rechtzeitig bekommt, ist die Behinderung komplett zu vermeiden. An der Ausarbeitung der einheimischen und internationalen Richtlinien bez\u00fcglich der Krankheit nahm Dr. Gyula Po\u00f3r auch aktiv teil.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Als Ergebnis seiner T\u00e4tigkeit wurden auch Arthritis-Zentren gebaut, in denen gezielte Behandlungen, und zukunftsweisende Therapien angewendet werden.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Auf allen vier Forschungsgebieten besch\u00e4ftige ich mich mit sogenannten multifaktoriellen Erkrankungen: d.h. sie k\u00f6nnen durch mehrere Komponenten verursacht werden. Das sind genetische Faktoren und Umwelt- oder Lebensstilfaktoren, die bei Herausbildung der Erkrankung oder der Tendenz zur Erkrankung eine Rolle spielen k\u00f6nnen<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">&#8211; erkl\u00e4rte der Akademiker, der seiner eigenen Meinung nach ein translationaler Forscher ist. Ein Forscher, der eine Br\u00fccke zwischen klinischen und theoretischen Forschungen bildet. Auf klinische Fragen versucht er, mit den Mitteln der Grundlagenforschung die Antwort zu finden. \u201eIch habe immer versucht, mich mit solchen Sachen zu besch\u00e4ftigen, die klinische Relevanz haben\u201c &#8211; sagte er. Nach seiner Aussage waren ihm die Forschungsthemen wichtig, wodurch er anderen helfen konnte. \u201eWenn ich nicht verstehe, wie sich der Patient f\u00fchlt, kann ich das Molek\u00fcl, wodurch das Problem gel\u00f6st werden kann, auch nicht finden\u201c &#8211; meinte er. Die Rheumatologie ist ein besonders dynamisch entwickelndes Gebiet &#8211; meinte er. Unsere Vorgehensweise \u00e4nderte sich komplett; wir arbeiten systemorientiert; unsere Forschungen sind durch Interaktion von verschiedenen Netzwerken charakterisiert. Zum besseren Verst\u00e4ndnis Muskel-Skelett-Erkrankungen und rheumatologischer Krankheiten wird die Entschl\u00fcsselung dieser Netzwerke einen gro\u00dfen Beitrag haben. Zu seinen Zukunftspl\u00e4nen geh\u00f6ren noch &#8211; sagte Dr. Gyula Po\u00f3r &#8211; das tiefere Verst\u00e4ndnis der Pathogenesen der von ihm erforschten Krankheiten, sowie die Erweiterung der verschiedenen Therapiem\u00f6glichkeiten, wodurch man zur personalisierten Medizin kommen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bernadett B\u00f3di<br \/>\nFoto: Attila Kov\u00e1cs &#8211; Semmelweis Universit\u00e4t<br \/>\n\u00dcbersetzung: Judit Szlov\u00e1k<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich der ungarischen Nationalfeier von 15. M\u00e4rz wurde Dr. Gyula Po\u00f3r, Arzt, Batthy\u00e1ny-Strattmann-Preistr\u00e4ger, leitender Universit\u00e4tsprofessor der Lehrstuhlgruppe f\u00fcr Rheumatologie und Physiotherapie in der Klinik f\u00fcr Innere Medizin und H\u00e4matologie, korrespondierendes Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Hauptdirektor und Oberarzt des ORFI (Landesinstituts f\u00fcr Rheumatologie und Physiotherapie; heute hei\u00dft es Landesinstituts f\u00fcr Bewegungsmedizin) &#8211; mit Sz\u00e9chenyi &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":101423,"featured_media":28184,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[78],"tags":[],"class_list":["post-28186","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28186","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/101423"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=28186"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28186\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28184"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=28186"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=28186"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/semmelweis.hu\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=28186"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}